Simons Systemische Kehrwoche

Normalisierung

Fritz B. Simon

Wann immer quantifiziert wird, wird eine Grenze bzw. ein Grenzwert etabliert, der eine Innen-außen-Unterscheidung markiert. Entweder der gemessene Wert gehört in den Innenbereich, der als x definiert/benannt ist, oder er gehört zur Außenseite, der als nicht-x definiert/benannt ist. Wenn dieser Wert als Merkmal einer eingehaltenen oder verletzten Norm interpretiert wird, dann ist mit dieser Unterscheidung auch immer die Entscheidung über die Normalität dessen (der Person, des Objekts, der Variable etc.) verbunden, dem der Wert als Merkmal zugeschrieben wird.

Ein gutes Beispiel sind die Grenzwerte für “unschädliche” Strahlenbelastung. In Fukushima sind jetzt gerade solche Grenzwerte erhöht worden, so dass jetzt die Strahlenbelastung für Kinder als unbedenklich gilt. Hätte man die Grenzwerte nicht erhöht, dann wäre die Strahlenbelastung für Kinder gefährlich gewesen…

Nur gut, dass man solche Gefahren durch Neudefinitionen beseitigen kann.

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7 Kommentare

  1. Alles ist relativ – einschließlich dieses Satzes. Soviel zu integrativer Ethik bzw. der Nützlichkeit von Expertenmacht. Auch der Schamane sitzt schließlich nicht ganz umsonst auf dem Zaun.

    Comment by Max Liebscht — 24. Mai, 2011 @ 21:54 Uhr

  2. Die Neudefinition von Grenzwerten erschüttert natürlich das Vertrauen in Grenzwerte aller Art und damit in das Handeln des Staates insgesamt. Erinnert sei an die Mastrichtkriterien.

    Aehnlich “vertrauensbildende” Massnahmen sind die Neudefinitionen von Arbeitlosenzahlen und das Umpacken von statistischen Warenkörben und Indices einschliesslich der Börsenindices.

    Comment by duscholux — 25. Mai, 2011 @ 06:44 Uhr

  3. Objektive Probleme sind Probleme der Objektivität.

    Comment by es — 25. Mai, 2011 @ 08:40 Uhr

  4. Besonders spannend ist die (wiederholte) Verschiebung der Grenzwerte der maximalen amerikanischen Staatsverschuldung. Wenn das nicht passiert, ist der amerikanische Staat zahlungsunfähig, – nach Stand vom 17.05. würde das ab dem 02.08.2011 eintreten (www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,762953,00.html)

    Comment by Anno Stockem — 25. Mai, 2011 @ 13:48 Uhr

  5. Wenn der Kapitalismus unsere Metaphysik ist
    muss ein Konzil halt die Exegeseregeln aktualisieren.

    Comment by Max Liebscht — 25. Mai, 2011 @ 21:03 Uhr

  6. Mit der Veröffentlichung des DSM-V werden qua Neudefinition alle sog. Asperger-Autisten schlagartig “gesund” werden.

    Comment by Mathias Klinkerfuß (geb. Wölfelschneider) — 26. Mai, 2011 @ 12:42 Uhr

  7. Hab ich´s doch gewußt! Frau Birkenbihl ist gar nicht soo.

    Comment by Max Liebscht — 27. Mai, 2011 @ 21:32 Uhr

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