Simons Systemische Kehrwoche

One face to the customer…

Fritz B. Simon

Ich rufe bei der Firma XY an. Es ist schon einige Zeit her, dass ich hier schon mal war. Vor drei oder vier Jahren hat mich damals eine Mitarbeiterin (Frau E.) “betreut”, die bzw. deren Art ich unerträglich fand. Um jeden Preis wollte ich ihr danach entgehen, doch jedes Mal, wenn ich anrief, wurde ich mit ihr verbunden. Ich mußte die Firma wechseln…

Jetzt, nach Jahren ein neuer Versuch. Und: Hoffnung keimt auf. Am Apparat ist ein junger Mann, der noch nie mit mir Kontakt hatte und mit dem ich noch nie Kontakt hatte. Er fragt, ob ich schon einmal mit der Firma zu tun hatte: “Nein. nie!” Er braucht noch ein paar Daten … u.a. meine Telefonnummer. Er hat nicht alle Informationen, die ich benötige. Er verspricht, sich zu melden, wenn er sie hat…

Doch dann: der Schock – der Anruf – aber nicht von ihm, sondern von Frau E. …

Die interne Datenbank hat mich verraten. Ich gehöre Frau E., nie werde ich von ihr loskommen. Erst, wenn einer von uns beiden tot ist, wird sie mich in Ruhe lassen. Kein Entkommen…

Welcher Idiot hat bei dieser Firma denn eingeführt, dass immer derselbe Mitarbeiter für einen Kunden zuständig ist. Fragt denn keiner die Kunden, ob sie das wollen?

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18 Kommentare

  1. Die ewigen Probleme der Muttersöhnchen mit den dominanten Frauen. Haben Sie heut schon im Schrank und unterm Bett nachgesehen?

    Kommentar by Max Liebscht — 30. Juni, 2011 @ 23:03 Uhr

  2. normalerweise enthalte ich mich der Kommentare über andere “Mitschreiber” hier. Heute die Ausnahme: Merken Sie nicht, welche unmöglichen Kommentare Sie manchmal abgeben oder machen Sie das extra? (Was mich dazu verleitet zu denken, dass Sie unter 18 sind)…

    Kommentar by Petra Backes — 1. Juli, 2011 @ 06:06 Uhr

  3. ich als regelmäßiger blogleser prüfe schon seit längerem eine hypothese, nach der Fritz B. Simon und Max Liebscht ein und die selbe person sind. leider bisher ohne ergebnis :)
    eine für mich unentscheidbare frage…

    Kommentar by Michael Gerstner — 1. Juli, 2011 @ 09:38 Uhr

  4. Donnerwetter: Kaum elizitiert und schon ist sie aufgetaucht!

    Kommentar by Max Liebscht — 1. Juli, 2011 @ 10:22 Uhr

  5. In FSBs Originalbeitrag Frau E. durch Max Liebscht ersetzen und Text nur leicht variieren. Etwa so zum Beispiel:

    “[...] FSBs Blog gehört Max Liebscht. Erst, wenn einer von [...] beiden tot ist, wird [er uns] in Ruhe lassen. Kein Entkommen… [...]“

    Kommentar by duscholux — 1. Juli, 2011 @ 10:42 Uhr

  6. Wunderbar:

    “Die Sprache (…) ist nichts anderes als ihr Gebrauch”
    “Der Gebrauch steigert sich mit dem Gebrauch”
    “Wenn sich etwas durch den Gebrauch steigert, dann existiert es deshalb.”
    F. Mauthner

    Hat Luhmann übrigens mal auf Mauthner verwiesen?

    Kommentar by es — 1. Juli, 2011 @ 11:32 Uhr

  7. So viel ich weiß, gibt es den Ausspruch, jeder Autor habe die Leser, die er verdient.
    In der Zwischenzeit habe ich den Eindruck, dass dieser Satz nicht zu halten ist.

    Kommentar by Markus Mall — 1. Juli, 2011 @ 12:58 Uhr

  8. I love it!!!
    Der Monat //Juli// fängt hier ja sehr vielversprechend und vor allem mit großer Leidenschaft an. Juhuuu…!

    Kommentar by Harry — 1. Juli, 2011 @ 13:11 Uhr

  9. “Ihr habt alle gef.!” (Walter Moers)
    Wer sich ein bisschen mit Aufstellungsarbeit befaßt hat, weiß, dass es so was wie freie Valenzen gibt und man in derlei leicht reinrutschen kann. Dass der hiesige Blogschamane ein Faible für Gruppendynamik hat, das kann jeder hier leicht nachlesen – so wie übrigens auch einige andere, mäßig unterhaltsame Schleifen, die es hier bereits gab.

    Interessanter finde ich, dass selbst Onkel Luhmann erst Jenseitsbestand werden mußte, bevor er als anbetungswürdig erschien. Ich sehe ein, dass man sich – vorzüglich durch kalkuliert unziemliches Verhalten – als Toter einfach schwerer gegen Vergötzung wehren kann. Aber kann man diese Prozesse der gesellschaftlichen Aneignung von Innovation Dank Internet und Fokus auf Gott 9.0 jetzt nicht ein wenig zügiger gestalten?

    Kommentar by Max Liebscht — 1. Juli, 2011 @ 14:54 Uhr

  10. @3:

    Dr. Simon and Mr. Liebscht?

    Two faces to the customer…

    Das wird ihm gefallen, vermute ich, so wie ich ihn zu kennen glaube.

    Kommentar by Fritz B. Simon — 1. Juli, 2011 @ 19:30 Uhr

  11. Welche Art von Fiction kann mich eigentlich noch hinter dem Ofen hervorholen?

    Kommentar by Max Liebscht — 1. Juli, 2011 @ 21:40 Uhr

  12. http://www.dontfeedthetroll.de/was-ist-ein-troll.html

    Kommentar by Mathias Klinkerfuß — 2. Juli, 2011 @ 09:00 Uhr

  13. “Everybody experiences far more than he understands. Yet it is experience, rather than understanding, that influences behavior.”

    Mcluhan

    Kommentar by es — 2. Juli, 2011 @ 10:06 Uhr

  14. Hier auch schnell noch mal ein super Link zum Thema Dadaistenmobbing:
    http://www.carl-auer.de/blog/simon/one-face-to-the-customer/

    Das mit so einer Horizontperforation mag sich für Langweiler etwas bedrohlich anfühlen. Soll man das mit dem understanding deshalb gleich sein lassen? Das scheint mir als Interpretation von Libed jetzt aber etwas overdressed.
    Das ist natürlich wieder so eine Gretchenfrage: Soll man die etwas durchschnittlicher allgemeingebildeten Mitmenschen – schon dem Ethos der psychologischen Aufklärung wegen – nicht trotz dumschuldigster Einlassungen weiterhin versuchen zu integrieren…?
    Da die Gebetsmühle zum Thema “Virtuell vermittelte Kommunikation folgt anderen Rationalitätkriterien als Face-to-face-Kommunikation” in diesem, aus technischen Gründen gewaltfreien Blog schon bis zum Abwinken durchgenudelt worden ist, lieber ein Joyc`chen zum Thema Systemische Professionalität.

    Systemische Professionalität ist ja ziemlich gnadenlos, zumindest was den Anspruch anbetrifft.
    Man darf schon mal keine Aufträge der Form “Bitte wasch mich, aber mach mich nicht nass.” annehmen. Was so gräßlich schade ist – schließlich kann man mit Therapie ohne Therapie, Coaching ohne Coaching, Supervision ohne Supervision, OE ohne OE e.t.c. am leichtesten und meisten Geld verdienen. Das wird einem also schon mal als unethisches Verhalten vermiest. Als ob das noch nicht reichen würde, dann noch die Härte mit der diagnostischen Enthaltsamkeit. Sparrer & Varga von Kibéd bspw. sind da ja der reinste Hardcore. Sich durch Trivialisierung der Beziehungskomplexität mittels dignostischer Labels vor der Gegenübertragungsanalyse drücken gilt als überhaupt nicht statthaft, ja unter Konstruktivisten als eine Art Anfall. “Stop labeling Kids!” betrifft ja letztlich alle Bürger inkl. PSKA. Theoretisch haben die ja Recht. Nur leider steht man nicht nur im Berufsalltag mitunter ganz schöne blöde da mit seiner Enthaltsamkeit. Ringsum nur Sünder die eben nicht enthaltsam sind und sich ein diagnostisches Vorurteil nach dem anderen leisten, ja das mitunter sogar sexy zu finden scheinen. Von all den mitunter ja sogar brauchbaren Theoriegewittern, Genogramm-Meditationen und Körperbildscreenings erleutet, kann man es als Seelsorger meist leider gar nicht vermeiden, den anderen in seiner Widerlichkeit oder Schusseligkeit zu verstehen. Obwohl so ein richtig saftiges Mißverständnis viel vereinfachen würde. Wie soll man einem da noch was krumm nehmen? Schon aus marktstrategischen Gründen ist da ja manchmal nützlich, sich zu empören. Selbst bei ausgesprochen ekelhaften Charakteren kann man das mit dem Verstehen aber mitunter einfach nicht umgehen, scheinen die biographischen Verzwacktheiten einem unwillkürlich doch derart deutlich auf, dass man dem impertinennten Mitmenschen eingeschränkte Souveränität und mithin Schuldfähigkeit geradezu bescheinigen m u s s, Krankheitsgewinn hin oder her. In der Zunft der amtlich attestierten Seelenkenner bis Bienentanzdeuter scheint mit zunehmender Professionalisierung eine fatale Asymatrie angelegt. So ein herzerfrischendes “Halt doch Dein blödes Maul, Du Arschloch, wenn Du nicht rallst, worum es hier geht!” dürfen sich leider nur unbedarfte Laien erlauben. Je weiter unserer Know How in Sachen Gegenübertragungsanalyse gediehen, desto weniger gibt es ein Entrinnen, was das Verstehenmüssen anbelangt. So ein sozialpädagogisches “Jetzt hören Sie mal werter Herr Sowieso, da fühle ich mich jetzt aber von Ihnen angegriffen. Sie machen mich jetzt richtig wütent!” klingt auch eher wie Hape Kerkeling nach dem siebten Joint Venture. Wie kommt so ein Karl König oder ein Fritz Bernhard Simon zu ihrem Ausgleich für das andauernde Verstehen? Die wollen doch sicher auch ab und an einmal so richtig igno sein dürfen. Wenn man dauernd schlau sein muss, da fühlt man sich doch irgendwie voll dumm, nicht?

    Da war es dann schön: Ich hatte was von der Wardetzky gelesen. Herrlich! Ich brauche mich auf den anderen nicht bis Anschlag dialogisch in die letzten Verästelungen seiner biographischen Prägungen einlassen. Es mag sein, dass ich und die gewisse Person auf einer einsamen Insel abgeworfen bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 50 000 Jahren nach intensiver Beziehungsarbeit u.U. gewisse Resonanzerlebnisse erreichen können würden miteinander – in Anbetracht meiner ureigenen verbleibenden schlappen 40 Jährchen aber is beizeiten Ende im Gelände mit der Reflektion der eigenen Anteile im häßlich unbrauchbaren Beziehungspullower! Der andere ist doof oder dumm oder beides weil per definitionem narzistisch geprächt und fertig. So was von entlastend! Eine Frühstörung, so was von putzig! Ich sag dem Affen also einfach, was er/ sie offenkundig hören will und laß ihn/ sie doof sterben ohne schlechtes Gewissen haben zu müssen, ihm/ihr samt ihrer Mission auf Erden nicht am Ende doch nicht gerecht worden zu sein. Weil, ich hab es amtlich: es steht in dem Buch der anerkannten Autorität von der auch schon in richtigen Zeitungen zu lesen stand. Ich darf, ich soll es mir so einfach machen und muss das mit dem Du im Ich geradezu vermeiden, wenn ich nicht selber so drauf kommen will wie die gewisse Person oder deren Schatten.
    Sollte ersiees oder wie Sie alle heißen mögen nun damit kommen, dass das doch irgendwie doch nicht so off topic ist, dann ist das meiner Meinung nach nichts anders als reine Konstruktion. Echtmajetz.

    Kommentar by Max Liebscht — 4. Juli, 2011 @ 15:40 Uhr

  15. Hauptsache gesund und die Haare liegen…

    Kommentar by Far — 4. Juli, 2011 @ 20:16 Uhr

  16. Womit der Kommentar des Jahres 2011 wohl schon feststehen dürfte.

    (((Für Supervisoren:
    http://mundmische.de/bedeutung/26932-HauptsachedieHaare_liegen )))

    Als Ausklang für echte Fans:
    http://www.youtube.com/watch?v=MfFcCU-SBCU&feature=relmfu

    Kommentar by Max Liebscht — 4. Juli, 2011 @ 22:39 Uhr

  17. Nö, Herr Liebscht, der Spruch war Ihnen zugedacht.

    Kommentar by Far — 5. Juli, 2011 @ 16:04 Uhr

  18. Schon klar, Lady. Weiter so! Könnt´ bißgen mehr Schwung sein inne Bude.

    http://tinyurl.com/6fudxtk
    Auch herzerfrischend, wie da getexteld wird.

    Kommentar by Max Liebscht — 5. Juli, 2011 @ 22:44 Uhr

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