Operation Walküre
Fritz B. Simon
Ich gehe viel ins Kino. Und seit ich ins Kino gehe, spielen in Hollywood-Filmen Deutsche die Bösen. Jetzt war ich zum zweiten Mal in einem amerikanischem Film, in dem ein Amerikaner einen “guten Deutschen” spielt: Operation Walküre mit Tom Cruise in der Rolle des Grafen Stauffenberg. Der erste Film war “Schindlers Liste”. Wahrscheinlich gab es damals ja noch mehr gute Deutsche (obwohl die meisten ja keine Chance hatten, gut zu sein, weil sie von nichts wussten…).
Der viel diskutierte Film mit Tom Cruise hat mir gefallen, denn er war spannend (obwohl klar war, dass es keine Happy End geben würde), und alle, ob Gute oder Böse, waren Deutsche. Ein Propagandafilm. Ich denke, dass er dem Bild der Deutschen bzw. Deutschlands in der Welt nicht schadet. Ganz im Gegenteil. Und vielleicht dient er ja als Anregung dazu, sich ein wenig mehr mit dem deutschen Widerstand zu beschäftigen…
2 Kommentare
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Musste gerade Tom Cruise diese Rolle übernehmen? Ich kann diesen Menschen nicht leiden. Wirklich schlimm, wenn ich den in irgendeinem Film seh, könnt ich in die Glotze springen. Und Operation Walküre interessiert mich schon…
Kommentar by Marko — 28. Januar, 2009 @ 12:03 Uhr
Das Thema “Der deutsche Widerstand” und die Frage ob die Deutschen “etwas wussten”, führt mich unweigerlich zu aktuellen Fragen. Wenn man Leute sagen hört: “ich habe ja von nichts gewusst”,dann bedeutet das ja, sie hätten sich anders verhalten, wenn sie es gewusst hätten.
Ich bezweifle, dass das stimmt. Auch im dritten Reich hätte Wissen nicht automatisch zu andrem Handeln geführt. Und heute?
Heute wissen wir von sehr vielem und es führt überhaupt nicht dazu, dass wir uns anders verhalten.
Das lässt sich im grossen Rahmen und im Alltag täglich beobachten. Im Gegenteil:
Zivilcourage und gegenseitiges füreinander einstehen – früher noch angesehene Werte – sind heute nicht mehr trendy. Heute heisst es eher: “ich kann mich gut abgrenzen”. Das gilt als positiver Wert in Situationen, in denen jemand übel mitgespielt wird und der/diejenige sich nicht wehren kann. Dazu hat meines Erachtens leider auch die systemische Sichtweise beigetragen, in dem jedem Anwesenden ein Anteil an einer Situation bescheinigt wird. Da also auch das “Opfer” mitspielt, braucht sich keiner mehr zu solidarisieren. Wer sich in solchen unfairen Konflikten einmischt und für ein Opfer stark macht, muss sich sagen lassen, jeder sei für sich selbst verantwortlich.
Für diese “Kehrseite” des systemischen Ansatzes wünsche ich mir dringend eine “Kehrtwende”.
Kommentar by lilohi — 1. März, 2009 @ 07:40 Uhr