Piraten
Fritz B. Simon
Die Piraten-Partei hat bei den Berliner Wahlen 9% der Stimmen bekommen. Ich muss gestehen (und es ist mir durchaus peinlich), dass mich dies mit einer gewissen Freude erfüllt.
Denn hier hat eine Partei, deren einziges für den Wähler erkennbares Programm (sie mag im tiefsten Innern noch ein anderes haben) aus drei Punkten besteht: mit dem Status quo unserer Gesellschaft nicht zufrieden und jung und irgendwie am WWW interessiert zu sein.
Wahrscheinlich gehört alles zusammen.
In Berlin, der Hauptstadt arbeitsloser, aber, weil sie im Netz surfen, trotzdem nicht nur depressiver junger Menschen ist dies wahrscheinlich Programm genug.
Nicht angepasst zu sein, wird schon durch den Namen, der nicht in die gewohnten parteipolitischen Wahrnehmungsschemata passt, signalisiert. Mal sehen, was der Abgeordnetenstatus aus diesen Jungabgeordneten macht…
Dass die FDP, die ja die eigentliche Partei der jungen Leute ist (wenn man sich das Führungspersonal anschaut), Prügel bezogen hat, finde ich – trotz der durchaus vorhandenen persönlichen Sympathie für Herrn Rösler und auch für Herrn Lindner – nur recht und billig. Durch dümmlichen Populismus (gegen Griechenland und Frau Merkel) in letzter Minute zu versuchen, eine verlorene Wahl doch noch rumzudrehen, ist einfach naiv.
Die Kehrseite der Jugendlichkeit, möglicherweise…
4 Kommentare
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Weisheit und Gelassenheit sind nicht zwingend Züge, die von allein im Laufe der Jahre entstehen. Ich denke eher, dass die Düfte der Macht (bzw. deren Entbehrung) so manchen (jungen wie alten) Menschen benebeln.
Kommentar by Jaul Reifebohne — 18. September, 2011 @ 20:52 Uhr
Ja, klar: “Geld macht selbst die größten Geister müde.”
Gleichwohl gilt auch dies:
“Der Duft eines Pfannkuchens bindet mehr ans Leben als alle philosophischen Argumente.”
Georg Christoph Lichtenberg
Kommentar by Max Liebscht — 19. September, 2011 @ 18:53 Uhr
Wie schreibt doch die FR:
Piraten – buergerliche Harmlosigkeit.
Was ein Grund zur Freude! Nieder mit dem Firewall.
Morgen sind sind sie bei der FDP, wenn es die noch gibt, d.h. wenn man endlich das Einkommen hat,
vom dem Blogger im Pyjama traeumen.
Kommentar by Parot — 23. September, 2011 @ 15:31 Uhr
Na ja. Wer im Nirvana herumklicken kann braucht natürlich keine Politik. Womöglich dramatisiert sich das Ganze aber doch noch etwas. Muss man dann halt den Stecker ziehen.
Kommentar by Max Liebscht — 25. September, 2011 @ 10:03 Uhr