Polen
Fritz B. Simon
Heute habe ich mit einer Polin gesprochen, die letzte Nacht aus Schlesien nach Deutschland gekommen ist, weil sie hier arbeitet. Es sind viele Leute, die hier ihr Geld verdienen (müssen, muss man wohl sagen, da sie es lieber zu Hause täten).
Um mir eine Vorstellung der Menge von Westarbeitern zu vermitteln, erzählte sie mir, dass sie gestern Abend in Liegnitz (Legnica), einer Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern, in den Bus gestiegen ist. Es waren insgesamt 60 Busse (der gewöhnlichen Reisebus-Größe), die dort los fuhren.
Nun gehört Liegnitz nicht zu den größten polnischen Städten. Die Hochrechnung ist daher einfach: Es sind Tausende, die sich da gestern auf den Weg gemacht haben…
1 Kommentar
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Da klingen offenbar die Roots an bei Prof. Fritz Bernhard Simon. Heute werden die Leute immerhin nur durch die Hoffnung auf ein “besseres” Leben angetrieben statt vertrieben.
Abgesehen von dem z.T. kriminalitätsbedingt recht angespannten Verhältnis mit den Nachbarn in Sichtweite da drüben, haben wir hier in Görlitz/Zgorzelec wohl so einen ähnlichen Effekt wie vor Jahren westwärts. Im Vergleich zu vielen Napfsülzen, die liegen geblieben sind im tiefsten Osten Deutschlands, ist die Kollegenauswahl von weiter Osten ziemlich fit unterwegs.
Für die Bereitschaft, “unbezahlt” gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, ist dieses Nomadisieren m.E. eine reine Katastrophe. Die breite Masse wird auch weiterhin mit Kosmopolitentum nichts anfangen können und sollte Gelegenheit haben, sich im Heimatterritorium einzubringen. So bleiben vorzüglich die (statistisch meist männlichen) Schnarchis zurück und behaupten das Revier. Die Konsequenz Fachkräftemangel ist noch nicht das Schlimmste an Auswirkung.
Kommentar by Max Liebscht — 3. Januar, 2010 @ 15:01 Uhr