Simons Systemische Kehrwoche

Prima Klima

Fritz B. Simon

Tom Levold ruft heute in seinem Systemagazin dazu auf, sich an folgender Unterschriftenaktion zur Rettung der Welt zu beteiligen. Ich rufe auf, Tom Levold zu unterstützen und platziere hier deswegen die von ihm angegebene Adresse:

http://www.avaaz.org/de/savecopenhagengermany/98.php?CLICKTFTRACK

Obwohl ich ja skeptisch bin, was diese Konferenz in Kopenhagen angeht. Denn die Amerikaner und die Chinesen glauben ja nur an Luft, die sie sehen können…

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16 Kommentare

  1. Können wir und als Deutsche da herausnehmen? Erst wenn am Krebs ein Schildchen baumelt: “017… 016… & co. haben mich hergestrahlt”, oder wenn auf jeder Speckfalte steht: “der Mensch ist, was er isst”, oder wenn jede Kartoffelnase geprägt wär mit dem %vol-Konsum, dann würden wir sehen! (Ich vergass: TÜV und unabhängiges Kontroll-Siegel dürfen nicht feheln) Wenn wir mal wagen würden, die Augen auf zu machen, dann würden wir sie wahrscheinlich ganz schnell wieder zu machen vor Verzweiflung/ Unbehagen/ Resignierung. Vielleicht (hoffentlich) macht das mal Jemand von uns hin und wieder. Luft ist ja schön und gut, aber anfangen würde ich ehrlich gesagt am Mittelpunkt. – Und das wären wir: höchstpersönlich und unsere 9 Sinne.

    Kommentar by jochen heiner — 18. Dezember, 2009 @ 10:32 Uhr

  2. Es war doch aber ein Amerikaner, der gesagt hat:
    “Erfahrung ist eine teure Schule aber Narren wollen anderwo nicht lernen.” (Benjamin Franklin)
    Vielleicht hätte man dies zum Motto der Konferenz erklären sollen.

    Kommentar by Max Liebscht — 18. Dezember, 2009 @ 10:39 Uhr

  3. Also ich verteile gerade den Avaaz-link.
    Interessant wäre, wenn Leser hier ihre Kenntnis von absurden Produkten und ihrer Herstellng einbringen würden!

    hinsichtlich “Klimabeeinflussung durch Profitmaximierung” müsst von jedem einzelnen erkannt werden, das hier längst keine seriöse Anschlussmöglichkeit mehr besteht…

    Wir können tatsächlich Kombinierkreativität in Erhalt und Unterhalt der Erde investieren, statt in Weltraumforschung und in Sciencefiction zu flüchten…in diese Forschung gehen unglaubliche Gelder.

    Hinsichtlich “China” und seinen Exporten müsste heute schon jeder klare Grenzen ziehen – Billigprodukte, Non-fair-trade-Produkte um Schleuderpreise müssen klar boykottiert werden – hier besteht (- auf der Basis der Übereinkunft, dass die “Erde” unser (Über)Lebensraum ist -) keinerlei seriöse Anschlussmöglichkeit mehr

    Ein türkischer Einzelhandelskaufmann erzählte mir, bei meiner Nachfrage ob die angebotenen chinesischen Spielzeug-Puppen sozusagen Tüv-geprüft oder giftig (!) seien, dass 80% der europäischen Waren aus China kommen (:::) (???) – kann das stimmen?

    Hinsichtlich des Kaufs von Baumwollprodukten, muss jeder drauf achten, wo die herkommen und nachfragen, wie die erzeugt werden.

    Hinsichtlich des Kaufs von nicht bodenständigen Früchten und Nahrungsmittlen ist größtmögliche Zurückhaltung geboten.

    Hinsichtlich des Kaufs von Billigflügen und Flügen überhaupt ist bereits völlige Abstinenz angezeigt. Ist doch eigentlich längst höchste individuelle Alarmstufe angezeigt – unkontingentiert Fliegen ist heute kriminell.

    Dasselbe natürlich hinsichtlich des Fleischkonsums und dessen Leid und Umweltbelastung – kriminell.

    Hinsichtlich des Kaufs von DAUNEN (!)Decken, wo Gänse im Akkord 3 Mal im Jahr bei lebendigem Leib kahlgerupft und dabei verwundet werden – das ist kriminell.

    Es würde schon reichen, wenn jeder einzelne Leser und Schreiber allein hier über das nachdenken und schreiben könnte, was er persönlich (nicht) konsumiert, bzw. wie es hergestellt wird und welcher Energieverbrauch und CO2 Ausstoß und welche Leiden es bei anderen hervorruft usw usf .

    Das ist die Verantwortung, die wir haben, die wir individuell – als Konsumenten – mit gravierenden Folgen für die Industrie, einbringen können – nur wir.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 18. Dezember, 2009 @ 14:07 Uhr

  4. Irgendwann im April 2010 soll WeltbürgerIn X geboren werden. 6 Mrd. Menschen. Tendenz weiter steigend. Alle mit dem gleichen Recht auf Luft, Wasser und Luxus.

    Peak-Oil wird dieses “Problem” lösen. Schlagartig.

    Gute Absichten, Konferenzen und Wichtigwichtel, die wissen wie “es” geht erscheinen mir eher suspekt. Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben.

    Kommentar by es — 18. Dezember, 2009 @ 14:48 Uhr

  5. Ich vermute, dass wir die letzte Weiche schon längst passiert haben und es nur noch darum geht, die Wucht des Aufpralls einzujustieren. Und ich vermute, dass die Probleme um die demographische Entwicklung, Überalterung, knapper werdende Realwerte, Vergiftung und Verödung in dieser Gesellschaftsform traditionell gelöst werden. Wann immer es grenzwertig wurde bestand die Antwort kapitalistisch ausgerichteter “Systeme” darin, sich zum Krieg hin zu radikalisieren. Warum soll das diesmal anders sein? Und es ist nicht so, dass damit keine Synergien realisiert würden. Für die, welche am Spieltisch sitzen und Karten in der Hand haben. Nach solchen “Marktbereinigungen” sind die Leute wieder prosozial orientiert von ihren Wertepräferenzen her und es gibt nicht mehr so viele, die teilen lernen müssen.

    Das mit der Konsumdemokratie scheint eine sexy Idee. Mehr davon!
    Demgegenüber steht die Idee, dass man nicht jeden, geschweige wildfremde Menschen mit durchschleppen kann. Da muss man einfach Abstriche machen. Bei den anderen. Bigotterie und Kapitalismus bedingen einander. Bevor jemand was abgibt, spukt er sich lieber ins Gesicht. Gleichwohl gilt wohl auch im Großen:

    Die einzigen Probleme, über die wir uns zu ärgern vermögen, sind die, von denen wir ahnen, dass wir sie lösen können.

    Kommentar by Max Liebscht — 18. Dezember, 2009 @ 17:27 Uhr

  6. Frage ad 3. von Frau Sylvia Taraba:
    was ist u n k o n t i n g e n t i e r t Fliegen?
    Wo bekomme ich mein Kontingent, damit ich nicht zum Kriminellen werde?

    x-x-x-x-x-x

    Ich boykottiere aus sozialen Gründen Lidl und Kaisers.

    Meine persönlichen Boykottaktionen der Vergangenheit waren äusserst wirkungsvoll, z.B. damals gegen die Rechten in Griechenland und Südafrika, später gegen die Linken in Rumänien und Bulgarien, bislang erfolglos die GEZ.

    Kommentar by duscholux — 18. Dezember, 2009 @ 17:37 Uhr

  7. Frage ad 3. von Frau Sylvia Taraba:
    was ist u n k o n t i n g e n t i e r t Fliegen?
    Wo bekomme ich mein Kontingent, damit ich nicht zum Kriminellen werde?

    x-x-x-x-x-x

    Ich boykottiere aus sozialen Gründen Lidl und Kaisers.

    Meine persönlichen Boykottaktionen der Vergangenheit waren äusserst wirkungsvoll, z.B. damals gegen die Rechten in Griechenland und Südafrika, später gegen die Linken in Rumänien und Bulgarien, bislang erfolglos die GEZ.

    Kommentar by duscholux — 18. Dezember, 2009 @ 17:38 Uhr

  8. Meinen Sie: “Tu nix Gutes, kommt nix Böses”? Ein weiser Spruch!

    Damit jedenfalls wir uns richtig verstehen: ich plädierte nicht für “Gute Absichten”, sondern für rationale, nachhaltige, seriöse, anschlusssichere Handlungen.

    “Es” geht zwar ganz von selbst, aber “es” kann in verschiedene Richtungen gehen… welche bevorzugen Sie? Und wenn überhaupt, womit beginnen Sie?

    Kommentar by Sylvia Taraba — 18. Dezember, 2009 @ 17:43 Uhr

  9. @ 6)7) Herr Duscholux (oh Gott) ich bin der Überzeugung, dass Fliegen staatlich kontingentiert gehört. Es muss und kann nicht dermaßen blödsinnig in der Weltgeschichte herumgeflogen werden. Man kann auch in der näheren Umgebung Unbekanntes und Fremdes finden. Interessant ist, dass bei dieser Frage, ebenso wie beim Fleischkonsum sofort die Emotionen hoch gehen. Hier geht es nicht um Verzicht, sondern um tiefere Einsichten, über Herstellungsweisen, Konsumationsweisen und die Achtung gegenüber jeglichen Lebewesen. Ich gratuliere, doch frühere Boykottaktionen müssen spätere nicht verunmöglichen.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 18. Dezember, 2009 @ 17:58 Uhr

  10. @ Herr Liebscht, was man nur vermutet, ist, was man sich nicht zumuten will, nämlich „es“ anders zu denken. Dass Sie schon wieder ins ironisch-zynische kippen ist dafür bezeichnend.
    Ja, man hat uns immer gesagt, wenn wir den Teller nicht leer gegessen haben usw., es muss wohl erst wieder ein Krieg kommen usw…..Gegenfrage: warum sollte es „diesmal“ NICHT anders sein?

    Schon wieder haben bei Ihnen welche die Karten in der Hand, während die anderen am Zaun stehen und zuschauen. Es gibt viel interessantere Optionen. Diese ergeben sich, Sie werden es nicht glauben, aus den Gesetzen der Form. Warum nicht mal anders zu denken beginnen? Bzw. überhaupt zu denken zu beginnen?

    z.B. die Konsumenten: sie haben Macht. Sie treffen Unterscheidungen.

    Außerdem sind wir hier kürzlich von der Übereinkunft ausgegangen, dass der Staat nicht Handlanger des Kapitals ist, sondern der Regulation des Marktes und dem ökologischen Gleichgewicht (Überleben) dient, bzw. zu dienen hat.

    Ihr kluger Spruch:
    „die einzigen Probleme, über die wir uns zu ärgern vermögen, sind die, von denen wir ahnen, dass wir sie lösen können“ hätte als rationaler Kommentar und Eigenbelehrung eigentlich vollkommen ausgereicht.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 18. Dezember, 2009 @ 18:15 Uhr

  11. @ duscholux: da Fliegen nicht staatlich kontingentiert ist, wo also jeder nur eine bestimmte, sehr begrenzte “Lebensflugzeit” zugestanden bekommt (die er natürlich gern verkaufen kann), denke ich,
    ….dass es aus heutiger Einsicht je subjektive und individuelle Forderung sein muss, seine Lebensflugzeit selbst zu kontingentieren…..( eigentlich sind wir Fußgänger. Ich gebe Ihnen gern meine ab, da ich sie nicht konsumiere: ich könnte mindestens viermal im Jahr auf die Malediven oder nach USA und Australien fliegen: Es widerstrebt mir.) (Aus besagten Gründen, wie ich auch seit langem z.B. keine Daunendecken mehr kauf, erst seit 3 Jahren notgedrungen ein handy angeschafft habe und es solange behalte, bis es auseinander fällt; ich nur mehr begrenzt – oder gar nicht – andere bestimmte Dinge konsumiere.
    Ich teile das mit, mehr nicht. Ich übermittle auch, warum ich es kriminell finde! )

    Kommentar by Sylvia Taraba — 18. Dezember, 2009 @ 18:32 Uhr

  12. PS “kriminell” ist aus meiner Sicht jegliche Grenzüberschreitung, die das Leben und den Lebensraum eines anderen missachtet, verletzt und den gemeinsamen Lebensraum als Lebensraum gefährdet – jeder mag selbst bedenken, wo er dazu beiträgt, und wie und ob er es denn möglicherweise verhindern kann.

    Im Prinzip ist vom Staat zu fordern, dass er reguliert. Die Achtung der Grenzen Anderer (Lebewesen) geht doch wohl vor der anarchischen Freiheit des Einzelnen oder der Freiheit der durch Geld Privilegierten. dis-crimen. lat.: Unterschied, Unterscheidung. crimen: v. schreien: Ruf nach Gerechtigkeit = Richtigkeit des Unterschiedenen. (Die Einhaltung seiner Grenzen)

    Kommentar by Sylvia Taraba — 18. Dezember, 2009 @ 18:51 Uhr

  13. “kriminell” ist sozusagen etwas, das zum Himmel schreit. Und davon gibt es auch aus meiner Sicht doch einiges. Mir ist übrigens bewusst, dass “moralisierende” Ansinnen abstoßen. Umso mehr ist der Abstoßende und der Abgestoßene auf sich selbst als ich zurückgeworfen. Jeder kann nur das tun, was er tun kann. Der Wille liegt im Können, das Können im Wollen. Zunächst also, bis zur Erfassung durch ein Höheres, jedem das seine.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 19. Dezember, 2009 @ 08:23 Uhr

  14. Wie soll denn der Staat irgendetwas anderes sein als “Handlanger des Kapitals”? Wie bitteschön soll das gehen? Schon im antiken Athen war die Demokratie nicht so angelegt, dass Krethi und Plethi vertreten wurden sondern nur die Bürger.

    In diesem Sinne ist die direkte Demokratie auch heute verwirklicht. Als Diktatur des Kapitals. Mit Ironie oder Zynismus hat das wenig zu tun. Die Dussel, die sich da alle paar Jubeljahre ihrer Stimme begeben, sind Ornament. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Wer aber die ganze Zeit an den Wahlurne steht, Tag für Tag die Umwelt der politischen Funktionäre ausmacht und darüber abstimmt, welcher Charakterdarsteller, welche Rolle spielen darf, das sind jene Lobbys, welche über die Macht verfügen, persönliche Verpflichtungen einzulösen.

    Wenn Sie über ein Mandat verfügen, für 80 Millionen Leute verantwortlich zu sein, so fühlen Sie sich für niemandem verantwortlich. Außer jenen, gegenüber denen Sie in persönliche Haftung gegangen sind. Ändern wird sich das auch nicht, wenn die Leute irgendwelche Eingabemasken mit ihren Mouseklicks versorgen. Peter Kruse ist optimistisch, was gesteigerte Partizipatonsmöglichkeiten über Netz angeht. Was mich wundert. Ich beobachte das mit Interesse, erkenne aber qualitativ nichts, was wir nicht schon gehabt hätten in der Geschichte. Vielleicht hab ich die falsche Brille auf. Das kann durchaus sein.

    Ohen Krisen findet offenbar kein qualitativer Fortschritt statt. Selbst wenn wir aber als Gesellschaft gelernt haben, wie scheinbar nach dem letzten Krieg hierzulande, so heißt das nicht, dass wir nicht vergesslich würden. Statt im Lichterkettenmeer bewegen wir uns nun in Afganisthan.

    Kommentar by Max Liebscht — 19. Dezember, 2009 @ 11:33 Uhr

  15. Ihr kluger Spruch:
    „die einzigen Probleme, über die wir uns zu ärgern vermögen, sind die, von denen wir ahnen, dass wir sie lösen können“

    würde als rationaler Kommentar (…) eigentlich vollkommen ausreichen.

    Wenn Sie, und natürlich viele andere, den Staat als Regulator ökologischer Fragen usw., sehen wollen, wird er schließlich dazu werden. Dazu gehört selbstredend Geduld, Ausdauer und Überzeugungsarbeit, wo immer Sie agieren, debattieren oder arbeiten. Dass ohne Krisen kein qualitativer Fortschritt stattfindet, könnte stimmen. Wir leben in der Krise, aber Sie haben scheint’s keine Geduld, sondern geben sich lieber Nach- und Vorahnungen hin, als Neu-Bestimmungen zu formulieren.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 19. Dezember, 2009 @ 15:22 Uhr

  16. Ob ich Geduld habe oder nicht, ist doch verhältnismäßig wurscht.
    Und weil es wurscht ist, mach ich mir natürlich Gedanken, wie ich meine Möglichkeiten einzuschätzen habe und die Regularitäten, denen die soziale Evolution größerer organisationaler Zusammenhänge zu folgen scheint.
    Auch mit Ahnungen ist da nicht viel. Ein bißchen Analyse zeigt, die Pappnasen können gar nicht wesentlich anders, selbst die, welche scheint´s “an der Macht sind”.

    Von den Grundformen des Lernens her kommen wir wohl ohne Du du und machtvolle Erinnerungshilfen, uns auf ökologische Fragen zu besinnen nicht aus. Auch als Gesellschaft lernen wir nicht aufzuessen und zu teilen ohne Zuckerbrot und Peitsche, das operante Konditionieren der Gesellschaftsform als Ganzes. Ich bin mir nicht sicher, hätte es gern anders und frage deshalb immer mal wieder nach Zeichen bei den Leuten, die mir so begegnen. Aber offenbar geht es bspw. nicht ohne Krieg, dass sich soziale Strukturen auffrischen bzw. prosoziale Werte regenerieren. Wenn das nun aber so ist – und der Blick in die Geschichte legt das nahe – so läßt sich das Heil eher in den Gestaltungsmöglichkeiten von Begegnungen, Organisationsentwicklung e.t.c. finden und weniger in der unwahrscheinlichen Intelligenz von Regierungsformen, der unwahrscheinlichen Verantwortlichkeit von Regierenden, der ziemlich überraschenden Erleuchtung eher bodenständiger Gesellschaftsteilnehmer und Billigdaunenbettenkonsumenten o.ä.

    Den lösungsfokussierten Spruch aus “Poesie für Zyniker” würde ich selber so interpretieren, dass wir es hier mit einem eigentlich unlösbaren Problem zu tun haben. Mit einem Problem, dass wir nicht mit einem Male sondern nur in kleinen Schritten zum Verschwinden bzw. zur Transformation bringen können, dadurch wir von Generation zu Generation wachsen, geschichtliche Lektionen vergessen, wiederholen, wieder vergessen and so on and so on. Mit einem Male ist da offenbar nicht viel zu machen. Im Anbetracht darauf, dass die Lebenszeit eines Menschen nicht länger als ein Flügelschlag währt relativ zu den Zyklen, innert derer sich Organisationsformen aufbauen, abbauen und wandeln, ist das wohl mit einer gewissen Demut anzunehmen. Mein philosophischer Held hat das auch mit einer solchen – mich – irritierenden Gelassenheit gesehen. Mir widerstrebt der Gedanke, aber offenbar bin ich lange auf eine Art Idealismus hin orientiert gewesen, bspw. anzunehmen, dass wir und unsere Nachkommen keinen Krieg mehr erleben werden. Die Sicherheit, mit der ich das annahm, war schlicht Wunschdenken und verallgemeinerte Gewohnheit. Dass von einer solchen Regierung unter aktuellen, die Nachkriegsjahrzente gewachsenen Bedingungen nichts zu erwarten ist, läßt sich bereits mit systemtheoretischen Denkzeug umstandslos herleiten… Diese ernüchternde Einschätzung ist am Ende sogar hilfreich, sich auf die Entwicklungspotentiale zu konzentrieren, die bspw. ich selbst wesentlich mit framen kann.

    Kommentar by Max Liebscht — 20. Dezember, 2009 @ 18:30 Uhr

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