Simons Systemische Kehrwoche

Quote

Fritz B. Simon

Der “Männergesangsverein” deutscher Vorstände und Aufsichtsräte hat offenbar verhindern können, dass eine gesetzliche Frauen-Quote zur Besetzung derartiger Stellen beschlossen wurde.

Das ist außerordentlich bedauerlich, und es stellt langfristig einen Risikofaktor für die deutsche Wirtschaft dar. Gemischte Entscheidergruppen treffen intelligentere Entscheidungen als reine Frauen- oder Männergruppen. Beide Geschlechter ticken eben etwas anders und haben andere blinde Flecken, so dass die Kombination beider affektiv-kognitiver Muster eine Form der Kommunikation möglich/wahrscheinlicher macht, die keine der “reinen” Gruppen allein zustande bringen würde.

Dass die Jungsgruppen ohne äußeren Druck Mädchen mitspielen lassen, halte ich für extrem unwahrscheinlich. Es ist einfach viel bequemer, alles so zu lassen, wie es ist, “unter sich” zu bleiben und sich nicht durch “fremdes” Denken irritieren zu lassen.

Soziale System ändern sich in der Regel nicht ohne Not – und politischer Druck (=gesetzliche Notwendigkeit) könnte diese schwachsinnige, sich selbst bestätigende Männerwirtschaft knacken…

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13 Kommentare

  1. Da muss man hoffen, dass die SPD oder die Grünen wählbare Kanzlerkandidatinnen aufbieten (bei der SPD eher unwahrscheinlich) oder warten, ob Ursula von der Leyen für die CDU antritt. Das würde die Chancen vielleicht erhöhen.

    Kommentar by Matthias Ohler — 19. Oktober, 2011 @ 09:04 Uhr

  2. @1
    Oops,und was – meinen Sie – hat Frau Merkel für ein Geschlecht?

    Immerhin hält man sie andernorts für die mächtigste Frau der Welt.

    Ein paar mehr solche Frauen in Chefetagen – was würde das mit der Männerwelt machen?

    (bin keine CDU-Wählerin)

    Kommentar by Far — 19. Oktober, 2011 @ 09:51 Uhr

  3. Wobei ich mich immer Frage, wie die berechnen, wie hoch die Quote sein sollte: 40%? oder 50/50? oder berechnet am prozentualen Anteil in der Bevölkerung?

    Im Grunde genommen ist es doch traurig, dass man überhaupt über eine Frauenquote nachdenken muss. Wie wäre es stattdessen mit einer fachlich fundierten Kompetenzquote? Oder wären die Vorstände dann leer?

    Kommentar by ich — 19. Oktober, 2011 @ 10:57 Uhr

  4. Für mich hat dieses Thema 2 Seiten. Meine Erfahrung: Männer geben Ihre Positionen und die damit verbundene Macht nicht einfach auf, bzw. ab. Da bedarf es Weichenstellungen. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass Frauen auch oft lieber noch ein Seminar belegen oder ein Fachbuch lesen, bevor sie sagen: das kann ich und sich dann auf den Weg machen…Ich finde, beide Seiten (Männer wie Frauen) müssen sich da noch weiterentwickeln. Auch wenn’s vielleicht schwerfällt – es macht auch Spaß:-)

    Kommentar by Petra Backes — 19. Oktober, 2011 @ 18:42 Uhr

  5. Zugegeben: Vermutlich hat die schlichte Prägung auf ein als dominant erscheinendes, gegengeschlechtliches Leittier mehr an Emanzipation ermöglicht als sich irgendwann irgendjemand irgendwie vorgenommen bzw. auf die Fahnen geschrieben hat.

    Unter ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet, find ich es mit Blick auf das Merkel(-phänomen) ein wenig tragisch, wie sich das Frauenbild doch mit der Zeit ändert.

    Eine Nutte der Hochfinanz, die Krethi und Plethi in dem Maße als mächtig erscheint, als sie unterläßt bzw. verkündigt, was hinter der Bühne längst in Sack und Tüten an Surrogat abgefüllt. Mancher mag es halt so unverbindlich. Ein bißchen Mehr Rasse und Romantik, find ich persönlich, könnte der Politik dieser unfruchtbaren Gesellschaft schon gut tun.

    Einen, m.E. erheblich reizvolleren Ausblick, scheinen mir die – Carl Auer zugeschriebenen – Worte anzudeuten: “Eine Frau, die Gleichberechtigung fordert, hat meist auch nichts besseres verdient.”

    Kommentar by Max Liebscht — 20. Oktober, 2011 @ 00:00 Uhr

  6. @1 Was für ein Vergleich der Frauen untereinander? Wieso nicht mit HO Henkel vergleichen? Dann wird man frauenmutiger, oder?
    @3 Also Männer: mehr lesen, und langsamer als die Frauen? Ich kann – natürlich – an Lesen nichts Hinderliches finden. Nur: Was Gescheites halt.

    Kommentar by Matthias Ohler — 20. Oktober, 2011 @ 06:48 Uhr

  7. @5 es geht nicht ums lesen – es geht ums tun. Und da sind die Männer einfach mutiger. Das ist Fakt. Und als Frau kann ich nur sagen: Frauen, tut einfach, man kann auch mittendrin noch ein Seminar besuchen und Bücher lesen.

    Kommentar by Petra Backes — 20. Oktober, 2011 @ 06:57 Uhr

  8. MO, #5: “[...] Vergleich der Frauen untereinander? Wieso nicht mit HO Henkel vergleichen? [...]“

    HO? Handelsorganisation?
    Oder, was Gabriele Henkel mit der Hand kann.

    http://www.amazon.de/Gabriele-Henkel-alles-Hand-macht/dp/B0020HPAIS

    Ob solche Frauen nicht mit an der Misere der Frauen mitgestrickt haben?

    Kommentar by duscholux — 20. Oktober, 2011 @ 07:58 Uhr

  9. Es braucht manchmal lange Zeit, bis wir erkennen, dass unsere unbefriedigende Suche nach Lösungen mit der Art unserer Problembeschreibung zusammenhängt.

    Kommentar by es — 20. Oktober, 2011 @ 09:17 Uhr

  10. schau mal in das x-mess Organisationsteam …………

    Kommentar by o.werner — 20. Oktober, 2011 @ 16:39 Uhr

  11. Postherorische Führung – wie soll das gehen – Hauptsache Quote und Beeren sammeln – oder was ? – ein Zitat:

    “Der Held – ein Nachruf”

    von Michael Klonovsky
    Mann, Du hast es nicht leicht. Von Natur aus Jäger, Sammler und Verführer bist Du seit 68ff., Feminismus und Patchmurks völlig ortlos. Du bevölkerst Spielplätze, liest Ratgeber und gehst in Elternzeit. Soziologen bezeichnen Dein Befinden als “postheroisch”. Anders gesagt: Du bist ein Weichei, ein Selbsterfahrungskrüppel. Was ist aus dem guten, alten Helden geworden? Dem Vater Courage, der nicht zuallererst an sich und sein Wohlbefinden denkt? Rückgrat, Mut, Leidenschaft – Werte wie diese sind zäher als vermutet. Und sogar wieder en vogue. Darf/soll Mann also wieder männlich sein?
    Diederichs-Verlag, Juli 2011

    Kommentar by A. Woltering — 25. Oktober, 2011 @ 22:19 Uhr

  12. Ja das mit dem postheroisch dürfte von den einschlägigen Möchtegernheroes in der Tat etwas voreilig postuliert worden sein.
    Immerhin paßt Verweiblichung zu einer Kulturgemeinschaft welche erfolgreich darin war Risiken zu externalisieren, sprich andere für sich arbeiten und kämpfen zu lassen. Wozu braucht Frau heutzutage diese Art komisches Säugetier eigentlich noch? Angesichts der archaischen Programme macht der ferngesteuerte Haushaltroboter, mit den Kindern irgendwas-Macher bzw. Gelegenheitsbeglücker die Damen nicht so recht froh. Vielleicht weil sich abzeichnet, dass unsere Zeiten wieder abenteuerlicher werden.

    Kommentar by Max Liebscht — 26. Oktober, 2011 @ 16:48 Uhr

  13. Erstaunlich, es gibt immer noch Kommentare….der 19. Oktober ist lange vorbei und das Thema scheint weiter zum Denken einzuladen.
    Mit den Jungs mitspielen zu dürfen fand ich nie schwierig – auch nicht im richtigen Leben.
    Nur ab und an haben Mädchen andere Interessen und die Zeit fehlt dann echt für das was die Jungs da gerade machen.
    Es kann auch ein Spiel zwischen den Welten werden, mit den Jungs kannst du, und die Mädchen wollen Dich nicht mehr.
    Verbringst du Zeit mit den Mädchen ( und langweilst dich) bist du einfach nicht fit genug für die tollen Themen der Jungs………
    Und die Kinder werden von den Jungs gehütet (die machen das gern) während du dich fit machst für die echten Aufgaben…

    Kommentar by o.werner — 27. Oktober, 2011 @ 09:02 Uhr

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