Simons Systemische Kehrwoche

Rettet den Wulff (auch wenn er im Schafspelz steckt)

Fritz B. Simon

Nein, ich mag solche Leute wie Herrn Wulff wirklich nicht: Sie sind bigott, tragen ihr Christentum vor sich her, reden viel über Werte usw., lassen sich aber in ihrem Tun nicht von ihren eigenen Worten beeindrucken. Außerdem scheinen sie nicht wirklich sehr helle, selbst wenn sie diverse Titel tragen sollten. Status und Moral stehen in keiner festen Korrelation.

Eigentlich sollte es mich ja freuen, wenn solch einer wieder mal öffentlich vorgeführt wird – wenn ihm, wie wir, die wir nicht zur Dramatisierung neigen, zu sagen pflegen, die Maske vom Gesicht gerissen wird.

Trotzdem fange ich langsam an, auf die Seite von Herrn Wulff zu gehen. Nicht nur, weil ich es blöd fände, alle paar Monate den Präsidenten zu wechseln. Und nicht nur, weil ich denke, dass Christian Wulff in seiner Scheinheiligkeit ja wirklich ein guter Repräsentant für die Verlogenheit bei uns, vor allem unter unseren vermeintlichen “Eliten” ist.

Nein, ich bin jetzt für ihn, weil ich nicht denke, dass man die Bild-Zeitung entscheiden lassen sollte, wer bei uns Präsident ist. Ich bin da ganz der Meinung von Frau Lötsch (Oberfrau der Linken), die darauf hinweist, dass der Präsident bei uns immer noch von der Bundesversammlung gewählt wird und nicht von Kai oder Mathias oder Friede ausgesucht werden sollte.

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16 Kommentare

  1. Der systemtheoretischen Definition nach ist Intelligenz bekanntlich die Fähigkeit Fehler zu machen. Aber wo hätte dieser Mensch denn schon großartig Fehler gemacht? Von daher, also ich weiß nicht, aber ich vermute, Sie haben Recht.

    Ansonsten jagt ein Dejavu das andere. Dass von den Arschkrampen auf den Tribünen nichts zu erwarten war – klar. Dennoch, irgendwann ging die Überlegung doch dahin, wer denn nun wohl weniger sc…… sein könnte, auf welchen der Genossen man im Sinne eines kleineren Übels wenigstens ein klitzekleines bißchen hätte hoffen können. Allmählich wird es wohl nun auch hier langsam knapp mit den Vorzeigeheiligen. Da dieser Johannes; http://www.youtube.com/watch?v=vMuz44h-J6o&feature=related
    der das Elend mit den Pharisäern in seiner Weisheit alles schon vorhergesagt hat, leider nicht mehr antreten kann, hier mein nächster Besetzungsvorschlag: http://www.youtube.com/watch?v=c5SxcTasmFU&feature=related
    Wie wär´s?

    Kommentar by Max Liebscht — 7. Januar, 2012 @ 23:52 Uhr

  2. Danke für diesen Kommentar.

    Kommentar by Petra Backes — 8. Januar, 2012 @ 06:50 Uhr

  3. Es wäre, zumindest Wulff betreffend, nur konsequent, wenn die ihn wieder abservierten, die ihn servierten bzw. seine Servierung bedienten und von denen er sie gern bedienen ließ. Anschließend: Das Spiel ist aus. Von daher verstehe ich die Bewegung schon. Sie reagiert halt auch auf BILD, aber da die eh (noch) mitspielen, ist es sicher die souveränere Position als die derer, die sich im gleichen Polittheater die Rollen zuweisen lassen. Neues Spiel erfinden! Das alte war schon mit Wulffs Wahl als absurdes Theater entlarvt.

    Kommentar by Matthias Ohler — 8. Januar, 2012 @ 11:10 Uhr

  4. @2 wieso rutscht mein Kommentar von 1. auf 2. obwohl ich heute morgen die Erste war? Mein Beitrag bezieht sich auf Ihren Kommentar, Herr Simon und nicht auf @1

    Kommentar by Petra Backes — 8. Januar, 2012 @ 11:49 Uhr

  5. Ja, unbedingt! Er muss seine Rolle behalten. Er hat den Islam integriert, die Katholiken in ihre Schranken gewiesen und sich zur Finanzkrise geäußert.
    Was er braucht ist einfach ein richtiges Budget. Silvio Berlusconi hätte die Bild einfach gekauft und Diekmann entlassen. Wulff wüsste nicht mal, von wem er sich so viel Geld leihen sollte. Unser Präsident muss sich ja schon sein Eigenheim vom Mund absparen.

    Schuhe nützen da nicht, nur Bares ist Wahres. Spenden für den Präsidenten.

    Kommentar by es — 8. Januar, 2012 @ 12:07 Uhr

  6. Aber nur weil ich gegen den einen bin, muss ich doch nicht für den anderen sein! Außerdem brauche ich da oben keinen Repräsentant der Verlogenheit, der einen täglich an unser aller Unzulänglichkeiten erinnert. Der Papst darf das auch nicht.

    Kommentar by D. Waver — 8. Januar, 2012 @ 12:21 Uhr

  7. Ich finde Wulff doof, das war nicht mein Kandidat, aber zu dieser Kampagne aus Spott und Häme gegen den Bundespräsidenten (mitsamt parteipolitischen Anwürfen) hätte es nie kommen dürfen. Diese deutsche Kultur des Rücktritts, der rückgratbrechenden Entschuldigung, der Anwürfe, davor war der Bundespräsident doch immer verschont, abgesehen von der komischen Presse, die Klartext schreiben durfte.

    Ich würde mir einen Bundespräsidenten wünschen, der sagt, ich habe dem Drecksblatt meine Meinung gegeigt, weil ich ausser mir war. Solche Sachen gehen einfach nicht! Pressefreiheit und -verantwortung greifen Hand in Hand. Statt dessen erwartet die Öffentlichkeit von Wulff das Würstchen zu spielen.

    Vor 20 Jahren hätte nur die besagte “komische” Presse über einen Bundespräsidenten so geschrieben. Alle anderen hätten die Würde des Amtes gewahrt oder diese “Affäre” ganz unter den Tisch fallen lassen.

    Die gleichen Journalisten und Politiker, die in der Affäre Guttenberg sich scheinheilig zurückhielten, obwohl nach dem ersten FAZ Artikel über den Fall alles klar stand, blasen nun zum Angriff auf Wulffs Amt. Es werden sogar von der Presse Gerüchte kolportiert, nach der Bettina Wulff als Prostituierte gearbeitet habe. Irgendwo fehlt es doch da!

    Kommentar by Eiben — 8. Januar, 2012 @ 13:07 Uhr

  8. Also wirklich, Du glaubst es nicht!
    Irgendwie hab ich sie gar nicht so richtig erkannt.

    Kommentar by Max Liebscht — 8. Januar, 2012 @ 18:15 Uhr

  9. Ist Christian Wulff denn wirklich so fehl am Platz als Repräsentant unseres Volkes? Vielleicht spiegelt er ja mit allen seinen Werten, Haltungen und Handlungen nur allzu gut das Gros unserer Bevölkerung wider! Und dann wäre er ja wieder genau der Richtige.

    Kommentar by arnold — 8. Januar, 2012 @ 21:20 Uhr

  10. @4: Herr Liebscht drängt sich immer vor. Keiner weiss, wie er das technisch hinbekommt…

    Kommentar by Fritz B. Simon — 8. Januar, 2012 @ 21:50 Uhr

  11. @9: Aber jeder merkt mittlerweile, warum er´s versucht, es ist genau so langweilig wie die Bildzeitung. Vielleicht lässt er´s ja jetzt endlich, wo er ertappt ist, als wär er Bundespräsident oder Minister.

    Kommentar by Matthias Ohler — 8. Januar, 2012 @ 23:20 Uhr

  12. @8: Wer hier entsprechende Fantasien entwickelt, wird auch selbständig im Netz fündig.

    Kommentar by Administrator — 9. Januar, 2012 @ 09:30 Uhr

  13. Ist ja heute was los hier. Mir gingen Fantasien beim Lesen der posts durch den Kopf, wie z.B.: Man sollte Günter Jauch vorschlagen, dass er demnächst bei ähnlichen Vor-Fällen Herrn Simon und Herrn Schmidt einlädt, um ein Zikuläres Interview mit dem “Sünder” zu machen.
    oder so etwas:
    “Mal angenommen es wäre ein kleines Körnchen Wahrheit dran, dass Herr Wulff eben wirklich nur Charakterzüge vieler Deutscher repräsentiert und wir es eben nicht gerne haben, wenn uns jemand an die erlogenheit unserer eigenen Welt erinnert – was sollten Frau Dr. Merkel und Herr Seehofer tun?”
    oder
    “Kreti und Pleti?”

    PS:Comments von Herrn Liebscht mit seiner powervollen Website nach vorne bringen. Beschäftigen Sie sich mit Internetmarketing und warum gibt es eigentlich Foren?

    Kommentar by Christoph Simon — 9. Januar, 2012 @ 10:13 Uhr

  14. @8
    Stattgegeben Eurer Ehren!

    Die Diskussion um diese Affäire hat sich halt schon derart ins Bizarre hinein entwickelt, dass selbst mir kaum eine Überspitzung einfällt, welche derlei Realitätskonstruktionen noch toppen könnte. Oft hilft es ja, Gleiches mit Gleichen zu behandeln.
    Im Grunde zeigt sich, dass wir wenig Grund haben auf die Römer mit ihrem Berlusconi zu lästern, wir sind selber so weit.

    Kommentar by Max Liebscht — 9. Januar, 2012 @ 12:50 Uhr

  15. (Abgesehen davon, dass es wohl nicht öderes gibt als einen Blog in dem nichts los ist, gilt mein Dank Simon & Simon; Kollege Liebscht als technisch versierter Experte für Internetmarketing ist ein Gedanke, der mich irgendwie zuversichtlich stimmt. Den muss ich weiter erzählen!)

    Reisen bildet, besonders mit der Ostdeutschen Eisenbahn, wo die bereit gestellten Gazetten mich über diverse Weltwirklichkeiten aufklären. Onkel Köhler solidarisiert sich und die Wulff-Geschichte soll nun auch verfilmt werden mit – wem sonst – Moritz Bleibtreu (ernst gemeintes Wortspiel auf “Besser die Wahrheit” oder weil er ihm so ähnlich sieht?) und Frau Furtwängler. Mein aktueller Lieblingskandidat ist jetzt doch nicht Herr Hirte. Wir brauchen jemanden mit mehr Erfahrung im intrigenreichen Show Biz damit nicht dauernd gewechselt werden muss; http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=8usPye1FfUc&feature=endscreen
    Der Euro ist auf Tiefststand. Dem Getöse nach, das um Mauscheleien gemacht wird, wie sie in diesen Kreisen gang und gäbe sind, scheint eine Währungshysterie aktuell eher ungelegen zu kommen. Leute haltet die Schlüpfer fest.

    Kommentar by Max Liebscht — 9. Januar, 2012 @ 18:06 Uhr

  16. Merkt denn niemand, was da wirklich dahinter steckt ?
    Wulff etabliert BILD als Verteidigerin der Pressefreiheit! Die nutzt ihr Ansehen, um aus Deutschland ein Nord-Berlusconien zu
    machen. Nachdem Christian seinen Pensionsanspruch als Bundespräsident gesichert hat, wird er mit Zapfenstreich verabschiedet und von Kai mit einem gut dotierten Beratervertrag
    entlohnt.

    Kommentar by Klaus Bernd — 16. Januar, 2012 @ 22:59 Uhr

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