Schlecker-Frauen
Fritz B. Simon
Endlich mal eine gute Idee: Die jetzt arbeitslosen Mitarbeiterinnen von Schlecker sollen den deutschen Erzieherinnen-Notstand lindern.
Wenn sie in Zukunft für die Erziehung unserer lieben Kleinen zuständig sein werden, hat das viele Vorteile:
Das Wichtigste, was Kinder lernen müssen, ist Ordnung. Das ist ja wie im Drogeriemarkt. Die kleinen Flaschen in dieses Regal, die großen in jenes! Und Kaufentscheidungen zu treffen, ist die Domäne, wo man auch als Erwachsener ständig gefordert ist. Hier hilft üben unter fachkundiger Anleitung. Last not least: dass am Schluß immer abgerechnet wird, kann man auch nicht früh genug lernen.
Die Schlecker-Frauen in KiTas zu deponieren, hat auch noch den Vorteil, dass dies relativ kostengünstig ist. Auch Erzieherinnen werden lausig bezahlt.
Aber, wahrscheinlich dient der Vorschlag, die Schlecker-Frauen zu Erzieherinnen zu machen, ja nur der Durchsetzung der Herdprämie. Wer gibt schon gern sein Kind im Drogeriemarkt ab und wer würde um einen KiTa-Platz im Shampoo-Regal klagen…
7 Kommentare
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.
Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.












Ach?! Ich dachte bis vor kurzem immer, Hartz IV sei die Herdprämie für alleinerziehende Mütter…? Deshalb sollen Hartz-IV-Mütter ja auch keine Herdprämie bekommen. Ganz schön verwirrend. Aber damit jetzt noch sichergestellt wird, daß die ‘Prämienmütter’ (warum nennen wir diese Prämie nicht der Einfachheit halber ‘Hartz V’?)ihren Kleinkindern auch brav das Lesen beibringen – denn das lernt heute kaum noch ein Kind in der Schule (zumindest nicht in Berlin!)-, statt sie den ganzen Tag vorm Fernseher zu parken, könnten die Schleckerfrauen (gegen ein möglichst geringes Entgelt, versteht sich)doch ab und zu mal kontrollieren gehen? Und ein bißchen mithelfen: “A wie Abflußreiniger, B wie Bürste, C wie Chlorbleiche, D wie Drogerie” usw.
Comment by sist — 13. Juni, 2012 @ 10:57 Uhr
Und was passiert, wenn all die guten Geister und Betreuerinnen von KiTA bis zur 24/7 Altenpflege, im Minderlohn beschäftigt, ehrenamtlich oder privat nach und nach die Brocken hinschmeißen?
“Räumt Euren Scheiß doch alleine auf, macht den Abwasch selber, putzt Euer Klo alleine, kümmert Euch selbst um Eure Blagen und um die Alten”. Wäre das nicht mal eine adäquate Reaktion auf Minderbezahlung, fortgesetzte Mißachtung und Unterbewertung personenbezogener sozialer Dienstleistungen? Und wenn nur dabei herumkäme, erfahrbar zu machen, welche Dienstleistungszweige hohes Einsparpotential bieten bzw. in einem Solidarsystem auch als völlig überflüssig abgebaut werden könnten? Vermutlich müßte unsere Arbeitsministerin erst einmal vor der eigenen Tür kehren.
Comment by deaXmac — 13. Juni, 2012 @ 12:59 Uhr
http://www.carl-auer-akademie.de/cms/thema_geld.html
Comment by Matthias Ohler — 13. Juni, 2012 @ 15:41 Uhr
Also ich mein’, ich komm ja nur vom Land … aber muss diese Info nicht in den Foren gepostet werden, da es richtig um Geld und bspw. dessen Einsatz als Waffe geht? Zumal beim Thema Schleckertussis zwischen Hartz IV und Zeitarbeit in Kitas. Wenn ich auf meiner Website ein Seminar von Max Liebscht bewerbe, kann ich mir natürlich am sichersten sein, dass ich auch hingehe – vorausgesetzt es kommt zustande, weil es außer mir noch andere Investoren gibt.
Herzlos ist möglicherweise der Hinweis, dass es in Form öffentlichkeitswirksamer Auftritte in claimmäßig aufzuteilenden Fußgängerpassagen Alternativen zur Heimatfront gibt; http://www.youtube.com/watch?v=WuYex4GnpC4&feature=relmfu
Für philosophischere Temperamente ein hübsches Schnippsel;
http://www.dctp.tv/filme/parsonserfolgsmedienherzlosigkeit-des-tauschs/
Comment by Max Liebscht — 14. Juni, 2012 @ 00:46 Uhr
Unterm Strich muss man jemanden haben, der ein sog. System optimiert und pflegt; http://tinyurl.com/cmbokxl
Comment by Max Liebscht — 14. Juni, 2012 @ 00:49 Uhr
Ich hatte bei dem Vorschlag Hartz IV-Empfänger zu Erzieherinnen auszubilden an Frau von der Leyen geschrieben, dass sie doch die Schleckerfrauen zu Politikerinnen ausbilden könnte, da es doch so wenig gute Frauen in der Politik gibt. Sie (bzw. ihr Schreibbüro) hat mir nicht geantwortet, sondern stattdessen die Schleckerfrauen zu Erzieherinnen vorgeschlagen. Ich hege den Verdacht, sie hat mich falsch verstanden…
Comment by Petra Backes — 14. Juni, 2012 @ 21:19 Uhr
Man könnte Politikerinnen zu Schleckerfrauen ausbilden und dann als HiWis in die Kindergärten schicken.
Comment by duscholux — 15. Juni, 2012 @ 05:35 Uhr