Schlecker
Fritz B. Simon
Man muss es ja nicht prinzipiell schlimm finden, wenn ein Unternehmen pleite geht. Sicher: die Arbeitsplätze… Auf der anderen Seite: Wieviele Drogerieketten verträgt ein Land, Europa, die Welt?
Wenn eine Firma in Konkurs geht, so kann das auch im Rahmen des ökonomischen Überlebenskampfes (Wettbewerb) erklärt werden. Wer nicht überlebt, ist/war nicht fit genug.
Und wenn man es so sieht, dann ist die Pleite von Schlecker vielleicht ja ein ganz gutes Zeichen. Denn, dass kaum mehr Kunden dort ihre Drogen gekauft haben, liegt ja wahrscheinlich auch daran, dass das Image der Firma schlecht war. Und es war schlecht, weil das Personal nach allem, was man so hörte, schlecht behandelt wurde.
Käuferstreik als Demonstration der Solidarität.
Aus meiner Sicht gibt es noch ein weiteres Selektionskriterium, das wichtig ist: Schlecker bzw. die Läden von Schlecker waren stets eine ästhetische Beleidigung. Das fing bei diesem schrecklichen blauen Firmenschild an, und in den Läden war es nicht viel besser.
Ich muss gestehen, dass ich selten Preise vergleiche, wenn ich Klopapier, Tempotaschentücher, Putzmittel etc. kaufe. Aber ich gehe nur mit großem Widerwillen in häßliche Läden. Offenbar geht es anderen Leuten ähnlich.
7 Kommentare »
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Snob!
Aber zugegeben: die Einkaufsromantik ist mit den letzten Jahren ein wenig auf der Strecke geblieben. http://www.youtube.com/watch?v=p35AY4JuO8E Die garstigen Werbefilme, die schon in großräumigen Baumärkten nerven, kurz vor der Kasse liebevoll dargeboten in diesen kleinen vollgeramschten Läden; als Spielform von White Trash immerhin unerreicht.
Kommentar by Max Liebscht — 24. Januar, 2012 @ 00:21 Uhr
Obwohl es ja bei Aldi und Lidl auch klappt. Aber da kauft man ja nicht (nur) sein Klopapier.
Während die Schlecker-Filialen wie stillgelegte, 60er-Jahre Schwimmbäder wirken, fühle ich mich bei Aldi wie in einer Vorstatt-Industrielagerhalle.
Aber auch McDonalds will ja weg vom Seifenblasen-Image und wird neuerdings Grün, wenigstens bei den Farben.
http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/neues-logo-mcdonalds-wird-gruen-1523753.html
Kommentar by Holger Huckfeldt — 24. Januar, 2012 @ 07:02 Uhr
Die mangelnde Ästhetik der Filialen wäre erträglich, wenn das Gesamtkonzept akzeptabel gewesen wäre. Aber vielleicht ist ja was dran Form Fellows F…..
Der Konkurs von Schleckre macht mir Mut. Er ist höchst erfreulich, besonders für die Mitarbeiter. Sollte dort, wo der Bedarf besteht DM die Filialen übernehmen, brechen für die Mitarbeiter paradiesische Zeiten an.
Seit Jahren wurden Schlecker und DM als Vertreter sehr unterschiedlicher Unternehmenskonzepte beobachtet. Ich gehöre zu jenen, die oft weitere Umwege zu Waschmittel oder Katzenfutter auf sich nahmen, um das Konzept von Götz Werner, das mit Respekt und Verständnis in “Dialogischer Führung” das Unternehmen zu einer Lernenden Organisation wandelte, zu unterstützen.
Wir können nur hoffen, dass es mehr solcher Konkurse und mit ihnen vielleicht eine breitere Form der Wahrnehmung für einen Wandel zu Kooperation als wirtschaftlichem Überlebensprinzip gibt.
Kommentar by Silke Seemann — 24. Januar, 2012 @ 09:14 Uhr
Wenn schon Bestattung auf Raten dann biobio!
Kommentar by Max Liebscht — 24. Januar, 2012 @ 13:59 Uhr
Wenige Tage nach der Muttergesellschaft Schlecker wird auch die Tochter zum Insolvenzfall. Viele Mitarbeiter haben das Drama schon einmal erlebt. Schon komisch, wenn eine Bank den Bach runtergeht, dann wird auf einmal mit Steuergeld ohne Ende gerettet. Wenn es allerdings normale Arbeitnehmer betrifft, dann kann man diese ruhig in die Altersarmut schicken. Ist das das Land in welchem wir leben wollen?
Kommentar by Harald — 26. Januar, 2012 @ 19:22 Uhr
Nö.
Aber wem es nicht paßt, der kann ja gehen.
Wär so eine klassische Argumentationslinie.
Kommentar by Max Liebscht — 28. Januar, 2012 @ 02:33 Uhr
“Aber wem es nicht paßt, der kann ja gehen.”
Wo ist denn Drüben heute?
Meike Schlecker: “Es ist nichts mehr da.”
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/arme-ex-superreiche-was-schlecker-und-schickedanz-gemeinsam-haben/6131416.html
Kommentar by duscholux — 2. Februar, 2012 @ 11:37 Uhr