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	<title>Kommentare zu: Schule</title>
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		<title>Von: Sebastian</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-20591</link>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 19:40:57 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Lieber Herr Simon, liebe KommentatorInnen,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;leider bin ich erst heute dazu gekommen, die Lektüre meiner RSS-Abos gebührend nachzuholen und habe aus diesem Grunde die enorm spannende Diskussion hier verpasst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Daher in Kürze: Sie scheint mir &lt;em&gt;einerseits&lt;/em&gt; ein weiterer Beweis für die fehlende Limitionalität des Erziehungssystems zu sein, das bekanntlich zwischen Inflation und Deflation oszilliert (es würde sicherlich den Rahmen und die Nerven potentieller LeserInnen überstrapazieren, diesen Punkt hier weiter auszuführen; meine letzten 50 eigenen Blogartikel behandeln mehr oder minder dieses Problem, das aus dem fehlenden symbolisch generalisierten Kommunikationsmedium des Systems resultiert... umso wichtiger m.E. übrigens die Einsicht, die operationalisierten Programme des Systems mehr in den Blick zu nehmen: Also Klassen, Prüfungen, Lehr(ver)ordnungen, Reflexionsangebote, Lernumgebungen etc. - denn diese stehen im Gegensatz zum Code prinzipiell zur Disposition).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andererseits ist die Diskussion ein weiterer Beleg für das alte Foerster&#039;sche Postulat vom Empfänger, der den Sinn einer Nachricht bestimmt; auch und gerade bei hochemotionalisierten Themen wie &quot;Schule&quot; oder &quot;Lehrer&quot;. Ich kann das im Übrigen nachvollziehen: Einerseits wird (in der Öffentlichkeit) von Lehrern eine prinzipielle Zuständigkeit für die Gesamtgesellschaft eingefordert (Systemwucherungen, die ein System nicht mitmachen kann), nicht erst seit Schlagworte wie &quot;lifelong learning&quot; die Runde machen; andererseits wird ihre Arbeit und die Institution Schule als solche laufend delegitimiert, von anderen Funktionssystemen &quot;bedroht&quot; (Autonomieverlust), in den Massenmedien und der öffentlichen Meinung angegriffen... da wundert es kaum, dass Äußerungen (die ich beispielsweise nicht als Kritik, sondern als sehr feinsinnige Beobachtung wahrgenommen habe) eine solche Diskussion auslösen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wobei das ja grundsätzlich nichts Schlechtes ist.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Simon, liebe KommentatorInnen,</p>
<p>leider bin ich erst heute dazu gekommen, die Lektüre meiner RSS-Abos gebührend nachzuholen und habe aus diesem Grunde die enorm spannende Diskussion hier verpasst.</p>
<p>Daher in Kürze: Sie scheint mir <em>einerseits</em> ein weiterer Beweis für die fehlende Limitionalität des Erziehungssystems zu sein, das bekanntlich zwischen Inflation und Deflation oszilliert (es würde sicherlich den Rahmen und die Nerven potentieller LeserInnen überstrapazieren, diesen Punkt hier weiter auszuführen; meine letzten 50 eigenen Blogartikel behandeln mehr oder minder dieses Problem, das aus dem fehlenden symbolisch generalisierten Kommunikationsmedium des Systems resultiert&#8230; umso wichtiger m.E. übrigens die Einsicht, die operationalisierten Programme des Systems mehr in den Blick zu nehmen: Also Klassen, Prüfungen, Lehr(ver)ordnungen, Reflexionsangebote, Lernumgebungen etc. &#8211; denn diese stehen im Gegensatz zum Code prinzipiell zur Disposition).</p>
<p>Andererseits ist die Diskussion ein weiterer Beleg für das alte Foerster&#8217;sche Postulat vom Empfänger, der den Sinn einer Nachricht bestimmt; auch und gerade bei hochemotionalisierten Themen wie &#8220;Schule&#8221; oder &#8220;Lehrer&#8221;. Ich kann das im Übrigen nachvollziehen: Einerseits wird (in der Öffentlichkeit) von Lehrern eine prinzipielle Zuständigkeit für die Gesamtgesellschaft eingefordert (Systemwucherungen, die ein System nicht mitmachen kann), nicht erst seit Schlagworte wie &#8220;lifelong learning&#8221; die Runde machen; andererseits wird ihre Arbeit und die Institution Schule als solche laufend delegitimiert, von anderen Funktionssystemen &#8220;bedroht&#8221; (Autonomieverlust), in den Massenmedien und der öffentlichen Meinung angegriffen&#8230; da wundert es kaum, dass Äußerungen (die ich beispielsweise nicht als Kritik, sondern als sehr feinsinnige Beobachtung wahrgenommen habe) eine solche Diskussion auslösen. </p>
<p>Wobei das ja grundsätzlich nichts Schlechtes ist.</p>
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	<item>
		<title>Von: Sylvia Taraba</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19892</link>
		<dc:creator>Sylvia Taraba</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 09:35:37 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Ja, da stimme ich Ihnen in allen Punkten wirklich zu. Und es ist  von wirklich allen Beteiligten eine ehrliche Beobachtung verlangt, die aufdeckt, was hier tqtsächlich der Fall ist. Die Beobachtung zweiter Ordnung ist auch schon Schülern (auch bezüglich ihrer Haltung), aber erst recht den Eltern, den Lehrern und den Politikern zumutbar.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, da stimme ich Ihnen in allen Punkten wirklich zu. Und es ist  von wirklich allen Beteiligten eine ehrliche Beobachtung verlangt, die aufdeckt, was hier tqtsächlich der Fall ist. Die Beobachtung zweiter Ordnung ist auch schon Schülern (auch bezüglich ihrer Haltung), aber erst recht den Eltern, den Lehrern und den Politikern zumutbar.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Röttsches</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19891</link>
		<dc:creator>Wolfgang Röttsches</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 08:58:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/#comment-19891</guid>
		<description>&lt;p&gt;Das Thema Schule findet in der Öffentlichkeit von jeher immer große Aufmerksamkeit - Leserbriefe und Kommentare kommen auch hier zahlreich. Es gibt kaum eine Institution über die wir nicht alle meinen mitreden zu können. Schließlich waren wir alle einmal in der Schule und kennen den &quot;Laden&quot; von innen und außen. Also munter drauflos diskutiert. Ob jedoch unsere Ideen etwas mit dem zu tun haben, wie Pädagogen heute versuchen ihren Job zu machen sei mal dahingestellt. Als systemischer Berater ist es für mich wenig hilfreich der Schule und den Personen die sie vertreten ihre Defizite und Mängel um die Ohren zu hauen. Ok es gibt viel zu tun und es gibt viele Menschen in diesem System, die auch mit Hilfe der klugen externen Experten versuchen gute Lösungen zu finden.
Schule kann jedoch niemals Ersatz für Familie sein und das auffangen, was dort zu lernen und zu leisten ist.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema Schule findet in der Öffentlichkeit von jeher immer große Aufmerksamkeit &#8211; Leserbriefe und Kommentare kommen auch hier zahlreich. Es gibt kaum eine Institution über die wir nicht alle meinen mitreden zu können. Schließlich waren wir alle einmal in der Schule und kennen den &#8220;Laden&#8221; von innen und außen. Also munter drauflos diskutiert. Ob jedoch unsere Ideen etwas mit dem zu tun haben, wie Pädagogen heute versuchen ihren Job zu machen sei mal dahingestellt. Als systemischer Berater ist es für mich wenig hilfreich der Schule und den Personen die sie vertreten ihre Defizite und Mängel um die Ohren zu hauen. Ok es gibt viel zu tun und es gibt viele Menschen in diesem System, die auch mit Hilfe der klugen externen Experten versuchen gute Lösungen zu finden.<br />
Schule kann jedoch niemals Ersatz für Familie sein und das auffangen, was dort zu lernen und zu leisten ist.</p>
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	<item>
		<title>Von: Sylvia Taraba</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19875</link>
		<dc:creator>Sylvia Taraba</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 09:18:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/#comment-19875</guid>
		<description>&lt;p&gt;LLieber Herr Simon, darin sind wir uns vollkommen einig, also erstens in Ihrer vorangegangnen Analyse, die kann ich vollkommen nachvollziehen und in Ihrer Kritik und Ihren Ideen, die meine eigene Lehrausübung, dank meines Faches, angeleitet haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Punkt fehlt mir - das Problem Eltern - gerade die wollen, leistungsorientiert, dass ihre Kinder das Datengehubere mit machen, wenn sie nicht schlicht froh sind, dass sie die Kinder abgeben können und möglichst erst abends zurückbekommen - was ja unter bestimmten Bedingungen durchaus verständlich ist, aber eigentlich gleichermaßen kritikwürdig ist. Teilnehmer des Schulsystems 1. Ordnung sind Schüler/Eltern/Lehrer/Adminstration und Staat.
2. Ordnung können nur ganz wenige analysieren, was da vor sich geht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch die Lehrerausbildung gaukelt den Lehrern vor, für was anderes bestellt zu sein, als sie dann an Ort und Stelle in der Praxis erfahren – wofür sie natürlich nicht besonders ausgebildet wurden. Die verspannteren unter ihnen tappen dann voll ins Messer:
Ihnen wird dann nachgesagt, dass sie unfähig, schlecht usw. sind, sie haben „Burnout“ (übrigens eine der Interessantesten Feststellungen von Ihnen, das Burnout Langeweile sei nd Ihre Begründung dazu (rebell-TV), Angst und machen sich so zu Opfern&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie soll dieser Widerspruch je gelöst werden?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mein Standpunkt: jeder ist nur selbst ist fähig und auch verantwortlich dafür, hier an seinem Platz das Entscheidende zu tun und zu bewirken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber die Verlogenheit dieser Diskussion (wie man sie jetzt wieder in Österreich beobachten kann), ein ganz schlimmer Doublebind, verhindert sogar, dass man über das Gleiche spricht, wenn man über das Gleiche spricht. Der Ansatz war ja auch hier schon zu spüren, jeden packt das Unbehagen bei einem anderen Schwerpunkt und schon gerät man in Konflikt, weil jeder einen andern Aspekt betont, der dem anderen scheinbar widerspricht oder nicht geläufig ist.....&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>LLieber Herr Simon, darin sind wir uns vollkommen einig, also erstens in Ihrer vorangegangnen Analyse, die kann ich vollkommen nachvollziehen und in Ihrer Kritik und Ihren Ideen, die meine eigene Lehrausübung, dank meines Faches, angeleitet haben.</p>
<p>Ein Punkt fehlt mir &#8211; das Problem Eltern &#8211; gerade die wollen, leistungsorientiert, dass ihre Kinder das Datengehubere mit machen, wenn sie nicht schlicht froh sind, dass sie die Kinder abgeben können und möglichst erst abends zurückbekommen &#8211; was ja unter bestimmten Bedingungen durchaus verständlich ist, aber eigentlich gleichermaßen kritikwürdig ist. Teilnehmer des Schulsystems 1. Ordnung sind Schüler/Eltern/Lehrer/Adminstration und Staat.<br />
2. Ordnung können nur ganz wenige analysieren, was da vor sich geht.</p>
<p>Auch die Lehrerausbildung gaukelt den Lehrern vor, für was anderes bestellt zu sein, als sie dann an Ort und Stelle in der Praxis erfahren – wofür sie natürlich nicht besonders ausgebildet wurden. Die verspannteren unter ihnen tappen dann voll ins Messer:<br />
Ihnen wird dann nachgesagt, dass sie unfähig, schlecht usw. sind, sie haben „Burnout“ (übrigens eine der Interessantesten Feststellungen von Ihnen, das Burnout Langeweile sei nd Ihre Begründung dazu (rebell-TV), Angst und machen sich so zu Opfern</p>
<p>Wie soll dieser Widerspruch je gelöst werden?</p>
<p>Mein Standpunkt: jeder ist nur selbst ist fähig und auch verantwortlich dafür, hier an seinem Platz das Entscheidende zu tun und zu bewirken.</p>
<p>Aber die Verlogenheit dieser Diskussion (wie man sie jetzt wieder in Österreich beobachten kann), ein ganz schlimmer Doublebind, verhindert sogar, dass man über das Gleiche spricht, wenn man über das Gleiche spricht. Der Ansatz war ja auch hier schon zu spüren, jeden packt das Unbehagen bei einem anderen Schwerpunkt und schon gerät man in Konflikt, weil jeder einen andern Aspekt betont, der dem anderen scheinbar widerspricht oder nicht geläufig ist&#8230;..</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Max Woodtli</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19873</link>
		<dc:creator>Max Woodtli</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 08:54:16 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;&quot;Ich denke, Schule sollte sich auf Bildung im traditionellen Sinne (auch und gerade als Persönlichkeitsbildung) zentrieren und alle sachliche Zweckbezogenheit über Bord werfen. Kein Mensch weiss heute, welches Wissen unsere Kinder in der Zukunft baruchen.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Also: Mehr Kunsterziehung (nicht, um Sie jetzt glücklich zu machen), mehr Musik, Philosophie, Erkenntnistheorie etc. Und schmeißt das Datengehubere über Bord.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Absolut einverstanden! Und als Vertreter der Berufspädagogik könnte ich mir noch vorstellen, dass es durchaus Sinn macht zwischen der allgemeinbildenden Schule und der Berufsschule zu unterscheiden. Im Unterschied zur allgemeinbildenden Schule wird die Berufsschule und somit (mehr oder weniger) auch der Inhalt von den Lernenden bewusst gewählt. Somit kommt man wahrscheinlich nicht darum herum, hier auch berufsrelevante Fachinhalte zu schulen, obwohl auch hier die Halbwertszeit der Relevanz dieses Wissens drastisch abnimmt (natürlich nicht bei allen Fächern gleich drastisch, wie z.B. bei den Sprachen). Auch im Berufsbildungskontext wäre somit eine andere Art des Umgangs mit Wissen und Nicht-Wissen durchaus angebracht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ironie des Schicksals: Selber mache ich die Erfahrung, dass gerade BerufsschullehrerInnen noch am ehesten offen sind für neue Ansätze. Also dort wo die Relevanz von Fachwissen womöglich noch am ehesten gegeben ist, ist man am meisten offen für Musse, Reflexionsfähigkeit usw.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich denke, Schule sollte sich auf Bildung im traditionellen Sinne (auch und gerade als Persönlichkeitsbildung) zentrieren und alle sachliche Zweckbezogenheit über Bord werfen. Kein Mensch weiss heute, welches Wissen unsere Kinder in der Zukunft baruchen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Also: Mehr Kunsterziehung (nicht, um Sie jetzt glücklich zu machen), mehr Musik, Philosophie, Erkenntnistheorie etc. Und schmeißt das Datengehubere über Bord.&#8221;</p>
<p>Absolut einverstanden! Und als Vertreter der Berufspädagogik könnte ich mir noch vorstellen, dass es durchaus Sinn macht zwischen der allgemeinbildenden Schule und der Berufsschule zu unterscheiden. Im Unterschied zur allgemeinbildenden Schule wird die Berufsschule und somit (mehr oder weniger) auch der Inhalt von den Lernenden bewusst gewählt. Somit kommt man wahrscheinlich nicht darum herum, hier auch berufsrelevante Fachinhalte zu schulen, obwohl auch hier die Halbwertszeit der Relevanz dieses Wissens drastisch abnimmt (natürlich nicht bei allen Fächern gleich drastisch, wie z.B. bei den Sprachen). Auch im Berufsbildungskontext wäre somit eine andere Art des Umgangs mit Wissen und Nicht-Wissen durchaus angebracht.</p>
<p>Ironie des Schicksals: Selber mache ich die Erfahrung, dass gerade BerufsschullehrerInnen noch am ehesten offen sind für neue Ansätze. Also dort wo die Relevanz von Fachwissen womöglich noch am ehesten gegeben ist, ist man am meisten offen für Musse, Reflexionsfähigkeit usw.</p>
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	<item>
		<title>Von: Fritz B. Simon</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19871</link>
		<dc:creator>Fritz B. Simon</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 07:00:49 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Liebe Frau Taraba,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ihre Unterscheidung zwischen Beschreibungen 1. und 2. Ordnung scheinen mir durchaus nachvollziehbar und sinnvoll. Und auch die Zuordnung, die Sie vorgenommen haben. Mein Unwillen über die Schule gehört sicher zur 1. Ordnung, d.h. zu der des Teilnehmers am System (als Schüler oder Vater), d.h. des Erlebens aus der Innenperspektive. Und hier setzt auch der Unwillen an, den ich in der Regel durch meine Thesen bei Lehrern ernte. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meine Thesen erfolgen aus einer Aussenperspektive dazu. Und ich meine, dass der von mir genannte, heimliche Lehrstoff von Schule unvermeidlich ist, es sei denn man hat ein Modell von Hauslehrern - was ja in der weit verbreiteten, individualisierten &quot;Nachhilfe&quot; durchaus häufig praktiziert wird. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Warum ich diese organisationelle Wirkung so in den Vordergrund rücke, hat einen einfachen Grund: Ich denken, dass man sich nur im Bewusstsein dieser - unvermeidbaren, weil übergeordneten, gesellschaftlichen - Funktion von Schule Gedanken darüber machen kann, wie man diesen limitierten Freiraum nutzen will oder soll.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hier scheint mir sehr wohl Platz für ein Modell, in dem der einzelne, unverwechselbar Schüler mehr in den Mittelpunkt gerückt wird oder in dem Kooperation honoriert wird. Und das sieht man meiner Erfahrung nach an der Art, wie mit Inhalten umgegangen wird. Eine meiner Töchter ist eine Zeitlang in Kanada in eine Schule gegangen, da war das - nach dem, was sie mir erzählt hat - der Fall. Man hat Inhalte gemeinsam erarbeitet, Kooperation und Kreativität wurde positiv bewertet etc. Auf jeden Fall war der Kontrast zu unseren expliziten und impliziten Lernzielen riesig. Wo ich nur einen Kanon von Inhalten vermittle, da wird jede Abweichung zwangsläufig negativ bewertet und Hierarchie ist an die Beherrschung dieser Inhalte gekoppelt. (Das Mandarin-Prinzip.)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mein Eindruck ist, dass mit der Steigerung des Ausbildungsaspekts, d.h. der Schwerpunktsetzung auf Berufsvorbereitung, der Leistungssteigerung, der Fokussierung auf professionellen Verwendbarkeit dessen, was gelernt wird, der einzelne Schüler immer mehr aus dem Blickfeld gerät. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hier setzt meine Kritik an der Schule an. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich denke, Schule sollte sich auf Bildung im traditionellen Sinne (auch und gerade als Persönlichkeitsbildung) zentrieren und alle sachliche Zweckbezogenheit über Bord werfen. Kein Mensch weiss heute, welches Wissen unsere Kinder in der Zukunft baruchen. Also sollten wir sie in die Lage  versetzen, es dann zu generieren, wenn sie es brauchen, statt es jetzt zu &quot;speichern&quot;. Wir sollten Musse- und Reflexionsfähigkeit als Hauptfächer etablieren. Die Fähigkeiten, die man braucht, um sich kreativ sein eigenes Weltbild und seine eigene Welt zusammen zu bauen, müssten vermittelt werden...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Also: Mehr Kunsterziehung (nicht, um Sie jetzt glücklich zu machen), mehr Musik, Philosophie, Erkenntnistheorie etc. Und schmeißt das Datengehubere über Bord. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leider kenne ich noch genug Lehrer, die Bildung mit Datenwissen u.Ä. gleich setzen. Die halte ich für nur beschränkt tauglich, oder überhaupt für ziemlich beschränkt...&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Frau Taraba,</p>
<p>Ihre Unterscheidung zwischen Beschreibungen 1. und 2. Ordnung scheinen mir durchaus nachvollziehbar und sinnvoll. Und auch die Zuordnung, die Sie vorgenommen haben. Mein Unwillen über die Schule gehört sicher zur 1. Ordnung, d.h. zu der des Teilnehmers am System (als Schüler oder Vater), d.h. des Erlebens aus der Innenperspektive. Und hier setzt auch der Unwillen an, den ich in der Regel durch meine Thesen bei Lehrern ernte. </p>
<p>Meine Thesen erfolgen aus einer Aussenperspektive dazu. Und ich meine, dass der von mir genannte, heimliche Lehrstoff von Schule unvermeidlich ist, es sei denn man hat ein Modell von Hauslehrern &#8211; was ja in der weit verbreiteten, individualisierten &#8220;Nachhilfe&#8221; durchaus häufig praktiziert wird. </p>
<p>Warum ich diese organisationelle Wirkung so in den Vordergrund rücke, hat einen einfachen Grund: Ich denken, dass man sich nur im Bewusstsein dieser &#8211; unvermeidbaren, weil übergeordneten, gesellschaftlichen &#8211; Funktion von Schule Gedanken darüber machen kann, wie man diesen limitierten Freiraum nutzen will oder soll.</p>
<p>Hier scheint mir sehr wohl Platz für ein Modell, in dem der einzelne, unverwechselbar Schüler mehr in den Mittelpunkt gerückt wird oder in dem Kooperation honoriert wird. Und das sieht man meiner Erfahrung nach an der Art, wie mit Inhalten umgegangen wird. Eine meiner Töchter ist eine Zeitlang in Kanada in eine Schule gegangen, da war das &#8211; nach dem, was sie mir erzählt hat &#8211; der Fall. Man hat Inhalte gemeinsam erarbeitet, Kooperation und Kreativität wurde positiv bewertet etc. Auf jeden Fall war der Kontrast zu unseren expliziten und impliziten Lernzielen riesig. Wo ich nur einen Kanon von Inhalten vermittle, da wird jede Abweichung zwangsläufig negativ bewertet und Hierarchie ist an die Beherrschung dieser Inhalte gekoppelt. (Das Mandarin-Prinzip.)</p>
<p>Mein Eindruck ist, dass mit der Steigerung des Ausbildungsaspekts, d.h. der Schwerpunktsetzung auf Berufsvorbereitung, der Leistungssteigerung, der Fokussierung auf professionellen Verwendbarkeit dessen, was gelernt wird, der einzelne Schüler immer mehr aus dem Blickfeld gerät. </p>
<p>Hier setzt meine Kritik an der Schule an. </p>
<p>Ich denke, Schule sollte sich auf Bildung im traditionellen Sinne (auch und gerade als Persönlichkeitsbildung) zentrieren und alle sachliche Zweckbezogenheit über Bord werfen. Kein Mensch weiss heute, welches Wissen unsere Kinder in der Zukunft baruchen. Also sollten wir sie in die Lage  versetzen, es dann zu generieren, wenn sie es brauchen, statt es jetzt zu &#8220;speichern&#8221;. Wir sollten Musse- und Reflexionsfähigkeit als Hauptfächer etablieren. Die Fähigkeiten, die man braucht, um sich kreativ sein eigenes Weltbild und seine eigene Welt zusammen zu bauen, müssten vermittelt werden&#8230;</p>
<p>Also: Mehr Kunsterziehung (nicht, um Sie jetzt glücklich zu machen), mehr Musik, Philosophie, Erkenntnistheorie etc. Und schmeißt das Datengehubere über Bord. </p>
<p>Leider kenne ich noch genug Lehrer, die Bildung mit Datenwissen u.Ä. gleich setzen. Die halte ich für nur beschränkt tauglich, oder überhaupt für ziemlich beschränkt&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Sylvia Taraba</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19869</link>
		<dc:creator>Sylvia Taraba</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 03:05:19 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Lieber Herr Simon, ich hab den Laptop  auf die Reise mitgenommen und finde gerade Zeit ihn zu nutzen. Ob ich mich noch klar ausdrücken werden können, weiß ich nicht, aber ich habe ein Unbehagen, das ich gern los würde: Wurde hier nicht vergessen eine klaren Unterschied zu machen zwischen Beobachtung 1., 2., und Ja: 3. Ordnung??? &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meine &quot;Schilderungen&quot; der Praxis, wie ich sie als Kunsterzieherin (!) in der Schule kennen gelernt oder durch diverse Schilderungen anderer Lehrer erfahren habe,  sind 1. Ordnung. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ihre systemischen &quot;Thesen&quot; - also Ihre Beobachtung der Funktion von Schule ist eine Beobachtung 2. Ordnung; &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;letztere als bewusste und notwendige gesellschaftliche Übereinkunft zu sehen und zu akzeptieren und deshalb für &quot;selbstverständlich&quot; zu finden, wäre eine Beobachtung 3. Ordnung: &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;„Ich verstehe mein System in dem ich lebe, dessen Teil ich bin“. D.h. ich akzeptiere, wozu und wie die Systeme nun mal je in sich funktionieren. Ich sehe meine individuelle persönliche Aufgabe darin, im Zuge von deren Erfahrung, Reflexion und meiner Verantwortung, mich für deren „Kontrolle“, „Humanisierung“ oder „Verbesserung“ zu engagieren.  &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sich als Schüler/in dagegen, also gegen die Zwangsveranstaltung Schule, zu wehren ist wiederum 1. Ordnung; – ganz ohne Kritik und ganz ohne Wissen, wehrt man sich, aus dem „kindlichen“, „jugendlichen“,„humanen“ oder „wilden“ Selbstverständnis heraus,  quasi instinktiv gegen Zwang? Warum eigentlich? Um das System zu perturbieren? „wild“ zu bleiben, als Widerspruch, der das System entwickelt?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was mir überhaupt nicht klar wurde: sind Ihre &quot;Thesen&quot; kritisch, stoisch oder ironisch gemeint (Teilnehmer/innen scheinen sie als kritisch aufzufassen!)  -oder als lapidare systemische Feststellung??? Kann sich daran etwas ändern und wenn dann wie und warum überhaupt??? 
Was ist das Ziel systemtheoretischer Intervention (Beobachtung)? Die reine Feststellung der Beobachtung oder  Verantwortung und Veränderung?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ihrer (verzeihen Sie) „pubertären“ Schilderung Ihrer Schulzeit (1. Ordnung) geben Sie Ihrem „antischulischen“ Unmut Ausdruck, womit Sie, wie gesagt, durchaus viele Sympathiepunkte gewinnen.  In den nachfolgenden Thesen fassen Sie zusammen, wozu Schule aus systemischer Sicht dient, also was ihre gesellschaftliche Funktion ist. Auch hier gewinnen Sie hohe Zustimmungswerte.  Wenn sie das in einer ganz normalen Tageszeitung schreiben würden oder systemisch ungebildeten Lehrern erzählen würden, die würden Ihnen aus Ihrer Sicht 1. Ordnung widersprechen. Würden das Hohe Lied der Bildung und Pädagogik anstimmen, von der freien Entfaltung des Individuums.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie schreiben: „Vor diesem Erwartungshintergrund (Individuum als Ich-AG) gewinnt die Schule als Organisation, in der das Funktionieren in Organisationen trainiert wird (= Unterordnung und Austauschbarkeit zu akzeptieren), eine besondere, prekäre Bedeutung…“
Wie ist „prekär“ hier zu verstehen – aus Ihrer Sicht?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was bedeuten nun Ihre Thesen – dass hier eine revolutionäre Änderung dieser Funktion möglich ist, ja schon ins Haus steht, oder dass 1-3 unwiderruflich gesellschaftliche Funktion der Schule ist, um (heutige) Gesellschaft überhaupt zu ermöglichen??? Wodurch verändert sich Gesellschaft aus systemtheoretischer Sicht? Durch schlichte Beobachtung oder durch die Intervention des Kapitals und seiner Notwendigkeiten?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ist dies erst HEUTE die gesellschaftliche Funktion der Schule oder immer schon gewesen, seit es staatliche Schulen gibt? (ohne hier historische Aufarbeitung der Entstehung von Schule einzufordern)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist in den Beiträgen angeklungen, wie ich übrigens auch meine, dass Schule heute eine durchaus neue Funktion hat, nämlich die ländliche! (Groß)Familie zu ersetzen... und schon die Kinder zu coachen, dass sie im System besser funktionieren und dabei auch noch glücklich sind. (Mal abgesehen von den Nebeneffekten der dabei erlernten Kulturtechniken) Wäre Letzteres die Idee eines Funktionssystems: –  effizient zu funktionieren und dabei auch noch glücklich zu sein? Für alle natürlich gleichermaßen. Oder gibt es Unterschiede?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pisa legt ja nahe, dass in der Schule mehr einschlägiges  „Wissen“  produziert werden muss. Wie geht das zusammen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ohne Ihre Antwort empfinde jedenfalls ich, dass Sie sich diesbezüglich mehrfach widersprochen haben, sozusagen auf verschiedenen Eben durcheinander gesprochen, beziehungsweise nachgebessert haben, was ich auf die Komplexität der Beobachtungsebenen dieser Schulfrage zurückführe....&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe mich nicht sophisticated ausgedrückt. Diese Fragen interessieren mich nicht fachlich, sondern wegen meiner Vergangenheit, und besonders jetzt, da in Österreich gerade ein absurder Budget-Coup der Bildungsministerin, getarnt als seltsame Reform,  gelandet werden soll, der das Land spaltet, nämlich in Lehrer und die übrige Bevölkerung: erstere sollen 2 Wochenstunden länger „vor der Klasse stehen“, unbezahlt versteht sich und das findet die übrige Bevölkerung o.k. und dass die Lehrer sich wehren, asozial. Was diese typisch ambivalente bzw. negative Rolle zeigt, die die Lehrer in den Köpfen der Menschen spielen – warum, darauf sind wir hier noch nicht tiefer gehend gekommen....&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Simon, ich hab den Laptop  auf die Reise mitgenommen und finde gerade Zeit ihn zu nutzen. Ob ich mich noch klar ausdrücken werden können, weiß ich nicht, aber ich habe ein Unbehagen, das ich gern los würde: Wurde hier nicht vergessen eine klaren Unterschied zu machen zwischen Beobachtung 1., 2., und Ja: 3. Ordnung??? </p>
<p>Meine &#8220;Schilderungen&#8221; der Praxis, wie ich sie als Kunsterzieherin (!) in der Schule kennen gelernt oder durch diverse Schilderungen anderer Lehrer erfahren habe,  sind 1. Ordnung. </p>
<p>Ihre systemischen &#8220;Thesen&#8221; &#8211; also Ihre Beobachtung der Funktion von Schule ist eine Beobachtung 2. Ordnung; </p>
<p>letztere als bewusste und notwendige gesellschaftliche Übereinkunft zu sehen und zu akzeptieren und deshalb für &#8220;selbstverständlich&#8221; zu finden, wäre eine Beobachtung 3. Ordnung: </p>
<p>„Ich verstehe mein System in dem ich lebe, dessen Teil ich bin“. D.h. ich akzeptiere, wozu und wie die Systeme nun mal je in sich funktionieren. Ich sehe meine individuelle persönliche Aufgabe darin, im Zuge von deren Erfahrung, Reflexion und meiner Verantwortung, mich für deren „Kontrolle“, „Humanisierung“ oder „Verbesserung“ zu engagieren.  </p>
<p>Sich als Schüler/in dagegen, also gegen die Zwangsveranstaltung Schule, zu wehren ist wiederum 1. Ordnung; – ganz ohne Kritik und ganz ohne Wissen, wehrt man sich, aus dem „kindlichen“, „jugendlichen“,„humanen“ oder „wilden“ Selbstverständnis heraus,  quasi instinktiv gegen Zwang? Warum eigentlich? Um das System zu perturbieren? „wild“ zu bleiben, als Widerspruch, der das System entwickelt?</p>
<p>Was mir überhaupt nicht klar wurde: sind Ihre &#8220;Thesen&#8221; kritisch, stoisch oder ironisch gemeint (Teilnehmer/innen scheinen sie als kritisch aufzufassen!)  -oder als lapidare systemische Feststellung??? Kann sich daran etwas ändern und wenn dann wie und warum überhaupt???<br />
Was ist das Ziel systemtheoretischer Intervention (Beobachtung)? Die reine Feststellung der Beobachtung oder  Verantwortung und Veränderung?</p>
<p>In Ihrer (verzeihen Sie) „pubertären“ Schilderung Ihrer Schulzeit (1. Ordnung) geben Sie Ihrem „antischulischen“ Unmut Ausdruck, womit Sie, wie gesagt, durchaus viele Sympathiepunkte gewinnen.  In den nachfolgenden Thesen fassen Sie zusammen, wozu Schule aus systemischer Sicht dient, also was ihre gesellschaftliche Funktion ist. Auch hier gewinnen Sie hohe Zustimmungswerte.  Wenn sie das in einer ganz normalen Tageszeitung schreiben würden oder systemisch ungebildeten Lehrern erzählen würden, die würden Ihnen aus Ihrer Sicht 1. Ordnung widersprechen. Würden das Hohe Lied der Bildung und Pädagogik anstimmen, von der freien Entfaltung des Individuums.</p>
<p>Sie schreiben: „Vor diesem Erwartungshintergrund (Individuum als Ich-AG) gewinnt die Schule als Organisation, in der das Funktionieren in Organisationen trainiert wird (= Unterordnung und Austauschbarkeit zu akzeptieren), eine besondere, prekäre Bedeutung…“<br />
Wie ist „prekär“ hier zu verstehen – aus Ihrer Sicht?</p>
<p>Was bedeuten nun Ihre Thesen – dass hier eine revolutionäre Änderung dieser Funktion möglich ist, ja schon ins Haus steht, oder dass 1-3 unwiderruflich gesellschaftliche Funktion der Schule ist, um (heutige) Gesellschaft überhaupt zu ermöglichen??? Wodurch verändert sich Gesellschaft aus systemtheoretischer Sicht? Durch schlichte Beobachtung oder durch die Intervention des Kapitals und seiner Notwendigkeiten?</p>
<p>Ist dies erst HEUTE die gesellschaftliche Funktion der Schule oder immer schon gewesen, seit es staatliche Schulen gibt? (ohne hier historische Aufarbeitung der Entstehung von Schule einzufordern)</p>
<p>Es ist in den Beiträgen angeklungen, wie ich übrigens auch meine, dass Schule heute eine durchaus neue Funktion hat, nämlich die ländliche! (Groß)Familie zu ersetzen&#8230; und schon die Kinder zu coachen, dass sie im System besser funktionieren und dabei auch noch glücklich sind. (Mal abgesehen von den Nebeneffekten der dabei erlernten Kulturtechniken) Wäre Letzteres die Idee eines Funktionssystems: –  effizient zu funktionieren und dabei auch noch glücklich zu sein? Für alle natürlich gleichermaßen. Oder gibt es Unterschiede?</p>
<p>Pisa legt ja nahe, dass in der Schule mehr einschlägiges  „Wissen“  produziert werden muss. Wie geht das zusammen?</p>
<p>Ohne Ihre Antwort empfinde jedenfalls ich, dass Sie sich diesbezüglich mehrfach widersprochen haben, sozusagen auf verschiedenen Eben durcheinander gesprochen, beziehungsweise nachgebessert haben, was ich auf die Komplexität der Beobachtungsebenen dieser Schulfrage zurückführe&#8230;.</p>
<p>Ich habe mich nicht sophisticated ausgedrückt. Diese Fragen interessieren mich nicht fachlich, sondern wegen meiner Vergangenheit, und besonders jetzt, da in Österreich gerade ein absurder Budget-Coup der Bildungsministerin, getarnt als seltsame Reform,  gelandet werden soll, der das Land spaltet, nämlich in Lehrer und die übrige Bevölkerung: erstere sollen 2 Wochenstunden länger „vor der Klasse stehen“, unbezahlt versteht sich und das findet die übrige Bevölkerung o.k. und dass die Lehrer sich wehren, asozial. Was diese typisch ambivalente bzw. negative Rolle zeigt, die die Lehrer in den Köpfen der Menschen spielen – warum, darauf sind wir hier noch nicht tiefer gehend gekommen&#8230;.</p>
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		<title>Von: duscholux</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19858</link>
		<dc:creator>duscholux</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 16:54:21 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Wird hier nicht der den Schüler einzubleuende Kanon vergessen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gab eine Zeit, da reichte es, von einem anderen zu wissen &quot;Volksschule, mittlere Reife, Abitur, Latinum klein oder gross&quot; und man wusste in etwa, was man beim Gegenueber grosso modo voraussetzen kann.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wird hier nicht der den Schüler einzubleuende Kanon vergessen?</p>
<p>Es gab eine Zeit, da reichte es, von einem anderen zu wissen &#8220;Volksschule, mittlere Reife, Abitur, Latinum klein oder gross&#8221; und man wusste in etwa, was man beim Gegenueber grosso modo voraussetzen kann.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Max Woodtli</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19852</link>
		<dc:creator>Max Woodtli</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 11:57:05 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Der Comic am Schluss muss ich mir merken! Auch ein schönes Beispiel für &quot;Reframing&quot;.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Comic am Schluss muss ich mir merken! Auch ein schönes Beispiel für &#8220;Reframing&#8221;.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Sylvia Taraba</title>
		<link>http://www.carl-auer.de/blog/simon/schule/comment-page-1/#comment-19849</link>
		<dc:creator>Sylvia Taraba</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 09:40:39 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Lieber Herr Woodtli, ich denke dass Sie es genau erfasst haben, was die Praxis erfordert. Aber die Diskussion in der Öffentlichkeit und natürlich die Lehrerausbildung drückt sich genau um diese Punkte herum. Und deswegen ist die öffentliche Diskussion aus meiner Sicht unehrlich. Herrn Simons Statement aus systemtheoretischer Sicht entbehrt leider der Hinweise auf diese Praxis, obwohl er ja diesbezügllch auch Praktiker ist und nicht nur Theoretiker!  Aber das wird sich ja jetzt ändern, da Schule allmählich in das Blickfeld rückt und nicht, wie wir vor einigen Jahren feststellten, sich niemand für die Schule interessiert....&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Woodtli, ich denke dass Sie es genau erfasst haben, was die Praxis erfordert. Aber die Diskussion in der Öffentlichkeit und natürlich die Lehrerausbildung drückt sich genau um diese Punkte herum. Und deswegen ist die öffentliche Diskussion aus meiner Sicht unehrlich. Herrn Simons Statement aus systemtheoretischer Sicht entbehrt leider der Hinweise auf diese Praxis, obwohl er ja diesbezügllch auch Praktiker ist und nicht nur Theoretiker!  Aber das wird sich ja jetzt ändern, da Schule allmählich in das Blickfeld rückt und nicht, wie wir vor einigen Jahren feststellten, sich niemand für die Schule interessiert&#8230;.</p>
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