Simulation
Fritz B. Simon
Der Vulkanausbruck in Island und das anschließende Flugverbot hat die Frage nach dem Stellenwert von Computersimulationen wieder einmal in den Fokus gerückt. Ist es wirklich sinnvoll, aufgrund einer lediglich errechneten Gefahr einen ganzen Wirtschaftszweig lahm zu legen, Panik zu stiften usw., auch wenn es keine Messdaten gibt, die diese Rechnungen belegen ?
Eine Leserin hat mich freundlicherweise auf eine spannende Diskussion zu diesem Thema aufmerksam gemacht. Nachzulesen hier:
http://www.edge.org/3rd_culture/ash_cloud10/ash_cloud10_index.html#harari
6 Kommentare
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Also ich würde sagen, auch wenn nur rechnerisch Menschenleben auf dem Spiel stehen, heiße ich jede Entscheidung die einen gesamten Wirtschaftszweig lahmlegt gut, bis weitere Untersuchungen grünes Licht geben. Mal ganz davon abgesehen, dass ich diese Stille am Himmel als wirklich heilsbringend empfunden habe (Tegel ist nicht so weit weg – viel zu viele Flugzeuge im Senkflug.) Wenns nach mir ginge, wär dieser Wirtschaftszweig bis auf weiteres abgeschafft. Jetzt mal radikal gedacht : – ).
Kommentar by pascal — 27. April, 2010 @ 15:10 Uhr
Ist es nicht eher umgekehrt:
weil man keine Messdaten hat, muss man sich auf die Simulation verlassen.
Kommentar by duscholux — 27. April, 2010 @ 18:21 Uhr
Es zeigt sich, dass in dieser komplexen Welt, eine Steuerung nur so gut sein kann wie verlässliche Echtzeit Daten zur Verfügung stehen. Das Fehlen solcher Daten wird uns immer unzulänglich handeln lassen. Die Erbringung solcher Daten sollte unser Ziel sein. Wie Computer dazu eingesetzt werden können (bzw. die adequate software) hat Stafford Beer in seinem Projekt zur Unterstützung der Steuerung eines ganzen Landes (Chile in Zusammenarbeit mit Salvador Allende) anhand seines “Controlrooms” brilliant aufgezeigt.
Kommentar by Malik — 28. April, 2010 @ 09:04 Uhr
Man kann das Glück nicht zwingen,
man kann es nur einladen.
Kommentar by Max Liebscht — 28. April, 2010 @ 20:48 Uhr
@ malik: Oh Gott! Verlassen können Sie sich nur auf Ihr eigenes Handeln und nicht unbedingt immer.
Ja und wie fantastisch, der Flugbetrieb wurde endlich einmal lahm gelegt. Welche Panik? Vielmehr: Welche unglaubliche Katastrophe, es wird angeblich Wochen dauern bis alle (Billigflieger) (die meisten Flieger sind Billigflieger) heim geflogen worden sein werden. Da man “den Vulkan” nicht beschuldigen kann, beschuldigt man nun entweder die Behörden, die die gesamte Branche lahmgelegt haben oder – bei (hier nicht erfolgtem) Absturz – die, die sie NICHT lahmgelegt haben. Da Letzteres Oder nicht passiert ist, kann ja nun wohl rechtlich geklagt werden, dass der Flugbetrieb mutwillig und unwissenschaftlich (fehlende “Messdaten”) lahmgelegt wurde. @ pascal bravo – offenbar hängen Sie nicht existenziell davon ab, mit Flugzeugen zu fliegen. Ich zum Glück auch nicht. (Zabine: “Die gonze Fliagarei kost’ mi mei Zeit!”)
Kommentar by Sylvia Taraba — 28. April, 2010 @ 21:39 Uhr
Unverhältnismäßige Strukturen. Aber wer bestimmt über Verhältnismäßigkeit? Die Ökologie? Bitte was??
Solange FDP & Co bspw. ihre Hotellerie – Steueresenkung noch nicht mit ökologischen Zwängen legitimieren … (wird aber kommen.)
Letztlich: es wurden Märkte geschaffen. Und die erwarten nun einfach bedient zu werden.
Bin – mit abenteuerlicher Verspätung – eben zurück und flieg in ein paar Tagen wieder. Nutze, was geht.
Kommentar by Max Liebscht — 29. April, 2010 @ 06:08 Uhr