Simons Systemische Kehrwoche

Spinnen Sie, Herr Westerwelle?

Fritz B. Simon

Im Tagsspiegel ist zu lesen, dass die FDP die Privatisierung der Deutschen Bahn wieder auf die Agenda setzen lassen will.

Da kann man wirklich nur fragen, ob die alle Tassen im Schrank haben. Offensichtlich fährt Guido nie S-Bahn.

Die FDP scheint mir die Partei, die von allen am wenigsten aus der Krise des Finanzsystems, gelernt hat. sie versucht mit einer “Augen zu und durch”-Strategie die Probleme, die unser Wirtschaftssystem gegenwärtig kennzeichnen, zu ignorieren. Die Deutsche Bahn ist gewissermassen der Lackmus-Test für politisches wie wirtschaftliches Verständnis oder auch Blödheit.

Wenn jetzt die Laufzeit der Atomkraftwerke erhöht, die Bahn privatisiert und der soziale Kahlschlag fortgesetzt wird, dann wird Die Linke in vier Jahren, so meine Prognose, über 25% der Wählerstimmen erhalten. Und auch die SPD wird sich auf ihre Stammwähler besinnen und wieder zugewinnen, so dass eine rot-rote oder rot-rot-grüne Regierung wahrscheinlich wird.

Wetten?

Allerdings haben die ja leider auch kein intelligentes Programm, wie man mit der globalisierten Welt umgehen kann, nachdem die neoliberalen Ansätze sich als idiotisch erwiesen haben…

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8 Kommentare

  1. Es war interessant, wie Herr Westerwelle sich in der “Elefantenrunde” aufgeführt hat. Hm, ich hätte mich vorher mehr mit diesem Mann beschäftigen sollen. Jetzt ist es vielleicht zu spät.

    LG – Stephan

    Kommentar by Stephan List — 29. September, 2009 @ 10:47 Uhr

  2. Bei den Atomkraftwerken wird genau das eintreffen, was du schreibt. Nicht umsonst hat sich mein Ministerpräsident Öttinger bereits am Wahlabend auf SWR1 gefreut, dass er nicht noch mehr AKWs abschalten muss und so die Abhängigkeit von französischen Strom weiter erhöht.
    Nachtigal ich hör dir trapsen ….

    Kommentar by Jörg — 29. September, 2009 @ 10:57 Uhr

  3. So paradox der Wahlreflex hin zur FDP-Stimme nach Beginn der Finanzsystemkrise, so paradox dieser Wahlsieg: Ich teile Herrn Simons Prognose für 2013 und denke zudem, dass der/die Verlierer insgeheim Gewinner dieser Wahl ist/sind – wenn die Oppositionszeit entsprechend sinnvoll (wie oben skizziert) genutzt wird.

    Und an Stephan List: Habe vorhin eine interessante Momentaufnahme zum “nervösen” Guido Westerwelle in der Süddeutschen gelesen, Seite 3. Das Verhalten in der “Elefantenrunde” wurde dort auch thematisiert – vielleicht ist das von Interesse?

    Kommentar by Sebastian — 29. September, 2009 @ 11:05 Uhr

  4. Der erste Eindruck spielt ja gewöhnlich eine entscheidende Rolle. So, wie sich Westerwelle gestern der internationalen Presse präsentiert hat http://www.spiegel.de/video/video-1024097.html, um sich dann heute – ebenfalls vor der internationalen Presse – als Verfechter der deutschen Sprache (was mir ohne die gestrige Blamage sehr gut gefiele) zu geben http://www.spiegel.de/video/video-1024231.html, war kein guter Einstand als potenzieller Außenminister.
    Und ein ganz heikles Thema: Wird die homophobe islamische Welt Amt und Privatperson trennen können? Und wenn nicht, was würde das für die deutsche Außenpolitik bedeuten?

    Kommentar by E. B. Far — 29. September, 2009 @ 12:32 Uhr

  5. Und auch ein heikles Thema: Wie wird die homophobe CSU mit Westerwelle klarkommen? Da gibt es bestimmt einigen Klärungsbedarf: Schwulenehe, Adoptionsrecht für Schwule (Guidoe Westerwelle möchte bestimmt auch noch Vater werden), gerechtes Steuerrecht für schwule Paare, schwule Priester…

    Westerwelle als Außenminister – das geht wirklich gar nicht. Ich hoffe, die FDP ist nicht so dumm, darauf zu bestehen, und gibt sich mit einem anderen Ministerposten für ihren Vize-Kanzler zufrieden (kann ja auch was Neues sein, z.B. das MFPGD: Ministerium für Familie, Partnerschaft, Gleichberechtigung und Diversität oder das MSU: Ministerium für Steuern und Unernehmensinteressen oder – passt bestimmt am besten – MJSK: Ministerium für Jugend, Sport und Kultur).

    Kommentar by Elke Müller — 29. September, 2009 @ 13:37 Uhr

  6. Liebe Leute,

    bedenkt, was Ihr da sagt! Sollen wir uns von islamistischen Hinterwäldlern und Frauenunterdrückern vorschreiben lassen, welche sexuellen Präferenzen unser Außenminister haben darf???!!!???

    Uli Wetz

    Kommentar by Uli Wetz — 30. September, 2009 @ 15:44 Uhr

  7. Vorschreibenlassen sollten wir es uns nicht, Herr Wetz, aber Diplomatie folgt ja anderen Gesetzen. Und besonders gegenüber den islamischen und islamistischen Ländern ist eine sorgfältig entwickelte Diplomatie angesagt, die sich politisch zwar nichts vorschreiben lässt, aber in Fragen des interkulturellen Taktes auf das jeweilige Gegenüber weitgehend einzugehen versucht.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 30. September, 2009 @ 16:06 Uhr

  8. … aber, Frau Taraba, sollen wir am Ende noch aus lauter Takt hinter die Französische Revolution zurück? Ich jedenfalls freue mich diebisch darauf, daß der erste Scheich Westerwelle die Hand drücken muß. Schon allein aus diesem Grund – wenn wir nun mal die schwarz-gelbe Misere haben – MUSS Westerwelle Außenminister werden!

    Kommentar by Uli Wetz — 30. September, 2009 @ 16:33 Uhr

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