Simons Systemische Kehrwoche

Spione

Fritz B. Simon

In den USA ist zur Zeit ein Gruppe russischer Spione das Tagesgespräch. Es sind allesamt nette Leute von nebenan, Mütter und Väter von süßen kleinen Spionenkindern. Wenn man nicht wüsste, dass die Eltern gebürtige Russen sind und wahrscheinlich vom KGB (er heißt jetzt anders) getraut wurden, würden diese Kinder geheimdienstlicher Rationalität überhaupt nicht auffallen. Und ihre Eltern auch nicht. Denn sie sind als Undercover-Sleeper in die USA eingeschleust worden. Und, so wie es im Moment aussieht, hatten sie auch gar keine Chance, irgendwelche Geheimnisse auszuspionieren, denn ihr Status as Sleeper bestand noch (auch wenn sie ziemlich aufgeweckt wirken – vor allem eine rassige Rothaarige…).

Strafbar ist sicher, dass sie unter falschen Namen und ohne Greencard in den USA arbeiteten. Aber reicht die Absicht zu spionieren, um jemanden im strafrechlichen Sinne zum Spion zu machen?

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3 Kommentare

  1. Ich glaube, eine geplante Straftat ist auch schon strafbar.
    Ist das die 2. Gruppe, oder handelt es sich um die, die vor ein paar Wochen (einer Woche?) geschnappt wurden? Die wurden doch mit Wirtschaftsspionage in Zusammenhang gebracht.

    Kommentar by Holger Huckfeldt — 6. Juli, 2010 @ 09:20 Uhr

  2. Irgendwie muss man die Leute von der Strasse kriegen.
    Jetzt haben FBI und CIA Grund, Mitarbeiter zu rekrutieren.

    Kommentar by es — 6. Juli, 2010 @ 13:10 Uhr

  3. Ich bin mir sicher, dass es richtig ist, den gläsernen Menschen bzw. das gläserne Rindviech einzuführen, um prüfen zu können, inwieweit der sehr verehrte Bürger in kriminelle Machenschaften verstrickt ist. Ich hätte kein Problem, wenn all meine Daten von Schäuble & Co dahingehend durchleuchtet werden. Ich wär mir nur eben auch gern sicher, dass Schäuble und Co diese Daten nicht für kriminelle Machenschaften nutzen.

    In Deutschland verläuft eine Karriere in Business bzw. Politik normalerweise so, dass der Unternehmer bzw. Schausteller als Weltverbesserer beginnt und als Koryphäe für organisierte Kriminalität endet.

    In dem Maße eine Gesellschaftsform bzgl. sozialer Werteorientierungen moralisch auszehrt und daher verwaltungsähnlicher im Sinne Max Webers werden muss, in dem Maße nimmt auch die Möglichkeit – wie FBS es nennt – personenzentrierter Kommunikation zu. Das Mehr an formeller, scheinbar objektivierbarer Strukturen findet dialektischen Ausgleich in Clan- bzw. Rudelstrukturen, wie sie für hundertausende Jahre der vor- und frühgeschichtlichen sozialen Evolution gemeinschaftstragend und im Hinblick auf soziale Synergien funktional waren. Mehr an organisationaler Spannung gegenüber mehr an organisationaler Muße bzw. “Langeweile”. Ob formale staatliche und kommunale Regelarchitekturen ohne die Beweglichkeit mafioser Clanstrukturen überhaupt noch anpassungs- bzw. entscheidungsfähig wären? Blackwater ist sicher nur ein Beispiel dafür. Das Bilden von Seilschaften kann man sich wohl auch aus diesem Grund als networking fördern lassen.

    Wer nun Probleme mit Parallelstrukturen hat, kann bei einer bestimmten Dimension möglicher Infragestellung dieser Schattenstrukturen mit keinerlei Schutz durch die offiziell dafür bestellten Organe von Staat bzw. Kommune rechnen. Wer sich mit diversen Klüngeln anlegt, gegen den werden von Seiten vermögender Entscheider auch die möglichen Mittel des Staates in zweckendfremdeter Form eingesetzt. Im Schatten der Ministerien gedeihen die psychodelischsten Nachtschattengewächse. Das ist in entwickelten Gesellschaftsformen einfach so. Nicht korrupt zu sein, macht nur Spaß, wenn man es sich wenigstens annähernd so gut bezahlen läßt, wie korrupt zu sein.

    Kommentar by Max Liebscht — 7. Juli, 2010 @ 15:49 Uhr

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