T. Boone Pickens
Fritz B. Simon
Vor einigen Tagen habe ich hier über eine Mann geschrieben, der gerade in den USA eine grosse TV-Kampagne für alternative Energien gestartet hat. Heute ist in der New York Times ein Interview mit ihm abgedruckt, aus dem ich hier der Einfachheit halber ein paar Sequenzen abdrucke:
…
NYT: Is this all about money, ultimately?
P.: Well, that’s kind of a silly statement. I’m worth $4 billion, and I don’t need to make any more money. But I’m not going to invest money if I don’t expect to make money. Here, I feel like I’m putting my money where my mouth is.
You helped re-elect Bush in ’04 when you gave $3 million to the Swift Boat campaign to discredit John Kerry’s Vietnam service. Do you regret your involvement?
Why would I?
Because it’s such an ugly chapter in American political history.
Oh, I see. Well, it was true. Everything that went into those ads was the truth.
Really? I thought it was all invented.
I never did anything dishonest.
Will you have any involvement in the McCain campaign?
No, definitely not. I couldn’t sell this energy plan if I — I’d be suspect. This way I am not suspect.
Are you tired of politics?
I’m just out of it for this race. If this works, I may run in the next race.
You plan to run for president at age 84?
I can see now you’re prejudiced against my age.
If not the Swift Boats, what do you regret?
There are deals I wish I hadn’t made that I didn’t make money on; I lost. I’ve been married four times, so you can imagine.
Why do Texans get married so much?
Well, I’m real old. I’ve been married over 50 years of my life. And I am not going to give you that information without you paying for it.
…
In your forthcoming book, “The First Billion Is the Hardest,” you give some pithy career advice.
I say, you work eight hours, and you sleep eight hours — be sure they’re not the same eight hours.
…
Dieser Mann ist ein überzeugter Republikaner und Kapitalist, wie er im Buche steht. Und diese Swiftboat-Kampagne aus dem Wahlkampf vor vier Jahren war einfach infam. Es sollte also niemand denken, hier habe jemand den Glauben gewechselt und Herr P. sei altersweise geworden. Ganz im Gegenteil, ein mit allen Wassern gewaschener Unternehmer sieht die Chance, die in alternativen Energien liegt, und das ist – glaube ich – wirklich Anlass zur Hoffnung für das Weltklima. Wir werden in der Zukunft vollkommen neue Koalitionen sehen. Auch bei uns. Schwarz-grün z.B., oder Jamaica. So viel scheint mir prognostizierbar.
Was mir an Herrn P. gefällt: Er hat Humor, offensichtlich. Mir haben besonders die Bemerkungen über die Vorurteile hinsichtlich seines Alters und der letzte Satz über die acht Stunden Schlaf und Arbeit gefallen.
5 Kommentare
RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel.
Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.











Ein etwas später Achtundsechziger findet nach Hause?
Kommentar by Max Liebscht — 4. August, 2008 @ 14:32 Uhr
Er findet nicht nach Hause, sondern ist weiterhin mit dem Gespür wo Geld zu machen ist im Geschäft. Wenn dann für die Welt zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen sind, dann ist das gut. Man sollte aber trotzdem ein wenig vorsichtig bleiben.
Kommentar by Nees, Eckhard — 4. August, 2008 @ 20:50 Uhr
Bigotterie. Ist das der korrekte Ausdruck?
Kommentar by Max Liebscht — 4. August, 2008 @ 22:08 Uhr
T. Boone Pickens war mit Sicherheit nie so etwas wie ein 68er. In dem genannten Interview hat er auch gesagt, er habe noch nie etwas anderes als Republikaner gewählt, weil er, wenn er mal in den Himmel kommt, nicht darauf angesprochen werden will von Freunden und Verwandten, dass er mal die Demokraten gewählt hat…
Wenn die hartgesottenen Kapitalisten endlich rational genug werden, um zu sehen, dass alternative Energieformen sich rechnen, dann ist das – unabhängig von allen ideologischen Fragen – m.E. ein gutes Zeichen.
Kommentar by Fritz B. Simon — 4. August, 2008 @ 22:23 Uhr
Jetzt glaub ich zu verstehen, weshalb Ihr Kollege D. Baecker das Thema Vernunft so betont.
Es taugt wohl u.a. als Verkaufsargument bei Menschen die daran glauben, daß Verhältnisse berechenbar sind, daß die Gesellschaftsform, in der sie (nicht nur aber eben auch) für ihre Nachkommen leben ohne Potlatch auskommen könnte, daß Gewinn unbegrenzt kulmuliert und privatisiert werden könnte.
(Dabei führt Profitrationalität, ökologisch betrachtet, unweigerlich zu Mehrkosten in Form Verblödung bzw. Verarmung.)
Als bildungsbürgerlich traditonell hochgeschätzter Wert scheint ratiozentrierte Vernunft bei den Raffzähnen womöglich doch irgendwo Anklang zu finden, so daß die als weise Brahmanen getarnten Alternativen sich von der Seite her anschleichen und die neoliberalistischen Hardliner doch ein wenig revermenscheln können.
Raffiniert, wie da vorgegangen wird.
Und ich hab gemeint, die mehr oder weniger späten 68´ und deren Erben, wären hinsichtlich ihrer utopischen Potenz schon alle säkularisiert.
Leider scheint ökologisches Wirtschaften, das letztlich ja auch superrational wäre, wenn man die Gesamtkosten in Betracht zieht, nicht allein ein Vermittlungsproblem auf rationaler “Ebene”. Von Mitgefühl mal zu schweigen, die Identifikation mit dem Ganzen fehlt. Kapitalistische Wirtschaftsweise scheint per definitionem ökologieantagonistisch zu sein. (Außer wenn es darum geht, Bankenverluste zu “solidarisieren”.) Nehmen macht doch immer noch ein wenig seliger als Geben.
Statt Potlatch werden die einzelnen Bereiche der Gesellschaftsform zunehmend spannungsgeladen – ähnlich wie bei den dysfunktionalen Muskelverspannungen im Körper. Zyklisch versetzt findet man sich wieder in einem für manche renditeberauschte Organe der Gesellschaft 1A profitablem Kriegsgeschehen.
FBS scheint an die Funktionalität von Kapitalismus zu glauben.
Bzgl. alternativer Energieformen ist wohl fatal, daß der Staat nix dran verdienen kann, wenn Geothermie genutzt wird. Sonst würde
d i e Energiequelle schlechthin wohl viel stärker propagiert und gefördert, um so mehr in Deutschland besonders günstige Voraussetzungen bestehen.
Kommentar by M.M.M. Liebscht — 5. August, 2008 @ 08:14 Uhr