Simons Systemische Kehrwoche

Tea-Party

Fritz B. Simon

Dass ich die Vertreter der sogenannten Tea-Party in den USA für Vollidioten halte, habe ich hier ja schon mehrfach zur Kenntnis gegeben (ich bemühe mich ja immer wertfrei und neutral auf alles zu schauen). Aber es reicht nicht, sich über diese Idioten zu ärgern, man muss auch politisch etwas gegen sie und ihre Politik unternehmen. Denn sie sind es, die in den USA eine volkwirtschaftlich desaströse Sparpolitik forcieren und jetzt womöglich dazu beiträgt, dass die USA ihre Schulden nicht bezahlen können – was, wie von jedem (außer diesen Leuten) als katastrophal in seinen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft angesehen wird.

Was die USA brauchen, ist ein Konjunkturprogramm, kein Sparprogramm. Auch Griechenland braucht ein Konjunkturprogramm (“Marshall-Plan”) und Umstrukturierungen seiner Wirtschaft, vor allem der Verwaltung, aber kein stupides, zielloses, den sozialen Frieden gefährdendes Sparen.

Die seit Reagan und Thatcher propagierte, marktfundamentalistische Ideologie und die ihr folgende Wirtschaftspolitik hat nicht nur in den USA, sondern auch in Europa zu ausgesprochen negativen Entwicklungen des Lebensstandards und der Lebensqualität für eine großen Teil der Bevölkerung geführt. Wie – das ist systemtheoretisch gut belegbar – ungeregelte Marktmechanismen es generell zur Folge haben: Die Reichen wurden reicher, die Armen ärmer. Selbstorganisation führt immer zu irgendeiner Lösung, aber keineswegs immer zu einer, die den Beteiligten gefällt oder die von ihnen als sinnvoll angesehen wird. Deswegen ist die Berufung auf die Rationalität der Märkte irrational…

Dazu von kompetenterer Seite:

http://www.ftd.de/politik/international/:top-oekonomen-joseph-e-stiglitz-stoppt-die-rechten-krisentreiber/60077043.html

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2 Kommentare

  1. Ich versteh die Systemiker manchmal nicht. Sie? Systeme heilen sich doch doch sowieso immer von selbst. Ich denke, wir können da gar nicht so viel steuern, mh? Alles eine Frage der Zeit: wenn die Reichen reicher werden und die Armen ärmer, dann ist das ebensowenig was Neues, als dass es, sobald die letzten größeren Chips an der Kasse eingelöst wurden, Krieg e.t.c. gibt und das Spiel mit den Verbliebenen wieder von vorne anfängt. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Wie ist das, Herr Simon, haben wir schon Würstelbüchsen und Rosinen eingelagert?

    Kommentar by Max Liebscht — 20. Juli, 2011 @ 14:05 Uhr

  2. Was soll er sich auch outen. Werden womöglich bloß die Nachbarn aufmerksam.

    Damit die wenigstens ´ne Anleitung zum Selbermachen haben;
    http://schnakenhascher.square7.ch/wp/?page_id=1522

    Kommentar by Max Liebscht — 21. Juli, 2011 @ 21:10 Uhr

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