Simons Systemische Kehrwoche

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Fritz B. Simon

Gestern Abend in der Schaubühne in Berlin: Ein Stück über die Beziehung von Geld und Beziehung. Keine Handlung, aber viele Figuren, die sich über die Art der Beziehungen auseinandersetzen, die durch die Wirkung des Kommunikationsmediums Geld entstehen oder besser gesagt: sich auflösen.

Geld ist ja so etwas wie die Verdinglichung von Beziehungen, zunächst mal der Schuldner-Gläubiger-Beziehung, später dann potentiell aller Beziehungen: die Sicherstellung der gegenseitigen Austauschbarkeit. Das wird gezeigt und dem Zuschauer erlebbar gemacht.

Autor sind Falk Richter und die Chefin einer holländischen Dance Company, deren Namen ich leider vergessen habe.

Da es keine Handlung gibt, ein paar gute Sätze: “Geld lebt viel lieber allein und ohne uns weiter” (oder so ähnlich), “I used to want to change the world, now I am looking for a parking space” (der zweite Satz gefällt mir besonders gut).

Zur Warnung: Ich war mit Leuten vom Theater in dem Stück, d.h. Fachleuten. Die fanden es nicht besonders gut, banal, dem Anspruch, politisches Theater zu machen, nicht gerecht werdend… usw. Mir schlichtem Gemüt hat es gefallen, dem restlichen Publikum offensichtlich auch: Der Schlussapplaus war lang und demonstrativ. Also: Fachleute hin oder her, m.E. durchaus empfehlenswert.

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4 Kommentare

  1. Das geschieht Ihnen wohl ziemlich recht,
    sich an der frühreifen Desillusionierung Jüngerer zu weiden!

    Kommentar by Max Liebscht — 10. Dezember, 2009 @ 10:19 Uhr

  2. (“Die Chance, Fehler zu machen hat man nur, solang man leidenschaftlich lebt. Um in Frieden zu sterben, reicht es weise zu sein.”)

    Kommentar by Max Liebscht — 10. Dezember, 2009 @ 11:07 Uhr

  3. Der wahrhaft Geldgläubige verehrt das Geld nicht, weil man sich damit alles kaufen kann, sondern weil es seine höchste Instanz, sein Polarstern, der Sinngeber seines Daseins ist.

    Fridell

    Kommentar by es — 10. Dezember, 2009 @ 16:03 Uhr

  4. Geld ist eine Waffe und geheiligtes Mittel zum Zweck,
    denen, die daran glauben,
    halbwegs ohne Skandal
    ihre realen Werte aus der Tasche zu ziehen.

    Kommentar by Max Liebscht — 10. Dezember, 2009 @ 16:36 Uhr

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