116 Gedanken zu “G-20

  1. Angela Merkel, die herrschaftliche Gastgeberin für 18 Herrscher und eine Herrscherin, fabuliert von einem „demokratischen, friedliebenden und sozialen Europa“. Doch die Politik der EU bringt neben dem friedensgestützten Wirtschaftsaufschwung auch den Abbau demokratischer Rechte, Freiheiten und sozialer Errungenschaften, mehr Umweltzerstörung, zunehmende Militarisierung der Außenpolitik und verstärkten Kampf gegen Flüchtlinge.
    Angela Merkel spielt sich als demokratische Alternative zu ultrareaktionären Politikern wie Trump und Putin sowie zum Neo-Faschisten Erdogan auf. Doch die auch die deutsche Demokratie bewegt sich auf einer schiefen Ebene und droht mit dem Aufgebot von 20.000 Polizisten in eine der größten Bürgerkriegsübungen der Nachkriegszeit abzurutschen.

  2. Polizeieinsatz in Hamburg: Wenn der G20 Gipfel in Russland wäre…

    Der Balken im eigenen Auge: Angenommen, der G20 Gipfel fände nicht in Hamburg, sondern im russischen St. Petersburg statt.

    Stellen wir uns nun vor, die russische Polizei würde einen riesigen Bereich der Innenstadt für alle Versammlungen sperren. Sie würde mit Wasserwerfern gegen Menschen vorgehen, die abends Bier auf der Straße trinken. Sie würde ein Protestcamp bei Nacht und Nebel räumen, obwohl sogar ein russisches Gericht es vorher erlaubt hatte. Journalisten, die vor Ort berichten wollen, würden attackiert von Polizisten. Die Polizeiführung würde Anwälte der Demonstranten öffentlich als Gefahr für die Sicherheit darstellen. Der russische Innenminister würde zero tolerance ankündigen. Ein Kriegsschiff der russischen Marine würde vor Anker gehen. Man würde eine Hexenjagd machen und laufend öffentlich vor den Gefahren durch linke Kräfte, Umweltaktivisten, Autonomen, Gewerkschaftlern usw. warnen.

    Frage: Was würde wohl hier los sein? Die Medien würden vom autokratischen Putin berichten, der Demonstrationen gegen den G20 Gipfel verunmöglicht. Sie würden die Menschenrechtsverletzungen durch die russische Polizei detailliert darstellen. Aber natürlich: In Deutschland kann nicht sein, was nicht sein darf. Und daher wird nur sehr zaghaft über die massiven Eingriffe in die Versammlungs- und Pressefreiheit sowie die Attacken gegen rechtsstaatliche Grundsätze berichtet. Das ist der eigentliche Skandal: Der Balken im eigenen Auge.

    Quelle: Die Freiheitsliebe, 6. Juli 2017 – 13:57

  3. Stellen sie sich vor, die vermummten Brandstifter, Zerstörer und Bullenhauer wären von der AFD……..

    (Das ganze nächste Jahr würde von nichts anderem mehr geschrieben…..)

  4. @ 6
    Über die AFD wird sowieso zuviel berichtet, der überwiegende Teil der Talkshows wurde in den letzten Monaten mit AFD Themen, Islamismus, und sonstigem Unfug gefüllt.
    Vielleicht wurde dadurch vermieden über Erwerbsarmut, die Rentenabsenkung auf 40% und sonstige neoliberale Kapriolen wie PPP (Public Private Partnership) zu berichten.

  5. @Georgy: Sie treten hier doch auch vermummt auf, also sollten Sie Verständnis für den schwarzen Block haben…

  6. @ 5. ich verstehe nicht, inwieweit es eine Menschenrechtsverletzung darstellt, wenn man Menschen, die nicht nur gewaltbereit, sondern gewaltperformierend gegen Sachen und andere Menschen sind, Einhalt gebietet? Ich bin dankbar, wenn die Polizei, stellvertretend für die Gesellschaft, die Rübe hinhält und entschieden dagegen vorgeht.

  7. Oder den

    „TIEFSTEN EINGRIFF IN DIE PRIVATSPHÄRE DER BÜRGER“

    (Bundestrojaner auf jedem PC und jedem Smartphone möglich – einschließlich der Möglichkeit des Zugriffs auf Mikrofon und Kamera) (Leutheusser-Schnarrenberger), der mit der
    Ehe-für-alle-NEBELKERZE
    freitags in der kraftlosen letzten halben Stunde vor der Sommerpause noch höchst raffiniert durchgepeitscht und abgenickt wurde.

    (Unser Tuttologe war/ist auch ganz benebelt……)

  8. Wenn ich hier nicht „vermummt“ wäre, hätten mich 3-4 Leute dieses lieben, harmonischen Blocks letztes Jahr schon denunziert/meinem Arbeitgeber gemeldet etc.

    Nordkorea, DDR und Nazizeit lassen grüßen…….

  9. @ 11: Das staatliche Schulamt weiß bestens über Sie und Ihre Gesinnung Bescheid. Als die Herrschaften in diesem Blog von Ihrer VR-Hüften gelesen haben, war das Gelächter groß. Jetzt wissen Ihre Vorgesetzten, warum Sie immer so ausgepumpt sind.

  10. @Georgy: Wer nicht so positiv über seine Mitmenschen denkt wie ich, würde vermuten dass es Ihnen an Zivilcourage mangelt…

  11. Wo ist eigentlich die Gegendemo abgeblieben? Die Demo der Leute, die ihre Einwände in Diskursen vorbringen, die für ihr Einkommen (hart) arbeiten, die mit vielem in diesem Staate nicht einverstanden sind, die Errungenschaften der europäischen Zivilisation dennoch für erhaltenswert halten? Die, wie ich, an einem subtropischen Freitagmittag in ihren Praxen sitzen, mit Patienten sprechen, nebenbei Ihre Quartalsabrechnung machen und das Telefon bedienen (100 Minuten verpflichtende Telefonpräsenz in der Woche).
    Genau, solche Leute, Leute wie ich, haben nämlich gar keine Zeit zum Demonstrieren, weil sie nicht über die nötige „Tagesfreizeit“ verfügen. Sie verdienen nämlich die Steuermittel für Großeinsätze der Polizei gegen einen gewaltbereiten Straßenpöbel, der entweder noch in der Pubertät steckt oder bis zum Erreichen des Rentenalters und darüberhinaus drogenunterstützt in diesem Zustand verharren wird, der in der Regel keine Mark verdient und es auch nicht vorhat, hochgradig bindungsgestört ist und seinen Hass auf Mama und Papa auf den Staat projiziert.
    Soll ich mich darüber aufregen? Mir fehlt fast ein wenig die Zeit dafür.

  12. Heute nach dem Mittagessen machen Melania Trump, First Lady der Vereinigte Staaten, und Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, sowie Philip May, Mann der britischen Premierministerin Theresa May mit dem Quantenchemiker Joachim Sauer, Ehemann der Chemikerin Angela Merkel, einen Besuch im Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) gewünscht. In der Forschungseinrichtung werden Daten zum Klima gesammelt. Damit können Szenarien künftiger Klimaänderungen simuliert werden.

  13. @16 Lieber Lothar, ich lege hiernach eine Blog-Pause ein, mir wird das zu viel, aber ich würde gern vorher noch etwas sagen und fragen: Eine meiner liebsten Freundinnen engagiert sich für diese G20-Demonstration. Sie ist eine von denen, die sich wirklich einsetzen und die es ernst und von Herzen meint. Sie hat es nicht verdient, nicht von jenen abgegrenzt zu werden, die Du „Pöbel“ nennst. Und unter meinen Klienten sind gleich mehrere, die Drogen nehmen, die in Schwierigkeiten stecken und die sich teilweise politisch abarbeiten, dabei aber auch wichtige und wertvolle Beiträge leisten.
    Ich finde es höchst unangemessen, Menschen in zwei Klassen einzuteilen, wie ich das gerade bei Dir gelesen habe: Die wertvolle Arbeiterklasse, die Beiträge leistet und das Geschmeiß, das bis zur Rente nichts taugt. Wenn Menschen in unserer Gesellschaft abstürzen, hat das gesamtsystemische Gründe, und jeder Mensch ist wertvoll und ist es wert, gesehen und respektiert zu werden.
    Sicher, Gewalt ist nie eine Lösung, aber diese abwertende Psychologisierung ist schlicht und ergreifend nicht in Ordnung.

  14. Haben sie schon mal ihr Auto angezündet bekommen, ist ihre Wohnung/Haus beschmiert oder mit Brandbeschleuniger benetzt worden, hat man mal versucht, sie aus dem Job zu werfen und ihre Existenz zu vernichten?

    (Ich hab das mal in einer anderen Sache erlebt: Eine Masse Nägel in die Einfahrt und im Reifen- es ging für – manche wohl leider! – nicht tödlich aus…. – Was meinen sie, warum ich Andrea auf diese Gefahr – in ihrem Zusammenhang – gewarnt habe??)

  15. @16 „Mir fehlt fast ein wenig die Zeit dafür.“ Schade, dass Sie Ihnen nicht fehlt – denn dann würde hier ein solch abqualifizierender Kommentar über die Menschen, die in Hamburg friedlich demonstrieren, mir erspart bleiben.

  16. Liebe Gitta,
    meine Einschätzung bezieht sich nach meiner Vermutung nicht auf Deine Freundin, weil ich vermute, dass sie nicht gewaltbereit ist (liege ich richtig?). Ich bezog mich auf die Gruppe der Antifanten und des schwarzen Blocks und wie sie alle heißen mögen. Darüber habe ich eine Meinung und dass diese nicht von Wertschätzung geprägt ist, bekenne ich freimütig.
    Und ja: ich nehme Unterscheidungen vor (wer tut das nicht). Und Menschen die „Feuer und Flamme für diesen Staat“ und „Deutschland verrecke“ skandieren und dabei von Staatsknete leben, unterscheiden sich von mir. Übrigens haben diese nach meiner Erfahrung auch äußerst wenig Wertschätzung für mich. Sie fragen nicht lange, sondern brüllen, schlagen, spucken, treten. Aus meinem eigenen Verhaltensrepertoire ist mir das eher nicht bekannt.

  17. @ 16: „der in der Regel keine Mark verdient“

    Sie denken noch in Mark und Pfennig – 15 1/2 Jahre nach Einführung von Euro und Cent.

  18. @21: Habe ich etwas über „friedliche Demonstranten“ geschrieben? Wo lesen Sie das in meinem Beitrag?

  19. @22 Nein, Kerstin Rudek (ruhig mal googeln, sie ist eine bemerkenswerte Frau) organisiert friedliche Demonstrationen.
    Extremismus mag ich in keiner Form. Reagiert habe ich auf die Psychologisierung, da schien ein Menschenbild durchzublicken, das mich erschreckt hat. Ich kenne so viele, die wütend sind (ja, auch auf ihre Eltern), die Drogen nehmen und davon nicht loskommen, und ich kenne ihre Geschichten. Daher finde ich es unangemessen, dem gewaltbereiten Menschen eine solche Verurteilung zur Seite zu stellen. So geht nämlich auch der Umkehrschluss, der tatsächlich auch gezogen und angeführt wird, wenn Menschen über so Betroffene im Leistungsbezug urteilen, ohne für einen Augenblick mit zu bedenken, welcher Schmerz und welche Hilflosigkeit dahinter stehen.
    Und jetzt bin ich erst einmal auf Blogurlaub.
    Alles Gute weiterhin!

  20. @ 25: Den Schmerz und die Hilflosigkeit kenne ich von dieser Klientel. Darauf läßt sich reagieren, wenn sie es zulassen. Es bringt aber nichts, das Gewaltpotential lediglich zu psychologisieren, wenn es in Gruppen performiert wird.

  21. @ 29: Ich halte mich nicht für die Ursache der zunehmenden Blogmüdigkeit einiger wirklich hoch geschätzer Hochkaräter.

  22. @24 Mensch, Herr Eder, Sie sind doch nicht auf den Kopf gefallen! Es teilt sich scheinbar auch etwas mit, über das Sie nicht schreiben. Oder warum glauben Sie, kriegen Sie auch von anderen Mitschreiberinnen Gegenwind zu Ihrem Beitrag?

  23. @ 32: interessante Frage. Würde einiges an metakommunikatorischem Aufwand nach sich ziehen. Und v.a. eine gewaltige Arbeit im Offenlegen der eigenen zugrundeliegenden Überzeugungen, Annahmen, Haltungen, Erfahrungshintergründe …
    Mensch Frau Backes, halten Sie das hier für möglich, leistbar, erwünscht?

  24. Einer der grössten Erfolge von G-20- Gipfeln waren vielleicht etwa die miteinander abgestimmten Konjunkturprogramme, mit denen der katastrophal gefährliche Schaden der Finanzkrise 2008 eingedämmt wurde. Sonst hätte es mal wieder ein 1929ff gegeben – Nach meinem nichtfachgemäßen Eindruck ist das u.a. auch Obama und Merkel/Steinbrück zu verdanken, sonst äßen wir heute vielleicht noch Seife). Allerdings wurde m.E. vorher und hinterher einiges verpasst ……….

    In Sachen Freihandel sind die G-20 nicht erst seit der Wahl Donald Trumps gespalten-ganz im Gegenteil………Das ist eher mal wieder ein Produkt unserer Qualitätspresse und sog. „Journalist/innen“, die 2008 noch Pubertätspickel im Gesicht hatten………

  25. Raten sie mal in welchem Land amazon nur 0,8 Marktanteil hat.

    In den USA liegt der Marktanteil bei rund 50% für ein einziges Online-Unternehmen.
    In D. über 30%, stark wachsend. Steuern keine. Das zahlen nur doofe mittelständische Unternehmen, die nicht weglaufen können.

    China – übrigens…..
    Die bauen ihre eigenen Plattformen (alibaba etc.) aus ………

    Wenn ich dann den Mist lese, der bei ARD, ZDF usw. verbreitet wird. Man glaubt es nicht …………

  26. @35 mir scheint, es geht hier nicht um Offenlegung und Austausch der eigenen zugrunde liegenden Überzeugungen, Annahmen, Haltungen, Erfahrungshintergründe, sondern ums Recht haben. So, und jetzt dürfen Sie mir wieder schreiben, wo ich das aus Ihrem Beitrag herauslese…

  27. @ 0: Wie immer total genial (bloß noch viel, viel genialer): Das Thema in vier Anschlägen (Weltpolitik), die Gruppendynamik in einem Satz (Autopoiesis) – mit dem gleichzeitigen Gegenbeweis gegen die behauptete Gesinnungsdiktatur und den aufgeklärten Absolutismus.

  28. NZZ: (für mich eine der ganzen wenigen deutschsprachigen Publikationen, die man noch mit Gewinn lesen kann)

    „Linksradikale Gewalttäter können in Deutschland mit der Gleichgültigkeit oder Nachsicht eines großen Teils der Gesellschaft rechnen. Ihre Straftaten werden routiniert geleugnet, bagatellisiert oder durch Verweise auf angebliche Repressalien staatlicher Kräfte verständlich gemacht.
    ……

    1. Zu viele deutsche Politiker nehmen linke Gewalt nicht ernst. Im politischen Berlin gilt es für die Mehrheit ……. als ausgemacht, dass die Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden, wenn schon, dann von rechts droht.
    Das einzige Programm der Bundesregierung, das sich dezidiert gegen Linksextremismus gewendet hatte, wurde 2014 von der damaligen Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gekippt. Linker Extremismus sei ein «aufgebauschtes Problem», erklärte die heutige Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, womit sie die Initiatorin des Programms, Kristina Schröder (CDU), als Alarmnudel darstellte. Nennenswerten Widerspruch gab es nicht, auch nicht aus Schröders Partei.

    2. In deutschen Leitmedien konnte man auch diese Woche wieder etliche Versuche finden, linke Gewalt als nachvollziehbar oder sogar folgerichtig darzustellen. «Will die Polizei Hamburg in Schutt und Asche sehen?», fragte etwa ein Kommentator des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, nachdem Beamte ein legales Zelt-Camp geräumt hatten. Die Maßnahme war zweifelsohne kritikwürdig. Der Kommentator fragte allerdings nicht, ob die Drohung der Autonomen, den «Bullen» das Leben zur «Hölle» zu machen, ein Grund gewesen sein könnte, die Versammlungsfreiheit einzuschränken. Stattdessen raunte er etwas von nordkoreanischen Zuständen. Oder «Spiegel Online»: Dort erfuhren die Leser noch am Donnerstag Morgen, dass die G-20-Proteste in der Hansestadt «bislang eine einzige große Strassenparty» gewesen seien. Dabei hatte es zu dem Zeitpunkt bereits etliche Anschläge gegeben, etwa auf das Gelände eines Porschegeschäfts, auf dem mehrere Fahrzeuge ausbrannten.

    3. Für die Linke gehört die Selbstwahrnehmung als Milieu, das gegen irgendwen «da oben» kämpft, zum Wesenskern.

    Das ist auch in Deutschland so, wo die bürgerliche Kanzlerin vom Atomausstieg über die Frauenquote bis zur Ehe für alle zentrale Politikfelder im Sinne der Linken umgepflügt hat.

    Staat: Das ist und bleibt der Gegenpol, auch dann, wenn man ihn längst erobert hat. Er ist nichts, was man mitträgt, oder dem man, Gott bewahre, dient.

    Dieser alte, von der Realität nicht zu besiegende Antagonismus – hier die Linke, da die Macht – speist bis heute die Gewalt und ihre Verharmlosung in diesem Milieu. Er sorgt dafür, dass selbst arrivierte Leute, die Steuern zahlen und nie selbst einen Stein gegen einen Polizistenkopf werfen würden, das Treiben der Autonomen mit großem Verständnis begleiten. Diese bedankten sich kurz vor Beginn ihrer Ausschreitungen im Netz für den tollen Rückhalt in der Hamburger Zivilgesellschaft. „

  29. @ 43: Die NZZ ist eine freisinnig-demokratische Zeitung und ihr Blick auf den übermächtigen Nachbarn im Norden ist dementsprechend kritisch, vor allem was den Umgang mit linksradikalen Randalierern betrifft. Diese beschädigen das Ansehen der verantwortungsbewusst Protestierenden so wie die Hooligans das der richtigen Fußballfans.

  30. weshalb verkaufen sich Katastrophenmeldungen, Skandale, Prügeleien, Mord und Totschlag immer (noch) besser als alle möglichen Friedlichkeiten?

    Weil letztere in der Regel so langweilig sind? 😴

  31. @11
    Einerseits traurig
    Andererseits immerhin ein Pflänzchen von Selbsterkennung.

  32. Sl*****jk: (In „Globen“)
    „Die Expansionsakteure (Anm.: ob damals seit 16hundert die Eroberer oder heute die internationalen Konzerne) salvieren sich bei ihrem zugreifenden Tun durch eine Theorie der moralischen Lücke: Es scheint, wollen sie sagen, Zeiten zu gebe, in denen das Handeln schneller sein muss als das Recht, und in eine solche Zeit ist unser Leben gefallen.
    Was in regulären Zeiten Plünderer wären, sind in der historischen Lücke Pioniere ; was in verrechtlichen oder posthistorischen Jahren Verbrecher wären, sind in der Turbulenz der Geschichte Helden……“

    z.B. die EU hat google (gegr. 1998) nach 10 Jahren Verfahren (immerhin!!) eine Milliardenstrafe aufgebrummt, die aber die nächsten Jahre noch in alle möglichen Berufungen geht.
    Inzwischen ist der Konzern so groß und hat sich so viele Wettbewerbsvorteile auf Kosten anderer verschafft, dass er diese aus der Portokasse bezahlt.

    M.E. hat Trump recht: Multilaterale Vereinbarungen sind bei den gallopierenden, jeder Kontrolle entzogenen Entwicklungen – viel, viel zu träge und langsam.
    Ich sehe als eine Möglichkeit die

    RE-REGIONALISIERUNG

    und staatliche Regelungen,

    wo immer dies möglich ist.
    (In anderen Bereichen: selbstverständlich internationale Zusammenarbeit)

  33. @49 Danke, für dieses Bild, das auch auf mich eine ungeheuere Symbolwirkung hat.

    @50: das läßt in der Tat hoffen, vor allem dahingehend,
    daß es doch noch Menschen gibt, die auch Augen für Wesentliches haben.

  34. „Die Paare, die Kommunen, die Chöre, die Teams, die Völker und Kirchen, sie sind ohne Ausnahme engagiert in fragilen Raumschöpfungen gegen den Vorrang der …..Hölle.

    Nur in solchen selbsterschaffenden Gefäßen wird wirklich, was das verwelkte Wort Solidarität in seiner radikalsten Sinnschicht meint“

    Ich erlebe das so!
    Nicht in einer universalisierten Rhetorik, die real und in größerem Maßstab leider eher eine universalisierten Hilflosigkeit bedeutet.

  35. @ 55: Solidarität gegen die (kapitalistische) Hölle!

    Georgy hat nicht verstanden, um was es dabei geht?

  36. @56: Nicht nur…
    zum einen hat mich ich die Idee des Protestes in dieser künstlerischen Form begeistert.
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Graue-Gestalten-gegen-G20,kulturjournal5416.html

    zum anderen eröffnet sich dadaurch auch unmittelbar Resonanzräume …
    Und wer sich darauf einläßt, versteht auch , was damit gemeint ist bzw.
    reagiert in irgendeiner Form darauf

    Die Bilder bewegen unmittelbar … und das Bild mit dem Kind finde ich einfach grandios.

  37. @ 59 ja, dieser Film ist super. Nicht nur die Vermummten vom Schwarzen Block, auch der georgy sollte ihn sich ansehen…

  38. Ein Freund von mir, der im Norden lebt, schrieb gestern auf Facebook:
    „Diese schwarzen Menschen, ihre Anhänger und die Anti-Alles-Front der Grund- und Menschenrechtsverteidiger haben jetzt eine Kita in HH-Ottensen angesteckt, in dem meine Schwägerin arbeitet. Die Kinder freuen sich über diese Form pädagogischer Früherziehung im Bereich politischer Selbstbestimmung und Mündigkeit. Gut dass die Bundesregierung immer so weitsichtig ist, wenn sie ihre Tagungen plant. „Welcome to Hell!““
    und weiter:
    „So kann ich etwa nicht verstehen, wie man als nicht gewaltbereiter und halbwegs gebildeter Demonstrant nach diesen Ereignissen einfach weiterdemonstrieren kann. Bei mir würden das schon die Schamgrenze und der Schrecken über diese Auswüchse verbieten. Ich möchte nicht einmal in die assoziative, geschweige denn räumliche Nähe mit solchen Arschlöchern geraten wollen! Dass die “normalen“ Betoffenheitsdemonstrierer aber einfach weitermachen, gibt mir schon zu denken – jenen offenkundig nicht, weil da einfach in der Erziehung was gefehlt hat. Und da wären wir dann auch im Bereich unterirdischer zerebraler und emotionaler Kapazitäten.
    Inhaltlich kann ich schon die Heftigkeit der Kritik bereits am bloßen Zusammentreffen der G20 nicht nachvollziehen. Es gibt doch wahrlich Schlimmeres und Bedeutsameres für oder gegen das man eintreten könnte. Ich wäre bei einer Demonstration gegen die Anti-G20-Demonstranten dabei und würde für mehr Hirn und weniger Ideologie gerne auf die Straße gehen“

  39. Burn out?
    Nur eine Definitionsfrage nach DSM IV / V?
    nur was bzw. brennt, kann auch ausbrennen. ….

    Gut versichert, kein Problem ….?
    denn dann das zahlt das ganz bestimmt die Versicherung

    Ach, was würden wir denn machen,
    wenn wir keine Vollkasko- Mentalitäten hätten?

  40. „Gewalt ist immer eine Option“ (Harald Welzer)

    Es wird sie im 21. Jahrhundert weiter geben; überaus wahrscheinlich sogar in bisher nicht gekannten Ausmaß. (=conditon humaine)

  41. Polizei, Politik und Justiz sind schuld an der Eskalation von Gewalt, Zerstörung und Riot.
    Das Hamburger Abendblatt schreibt: „Die rigoros vorgehende Polizei setzte wiederholt Wasserwerfer und Pfefferspray ein und trieb die rund 12.000, in der Mehrzahl friedlichen Teilnehmer auseinander.“
    Die F.A.Z. schreibt: „Hamburg war eine Eskalation mit Ansage. Polizei und Innensenator haben seit langem vor der Gewalt gewarnt.“ http://www.faz.net/aktuell/g-20-gipfel/chaos-beim-g-20-gipfel-die-suenden-von-hamburg-15097227-p2.html Der Autor, Online-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron, ist gebürtiger Hamburger und fordert: „Und es bedeutet ein Umdenken in der Justiz, denn dort werden Versammlungen mit einer erwartbaren Gewaltkomponente und einer europaweiten Magnetfunktion wie die „Welcome to Hell“-Demo genehmigt, dort werden immer wieder zu milde Strafen für Gewalttäter ausgesprochen. Wenn die Justiz der Polizei in den Rücken fällt, hilft der konsequenteste Einsatz nichts.“

  42. Die Gewalttäter wurden alle als Kind eindeutig zu wenig gestreichelt.
    Man muss auch mal die „Was-haben-wir-nur-falsch-gemacht-Frage stellen, um uns dann selbst die
    Wir-waren-einfach-nicht-nett-genug-zu-ihnen-Antwort zu geben.

    Sie sind halt so scheiße drauf, weil sie kein Bedingungsloses Grundeinkommen (KAUTG = Keine-Arbeit-und-trotzdem-Geld bekommen.)
    Margot Käßmann wird ihnen in Liebe begegnen. Richard David Precht eine Sendung für sie machen………Kathrin-Göring-Eckardt wird in der nächsten Koalition den Anteil der Sozialarbeiter an der erwerbsfähigen Bevölkerung mit Staatsknete auf 40% erhöhen.

  43. Gewichtiger, bedenkenswerter Vorwurf aus vergrünisierter oder geschwätzwissenschaftlicher Ecke an Trolle von einer gefährlichen Nazität (wie Georgy):

    „Ihre Dummheit kann man den Dummen nicht vorwerfen. Aber so dumm zu sein, sich von uns nichts sagen lassen zu wollen, spaltet die Gesellschaft.“

  44. G20-Bilanz: „Trotz weiter massiven Streits mit den USA bei Klimaschutz und Welthandel haben Spitzenpolitiker die Ergebnisse des ersten G20-Gipfels in Deutschland verteidigt. Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden. Sie hätten in einigen Bereichen durchaus gute Ergebnisse erzielt. UN-Generalsekretär António Guterres wertete das Treffen als Erfolg. Der Gipfel der Gruppe führender Wirtschaftsnationen sei «kein Fehlschlag» gewesen, betonte er in den ARD-«Tagesthemen». Er verwies darauf, dass die USA und Präsident Donald Trump im Streit um den Klimaschutz isoliert worden seien.“ (Quelle: dpa)
    „Nach den schweren Krawallen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg hat Bürgermeister Olaf Scholz eingeräumt, dass er sein Sicherheitsversprechen an die Bürger nicht eingehalten hat. «Das ist sehr bedrückend, dass uns das nicht gelungen ist». Das sagte der SPD-Politiker in einem ARD-«Brennpunkt». Für den größten Polizeieinsatz in der Hamburger Nachkriegsgeschichte seien 20.000 Einsatzkräfte mit aller notwendigen Technik aus ganz Deutschland geholt worden. Trotzdem sei es nicht gelungen zu verhindern, dass sehr brutale Gewalttäter zum Beispiel Autos anzünden.“ (Quelle: dpa)
    „Die Polizei erklärte, seit Beginn der Proteste gegen den G20-Gipfel seien 144 Personen festgenommen und 144 weitere in Gewahrsam genommen worden.“ (Quelle: dpa)
    „Vom Samstag übrig bleibt (…) auch der Eindruck, dass im Laufe des Tages mehr als 50.000 Demonstranten friedlich durch Hamburg gezogen sind, um gegen den G20-Gipfel zu protestieren.“ http://www.tagesspiegel.de/politik/newsblog-zum-g20-gipfel-hamburger-polizei-greift-im-schanzenviertel-durch/20035698.html

    Kommentar: Die G20-Treffen sind Versuche, die sich vertiefenden Krisen in einer multipolar gewordenen Welt konkurrierender Mächte zu managen. Dieses Krisenmanagement soll der Bevölkerung als Lösung der grundlegenden Menschheitsprobleme durch die Herrschenden verkauft werden (Klima, Ressourcen, Gerechtigkeit und Menschenwürde in Produktion und Distribution). Doch das gemeinsame Krisenmanagement geriet aufgrund der zunehmenden Konkurenz der kapitalistischen Länder selbst in eine Krise, sodass wachsende Teile der Bevölkerung demokratischere und zukunftsfähigere Lösungsansätze und einen Systemwechsel fordern.

  45. Zwielichtiges Spiel: „Es ist ruhig im Hamburger Schanzenviertel, bisher ein lauer Freitagabend, noch ist das Chaos nicht über den Stadtteil hereingebrochen: Die Menschen flanieren, trinken und essen auf dem Bürgersteig. Um 19.51 Uhr schreckt ein Knall sie auf. Passanten rufen, ein Mann habe in die Luft geschossen und mit seiner Pistole herumgefuchtelt, um Umstehende abzuschrecken.

    Die Polizei will eine Panik vermeiden und vermeldet keine Stunde später, ein Zivilfahnder habe „nach derzeitigem Erkenntnisstand“ einen Warnschuss abgegeben. Der Beamte habe zwei Männer gesehen, die auf einen am Boden Liegenden eingetreten hätten. Er habe sich als Polizist zu erkennen gegeben und die Angreifer aufgefordert, von dem Mann abzulassen. Dann habe er in die Luft gefeuert – in Nothilfe. Doch die Darstellung ist womöglich nicht ganz richtig gewesen.

    Ein Team von SPIEGEL und SPIEGEL TV hat die Umstände des Schusses noch in der Nacht zu Samstag rekonstruiert. Videos, Augenzeugen, aber auch der Betroffene selbst erzählen eine etwas andere Geschichte, in der nicht vollständig klar erscheint, ob der Beamte wirklich zur Waffe greifen musste. Womöglich tat er es, weil er den Bedrängten für einen Kollegen hielt – fälschlicherweise.

    „Er dachte, ich wäre auch ein verdeckter Ermittler.“

    Der von Autonomen bedrängte Stefan Heber (Name geändert) aber ist kein Polizist, er arbeitet nach eigenen Angaben in der IT-Branche, auch betreibt er ein Reiseblog, wohl als Hobby. Am Freitagabend sei er aus Neugier ins Schanzenviertel geradelt, er habe sich selbst ein Bild des Geschehens machen wollen, sagt er. In der Susannenstraße sieht der 40-Jährige, wie sich eine Gruppe Linksradikaler vermummt. Er habe sie dabei filmen wollen, so Heber. Und als sie ihn bemerken und zur Rede stellen, reagiert er trotzig: „Natürlich habe ich euch fotografiert.“ Im Nachhinein sei das „naiv und dumm“ gewesen, gibt er zu. (…) “

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g20-einsatz-in-hamburg-warum-ein-polizist-in-der-schanze-schoss-a-1156822.html

  46. @47: Danke für ihre Meinung, dass man z.B. AFD-Wähler ausgrenzen, bedrohen, denunzieren, das Auto anzünden, die Wohnung beschmieren, deren Familien und Kinder bedrohen „ich weiß, wo du wohnst…….“, die Reifen an den Seitenwänden (höchst gefährlich) mit Nägel bestücken sollte……usw.

    Sie Superdemokrat handeln wohl nach der auch hier im Block schon sehr verbreitet (gewesenen??) Devise:

    „Gegenmeinungen kommen doch bloß von solchen, die sich durch ihre Einstellung disqualifizieren.“

  47. Sie haben es 100mal vorgemacht:

    „Ein Linker ist imstande, der Forderung eines Rechtsparteilers nach mehr Grünflächen in Bahnhofsnähe mit dem Ruf „Nie wieder Faschismus“ entgegenzustreten.“

    In 47 steckt dasselbe, wie es in vielen Kommentaren anklang: Es schadet nichts, wenn man bei der „Selbsterkenntnis“ etwas „unterstützt“ wird. „Gelehrte“ haben vielfach geschrieben: WIR denken so, also richtig. Bei manchen ging es noch deutliche Schritte weiter, wie sie wissen, aber wohl gerne überlesen……..

    Auch bei ihnen gab es Statements, die rechtlich mehr als bedenklich sind, und – wären sie von der Gegenseite – heute gelöscht würden.

  48. Von offizieller Seite, von der Polizei, aber auch von privaten vereinzelten Individuen hört und liest man in den letzten Tagen „ganz neu – noch nie – total überraschend“ bei der Beschreibung von Aus- und Einschreitungen. Was ist denn neu im Vergleich zu 68 und den ganzen ersten Maien, manchen Ostermärschen, Brokdorf, Hamburger Kessel, Schlacht am Tegeler Weg?

    http://www.idverlag.com/BuchTexte/FeuerUndFlamme/FF2.html

    Nun gut, ich bin nicht nach Hamburg geradelt aus Neugier, wie dieser Stefan Heber. Hab eher gelangweilt darüber in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen ein bisschen Blaulicht gesehen und emotional-naive Meinungskommentare gehört. Wobei die Emotionalität doch aufgesetzt erschien.

    Neu aus meiner Sicht allein, dass fast jeder ud jede ein drahtloses Telefon mit eingebauter Kamera hat und trotz aller Betroffenheit den Ton vergisst und belanglose Stummfilmchen zeigt, sodass alles bestens aber zusammenhanglos dokumentiert erscheint.

  49. @88: Kann ich nicht nachvollziehen und finde ich (!) vollkommen albern und lächerlich (gesagt ohne jeden Wahrheitsanspruch, d.h. meine persönliche Bewertung und nicht als Diagnose zu verstehen).

  50. G-20 Hamburg räumt auf.

    Auch die Verantwortlichen von Politik und Polizei standen heute live in einer stundenlangen, detaillreichen Pressekonferenz den Journalisten Rede und Antwort . (Hartmut Dudde [Einsatzleiter]; Andy Grote [Innensenator]; Timo Zill [Polizeipressesprecher]; Olaf Scholz [Erster Bürgermeister]; Ralf Martin Meyer [Polizeipräsident]). 500 verletzte Polizisten sprechen für mich eine deutliche Sprache, wer letztlich seinen Kopf hingehalten hat beim Versuch Schlimmeres zu verhindern. Ich wünsche den Verletzten gute Besserung.

    Polizeiperspektive auf Teilnehmer des „schwarzen Blocks“ (vermummte Krawall- und Randaletouristen) in Videosequenzen, welche auf der Pressekonferenz gezeigt wurde (7min):

    https://www.youtube.com/watch?v=AAcpg-3obNg

    Selektive Bilder, welche zur Interpretation einladen.

    Ich finde es ein wirklich krasses Paradoxon, wie der aufheizende Schreihals im Hintergrund über die Lautsprecher Polizisten pauschal als zu bekämpfende Feinde diffamiert und quasi so Gewalt gegen Polizisten fördert, wenn nicht sogar dazu auffordert.

    Die Lust an der Zerstörung demokratischer Grundwerte und Missachtung von Privateigentum eint Hooligans und gewählte Autokraten.

  51. „Es gibt in jeder Gesellschaft, gerade in einer demokratisch verfassten, eine Verantwortung des Einzelnen, die der Staat nicht übernehmen kann. Demokratie ist die edelste Staatsform, aber es ist eine Staatsform, die nicht nur Freiheit gewährt und schützt, sondern auch Verantwortung verlangt. Demokratie verlangt Engagement und zwar über Wahlen hinaus. Sie verlangt Meinungsbildung, Beschäftigung mit den Themen, die das Gemeinwesen prägen und verändern. Diese Verantwortung haben etwa diejenigen angenommen, die in Hamburg an vielen Orten friedlich, aber unüberhörbar demonstriert haben – die ganz überwiegende Mehrheit.“

    „In den vergangenen Jahren hat sich im politischen Diskurs, auch getrieben durch die Verbreitungsmöglichkeiten digitaler Plattformen, eine Verrohung ausgebreitet, die zum Teil erschreckende Ausmaße erreicht hat. Diese Verrohung des Diskurses, das Belegen des Staats und seiner Institutionen mit übelster verbaler Verachtung, hat
    sich in Hamburg auf der Straße manifestiert. „Ganz Hamburg hasst die Polizei“, war der häufigste Schlachtruf – und es war der perverseste, weil die ganz große Mehrheit dieser Stadt vor allem einen Typus hasst: den des politischen Gewalttäters, den Täter sinnloser Zerstörung.“

    „Wer zu einer Demonstration mit dem Titel „Welcome to Hell“ aufruft und damit die Höllenengel aus ganz Europa einlädt, legt Feuer an das Fundament dieser Gesellschaft. Und wer anschließend, wie Beuth, beklagt, dass sich der Mob im
    eigenen Viertel, nicht aber in den Wohlstandsvierteln der Stadt ausgetobt hat, pflegt einen Zynismus, der in sich schon gewalttätig ist.“

    „In Hamburg ist nicht die Taktik der Polizei gescheitert, sondern die Taktik einer Gesellschaft im Umgang mit ihren radikalen Rändern.“

    Komplett hier: http://www.faz.net/aktuell/g-20-gipfel/g-20-krawalle-wer-in-hamburg-wirklich-versagt-hat-15098574.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

  52. Albertz zurücktreten

    Nehmen wir einmal als Messlatte den Schahbesuch 1967. Danach müsste jetzt Scholz zurücktreten nach dem Vorbild von Albertz damals in Berlin.

  53. Da gibt es also die Menschen, die unbedingt zu den Guten gehören wollen. Ihr Gutsein läuft darauf hinaus, immer verstehen zu wollen und vielleicht auch „Gründe“ dafür konstruieren zu können. Zweifelsohne eine sehr schlechte Voraussetzung, um Denken und Nachdenken ins Spiel zu bringen.
    Und dann gibt es diejenigen, die Grenzen ziehen. Vieles spricht dafür, dass wir uns darüber einigen, was wir auf keinen Fall haben wollen. Solange wir in einem Gemeinwesen wie dem unsrigen leben, sollte Gewalt und Zerstörung nicht dazugehören.
    Wer Veränderung will, muß sich Leuten wie dem schwarzen Block entschieden entgegenstellen.

  54. „Wir, die Staats- und Regierungschefs der G20, sind am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg zusammengekommen, um die wichtigsten globalen wirtschaftlichen
    Herausforderungen anzugehen und zu Wohlstand und Wohlergehen beizutragen.
    Die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern und eine vernetzte Welt zu
    gestalten – darin liegt das gemeinsame Ziel der G20 als unser wichtigstes Forum der
    internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit.“
    Darin der Satz: „Wir verpflichten uns dazu, die besonderen Bedürfnisse von Flüchtlingen und Migranten zu berücksichtigen, und, wenn zutreffend, ihnen eine sichere Heimkehr zu ermöglichen.“ (Seite 17)
    https://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2017/07/2017-07-08-abschlusserklaerung-g20.pdf?__blob=publicationFile&v=2

  55. Nepotismus? Donald Trump ließ sich am Samstag durch seine Tocher Ivanka vertreten. „Angela M ist einverstanden“, schrieb er auf Twitter, wie um das Vorgehen zu legitimieren. Der amerikanische Präsident nutzte die Gelegenheit auch, um in einem weiteren Tweet abermals gegen die Medien und seine ehemalige Konkurrentin Hillary Clinton zu wettern: Würde Chelsea Clinton gefragt werden, den Sitz ihrer Mutter zu übernehmen, würden die „Fake News“ dies mit einem „Chelsea for Pres!“ – „Chelsea soll Präsidentin werden“ – feiern. Die frühere „First Daughter“ konterte, ebenfalls auf Twitter: „Guten Morgen, Herr Präsident. Es wäre meiner Mutter oder meinem Vater niemals eingefallen, mich zu fragen. Haben Sie unser Land preisgegeben? Ich hoffe nicht.“
    http://www.faz.net/aktuell/g-20-gipfel/g-20-verhandlungsrunde-ist-trump-gleich-trump-15100141.html

  56. Kriminalsoziologe Dr. Wöhl-Müller hat die Ausschreitungen untersucht.
    Die Polizeiausbildung wird verbessert, mehr Geld für Therapien und Jugendclubs wird für die Problemviertel bewilligt, und alle gehen gemeinsam zur Schule.

  57. Gemeinsamer Schulgang mit Schwarzen Blöcken in der Mitte

    #97 Unglaubliche Meldung von Georgy am 11. Juli 2017 um 10:58

    „Kriminalsoziologe Dr. Wöhl-Müller hat die Ausschreitungen untersucht.
    Die Polizeiausbildung wird verbessert, mehr Geld für Therapien und Jugendclubs wird für die Problemviertel bewilligt, und alle gehen gemeinsam zur Schule.“

    Sollen sich die B… äh Polizisten abends in den Jugendclubs austoben und morgens in den Gemeinsamschulen den Hauptschulabschluss nachholen?

    Wie teuer ist denn die Therapierung derjenigen Polizisten, die sich mit eingerissenen Fingernägeln krank melden?

  58. #95 Michael S. twittert am11. Juli 2017 um 9:03 u.a. den Satz
    „Wir verpflichten uns dazu, die besonderen Bedürfnisse von Flüchtlingen und Migranten zu berücksichtigen, und, wenn zutreffend, ihnen eine sichere Heimkehr zu ermöglichen.“

    Was muss denn nun zutreffen?

    Besondere Bedürfnisse müssen vorhanden sein?
    Wir, d.h. nicht nur einer, müssen berücksichtigen?
    sichere Heimkehr = sichere Reise auch wenn diese im Knast oder noch schlimmer endet?

  59. @ 100: Stimmt, schwammiger geht’s kaum.

    Ich habe diesen Satz herausgegriffen, um mit dieser wachsweichen Konsensformel der G20-Politiker die Diskussion mit Herrn Georgy und Herrn Eder über die deutsche Flüchtlingspolitik wieder in Gang zu bringen. Immerhin hat Recep Tayyip Erdoğan diesen Satz unterschrieben.

  60. Die 13 Tatverdächtige, die von einem Dach mit schweren Steinplatten und Molotow-Coctails auf Polizisten geworfen haben, sind alle wieder frei.

    Kriminalsoziologe Dr. Wöhl-Müller:
    „Der G-20 Gipfel ist ja zu Ende. Da besteht keine Wiederholungsgefahr mehr. Wenn wir davon ausgehen, dass die bis zur Verurteilung Unschuldige aus dem Problembezirk kommen, dann haben sie jedenfalls einen festen Wohnsitz, es besteht also kein Haftgrund.
    Statt hier ein unbezahlbares Verfahren einzuleiten, müssen wir endlich die Ursachen angehen. Die Schere zwischen Arm und Rich zum Beispiel, die Ungleichheit bei den Bildungschancen. Die Polizei hat versagt, sie hat zu wenig getan, um Vertrauen in den Problemschichten zu gewinnen. Sie sollten sollte die Lage deeskalieren.“

  61. „Die operative Fallanalyse, bekannt als Profiling, ist abgeschlossen. Jetzt liegt es in der Verantwortung der Medien, hier nicht von Monstern zu reden. Da siech der Vorfall zwar am Rande des Problembezirks ereignet hat, aber nicht darin, fällt er nicht die Statistik der Problembezirksprobleme, also dass da niemand mit einem Generalverdacht ankommt. Die Taten sind als Hilferuf zu werten. Und als solche müssen wir die Sache ernst nehmen. „

  62. Die AFD (unvermummt, aber rechtspopulistisch, ach was, rechtsRADIKAL) sprach von im Falle der schweren Steinplatten, der Molotow-Coctails (geworfen von einem Dach) von einem Mordversuch an Polizisten, die sie in einen Hinterhalt im Treppenhaus des betreffenden Hauses locken wollten. Dort lagen potentiell tödliche Zwillen mit Stahlkugeln bereit.

    Ein Reporter hakt bei Dr. Wöhl-Müller nach: „Heißt das, eine falsche Polizeistrategie hat dazu geführt, dass hier jemand zur falschen Zeit am falschen Ort war?“
    Dr. W-M: „Das muss man bejahen“.
    „Heißt das ja?“
    „Ja“

  63. „…Völlig aus der medialen Berichterstattung fiel ein zweitägiger, international besetzter „Gipfel der Solidarität“, der auf zwölf Podien und über 70 Workshops mit WissenschaftlerInnen, AktivistInnen und PolitikerInnen aus über 20 Ländern die Kritik an der herrschenden Politik der G20 erörterte und über Alternativen und Strategien zur Durchsetzung einer solidarischen Weltordnung diskutierte. Die G20 verteidige ein System, das die soziale Ungleichheit auf die Spitze treibt…“
    https://www.heise.de/tp/features/Was-die-Gewalt-bei-den-G-20-Protesten-verdraengt-3771033.html

  64. Es muss noch berichtet werden wie die Sache mit der Hetze der AFD (@106) und der besonnenen Einordnung der Ereignisse durch Herrn Dr. Wöhl-Müller (@98, 104) ausging:
    Der Etat für Kampf gegen rechts wurde auf 100 Mio. aufgestockt und die R2G-Landesregierung Thüringen wird ihre schon bisherige Praxis verstärken, Busse mit Fahrten zu schlagkräftigen Demos gegen rechts zu finanzieren.

    Da muss einfach klare Kante gezeigt werden……..

  65. „Da seit mehreren Tagen keine Startseite oder Titelseite dieses Landes mehr ohne “RANDALE!!1!” auskommt, haben wir in dieser Sendung die Perspektive der überwiegenden Mehrheit der Demonstrierenden abgebildet.

    Und diese Perspektive ist die einer überwältigenden gewaltfreien Mehrheit, die einfach nur friedlich demonstrieren wollte, und das auch getan hat. Erlebt haben diese Menschen teilweise traumatisierende Gewalt.

    Davon, und von den rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen und Folgen handelt diese Episode.“
    https://logbuch-netzpolitik.de/lnp225-dringende-bitte

  66. „Gipfeltreffen sind die Hochämter staatspolitischer Inszenierung. Ihr Maximalerfolg liegt im Minimalkonsens. Doch müssen sie deshalb so nutzlos sein, wie viele behaupten? – Die Luzerner Soziologin Bettina Heintz geht der „Unverzichtbarkeit von Anwesenheit“ in globalen Verfahrenssystemen auf den Grund.“
    https://sozialtheoristen.de/2017/07/09/auf-der-weltbuehne/
    Lesenswert, – nur beim Lesen des letzten Satzes haben sich bei mir nicht wenige Gehirnzellen verknotet: „Nur wer unvermeidbare Inszenierung von Politik nicht für unwahrscheinlich hält, kann sichergehen, am Ende allen Entscheidens weniger enttäuscht zu sein.“

  67. @ 114: Wer weiß, dass Politiker zum Schauspielen neigen, erleidet weniger Enttäuschungen.

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