Get Out

Um wieder mal einen Film zu empfehlen: „Get Out“.

Es handelt sich um einen der besten Schwarz-weiß-Filme (vollständig in Farbe), die ich seit langer Zeit gesehen habe.

Eine junge, weisse Frau aus guten Verhältnissen besucht mit ihrem schwarzen Freund ihre Eltern auf dem Land. Die Eltern, sie Psychotherapeutin, er Neurochirurg, stellen sich als typische, aufgeklärte LIberale dar, die sich bemühen, deutlich zu zeigen, dass sie keine Rassisten sind.

In unübertreffbarer Feinheit und Genauigkeit wird gezeigt, was dies für eine Art des Rassismus ist. Das wird besonders deutlich bei einem Fest, zu dem noch viele andere solcher Leute eingeladen sind und sich analog verhalten.

Die Schwarzen im Film sind allesamt, außer dem jungen, etwas indolent erscheinenden Begleiter einer älteren Dame, Bedienstete, die ein synthetisches Lächeln und eine ebenso künstlich erscheinede Begeisterung für die Familie der Freundin des Fotografen zeigen.

Ich will hier die Spannung nicht nehmen für alle, die sich diesen Film ansehen wollen. Er wird als Horrorfilm angekündigt, und nach Verlassen des Kinos fragt man sich, ob die letzten zehn MInuten, in denen es zu einer Gewaltorgie kommt, oder die pseudoharmonische, den Rassismus leugnende Phase vorher der eigentlich Horror war.

Mir wurde jedenfalls deutlich, dass gewalttätige Reaktionen, wie sie im Film gezeigt wurden, die Reaktionen auf einen kaschierten Rassismus sein können, der allein das psychische – und oft auch physische – Überleben seiner eigentlich nicht zur Gewalt neigenden Opfer ermöglicht.

2 Gedanken zu “Get Out

  1. Die These des letzten Absatzes zur Verdeutlichung verkürzt: Gewalt ist die Reaktion auf einen kaschierten Rassismus, der das Überleben seiner Opfer ermöglicht.

    Wer sind die Opfer (die Schwarzen)?
    Was ermöglicht Rassismus (das Überleben der Schwarzen)?

  2. @1: ? (scheint mir etwas wirr, aber vielleicht war mein letzter Absatz ja unverständlich – zumindest, wenn man den Film nicht gesehen hat.)

Schreibe einen Kommentar