Nationalhymne

Da die deutsche Nationalhymne nicht so richtig hymnisch wirkt, fordert eine Petition an den Bundestag die alte Weekend-Westhymne („Einigkeit und Recht auf Freizeit“) mit der alten Morgenmuffel-Osthymne („Aufgestanden als Ruine“) zu verschmelzen. Die Petition bedarf noch der öffentlichen Zustimmung. Insgesamt müssen in der Zeit vom 1. – 28. Februar 50.000 Bürger unterschrieben haben (= das Volk). So richtig scheint aber der Nerv dieses Volkes nicht getroffen worden zu sein. Schließlich haben bis vorgestern erst 22 Personen unterschrieben. Schade. Wieder ein Versuch, durch direkte Demokratie das Volk mehr in die politischen Entscheidungen  einzubeziehen, gescheitert (wahrscheinlich – es sind ja noch ein paar Tage, in denen die Petitesse unterschrieben werden kann).

Quelle: Petition fordert Verschmelzen von Nationalhymne mit DDR-Hymne | Welt

9 Kommentare zu „Nationalhymne

  1. Eine Petition macht noch keine direkte Demokratie. Die Amis sind ohnehin noch bei der 200 Jahre alten Fassung mit dem Wortlaut: „Deutschland, Deutschland über alles“. Angesichts von „Make Amerika GREAT again“ klingt das schon fast prophetisch…

  2. Text der ehemaligen DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“
    1. Strophe
    Auferstanden aus Ruinen
    Und der Zukunft zugewandt,
    Lass uns dir zum Guten dienen,
    Deutschland, einig Vaterland.
    Alte Not gilt es zu zwingen,
    Und wir zwingen sie vereint,
    Denn es muss uns doch gelingen,
    Dass die Sonne schön wie nie
    Über Deutschland scheint.

    2. Strophe
    Glück und Frieden sei beschieden
    Deutschland, unserm Vaterland.
    Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
    Reicht den Völkern eure Hand.
    Wenn wir brüderlich uns einen,
    Schlagen wir des Volkes Feind!
    Lasst das Licht des Friedens scheinen,
    Dass nie eine Mutter mehr
    Ihren Sohn beweint.

    3. Strophe vom „Lied der Deutschen“
    Einigkeit und Recht und Freiheit für
    das deutsche Vaterland,
    danach lasst uns alle streben brüderlich mit
    Herz und Hand.
    Einigkeit und Recht und Freiheit sind
    des Glückes Unterpfand.
    Blüh‘ im Glanze dieses Glückes, blühe
    deutsches Vaterland!

  3. @1-2 Haben Sie denn die Satire des Threads, bzw. die Adressaten an welche diese gerichtet ist (aufgrund des faktisch Beobachtbaren) verstanden Herr S.?

  4. @ 3: Okay, die Sprachspielereien von Professor Simon habe ich für nebensächlich erachtet. Die Petition ist jedenfalls nicht satirisch gemeint. Professor Simon könnte ja eine Petition mit seinem Text einreichen, wenn er möchte.

  5. Wenn schon „Einigkeit und recht viel Freizeit“, dann aber bitte von „Rammstein“ intoniert!

  6. Wenn schon eine deutsche Nationalhymne, dann bitte „Freude, schöner Götterfunken“!

    Freude, schöner Götterfunken,
    Tochter aus Elysium,
    wir betreten feuertrunken,
    Himmlische, dein Heiligtum.
    Deine Zauber binden wieder,
    was die Mode streng geteilt,
    alle Menschen werden Brüder,
    wo dein sanfter Flügel weilt.
    Seid umschlungen Millionen!
    Seid umschlungen Millionen!
    Diesen Kuß der ganzen Welt.
    Brüder überm Sternenzelt
    muss ein lieber Vater wohnen.

    Wem der große Wurf gelungen,
    eines Freundes Freund zu sein,
    wer ein holdes Weib errungen,
    mische seinen Jubel ein!
    Ja, wer auch nur eine Seele,
    sein nennt auf dem Erdenrund,
    und wer’s nie gekonnt, der stehle
    weinend sich aus diesem Bund.
    Was den großen Ring bewohnet,
    huldige der Sympathie!
    Zu den Sternen leitet sie,
    wo der Unbekannte thronet.

    Freude trinken alle Wesen
    an den Brüsten der Natur,
    alle Guten, alle Bösen,
    folgen ihrer Rosenspur.
    Küsse gab sie uns und Reben,
    einen Freund, geprüft im Tod;
    Wollust ward dem Wurm gegeben
    und der Cherub steht vor Gott.
    Ihr stürzt nieder, Millionen?
    Ahnest du den Schöpfer, Welt?
    Such ihn überm Sternenzelt,
    über Sternen muß er wohnen.

    Freude heißt die starke Feder
    in der ewigen Natur,
    Freude, Freude treibt die Räder
    in der großen Weltenuhr.
    Blumen lockt sie aus den Keimen,
    Sonnen aus dem Firmament,
    Sphären rollt sie in den Räumen,
    die des Sehers Rohr nicht kennt.
    Froh, wie seine Sonnen fliegen
    durch des Himmels prächt’gen Plan,
    laufet, Brüder, eure Bahn,
    freudig wie ein Held zum Siegen.

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