Schanzenviertel

Gestern Abend habe ich eine Freund getroffen, der nicht nur immer wieder mal hier den Blog liest (ohne je etwas zu schreiben), sondern auch noch im Schanzenviertel wohnt.

Ich hatte mir natürlich Sorgen um ihn gemacht: Ist er mit Pflastersteinen beworfen worden?, mit Molotow-Cocktails)?, mit Platten, die aus den Gehwegen gepult wurden?

Ich war erst wieder beruhigt, als er mich von seiner Unversehrtheit überzeugen und ich ihm um den Hals fallen konnte.

Das Interessante war, dass er zeitgleich um mein Wohlbefinden besorgt war. Ich hätte tagelang nichts Neues in meinen Blog geschrieben. Er habe sogar eine meiner Töchter angesimst, um nachzufragen, aber sie habe nicht geantwortet. Ist der ganzen Familie etwas passiert? Leben die noch? Kann es sein, dass Fritz noch lebt, ohne etwas Neus in seinen Blog zu schreiben? Unvorstellbar!

Seine Sorge war umso größer, als ihn Systemtheorie und das Humanum nicht wirklich interessieren. Er liest eigentlich nur, wenn ich übers Kino schreibe oder Berliner Klatsch weiter erzähle.

Er war dann beruhigt, als ich ihm erklärte, ich hätte deswegen nichts mehr geschrieben, um bei den Kommentaren auf 500 zu kommen, und da fast immer nur auf meinen neuesten Beitrag reagiert wird, wollte ich den Rekordversuch nicht ohne Not abbrechen.

Und er beruhigte mich hinsichtlich der heißen G-20-Nächte. In seiner Wohnung sei lediglich eine Scheibe zu Bruch gegangen. Aber, das eine Einsicht, die uns beiden zu denken gab, es scheint in der Schanze Mechanismen zu geben, die Ähnlichkeiten mit dem System der Schutzgelderpressung in südeuropäischen Metropolen haben: Ein Nachbar hat ein Schild an seinem Haus „Rote Flora muss erhalten werden!!“ – und sein Haus wurde von allen Angriffen verschont…

104 Gedanken zu “Schanzenviertel

  1. Schön, dass Sie noch leben, und schön, dass Sie ein neues Fass aufgemacht haben.
    Das System der Schutzgelderpressung in südeuropäischen Metropolen und die Verschonung von (vermeintlichen) Sympathisanten in norddeutschen Metropolen hat etwas mit Gewalt und mit der Angst vor Gewalt zu tun. Leider kenne ich das Schanzenviertel in Hamburg nicht, habe jedoch gelesen, dass dort ein Teil der rot-grünen „Alternativszene“ wohnt. Um so erstaunlicher fand ich, dass der linksradikale Block sein eigenes Milieu zerlegt hat und möglicherweise Angst hatte, ohne Szenen-Schutz und menschliche Schutzschilde aus anderen Protestgruppen Randale zu machen. In Frankfurt sind dagegen immer zuerst die Banken, Juweliere, Boutiquen, Pelzläden und Kürschner dran. Was ist da falsch gelaufen?

  2. @ 0: „Kann es sein, dass Fritz noch lebt, ohne etwas Neus in seinen Blog zu schreiben? Unvorstellbar!“

    Blogito ergo sum!

  3. Schützt diesen Blog / Simons Systemische Kehrwoche muss erhalten bleiben!

    Hier leistet sich Fritz seine eigene kleine Nervenheilanstalt. (Ich weiß, er würde zärtlich von seinem Irrenhaus reden, aber das steht mir als Nicht-Arzt und Nicht-Therapeut nicht zu.)

    Es ist ein faszinierendes Experiment in Vielstimmigkeit (Polyphonie). Insassen, Wächter, Pfleger, Ärzte und Besucher reden wild durcheinander. Und nie weiß man, wer was oder wer wer ist. Oft werden die Rollen getauscht. Aber ich würde wetten, mehr Rolle als die genannten gibt es nicht. Und es gibt einen Direktor, selbst ein Meister des Rollentauschs. Die Nervenheilanstalt als Gesellschaft. Die Gesellschaft als Nervenheilanstalt. Die Krankheit sind wir. Aber wieso Krankheit?

  4. Diese Gefahr besteht hier schon lange nicht mehr – alles einig Sonnenschein… wie langweilig!

  5. Das Schild „Rote Flora muss erhalten werden!!“ als Versicherung vor allen Angriffen zeigt, wie irre die Welt ist, denn damit wird der opportunistische Nachbar zum klammheimlichen Mittäter und gehört ebenso klar zur Mafia, die Verschonung von Gewaltakten durch Nachgiebigkeit gegenüber kriminellen Machenschaften erzwingt.

  6. @5: Das finde ich mal einen sympathischen Beitrag!!! Klasse!

    Ich persönlich sehe so eine Art DELUMINATEN-Verschwörung am Werk………

  7. @ 0: „Er liest eigentlich nur, wenn ich übers Kino schreibe oder Berliner Klatsch weiter erzähle.“

    Diesem Leser sollte geholfen werden!
    Ja, endlich wieder ein paar humorvolle und keineswegs harmlose Kinobesuchsberichte und Geschichten aus dem Berliner Miljö statt Gewaltorgien schwarz gekleideter Autonomer. Diese fühlen sich naturgemäß zu Autos hingezogen, welche sie gern mal abfackeln. Das macht Sinn, denn das griechische Wort „autonom“ heißt so viel wie „selbst stehend“, während „Automobil“ ja „selbst bewegend“ heißt. Schließlich kann man viel ruhiger selbst stehen, wenn man sich nicht ständig selbst bewegt.
    Bleiben wir also im beschaulich-kulturell-anregenden Berlin und pflegen die eigene Autopoiese…

  8. „Nach den Ausschreitungen während des G20-Gipfels laufen derzeit 35 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte. Das hat ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde bestätigt. In 27 Fällen geht es demnach um den Verdacht der Körperverletzung im Amt. Sieben der 35 Verfahren wurden von Amts wegen eingeleitet – darunter seien auch vier Fälle von Körperverletzung. Zuerst hatte die „Welt“ darüber berichtet.

    Die Innenbehörde geht demnach davon aus, dass noch weitere Ermittlungsverfahren hinzu kommen werden. Die Angaben beziehen sich auf den Stand von Donnerstag.

    Kritiker monieren, die Polizei sei mit der Lage während des Gipfels überfordert gewesen. Auch bei Demonstrationen mit überwiegend friedlichen Teilnehmern hatten die Beamten teilweise Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt.“

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/g20-krawalle-35-ermittlungsverfahren-gegen-polizisten-a-1157726.html

  9. @5ff: Ich bewerbe mich dann mal für den Posten in der Medikamentenausgabe.
    Schönen Tag allerseits, lieber Lothar: Mein Antrag beim Patentamt für „Dystopia D6“ und „Dystopia D12“ fürs Badewasser ist gestellt. Markenschutz ist ebenfalls beantragt.

  10. @16 Keine Inhalte, lieber Michael. Du weißt doch, ich bin im Urlaub. Ich sitze hier auf Barbados am Strand und schlürfe zum Entsetzen des Direktors Bloody Marys. Irgend etwas muss man ja dennoch den LoF schuldig sein.

  11. @ 15: Ach, das ist ja interessant. Bei mir läuft der Antrag auf Germanophobie-Nosoden (alle D, C und LM Potenzen, selbst die LMAA-Urtinktur!), lt. erster amtlicher Auskunft sind die Chancen auf Patent und Markenschutz sehr sehr gut!

  12. @18 Viel Erfolg, Du wirst ihn brauchen, denn Du wirst gar nicht mehr wissen, warum Du die Anträge gestellt hast, nachdem ich Dir heimlich durchs Fenster zwei Globuli in die Wanne geworfen habe :D.

  13. @ 19: ach deshalb sagte die Zigeunerin gestern zu mir: baden Sie nur noch auswärts! Aber ich bin relativ sorglos. Das wannenseitige Fenster ist stets geschlossen ;-))

  14. Die schweizer NZZ haben wir schon unterwandert:

    „Allzu häufig kapituliert der deutsche Rechtsstaat vor seinen Gegnern. Kriminelle können mit der Milde der Justiz rechnen, rechtsfreie Räume werden geduldet, bei muslimischen Parallelgesellschaften ebenso wie bei Linksextremisten.

    • In Hamburg findet das autonome Milieu, das für die militärisch organisierten Strassenschlachten verantwortlich ist, seine Inspiration in der «Roten Flora» – einem Zentrum, das der Senat 2014 kaufte, damit die Autonomen es ungestört besetzen können. Wer den Umsturz plant, darf dies in Deutschland mit Unterstützung des Staates tun.

    • Bei der inneren Sicherheit herrscht das Prinzip Verdrängung. Die Diskussion, wie viel Zwang zur Durchsetzung des Gewaltmonopols erforderlich ist, gilt als rechts und wird tunlichst vermieden. Auch die konkreten Warnungen des Verfassungsschutzes vor linksextremistischen Ausschreitungen schlugen Bundesregierung und Senat in den Wind.

    • Ohnehin neigt die deutsche Politik nicht dazu, Probleme ungeschminkt anzusprechen. Wer sich nicht an den Kodex des Beschönigens hält und sagt, der Umgang mit Gewalttätern sei zu lasch, sieht sich schnell als Störenfried des grossen Konsenses abgestempelt.

    • Persönliche Verantwortung verdunstet schneller als Wasser in der Wüste. Der Hamburger Innensenator denkt nicht an Rücktritt. Warum sollte er auch? Wegen der Fahndungspannen im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt trat ebenfalls niemand zurück.

    • Wenn es darauf ankommt, erklärt sich der deutsche Staat gerne für unzuständig. Damit sich solche Szenen wie in Hamburg nicht wiederholen können, forderte der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, G20-Gipfel nur noch am Uno-Hauptsitz in New York abzuhalten. So viel Fatalismus erinnert fatal an die Flüchtlingskrise, als die Regierung erklärte, Grenzen liessen sich eben nicht schützen. Das Sicherheitsgefühl der Bürger bleibt bei all dem Schulterzucken allerdings auf der Strecke. „

  15. „Kommt es zu Ereignissen wie in Hamburg, beherrschen alle Parteien die Kunst der folgenlosen Entschlossenheit.“

  16. @ 17: Wenn du zurück sein wirst, wirst du vom Direktor höchstpersönlich jeden Morgen ans Bett gefesselt.

  17. @32: Da waren lauter Nazis wie ich: Ein evangelischer Pfarrer, der medizinische Leiter einer großen Klinik, usw……
    Wir haben überlegt, dass wir da alle anderen nach dem Gleichschaltungsgesetz, heute Netzeinebnungsgesetz genannt, einsperren.

    DDDEUTTSCHLAND!!!!

  18. @36: Es kommen halt noch nicht so viele, weil nicht alle stundenlang die Deutschlandhymne „Germany first“ singen wollen……..(es war sehr anstrengend)

  19. Einen besseren Wahlkampf als dies Jahr hat die schwarzgelbe automobile Bewegung seit Jahrzehnten nicht inszeniert.

  20. Du hast das nicht verstanden, Lothar. Offene Gesellschaft heißt, dass man in aller Offenheit in der Öffentlichkeit die Probleme nicht anspricht.
    Sonst öffnet sich doch die Büchse der Pandora…..

  21. Achja stimmt, Dora heißt sie. Und sie kommt immer direkt aus diesem Lied von Frank Zappa, „Camarillo Brillo“ – „kiss my Aura, Dora …“ Aber nein, heute läuft alles durcheinander. Sodom und Pandorra, jetzt hab ich’s. Wenn die AfD an die Macht kommt, dann gibt’s Sodom und Pandorra. Und dann machen sie wieder diese Fackelzüge. Und die SA kommt auch wieder. Aber letztens haben sie in Hamburg auch immer rumgefackelt. Das war auch so was wie die SA. Aber die sind jetzt anders angezogen und die Haare haben sie auch anders. Und die wollen immer dass Deutschland verreckt. Das passt doch garnicht zur SA. Ach man kennt sich garnicht mehr aus. Ich glaube ich brauche jetzt doch mal einen Schnaps. Aber ich muss ja noch die Post austragen. Wo hab ich die nur hingetan. Vielleicht liegt sie ja im Auto.
    So geht das nicht weiter. Ich werde mich beschweren. Beim Herrn Direktor. am liebsten gleich heute. Aber Freitags ist der meist nicht da. Und wenn, kommt er spät und geht früher. Er hat immer viel zu tun, der Herr Direktor. Manchmal denke ich, er nimmt das alles nicht so ernst. Aber er ist ein vernünftiger Mensch, er wird mich verstehen. Gleich am Montag. Vielleicht sollte ich jetzt doch eine von diesen Tabletten nehmen, die er mir so ans Herz gelegt hat. Wir zwingen Sie nicht, hat er gesagt, aber es wäre wirklich das beste für Sie … naja … SCHWESTER?!

  22. 47: Fortsetzung des Deliriums
    „Ja, Herr Eder, was wünschen Sie denn?“
    „Oh, sind Sie Schwester Manuela? Geiler Name für einen Todesengel.“
    „Herr Eder, ich befürchte, dass es bei Ihnen zu einer primösen Anschwellung des Herzstachels gekommen ist. Diese kleine Spitze wird alldem ein Ende bereiten.“
    „Ach nee, Sie meinen, der Direktor ist gar kein richtiger Arzt? Ich werde mich auf der Stelle bei Dr. Goebbels beschweren.“
    „Halt! Sie müssen noch einmal zurückkommen, Ihr Hemd hat Taschen!“

  23. @49 (AfD-Ortsgruppenführer Georgy): Zu schlagen sind 568 Kommentare! Strengen Sie sich gefälligst an! Reissen Sie sich zusammen und leisten Sie hier endlich was!

  24. @15 die Medikamente wirken nicht — oder zumindest anders als erwartet. Großen Dank für all die ausgelassenen Belege. Man könnte fast glauben, hier seien alle gesund.

  25. @ 59: Schön ist anders…
    „Wir müssen und können uns daher auch innerhalb dieser Unentscheidbarkeiten bemühen, einen Urteilsraum offen zu halten, der wirklich ein Zwischen pluraler Perspektiven als »Welt« ermöglicht und nicht bloß die Illusion eines vernetzten Globus in endloser virtueller Bilderflut über die Bildschirme flimmern lässt. Wir brauchen – so Arendt – die Urteilskraft gerade in einer Welt, in der wir nicht mehr selbstverständlich heimisch sind, die in ihrer Globalität vielmehr »unheimlich« und wüstenhaft werden kann; eine Welt, in der die gängigen Kategorien und Maßstäbe, die alten Traditionen und metaphysischen Welt- und Geschichtsbilder, weggebrochen sind und/oder zunehmend global aufgebrochen werden. Die reflektierende Urteilskraft ist gerade da gefragt, wo wir ohne Geländer sind.“
    Quelle: siehe „Humanum“ und den Vortrag der schönen Sophie aus Wien (tautologisch, da alle Wienerinnen schön zu sein scheinen) über Hannah Arendt und deren politischer Aktualisierung von Kants Kritik der Urteilskraft

  26. @40. (Herr Ohler)

    Besser von Cherubim Obama legitimiert,
    als von Denen-die-hier-noch-leben delegiert.

  27. @ 62: So funktioniert die parlamentarische Demokratie in Deutschland aber nicht.
    Jene, die hier wahlberechtigt sind, dürfen diejenigen Personen und Parteien wählen, von denen sie annehmen, dass sie für VW-Audi, Porsche, Daimler, BMW, Opel-Peugot und andere die besten Bedingungen für perfekte Produktionsanlagen und gute Gewinne bereitstellen, damit diese den Mindestlohn zahlen und deutsche Autos in alle Welt exportieren können. Von der neuen Bundesregierung erwartet die deutsche Automobilindustrie eine kräftigere Anschubfinanzierung für die Umstellung auf Elektromobile und den Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur von öffentlichen Stromtankstellen bis zu Induktionstrassen entlang aller deutschen Autobahnen.

  28. Gestern war der Professor Baecker da und hat gesagt, wir wären alle gesund und könnten nach Hause gehen. Der ist aber gar kein richtiger Doktor und ein Therapeut ist er auch nicht. Und außerdem will ich nicht nach Hause. Denn dort schmeißt die Gitta mir Globuli in die Badewanne und dann löst sich alles in mir auf. Das habe ich gestern auch der Stationspsychologin gesagt. Sie hat mich gefragt, wer denn die Gitta sie. Na, die arbeitet in der Medikamentenausgabe, habe ich geantwortet. Da gäbe es aber gar keine Gitta, meinte sie. Naja, habe ich gesagt, die ist ja auch gerade auf Barbados. Aha, und woher ich das wisse. Naja, weil sie mir von dort mit einer Selleriestange zugewunken hat.
    Die Psychologin sah mich noch länger und verständnisvoller an als sonst und meinte, ich solle doch noch ein wenig aus meiner Kindheit erzählen. Aber ich wollte viel lieber über Gitta reden und das Dystopia, das sie mir in die Badewanne werfen will und dass sie darauf jetzt ein Patent hat. Ich hatte den Eindruck, die Psychologin hat mich nicht ernst genommen.
    Gestern ist der Herr Direktor doch noch gekommen und hat sich ganz arg mit dem Schorschi gestritten. Das machen sie immer. Er soll hier nicht immer den Gauland machen, hat der Direktor gesagt. Jawoll Herr Obersturmbandführer, hat der Schorschi zum Direktor gesagt. Und da ist der ganz wild geworden und wollte, dass der Schorschi seinen Pass abgibt.
    Jetzt gehe ich noch ein wenig in die Klinikbibliothek und lese in einem der Bücher vom Herrn Direktor. Leider sind ganz wenig Bilder drin. Aber er hat auch eins über Fahrräder geschrieben, der kennt sich wirklich aus. Und ein anderes heißt „zusammen sind wir doof“ oder so, und das geht nicht über unsere Klinik, sondern über Unternehmen, glaube ich.

  29. @ 60 danke, Michael S.
    Da haben Sie wirklich das entscheidende Zitat ausgewählt. Da steckt alles drin.
    (und es macht – nebenbei – die Verbindung zwischen Kant und Systemtheorie erkennbar 🙂 ).

  30. @63:
    Ich weiß, der AFD-Workshop „Frauen als Gebärmaschinen“ wird uns Stimmen kosten…..

    Die sollen ja alle bei VW-Audi, Porsche, Daimler, BMW…..in die Produktion, damit sie ihr Leben nicht vergeuden, also mit vollen Händen zum Cabrio rauswerfen…….

  31. @ 66: AfD-Vorstandsfrau Frauke Petry erhielt zur Geburt ihres fünften Kindes das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter der dritten Stufe. Sie erfüllte neben der Anzahl auch alle wieteren Voraussetzungen zurr Verleihung des Mutterkreuzes: Die Eltern der Kinder müssen „deutschblütig“ und „erbtüchtig“ und die Mutter der Auszeichnung würdig sein, das heißt, „erbgesund“, „anständig“ und „sittlich einwandfrei“.

  32. @67: „sittlich einwandfrei“?
    – Hat einen rechtschaffen deutschen Pfarrer für solch einen Polit-Hallodri sitzen lassen…

  33. @ 69: Als Beamter kennen Sie sich nicht so gut in der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Derzeit bekommt jede Mutter drei Entgeltpunkte pro Kind. Der aktuelle Rentenwert pro Entgeltpunkt liegt bei monatlich 31,03 Euro in Westdeutschland und 29,69 Euro Ostdeutschland. Frau Petry bekäme aktuell pro Kind 93,09 Euro monatliche Rente. Da sie fünf Kinder bekommen hat, erhielte sie eine gesetzliche Rente von 465,45 Euro, wenn sie jetzt schon in Rente gehen könnte. Wenn Frau Petry in 25 Jahren das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben wird, liegt diese „Mütterrente“ bei einer durchschnittlichen Rentensteigerung um zwei Prozent pro Jahr bei über 700 Euro im Monat.

  34. @60 Die Wörter „ist“ und „schön“ in so einem kleinen Satz zusammen, zeugen von Mut.
    Es ist natürlich nicht ganz klar, was wir hier eigentlich so untereinander meinen, nachdem der Spaß in halben Ernst überführt wurde, aber die Geometrie der Gestalt in einem einzigen Strich aufs Fundament zu führen, das ist schon etwas Besonderes. Ich würde zu dem Gif eher sagen, „es ist unscharf“.
    Das Problem mit dem Muster ist, dass wer es nicht erkennt, dem kommt derjenige, der es erschafft, eigenartig vor – vor allem vermutlich, wenn er es auch noch schön findet.
    Es ist die Musterkonstruktionsfähigkeit, die den Unterschied macht – auch in Bezug darauf, was wüstenhaft, unheimlich oder furchteinflößend oder übergroß wirkt. Mit ihr stellen wir Sinn her. Und so wirkt die Globalisierung denn auf die einen wie Wahnsinn, auf die anderen wie Chancen. Die einen sehen Gefahren, die anderen Risiken. Die Gefahr hat vor allem etwas mit den Umwelten zu tun, das Risiko vor allem etwas mit dem eigenen Denken/Sprechen/Handeln. Das eine Muster kommt von außen, hat fremdrerenziellen Charakter und wirkt an den diffusen, nicht greifbaren Ausläufern lovecraftesque, das andere wie selbstreferenzielle, picassoeque gleichzeitig mehrseitig entstehende Kraft. – beide können natürlich teilweiser oder völliger Unfug und nicht anschlussfähig sein, und keins ist wahr: Sie sind immer Abstraktion (aber von was?) oder so konkret, dass sie wieder auf andere abstrakt und bedrohlich wirken.
    Hab ein schönes Wochenende!

  35. @70: Vielen Dank, Herr Santak, wusste ich nicht…..

    465,45€ kann man heute aber auch für nichts bekommen…….
    auch ohne je etwas eingezahlt zu haben oder irgendwie krank zu sein.
    (Nicht selten empfiehlt es sich 5000 – 10 000 Dollar für ein internationalen Schlepperkonzern auszugeben und dann einfach seinen Pass wegzuwerfen……..)

    FAZ: 230.000 Euro sollten Eltern je Kind rechnen……..
    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vermoegensfragen/familien-finanzen-kinder-kosten-ein-vermoegen-13718883.html

    Ein teures, überaus aufwändiges Hobby……
    Da haben ich/wir also auf eine halbe Mio verzichtet……
    statt zweimal im Jahr nach Barbados, die Kanaren oder Seychellen zu fliegen.

    Vielleicht sollte wir wirklich mal einen Gerechtigkeitswahlkampf führen??

  36. @ 73 (Gitta Peyn): ja, die Frage, welche Muster wir konstruieren (und anderen vorziehen) sollen, ist nicht entscheidbar; wir müssen sie selber entscheiden.

    Dabei gilt (siehe @ 60): „Wir müssen und können uns (..) auch innerhalb dieser Unentscheidbarkeiten bemühen, einen Urteilsraum offen zu halten, der wirklich ein Zwischen pluraler Perspektiven als »Welt« ermöglicht (…). Wir brauchen – so Arendt – die Urteilskraft gerade in einer Welt, in der wir nicht mehr selbstverständlich heimisch sind, die in ihrer Globalität vielmehr »unheimlich« und wüstenhaft werden kann;…“

  37. @ 70, 74: „465,45€ kann man heute aber auch für nichts bekommen…….“

    Das weiß unser Gesetzgeber auch und hat deshalb die Grundsicherung im Alter (SGB XII) eingeführt. Diese stockt die Rente auf rund 800 Euro im Monat auf.

    Wenn Frau Petry in 25 Jahren in Rente gehen wird, liegt die Grundsicherung vermutlich bei rund 1.200 Euro im Monat.

    Doch wer weiß, vielleicht ist sie mit 67 Jahren bereits zwölf Jahre lang „Mutti der Nation“ und hat finanziell ausgesorgt?

  38. @ 73; Sorry, liebe Gitta, ich bin hoffnungslos romantisch und mag diese „Ästhetik des Häßlichen“ überhaupt nicht. Diese „Ästhetik des Schreckens“ finde ich unangenehm und abstoßend. Ich schaue noch nicht einmal „Tatort“, geschweige denn Horror- oder Fantasyfilme.

  39. @60+@65:
    Danke für diesen Link, der sich wunderbar zum (Weiter)-„Denken ohne Geländer“ eignet, ganz im Sinne der KybernEthik („embedded“ in die Systemtheorie)

    „Arendt identifiziert (mit Kant) die wesentliche strukturelle Position des Urteilenden als die des Zuschauers.
    Die Überlegenheit des Zuschauers ist, so Arendt, eine alte philosophische, alsogriechische Vorstellung: Nur der Zuschauer sieht das Ganze. Der Handelnde (der Akteur) ist von der Meinung des Zuschauers und vor allemder Zuschauer abhängig. (Sogar das »Genie« muss sich nach Kant mitteilen für eine Zuschauerschaft, die ein Geschmacksurteil fällt.) Der Zuschauer ist also in gewisser Weise autonom, auch wenn er darauf angewiesen ist, dass ihm überhaupt einSchauspiel geboten wird. Das Urteil des Zuschauers ist ästhetisch. Er ist der uninteressierte (d. h.ins Spiel nicht direkt involvierte) Beobachter, der darüber urteilt, ob das Dargebotene in der Reflexion Wohlgefallen oder Missfallen erregt. Genau dies ist aber auch die Position des Weltbürgers als Weltbetrachters.“

    So ist es und so sei es denn -hoffentlich- auch weiterhin …
    im Sinne von „to navigate is to construct“ .
    Fiat Lux & Glück auf!
    🙂

  40. @ 81: „Denken ohne Geländer“ (Hannah Arendt)

    Diese waghalsige Ambition erinnert mich an die Motivation zum Schreiben, die Hilde Domin 1958 in einem Brief an ihren Bruder John Lorden beschreibt und in einem Gedicht, das ein Jahr später erschien: „Als Mutter starb und es das einzige Mal im Leben war, dass ich eine Stütze gebraucht hätte, statt zu stützen, dass ich der Empfangende hätte sein müssen, da verliess er mich. […] Ich fand mein Leben mit einem Schlage als widerlegt, wenn die Liebe diese einzige ihr auferlegte Probe nicht ertrug. […] Aber Leben mochte ich auch nicht mehr. […] Da wurden mir die Gedichte gegeben. Ich setzte den Fuss in die Luft und sie trug. Ich ging weg in eine eigene Welt.“

    Nur eine Rose als Stütze (1959)

    Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
    unter den Akrobaten und Vögeln:
    mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
    wie ein Nest im Wind
    auf der äußersten Spitze des Zweigs.

    Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
    der sanftgescheitelten Schafe die
    im Mondlicht
    wie schimmernde Wolken
    über die feste Erde ziehen.

    Ich schließe die Augen und hülle mich ein
    in das Vlies der verläßlichen Tiere.
    Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
    und das Klicken des Riegels hören,
    der die Stalltür am Abend schließt.

    Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
    Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
    Meine Hand
    greift nach einem Halt und findet
    nur eine Rose als Stütze.

  41. Hab jetzt alles selbst frei geschaltet, was noch nicht geschaltet war. Am Wochenende ist das ja oft etwas zäh… Tut mir leid!

  42. @65 Lieber Lothar, ich lade Dich, Deine Psychologin, und alle, die Du mitbringen möchtest, jetzt auf ein Bloody-Mary-Abendessen in der Medikamentenausgabe ein. Es ist Samstag, da dürft Ihr. Mein Hologramm hat diese Leckerei dort für Euch vorbereitet, ich selbst schlürfe gemütlich von meinem Strandsessel aus mit.
    https://www.google.de/search?q=Bloody+Mary+Barbados&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwizvYDw8IvVAhUJKVAKHYrTDlUQ_AUIBigB&biw=1366&bih=638#tbm=isch&q=Bloody+Mary+Beach&imgrc=EonRyDQH9UwDCM:

  43. @ 87: (…) das Herbeirufen der Bloody Mary vorrangig eine beliebte Mutprobe. Folkloristen und Publizisten wie zum Beispiel Linda S. Watts vermuten allerdings, dass sowohl die Gestalt der Bloody Mary als auch das Ritual psychologische Hintergründe haben mag. Da besonders weibliche Kinder und Jugendliche von dem Ritual begeistert sind, nimmt Watts an, dass die Legende um Bloody Mary auf die typischen Ängste vor Menstruation und körperlichen Veränderungen während der Pubertät zurückgeht. Kinder- und Jugendpsychiater untermauern diese These, indem sie betonen, dass bestimmte Elemente des Rituals (Blut und Spiegel) sowie die bevorzugte Ortswahl (vornehmlich das eigene Badezimmer), als Hinweise auf Menstruations- und Pubertätsängste gewertet werden können. https://de.wikipedia.org/wiki/Bloody_Mary_(Moderne_Sage)

  44. @78 Auf das von Michael Zitierte hatte ich mich bezogen.
    Wenn man die Muster faszinierender oder wichtiger findet als heimisch zu sein, entsteht noch eine ganz andere Art von Heimeligkeit, während man eine andere wohl verliert.
    Hatte ich das schon einmal in dem Zusammenhang gebracht? Carlos Castaneda lässt seinen Don Juan in „Reise nach Ixtlan“ erzählen, wie dieser nach einer Erleuchtungsreise Ixtlan nicht mehr findet. Unterwegs auf der Suche andere fragend, wie er nach Ixtlan kommt, helfen ihm die Hinweise nicht, denn die Stadt, die sie ihm zeigen, ist nicht sein Ixtlan. Es ist ihm für immer verloren, und er muss sein Zuhause woanders finden, nämlich wie die (Kursivschrift wäre jetzt schön) sitio in sich selbst.

    @82 Ich fürchte, ich kann nicht ganz folgen. Dein Kommentar zu meinem liest sich auf zweierlei Weise. Einmal so, dass Du mir erzählst, dass Du es vorziehst, chancen-orientierte Muster zu konstruieren und einmal so, dass ich daraus folgern würde, dass sich Dir entzieht, was ich damit sagen wollte. : ?

  45. @ 90: Schade. So mag es sein, wenn Engel singen und die Erdenbürger staunend lauschen. Dann sollten diese am besten schweigen…

  46. Die Menschen im Hamburger Schanzenviertel mussten am vergangenen Wochenende mitanschauen, wie zahlreiche Autos in Flammen aufgingen, wie sich ihr Kiez in eine Bürgerkriegszone verwandelte und wie anarchistische Autonome mit der Polizei eine Arbeitsteilung eingingen, die zur Eskalation von Gewalt und Zerstörung führte. Durch die Randale der Autonomen und die Taktik der Polizei war das Hamburger Schanzenviertel zeitweilig abgeriegelt und nicht begehbar. Dabei brannte es an allen Ecken und Enden. Die Wut der Bewohner der Schanze ist verständlich. Der Sachschaden ist enorm. Bei vielen Schäden ist noch nicht mal klar, ob die Versicherung zahlt oder ob sie auf den Kosten sitzen bleiben. In einer großen Initiative Tausender wurde gemeinsam aufgeräumt. Viele friedlich Protestierende solidarisierten sich mit den Menschen, die von dieser fehlgeleiteten und ziellosen Gewaltorgie betroffen waren. Ihre Wut und ihr Ärger sind völlig berechtigt. Die blindwütige Zerstörungswut hat mit linker Politik nicht im entferntesten etwas zu tun.

    Doch die Polizeikräfte schienen den Auftrag zu haben, alles dafür zu tun, damit genau diese Bilder von Gewalt und Zerstörung entstehen, um eine Medienkampagne gegen „Linksradikale“ lostreten und von den Anliegen und Argumenten der Proteste gegen kapitalistische Umweltzerstörung und Imperialismus ablenken zu können.
    Egal, wo man hinhört und hinsieht, ob Bild, Tageschau etc., überall wird jetzt ein schärferes Vorgehen gegen „die Linken“ gefordert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière schwadroniert von einer angeblich unterschätzen „linksextremistischen Gewalt“ und fordert eine weitere Aufrüstung des Staatsapparats durch den Aufbau einer europaweiten „Linksextremistendatei“. Die faschistoide AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel fordert ein „Verbot linksextremer Antifa-Gruppierungen“. CDU-Generalsekretär Peter Tauber plant die Schließung der Kulturzentren „Rote Flora“ in Hamburg und „Rigaer Straße“ in Berlin. Möglicherweise steckt ein von langer Hand vorbereitetes Vorgehen hinter dem massiven Polizeieinsatz, um die berechtigten Proteste gegen die imperialistischen G20-Staaten in Misskredit zu bringen.

    Die Rechtfertigung für die nun verstärkten Repressionen gegen Links und der erkennbare Rechtsruck der Merkel-/Gabriel-Regierung wurden offenbar gezielt durch Provokationen herbeigeführt. Zwei Demonstranten, die während des G20-Gipfels in Hamburg von der Polizei „vorübergehend in Gewahrsam“ genommen worden sind, haben beim Verwaltungsgericht Hamburg Klage eingereicht. Das sagte eine Sprecherin des Gerichts der Rheinischen Post. Nach dem Willen der Kläger solle das Gericht den Polizeigewahrsam für rechtswidrig erklären, sagte die Sprecherin.
    In der Nacht von Freitag auf Samstag der vorigen Woche waren in Hamburg 118 Menschen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.
    Nach Behördenangaben laufen derzeit 35 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte im Zusammenhang mit dem Einsatz gegen die G20-Proteste. 27 davon wegen Körperverletzung im Amt. Sieben der Verfahren wurden aufgrund der Anzeigen aus den Reihen der Polizeikräfte selbst eingeleitet; 28 wegen Anzeigen von Betroffenen.

  47. Marcon: Auf Drängen Frankreichs ist die europäische Finanztransaktionssteuer vom Tisch. „Das Zocken an den Finanzmärkten bleibt in Europa steuerfrei. ……. Diese mangelnde Entschlossenheit gegenüber den Finanzlobbyisten ist ein Skandal. Hinzu kommt, dass Frankreichs Präsident Macron sich von seiner Haltung Vorteile für den Finanzplatz Paris verspricht……. Dafür schafft er den Bankern und Zockern die Bedingungen, die sie sich wünschen.“

  48. Beim G20-Gipfel ging es auch um Handelsfreiheit, die seit den 1990er-Jahren, also seit dem Zusammenbruch der Staatswirtschaft, freier kaum seien könnte, doch durch die USA gefährdet scheint. Folglich ging es um die Abstimmung der Konkurrenzstrategien nach kapitalistischen Prinzipien, und zwar vor dem Hintergrund folgender Vorgeschichte, die der Neoliberale Thomas Mayer von der Uni Witten/Herdecke in der gestrigen „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ beschreibt:

    „Im Verlauf der 1970er Jahre kam es zum keynesianischen Overkill. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die von John Maynard Keynes Mitte der 30er Jahre propagierte Feinsteuerung der Wirtschaft durch den Staat einen enormen Aufschwung. Keynes schien den Schlüssel zu einem von Rezessionen unbeeinträchtigten stetigen Wachstum der Wirtschaft gefunden zu haben. Doch mit der Popularität keynesianischer Politik wuchs auch der Staat, bis er so übermächtig wurde, dass er das Wachstum erdrosselte. Insbesondere die Vereinigten Staaten und Großbritannien, die sich dem Keynesianismus intensiv verschrieben hatten, landeten in der „Stagflation“. Mit dieser Wortschöpfung bezeichnete man die bisher nicht gekannte Kombination einer stagnierenden Wirtschaft mit galoppierender Inflation.

    Die Misere brachte Anfang der 80er Jahre neue Politiker mit liberalen Ansichten auf den Plan, in Amerika Ronald Reagan und in Großbritannien Margaret Thatcher. Sie stutzten den Staat zurück, indem sie Steuern senkten und Regulierungen abbauten. Von diesen Fesseln befreit, erholte sich die Wirtschaft. Das Wachstum stieg und die Inflation fiel.
    (…)
    Der Dritte Weg, für den in Amerika Bill Clinton und in Großbritannien Tony Blair standen, sollte die beste aller Welten schaffen: Wachstum wie im Kapitalismus und Absicherung wie im Sozialismus, sozusagen die organisierte liberale Gesellschaft. Doch die Entkoppelung von Freiheit und Verantwortung führt zur Überwälzung der Kosten individuellen Handelns auf die Allgemeinheit.

    Besonders krass wurde dies im Finanzbereich praktiziert, wo im Aufschwung der Märkte die Gewinne von den Akteuren eingestrichen und im Abschwung mit anschließender Finanzkrise die Verluste an die Allgemeinheit weitergereicht werden konnten. Gelernt wurde daraus leider nichts. Statt die fatalen Folgen der organisierten Verantwortungslosigkeit des Dritten Wegs zu erkennen, halten viele Leute den „Neoliberalismus“ für den Schuldigen. Folglich suchen sie das Heil in einem stärkeren Staat, der sie beschützt und ihnen die Richtung weist. Damit geben sie nachträglich Friedrich von Hayek recht, der Anfang der 80er Jahre meinte, dass diejenigen den Trend zum Sozialismus am meisten stärkten, die behaupteten, dass sie weder den Kapitalismus noch den Sozialismus, sondern lieber einen Dritten Weg gehen wollten.“

    Womit wir wieder bei einer der kniffligsten Fragen der Kehrwoche wären…

  49. @ 97: Pumuckl sagt danke. Und es geht ja noch weiter – Neues aus der Anstalt, tagtäglich!

  50. also so was ist mir dann doch wesentlich näher:
    „Als Mutter starb und es das einzige Mal im Leben war, dass ich eine Stütze gebraucht hätte, statt zu stützen, dass ich der Empfangende hätte sein müssen, da verliess er mich. […] Ich fand mein Leben mit einem Schlage als widerlegt, wenn die Liebe diese einzige ihr auferlegte Probe nicht ertrug. […] Aber Leben mochte ich auch nicht mehr. […] Da wurden mir die Gedichte gegeben. Ich setzte den Fuss in die Luft und sie trug. Ich ging weg in eine eigene Welt.“

    denn das ist mir in aller nur erdenklichen Vielfalt begegnet,
    aber insgeheim denk ich mir,
    wenn es sich um Gefühle von armen Seelen dreht,
    lassen Männer die ihrigen bevorzugt auf Stühlen sitzen
    anstatt abzuhauen.

    … die nämlichen
    https://www.youtube.com/watch?v=MT9tbqQ7ZLI

  51. @0 „… es scheint in der Schanze Mechanismen zu geben, die Ähnlichkeiten mit dem System der Schutzgelderpressung in südeuropäischen Metropolen haben: Ein Nachbar hat ein Schild an seinem Haus „Rote Flora muss erhalten werden!!“ – und sein Haus wurde von allen Angriffen verschont…“

    Sympathisanten (egal aus welcher ethnischen Familie, politischen Lager, oder ideologischen Schule stammend), erscheinen mir, je extremer und gewaltbereiter, je unsympathischer und auch (psycho-)pathologischer, im Sinne ihrer (systemisch bedingten) Tendenz zur Selbstimmunisierung, gegenüber der eigenen Blindheit.

    http://cicero.de/innenpolitik/gewalt-von-links-zwischen-knast-und-karriere

  52. @ 101: War der Pumuckl-Beitrag bereits freigeschaltet? Ging es darin um den Direktor?

  53. PS: Ich brauch noch ganz dringend einen Flammkuchenwerfer als Hochzeitsgeschenk.
    Hat jemand ne Idee, wo man den her kriegen könnte?

    Bei Macy’s hab ich schon gschaut, aber dort find ich den nirgends in der Registry …
    http://www.hyperkommunikation.ch/lexikon/macy_konferenz.htm

    und wenn ich mich alternativ
    des do dan anschaue du
    https://www.macys.com/wgl/registry/guest?registryId=6720830&PartnerID=WEDDINGCHANNEL&cm_mmc=WEDDINGCHANNEL-_-Registry-_-n-_-Registry&LinkshareID

    und das dann fer $571.99

    dann muß ich schon sagen, dieser Topf ist , weiß Gott, überzeugend in der Qualität (den bekam ich sellemools a zu de Hochzeit)

    aber denne Preisunterschied ist die ganz Schlepperei net wert

    https://www.lecreuset.de/kochen/topfe

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