Terror als Krankheit

Ich sitze gerade im Zug und fahre von einer kleinen, von Dirk Baecker an der Uni Witten organisierten Soziologen-Tagung zum Thema Terror nach Hause. Zwei Tage mit anregenden Vorträgen und Diskussionen, die mir in Erinnerung gerufen haben, dass Dirk Baecker, Peter Krieg und ich im Jahre 2001 schon einmal ein Buch zu diesem Thema publiziert haben (obwohl der Ausdruck publiziert etwas vermessen ist, da die Öffentlichkeit es nicht zur Kenntnis genommen hat und es wahrscheinlich das schlechtest verkaufte Buch des Verlags war), das – wie mir scheint – gar nicht so schlecht war (ehrlich gesagt: Es war richtig gut, ich bin nur zu bescheiden, das hier so deutlich zu sagen).

Aber zurück zu der Tagung und einer mitgenommenen Anregung, die ich hier ein wenig weiter verfolgen will. Wenn Terror eine Form der Beobachtungserzwingung ist und diesem Effekt seine Attraktiität verdankt, dann wird sich  heute in unserer westlichen Gellschaft nicht verhindern oder kontrollieren lassen, dass „Terrorakte“ (ich setze das Wort schon mal in Anführungsstriche) beobachtet werden. Die Massenmedien (CNN etc.) leben ja davon „Breaking News“ zu zeigen. Was sich m.E. aber beeinflussen lässt, ist die Deutung „terroristischer“ Akte, d.h. wie sie beobachtet werden. Wenn man ihnen den politischen oder auch religiösen Charakter abspricht, am besten nicht einmal mehr den Begriff Terror oder Terrorismus verwendet, dann könnte es gelingen, die Attraktivität des „Terroraktes“ für den Akteur zu reduzieren. Es geht – wie in der Psychosetherapie – darum das nicht verstehbare und die erwartete Ordnung störenden Verhalten zu normalisieren. Die Zuschreibung solcher Akte zu religiösen oder politischen Motiven stärkt den „Terrrorismus“, weil er eine symmetrische Beziehung (was m.E. das Ziel der „Terroristen“) zu den Vertretern des Gewaltmonopols (= Staat) anbietet. Der Boden auf dem „Terrorismus“ wächst, sind m.E. asymmetrischen Beziehungen (=Machtbeziehungen), die nicht aktzeptiert werden und durch Symmetrie in Frage gestellt werden/würden. Das tun sie aber nur, wenn man sie so deutet. Deshalb ist der „Krieg gegen den Terror“ schon der Sieg der „Terroristen“, weil sie dann nämlich die Symmtrie der Kriegsgegner, die um die Macht kämpfen, erreicht haben, d.h. die etablierte Macht bekennt, an ihre Grenze geführt worden zu sein, so dass sie um sie kämpfen muss.

Alternative: Den „Terrorakten“ keine die Asymmetrie der Beziehung zu den Akteuren in Frage stellende Zuschreibung gönnen, sondern sie insofern „normalisieren“, dass man sie als „krank“, „kriminell“ oder wie auch immer  etikettiert werden – aber stets im Rahmen alltäglich verwendeter Deutungsschemata und in die etablierten Ordnungssysteme passend. Wenn an die Stelle des Schreckens vor gnadenlosen Gotteskriegern das Mitleid mit armen Irren tritt oder die zu sanktionierende Tat eines drogendealenden Kleinkriminellen, dann verliert der „Terror“ buchstäblich seinen Schrecken. Die gesellschaftliche Ordnung wird durch Amok laufende tunesische Kleinkriminelle nicht in Frage gestellt. Und das Image solcher Kleinkrimineller, ob sie nun „Allahu akbar“ rufen oder „Lang  lebe das Spaghettimonster!“, ist sicher nichts, was orientierungslosen Jungmännern eine erstrebenswerte Identität anbieten würde.

Lasst uns Terroristen „normalisieren“, indem wir ihnen den Sonderstatus gegenüber anderen Leuten, die abweichendes Verhalten produzieren, verweigern. Wir steigen ja auch weiter in Flugzeuge, obwohl ein Pilot der Germanwings seine Maschine gandenlos gegen einen Berg gesteuert hat. Kein „Terrorakt“ – oder?

(Dazu  auch ein Artikel auf SPON)

Quelle: Radikalisierung als Krankheit: Ist Islamismus heilbar? – SPIEGEL ONLINE

74 Gedanken zu “Terror als Krankheit

  1. Vielen Dank, lieber Fritz. Das ist eine sehr gute Idee, zumal (aber wem sage ich das) diese Akte ja auch von einigen von innen dazu verwendet werden, die eigene Agenda zu stärken. Die AfD sieht mit ihrem Flüchtlingswahn längst nicht mehr so wichtig aus, wenn der Feind, den sie für ihre Profilierung benutzt, in den Augen der Öffentlichkeit ein dümmlicher Krimineller ist, der schlicht weggesperrt gehört.

  2. Erscheint mir sinnvoll, mit einer, wie mir scheint, sinnvollen Einschränkung.

    Taten von Gewalttätern als „krank“ zu bezeichnen, erscheint mir aus zwei Gründen wenig hilfreich und zielführend.

    Gewalttäter in die Nähe von wirklich Kranken gestellt, reduziert deren Verantwortung für ihre Taten, da sie, weil „krank“ im Grunde ja „unzurechnungsfähig“ wären und zugleich werden Kranke, welche unter ihrer Krankheit leiden und auf der Suche nach Hilfe sind, dadurch beschämt, entwürdigt und gesellschaftlich stigmatisiert.

    Gewaltakte wie oben beschrieben sind kriminell und zumindest dumm, aber um die wirklich Kranken zu schützen, eben nicht „krank“.

  3. @2: Was sind „wirklich Kranke“? Aber ich sehe das Argument… Lächerlichmachen wäre sicher besser, obwohl es auch schwer fällt zu lachen, wenn Leute umgebracht werden. Bleibt die dumme Kriminalität. Aber vielleicht fällt ja jemandem noch ein nützlicheres Reframing ein….?

  4. @2: … völlige Zustimmung.

    @3: Reframing-Versuch (erste Annäherung): TOTALE SINNLOSIGKEIT:

    1.) Totale Verweigerung einer Begründung (obwohl Begründungen denkbar wären).
    2.) Totale Zufallsauswahl der Opfer (wobei keine Begründungen denkbar wären; es sei denn äußerstenfalls, es handelte sich um einzelne Despoten und ihre willfährigen Helfer/innen, worum es aber ganz offensichtlich nicht geht).
    3.) Totale Verweigerung der Benennung eines Ziels und Zwecks bzw. der Benennung dessen, was hinterher warum und wie besser sein soll.
    4.) Also: Totale Kommunikationsverweigerung nicht nur gegenüber den Opfern, sondern auch gegenüber den möglichen Adressaten/Adressatinnen.
    5.) (Totale) Kommunikationsverweigerung ist menschlich nicht zustimmungsfähig.

  5. @4: Menschenrechtlicher NACHTRAG:

    Selbstverständlich ist jedem Individuum (totale) Kommunikationsverweigerung zugebilligt. Aber nicht mehr, wenn es Bomben wirft.

  6. @4&5: Das bleibt alles innerhalb der klassischen Terrorismusdefinition (ohne Anführungszeichen). Das halte ich gerade nicht für nützlich. Es muss was ganz normal „Sinnvolles“ sein, das diesen Taten als Bedeutung zugeschrieben wird. Zum Beispiel: Von CNN ausgebeutet, um News bzw. Spannung zu schaffen und abzulenken von…

  7. @6: … klingt sehr nachdenkenswürdig. Danke! Ich WERDE darüber nachdenken.

    Allerdings ist mir aus der Presse (oder: aus den „Medien“) nichts Einschlägiges bekannt.

    Daß es sich um etwas „ganz normal ‚Sinnvolles'“ handeln könnte, fürchte ich. (Da gebe ich Ihnen völlig recht.)

    Daß es bekämpfbar ist, hoffe ich. (Obwohl ich nicht recht weiß, was es ist.)

    Ratlos …

  8. Ich sehe vor allem ein Problem in der Annahme dieses Vorschlags durch die Gesellschaft. Das Reframing ist sinnvoll, aber wie will man das nachhaltig kommunizieren und diejenigen, die sich daran nicht nur stabilisieren, sondern die davon profitieren, davon abhalten, das weiterhin zu tun?

  9. Zu sagen, was diese „Aktionen“ nicht sind (nicht politisch, nicht religiös motiviert…) ist – scheint mir – nützlicher, als zu sagen, was sie sind (denn das wissen wir alle nicht…das wissen – meine ich – nicht einmal die, die mit LKWs Frauen, Kinder, Wehrlose … niederführen; … ).

    Ich habe heute den Text von F. Varela in „Lebende Systeme“ wieder gelesen (eines meiner Lieblingsbücher) und da dachte ich ähnlich. Es ist nützlich zu sagen, was wir jedenfalls nicht tun, wenn wir einen Baum sehen. Wir projizieren nicht den „Baum“ in unser Inneres und betrachten ihn dann nicht im Inneren. Es werden auch keine „an sich“ existierenden Informationen „verarbeitet“. Damit ist aber keineswegs geklärt, was wir nun im Gedächtnis speichern (denn an irgendetwas erinnern wir uns ja – aber was bedeutet „sich erinnern“ eigentlich konkret? – Es bedeutet etwas im Inneren „zusammenbauen“ – doch damit ist nicht gesagt, woraus das Baumaterial besteht, … aber irgendetwas ist ja da … ).

  10. Terror, (Geistes-)Krankheit und Kriminalität bedrohen unser (soziales) Leben mit Angst vor Chaos, Verlust und Tod. Eine „gesunde“ Gesellschaft setzt sich gegen Terror, Krankheit, Kriminalität mit massiver Rationalität zur Wehr – die vorgeschlagene Form von (beruhigender) rhetorischer „Inklusion“ eingeschlossen. Doch selbst in der „vernünftigsten“ aller Welten wird es diese „Feinde“ geben, solange es im Falle des Dschihadismus keine theologische Auseinandersetzung mit ihm gibt. Da hilft keine noch so vernünftige Kritik von „Ungläubigen“. So viel Mühe sollten sich die intellektuellen und politischen Eliten machen – denn das Krebsgeschwür wuchert und streut weiter, auch wenn man jede zum Vorschein gekommene Krebszelle herausschneidet. Die Angst vor der Invasion des Westens durch den voraufklärerischen Islam ist nachvollziehbar und erscheint berechtigt. Eine Umdeutung von Terroristen in geisteskranke Kriminelle oder verbrecherische Idioten ändert nichts am Opferstatus, den sie für sich reklamieren. Dieser Deeskalationsversuch offenbart lediglich das schlechte Gewissen von Denkern, denen effektives Handeln zuwider ist.

  11. @11: Dass jemand den Opferstatus für sich reklamiert, ist m.E. nicht sonderlich bedeutungsvoll für diejenigen, die ihm diesen Status nicht zubilligen. Auch so mancher paranoide, unter Verfolgungswahn leidende Mensch fühlt sich als Opfer. Und mein früherer Patient, der den Verdacht hatte, Jesus zu sein, war für theologische Diskussionen nicht wirklich zu haben. Mein Vorschlag die sogenannte Terrorakte umzudeuten, war ja nicht so gemeint, dass ich denke, ich hätte eine bessere Erklärung oder passendere bzw. „richtigere“ und der „Realität“ entsprechende Etikettierung zur Verfügung, sondern er ist rein strategisch gemeint.
    Wenn kleine Kinder bei den Inuit auf zu dünnes Eis gehen (habe ich irgendwo gelesen), dann werden sie ausgelacht. Nicht, weil es wirklich komisch ist, dass sie ihr Leben riskieren, sondern als Methode, sie davon abzuhalten aufs Eis zu gehen. Die Kommunikation von Affekten hat eine Wirkung auf denjenigen, dem diese Affekte gezeigt werden. Bei Kleinkindern würde der Versuch der rationalen Auseinandersetzung nicht wirklich helfen, das Kommunizieren von Affekten ist das viel effektivere Mittel der Beeinflussung.

    Warum sollten – um das Thema zu wechseln – gewisse Denker (welche auch immer damit gemeint sein sollten) ein schlechtes Gewissen haben? Warum sollte ihnen effektives Handeln zuwider sein? Sie denken ja meist, um effektives Handeln zu ermöglichen, wo nicht von vornherein evident ist, welches Handeln effektiv ist.

    Was schlagen Sie vor: „Gehn mer Dschihadisten vergiften im Park!“?

    Haben Sie schon eine antiintellektuelle Bürgerwehr gegründet?

  12. Aus der 3-teiligen Reihe: Klassiker der Schullektüre (2)
    „Heinrich von Kleists Erzählung „Michael Kohlhaas“ aus dem Jahr 1810 wird bis heute als eine präzise Studie über die Eskalation von Gewalt gelesen. Kleist erzählt vom rechtschaffenen Rosshändler Kohlhaas, dem an der Grenze zwei Pferde als Pfand abgenommen werden. Als er zurückkehrt, sind die Rösser durch Feldarbeit ruiniert. Kohlhaas verlangt vor Gericht Schadensersatz. Als ihm dieser verwehrt wird, beginnt er einen Rachefeldzug, der zusehends seiner Kontrolle entgleitet. Unschuldige werden getötet und ganze Landstriche verwüstet. Ähnlich wie bei heutigen Gewaltexplosionen – in den Randbezirken der Großstädte, den Slums der Metropolen – geht es in Kleists „Kohlhaas“ um den Widerstand der Wehrlosen, der aus berechtigtem Grund beginnt, aber in einem Blutbad endet. ..“
    http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/heinrich-von-kleist-kohlhaas/-/id=660374/did=16182058/nid=660374/1idxhni/index.html

  13. @ 12: Ihr früherer Patient, der den Verdacht hatte, Jesus zu sein, wollte vermutlich nicht aus ideologischen Gründen Angst und Schrecken verbreiten. Um die islamistisch-fundamentalistische Ideologie, für die sich Menschen (freiwillig) instrumentalisieren lassen, wären theologische Diskussionen zu führen – freilich nicht mit den oft geistig eingeschränkten Kriminellen, sondern mit den „Rädelsführern“, den Predigern, Religionsführern und politischen Machthabern, und zwar vor allem durch Muslime, die für Reformen offen sind. Wenn die maßgeblichen radikalreligiösen Islam-Führer einsehen, dass sie auf dem falschen Weg sind, ändert sich die islamistische Ideologie und die dschihadistische Terrorstrategie. In der bislang unterschlagenen Debatte um Islam und Islamismus, in der Angst vor einer begründeten Islam-Kritik, in Moscheen, Parlamenten, Universitäten und den Medien, liegt das größte Versäumnis der Terrorprävention der vergangenen Jahrzehnte. Dieses Versäumnis geschah aus dem Optimismus heraus, dass die Extremisten auf Dauer isolierbar wären und sich selbst marginalisieren würden, wenn wir deren Ideologie verharmlosen und die Terroristen als „gewöhnliche“ oder geistig verwirrte Kriminelle betrachten.

  14. @ 15: Um die „rationale“ Wiederlegung von Glaubens- und Wahnsystemen geht es nicht, sondern um ein modernes Verhältnis zur Welt und um ein Ende des „heiligen Gotteskrieges“. Die Judenvernichtung der Nazis war zwar weniger religiös als rassistisch motiviert, doch einige Moslems – wie z. B. Erdogan – stilisieren sich zu den „neuen Juden“, um sich selbst ins Recht und die Deutschen ins Unrecht zu setzen. Gegen diese Strategie sollten sich gemäßigte Moslems wehren, so wie ich es erwarte, dass Christen gegen den Papst protestieren würden, falls dieser zu einem neuen Kreuzzug aufrufen würde. Doch das öffentliche Schweigen des Papstes zum Dschihadismus könnte von Andersgläubigen als Schwäche interpretiert werden, während es doch auf eine theologisch fundierte Widerlegung von Gewalt und Terror als Elemente des religiösen Glaubens ankäme.

  15. @16 Lieber Michael, sich selbst zum Opfer zu stilisieren, ist eine alt bekannte Taktik von Diktatoren und Faschisten. Das haben die Nazis auch gemacht.

  16. @16: Soziale Systeme können (wie psychische Systeme) nicht von aussen verändert werden, sondern im besten Fall gestört… Also wird der Papst nicht viel bewirken können, nur die Muslime können den Islam verändern…

  17. @8, 12, 15, 18: Es sei gestattet ein Zwischenbericht, mein Nachdenken betreffend:

    Bin noch zu keinem gescheiten Ergebnis gekommen. (Auslachen à la Eskimo scheint mir keine vielversprechende Lösung, denn die Eskimo-Kinder haben das Ausgelachtwerden ja offenbar immerhin verstanden.)

    Ich klebe derzeit fest an dem Gedanken: Was, wenn es gelänge, solche Taten als Taten von Feiglingen darzustellen …? Könnte das eine nützliche (wenn auch irgendwie vorsintflutliche) Kategorie sein?

    *

    »„Gehn mer Dschihadisten vergiften im Park!“?« verbietet sich natürlich (ich hatte ja schon bei den Tauben Probleme) …

  18. Gut, daß sich Debatte so langsam wegbewegt, von der m.E. höchst gefährlichen Idee, den Terrorismus als Krankheit zu definieren. Das hielte ich -auch strategisch- für extrem kontraproduktiv.
    DANKE, Siggi @2 für Ihre Bedenken.
    (Zu dieser Thematik versuche ich gerade zufassend einen etwas umfangreicheren Kommentar zu formulieren.)

    Nur kurz vorab, ein klares Veto und NEIN:
    Terrorismus als Krankheit zu definieren, halte ich in dieser verkürzten Form
    aus medizinischer Perspektive NICHT nur für unzulässig,
    sondern -aufgrund von der Gefahren mißbräuchlicher Verwendung und Verwechselungen auch für gefährlich und strategisch für absolut kontraproduktiv.
    Wenn überhaupt entspräche der Terroris.mus dem Wahnsinn einer sozialen Krankheit, die in ihren Unterschieden aber näher zu spezifizieren wären

    Das mit dem in @ 12 erwähnten Lächerlichmachen -wie bei kleinen Kindern der Inuit- mag durchaus gelingen, aber hier steht -im intakten Stammeszusammenhalt- vermutlich eine von Kindern durchaus spürbare Sorge und nicht Erniedrigung und Beschämung im Vordergrund.

    Welchen Zorn und Hass ein systematisches Lächerlichmachen zu provozieren vermag, war schließlich spätestens an Charlie Hebdoe bzw. der Erdogan-Böhmermann-Affaire zu beobachten.
    Lächerlichmachen läßt sich von daher keineswegs so einfach als strategisches Konzept zur überzeugenden Überlegenheitsdemonstration westlich orientierter Werte mit „zivilisierten“ Verhältnisse übertragen.

    Denn da erscheint nicht nur alters- und reifeabhängig Vorsicht geboten, zumal sich die Kernproblematik terroristischer Aktivitäten und die Rekrutierung künftiger Terroristen aus den sozialen Verwerfungen und dann auch vorrangig aus Milljeus der (bislang) bzw. absehbar ohnehin Chancenlosen und Outlaws speist, wie man u.a. an den seit Jahren wütenden und auch im romantisierenden Multi-Kulti-Dusel völlig unterschätzten Konflikten in den Problemvierteln und Brennpunkten der Groß-Städte, mit ihren verwahrlosten Vorstadtsilos und Slums innerhalb der weltweit führenden Industrienationen erkennen kann.
    Zusätzlich rückt die Armut immer näher,
    was aus der nicht mehr zu übersehenden Scherenentwicklung zwischen elendiger Armut in den sog. Entwicklungsländern und einem unersättlich bis unverschämt brutalen Kapitalismus mit sämtliche verfügbaren Ressourcen ausbeutenden Reichtum immer krasser zum Vorschein kommt.

    Soziale Ausgrenzung gepaart mit beschämender, teils entwürdigender Nichtanerkennung -vielleicht auch noch gepaart mit Drogen- und Kleinkriminellen-Karrieren und chancenlosen Zukunftsaussichten in irgendeiner Weise noch in einem normalen Arbeits- und Gesellschaftsleben Fuß zu fassen, kann ein unglaublich starker emotionaler Motor für unbändige Wut mit gewalttätigen Rachephantasien sein.
    Weshalb suchen sich denn Drogen- und Menschenhändler ebenso wie radikalisierende Rekrutierer unter hohlen Versprechungen einer rosigen Zukunft vorwiegend Leute aus ausgegrenzten Milljeus mit den entsprechende Elendsvierteln aus? Das tun sie doch nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit zur Unterstützung von sozial Bedürftigen.
    Gehörte es nicht zum Teil der Taktik des Nationalsozialismus, als anfängliches Erfolgsmodell, die Massen auf Ebene des sozialen Zusammenhalts zu mobilisieren , um sie aus dem Elend der Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit zu führen?

    @18: Zustimmung dahingehend
    „Soziale Systeme können (wie psychische Systeme) nicht von aussen verändert werden, sondern im besten Fall gestört…“

    Fragt sich dann nicht weiter, wenn soziale und psychische Systeme „im besten Fall“ gestört werden können, welche o.g. Vorbedingungen in etwa -kontextabhängig- erfüllt sein müßten, um unter gewissen Umständen durch eine Störung indirekt eine erfolgreiche und darüberhinaus auch noch freiwillige Verhaltensänderung zu bewirken?

    Der aktuelle massiv bedrohlich erscheinende Terrorismus mitsamt dem Wiedererstarken von kriegsführenden Despoten und Diktatoren ist schließlich nicht plötzlich aus dem islamischen oder sonstig religiös verbrämten Himmel gefallen, sondern hat durchaus eine lange, von individuellen bis nationalen Machtinteressen geprägte Geschichte.

    Welche massiven politischen wie auch wirtschaftlichen Macht-Interessen dahinterstecken, um terroristischen „Erfolgsmodellen“ unterstützend die Steigbügel halten, (vgl. @17 Gitta Peyn)
    dürfte mittlerweile nicht nur hinreichend analysiert und bekannt sein.

    Bekannt dürfte auch sein, welche -auch in der Diplomatie eingesetzten Mittel und Instrumentarien- unter den gegebenen Umständen nichts bzw. sogar kontraproduktiv das Falsche bewirken.

    Denn auch dieses Spiel systematischer Ignoranz kultureller Inkompatibilitäten mit Gleichwertigkeits- und Integrationsproblemen geht ebenfalls nur zu zweit. Denn e bedarf immer eines Gegenspielers, auch bei unter dem Teppich schwelenden Konflikten und Abhängigkeiten durch einen Filz mit bereits korrumpierten bzw. korrumpierbaren Interessenlagen gepaart mit kontraproduktiven bürokratischen Spar- und Kontrollmaßnahmen vom falschen Ende aus,

    Diesem Beitrag @16: Michael S. ist durchaus zuzustimmen:

    “ In der bislang unterschlagenen Debatte um Islam und Islamismus, in der Angst vor einer begründeten Islam-Kritik, in Moscheen, Parlamenten, Universitäten und den Medien, liegt das größte Versäumnis der Terrorprävention der vergangenen Jahrzehnte.“

    Nicht nur Sozialarbeiter als Streetworker und in zahlreichen anderen Berufe, die im Kontakt zu sozialen Brennpunkten, in Grauzonen und Randbereichen von Kleinkriminellen bis hin zur organisierten Kriminalität der Mafia , in der Rehabilitation von Suchttherapien bzw auch in der Prävention gegen den Menschenhandel arbeiten, können auch ein Lied davon singen.

    Was mir seit langem schon nicht einleuchten will, wenn man nun nach einem anderen strategischen Umgang mit einer hochkomplexen wie auch hochvernetzten,
    sprich in fixen Kopplungen verfilzten Problematik sucht, wieso man dann selbst unter Systemikern immer noch -in positiver Ausrichtung – nach Lösungen sucht, wenn zudem hinreichend bekannt ist, wie bisher praktizierte Lösungen die gesamte Problematik nur noch kontraproduktiv verstärken?

    Wieso bieten diese Offensichtlichtlichkeiten strategischen Versagens nicht Anlaß genug, zunächst die Varianten der bisherigen Strategien auf Blindgänger, Fehler und kontraproduktive Reaktionsmuster zu durchforsten, einfach nur um auszusortieren, was nichts bzw. das Falsche bewirkt.
    Dies entspräche auch dem Vorschlag von Andrea Christoph @10, zunächst einmal zu definieren, etwas NICHT ist und aus diesem Grund dann auch nicht zweckorientiert und zielführend sein kann.

    Weshalb überbieten sich z.B. auch die westlichen Medien darin, sich wie gebannte Kaninchen vor der Schlange zu sitzen und sich im wesentlichen auf ihre gleichgeschalteten Kontrapositionen zu versteifen, um alle möglichen Defizite beim ihrem gerade fokussierten Feindbild (incl. Trump) abzugreifen, anstatt zu hinterfragen, was denn an diesem Cyberspiel mit der fiesesten autodestruktiven psychologischen Kriegsführung, die sich nur absolut perverse und hassgetriebene Wahnsinnige ausdenken können, derart attraktiv erscheint, sodaß sich radikalisierende Rekrutierer aber auch alle möglichen Sektengurus immer wieder ihre willig überlaufenden Anhänger und späteren Opfer finden?

    Und weiter, was macht diese fatal- autodestruktive Sehnsucht nach diesem Kick aus?
    Bzw. umgekehrt formuliert, was fehlt in westlichen Gesellschaften bzw. wo sitzen die die eigentlichen Blockaden im Getriebe des gesamten Systems, die eine vergleichsweise natürliche generationentypische Rebellion von jungen Leuten mit etwas neuen Ideen, die durchaus auch gegen das Establishment gerichtet sind systematisch verhindern?

    Empfehle hierzu im Übrigen Hannah Arendt zu lesen, „Macht und Gewalt“, worin sie auch die Zusammenhänge zwischen zentralisiert organisierten Staats-Bürokratien, gefolgt von zunehmender Ohnmacht von Staaten in Massengesellschaften, die teils gewalttätigen Studentenrebellionen der Ende 68er/Anfang 70er Jahre und den wiedererstarkenden Nationalismus eindrucksvoll beschreibt und auch in den Definitionen abgrenzt.

    „Wenn Terror eine Form der Beobachtungserzwingung ist und diesem Effekt seine Attraktiität verdankt, dann wird sich heute in unserer westlichen Gellschaft nicht verhindern oder kontrollieren lassen, dass „Terrorakte“ (ich setze das Wort schon mal in Anführungsstriche) beobachtet werden. Die Massenmedien (CNN etc.) leben ja davon „Breaking News“ zu zeigen. Was sich m.E. aber beeinflussen lässt, ist die Deutung „terroristischer“ Akte, d.h. wie sie beobachtet werden.“

  19. @ 18 und 20: „Soziale Systeme können (wie psychische Systeme) nicht von außen verändert werden“ [?]
    Revolution, Revolte, Umsturz, Umbruch, Reform – all das kommt nicht bloß von innen, sondern auch durch äußere Einflüsse und Wechselwirkungen (Innen/Außen-Kopplung).

    @ 0:
    PRO: Das Reframing führt zu einer wünschenwerten Entmythologisierung der Terroristen: Seht her, sie sind Menschen wie du und ich, die wir alle auch geisteskrank und/oder kriminell werden können.
    KONTRA: Das Reframing sollte jedoch nicht zu einer Entpolitisierung der Terrorismusabwehr führen: Gegen Terroristen muss auch politisch-diplomatisch (Druck auf die Staaten, die den IS unterstützen) und theologisch-innerislamisch (Druck auf die Religionsführer) vorgegangen werden, wie die langjährigen Erfahrungen mit kommunistischen Guerillagruppen in Südamerika zeigen.

  20. @ 18: „der Papst [wird] nicht viel bewirken können“

    Von einem Hirten erwarte ich, dass er den Wölfen zu verstehen gibt, dass er es nicht duldet, wenn sie seine Schäfchen fressen.

  21. @21
    lieber Michael S., Sie haben das Zitat von FBS (@ 18) verfälscht; Sie haben den Zusatz:
    „…, sondern im besten Fall gestört…“ weggelassen. Ihr Argument geht daher daneben. Offensichtlich haben Sie eines der Grundkonzepte des Konstruktivismus (die Innen-/Außen-Differenz) bis heute nicht verstanden. Und das nach einem ganzen Jahr intensivster Blog-Teilnahme!

  22. @22: Soziale und psychische Systeme können von außen nicht deterministisch (!, d.h. das Ergebnis der Einflussnahme festlegend) verändert werden (war offenbar von mir zu schlampig formuliert). Revolutionen etc. erfolgen ja als interne Veränderungsversuche, und auch die sind in ihrem Ergebnis meist anders als von den Revolutionären geplant… Es sind eben Störungen, mehr nicht, auf die das System seiner eigenen Funktionslogik entsprechend reagiert.

  23. @ 24 und 25: Terrorismus kann von außen nicht verändert werden – also auch nicht durch Reframing.

    Dann gute Nacht…

  24. @ 24: „Und das nach einem ganzen Jahr intensivster Blog-Teilnahme!“

    Dann muss ich leider nachsitzen…

  25. @25 Danke für diese Form einer erläuternden Aufklärung, denn genau das erklärt doch auch so manches Phänomen, das insbesondere Nicht-Systemiker mit der Systemtheorie haben.
    „Soziale und psychische Systeme können von außen nicht deterministisch (!, d.h. das Ergebnis der Einflussnahme festlegend) verändert werden“

    Im übrigen,, zu irgendeiner Form von Erfolgsmodell kann eigentlich nur etwas werden, wenn es doch irgendeinen Kern in sich trägt, der über eine allgemeine Attraktivität verfügt. Und sei es ein Negativform, wie ein Störmuster, das Leuten erlaubt, sich abzugrenzen.
    Eine Abgrenzung beinhaltet in der Regel meist auch gleichzeitig eine Abwertung, die in jeweilgen Eigen-Bilanz positiv zu Buche schlagen.

    Wäre das so richtig formuliert?

    Nichtssagende Dinge; nichtssagende Leute und auch nichtssagende Aussagen sind und bleiben von ihrer Natur her einfach nichtssagend. Man nimmt sie noch nicht einmal als existent wahr.

    Ich bin mir nicht so ganz sicher, was mit einem lebendigen Geist schlimmer zu ertragen ist.

    vgl. @21, meinen, sorry, etwas längeren Kommentar

  26. @ 0 (völlig unverfälscht): „Alternative: Den „Terrorakten“ keine die Asymmetrie der Beziehung zu den Akteuren in Frage stellende Zuschreibung gönnen, sondern sie insofern „normalisieren“, dass man sie als „krank“, „kriminell“ oder wie auch immer etikettiert werden – aber stets im Rahmen alltäglich verwendeter Deutungsschemata und in die etablierten Ordnungssysteme passend. Wenn an die Stelle des Schreckens vor gnadenlosen Gotteskriegern das Mitleid mit armen Irren tritt oder die zu sanktionierende Tat eines drogendealenden Kleinkriminellen, dann verliert der „Terror“ buchstäblich seinen Schrecken. Die gesellschaftliche Ordnung wird durch Amok laufende tunesische Kleinkriminelle nicht in Frage gestellt. Und das Image solcher Kleinkrimineller, ob sie nun „Allahu akbar“ rufen oder „Lang lebe das Spaghettimonster!“, ist sicher nichts, was orientierungslosen Jungmännern eine erstrebenswerte Identität anbieten würde.

    Lasst uns Terroristen „normalisieren“, indem wir ihnen den Sonderstatus gegenüber anderen Leuten, die abweichendes Verhalten produzieren, verweigern. Wir steigen ja auch weiter in Flugzeuge, obwohl ein Pilot der Germanwings seine Maschine gandenlos gegen einen Berg gesteuert hat. Kein „Terrorakt“ – oder?“

    Dadurch, dass man versucht, Terroristen und Terrorakte zu „normalisieren“, verschwinden sie nicht. Dieser Versuch erinnert mich an Kleinkinder, die sich beim Versteckspiel die Augen zuhalten und rufen: „Such mich doch!“.

  27. lieber Michael S.
    sorry, ich versuche es halt noch einmal. Dass Sie die Grundidee des Konstruktivismus bis heute nicht im Ansatz verstanden haben, ist nicht das Problem, das geht Vielen so. Auch ich muss mich, ehrlich gesagt, gelegentlich immer mal wieder ganz bewusst in dieses Denken einklinken; das lineare Denkmuster ist bequemer; es hat sich unseren neuronalen Verschaltungen tief eingeschrieben.
    Aber Sie bemühen sich nicht einmal und verhalten sich wie ein trotziges Kleinkind. Sie tragen nichts zur Debatte bei. Trotz Ihrer Dauerpräsenz. Das ist es, was mich nervt.

  28. @30: Danke, Michael
    SIC!
    „Dadurch, dass man versucht, Terroristen und Terrorakte zu „normalisieren“, verschwinden sie nicht. Dieser Versuch erinnert mich an Kleinkinder, die sich beim Versteckspiel die Augen zuhalten und rufen: „Such mich doch!“ “

    … und unter gebildeten Leuten nennt man das üblicherweise Ignoranz.

    Erscheint etwas naiv, ein solches Experiment, obgleich es tagtäglich praktiziert zu werden scheint, finden Sie nicht auch?

  29. @30 Lieber Michael, Dir entgeht, an wen sich das Reframing richtet. Nichts ist in zivilisierten Gesellschaften daran normal, absichtlich und selbstzerstörerisch in einen Weihnachtsmarkt zu rasen und Menschen umzubringen oder ein Flugzeug zu entführen und sich, die Besatzung und die Reisenden in ein Gebäude zu stürzen.
    Doch, was ist schon normal?
    Die Idee ist diese, dem Terroristen seine stärkste Waffe zu rauben, nämlich die, mit unseren Gefühlen zu spielen, uns Furcht einzuflößen, uns abzuschotten und unsere Grundwerte zu verraten. Das ist dieselbe Idee, die die AfD verfolgt, wenn sie uns mit dem Islamismus droht wie mit dem Asteroiden, der in 40 Tagen in den Atlantik stürzt. Die damit assoziierte fremdartige Übermacht soll uns in die Knie zwingen, sie soll aus Erwachsenen, die die Berechtigung ihrer Werte aus Überlegung und Erfahrung gewonnen haben, zu verschreckten Kindern machen, die unzurechnungsfähig und damit angreifbar werden.
    Darum geht es.
    Und da ist es ein passender Gedanke, die Frage danach zu stellen, wie wir ihnen diese Macht, diesen BEGRIFF nehmen können, wie wir sie entwaffnen, lächerlich machen, sie auf ihre emotionale und kognitive Zwergenhaftigkeit zurückstufen und uns ihrem Bemühen uns zu entmenschlichen mit dem Mut des Überlegenen entgegen stellen.
    So begegnen wir außerdem den eigenen zersetzenden faschistoiden Kräften, die solche Akte instrumentalisieren. Oder einem Donald Trump.

    Die Frage ist nur, und sie wurde bislang nicht beantwortet: Wie setzt man das um. Man kann nicht einfach den neuen Frame in die Welt werfen, glaubend, die Menschen folgen dem. Ihre eigenen Reaktionen beweisen das.
    Ohne Unterstützung anerkannter Autoritäten wird so etwas schlicht als intellektuelle Diskussion verpuffen, und auch dann noch werden es unsere eigenen, durch Machtinteresse (und damit verbunden Furcht) und andere Instinkte getriebenen Motive sein, die diesem Bemühen so einiges entgegen stellen.
    Ich könnte mir das als politischen Trick vorstellen, à la „Wir lassen uns von diesen armen Irren doch nicht ins Bockshorn jagen, diesen Kleimkriminellen, die nichts wissen von der Kraft und den Errungenschaften moderner in Freiheit und Demokratie lebenden Gesellschaften.“

    Was das Lächerlich-Machen angeht: Ellen Key hat in „Das Jahrhundert des Kindes“ diese Methode zur Kindeserziehung zum Beispiel dann vorgeschlagen, wenn Kinder lügen.

  30. @ 0: Richtig und gut finde ich den Versuch, die öffentliche Meinung zu enthysterisieren und den Terroristen ihre Medienmacht schrittweise zu entziehen. Facebook und andere Anbieter sozialer Netzwerke analysieren und filtern neuerdings jeden Upload von Bilddaten mit gewalttätigen terroristischen Inhalten. Ob das funktioniert? Jeder hilft halt, wo und wie er kann – so auch die Systemiker in den engen Grenzen ihren Denkdogmen.

  31. @34 Was ist denn mit Dir heute morgen los?
    Mach mal den Erklärbar: Welche engen Grenzen und Denkdogmen haben Systemiker denn so? Und was denkst Du, was ein „Systemiker“ ist?

  32. @ 35: Dass man NICHTS machen kann, weil die Systeme nun mal so sind, wie sie sind. Eigentlich widersprechen sich DIE Systemiker (und damit meine ich die Kommentatoren und Professoren dieses Blogs) ständig selbst: Sie machen Vorschläge, um etwas zu verändern, doch Veränderungen sind ja leider völlig unmöglich. Wozu dann das Ganze?

  33. @ 31:

    Wirklich ernst gemeinter Vorschlag meinerseits: Bitte keine Kommentare mit meinem Absender mehr hochladen (Spam-Filter anpassen)!

    Damit wäre ALLEN gedient.

  34. @37 Da hast Du etwas nicht ganz passend verstanden.
    Natürlich ist Veränderung möglich, sie hat nur selten nur eine Ursache, und wenn man sich die herauspickt, kann man – mit etwas Willen zum Hinterfragen der eigenen Konstruktionsmodelle von Welt – feststellen, dass die kontingent ist, auch anders möglich.
    Knopfdrucklösungen funktionieren nicht, und Menschen glauben leider noch viel zu viel daran.
    Komplex ist ein Sachverhalt genau dann, wenn Du nicht alle Elemente gleichzeitig mit allen anderen verbinden kannst. Jede Beschreibung von Welt, die ich anfertige, ist eine Komplexitätsreduktion, und sie ist abhängig davon, wie ich denke, mich selbst beschreibe.
    Darum (unter anderem) geht es in einfachen Wörtern gesagt.
    Mir geht die Verweigerung mancher konkret zu werden auch manchmal gegen den Strich, ich handle gern, aber ich bin mir auch dessen bewusst, dass, wenn ich glaube, dass ich etwas gefunden habe, das als Lösung funktioniert, mir die Welt einen Strich durch die Rechnung machen w i r d – und sei es auch nur im Detailbereich.

    Mit solchen Unbestimmtheiten zu leben, das ist die Herausforderung, die ich an der Systemik schätze. Folgerichtiges Denken ist eine der Methoden, mit der man in diesem unbestimmten Raum Bestimmtheiten festsetzen kann, aber man muss berücksichtigen, dass es die eigene Wahl war, die die Bestimmtheit macht.

    In Paradoxien zu denken, Tautologien, Zirkel aushalten zu können, das ist meiner Ansicht nach die Herausforderung, die mit dem Systemischen Denken kommt. Dabei verfallen einige in die Beliebigkeit, landen in Treibsand. Das ist ein Fehler.

    Was auch dem Systemiker klar ist: Jeder Gedanke und jede Handlung hat Folgen. Er weiß nur genauso, dass er sich noch so viele Mühe geben kann, er mag die Folgen im groben Rahmen einschätzen, mehr kann er aber auch nicht tun. Hinzu kommt, dass kein Gedanke allein dasteht, jeder Handlung folgen schon weitere.

    Den Systemiker auf jemanden zu reduzieren, der nicht mehr handelt, weil Veränderung eh nicht möglich ist, ist schlicht das Resultat aus unzureichender Kenntnis der Systemtheorie. Er wird aber sicherlich vorsichtiger sein und ganz sicher auch einen viel weiteren Folgerahmen abzustecken versuchen, und ihm ist klar, dass die Art und Weise, wie er die Sache anpackt, Folgen hat für das Resultat, möglicherweise so weite, dass er sie gar nicht mehr als solche zu erkennen vermag.

    Denk mal drüber nach.

  35. @ 35: Lesen Sie bitte die Kommentare 24, 25 und 31, die sich auf eine Passage aus Kommentar 22 beziehen.

    Wenn das keine engbegrenzten Denkdogmen sind…, die es selbst fraFri manchmal schwer machen, in ihnen zu denken: „Auch ich muss mich, ehrlich gesagt, gelegentlich immer mal wieder ganz bewusst in dieses Denken einklinken; das lineare Denkmuster ist bequemer; es hat sich unseren neuronalen Verschaltungen tief eingeschrieben.“

  36. @ 39: „Denk mal drüber nach.“ Tue ich!

    „Den Systemiker auf jemanden zu reduzieren, der nicht mehr handelt, weil Veränderung eh nicht möglich ist, ist schlicht das Resultat aus unzureichender Kenntnis der Systemtheorie.“

    Ich schließe diese „reduzierte“ Ansicht von Systemikern aus den Reaktionen auf meine Kommentare in diesem Blog. Möglicherweise sind diese Reaktionen für Nichtsystemiker (!) wie mich un- oder missverständlich. Doch so viel wurde mir hier schon beigebracht: Der Empfänger einer Botschaft bestimmt maßgeblich deren Gehalt und Bedeutung.

    Ich halte die Systemtheorie für zu technokratisch und für nicht humanistisch.

  37. @31 Lieber Herr fraFri,

    sorry, daß ich Sie -nach langer Zeit- wieder einmal störe, zumal ich bemerkt habe, daß ich mit @32 Michael S. etwas ermutigt und in Schutz genommen habe,
    da er mit der Vielfalt seiner Beiträge etwas frischen Wind in offenbar etwas festgefahrene Debattem bringt.

    Und diese, Ihre Aussage, verstehe ich wiederum nicht:

    „Dass Sie die Grundidee des Konstruktivismus bis heute nicht im Ansatz verstanden haben, ist nicht das Problem, das geht Vielen so. Auch ich muss mich, ehrlich gesagt, gelegentlich immer mal wieder ganz bewusst in dieses Denken einklinken; das lineare Denkmuster ist bequemer; es hat sich unseren neuronalen Verschaltungen tief eingeschrieben.“

    Dazu Folgendes: Soweit bekannt, wandte sich „der Konstruktivismus“ gegen jegliche Form von Determinismus und Steuerbarkeit, was auch die gesamte systemische Literatur durchzieht.
    „DEN“ Konstruktivismus gibt es insofern auch nicht, zumal zu den Grundannahmen gehört, daß in der Kommunikation stets zukunftsoffen mit unkalkulierbaren Reaktionen irgendwelcher, vielleicht bislang völlig unbekannten Addressaten gerechnet werden muß. Kommunikation ist und bleibt insofern auch stets ein riskantes Maneuver, zumal man auch nicht nicht kommunizieren kann.

    Zudem hat sich insbesondere Heinz von Foerster für eine unbefangene, NICHT vorgebildete und insofern auch NICHT orthodox verbogene Form der Kommunikation eingesetzt, die sich radikal gegen sämtliche Formen von Trivialisierungsanstalten gewendet hat und den Modus einer gemeinsamen Beobachtung, Entwicklung, Ausgestaltung und anschließender , möglichst funktionaler Definition von Begriffen im zukunftsoffenen Lernen Lernen – Modus favorisiert wie ihn auch Kinder praktizieren in ihrer Entdecker-Freude und Kreativität.
    Etwas Alltägliches einmal anders darstellen zu können als bislang gewohnt, das erscheint auch der intrinsische Motor in der Kunst, aber auch in der Wissenschaft zu sein.
    Was NICHT bedeutet, daß sich das jeweilige Ergebnis allen unmittelbar gefällt bzw. erschließt.
    vgl. den Semmelweis- Reflex, der als ein stereotypes reaktives Verhaltensmuster der Orthodoxie gilt, insbesondere dann, wenn hochkomplexe Sachverhalte, die bislang als kompliziert galten, in einen vergleichsweise einfachen Zusammenhang gestellt werden. Um wesentlich später, wenn sich eine durchschlagend neue Idee erst einmal in ihren Zusammenhängen als richtig erwiesen und etabliert hat, die eigentliche Borniertheit und Dummheit orthodoxer Reaktionsmuster offenzulegen.

    Sowohl George Spencer-Brown als auch Heinz von Foerster wenden sich explizit gegen diese Form von Indoktrination, die letztlich nur einen gleichgerichten Weg kennt.

    Meine These ist, schon seit langem, daß eine Unterschiedsbildung zwischen linearem und nichtlinearem Denken den eigentlichen -mathematisch basierten- Riesen-Bug darstellt, der im wesentlichen auf Sinnestäuschungen beruht. Wer die Funktion der Camera obscura kennt, die übersetzt z.B. auch in der Spiegelreflex-Technologie zum Einsatz kommt, kann dies auch nachvollziehen.

  38. @40, 41 Sind wir wieder beim „Sie“ oder habe ich was falsch verstanden?
    Ich habe die Kommentare gelesen. Ziehe ich die persönliche Rhetorik ab, lese ich darin das, was ich gerade zu erklären versucht habe.

    Den zweiten Ansatz (was denn nun, „Deiner“ oder „Ihrer“?) Ihrer Antwort aus 41 finde ich interessant. Es gibt da ja diesen Satz „Die Bedeutung Deiner Mitteilung zeigt sich in der Reaktion des anderen“ und die faszinierende Einsicht aus dem Konstruktivismus und dem Kommunikationsbegriff von Niklas Luhmann, dass es in der Tat Ego ist, der versteht. Ego unterstellt Alter ein Meinen, Ego interpretiert, dass Alter etwas mitteilt (selbst wenn Alter gerade nichts anderes gemacht hat, als sich den Fuß zu kratzen, weil er juckt). Ego versteht, Alter teilt mit. Die Rollen wechseln ständig.

    Allerdings bin ich durchaus der Meinung, dass ich als Mitteilende in der sozialen Verantwortung stehe, mich so unmissverständlich wie möglich auszudrücken. Und damit sind wir vielleicht bei der Spitze des Schuhs, der Sie gerade drückt: Die Sprache, die sich aus dem systemischen Denken heraus entwickelt, sie ist nicht gerade leicht verständlich für jene, die sie nicht sprechen. In, wie ich gesagt habe, Paradoxien denken zu lernen, verlangt ein Verlassen des Tunnels zweiwertiger Logik (Sie haben, wenn ich mich recht entsinne, „Meine Psyche, mein Fahrrad und ich“ gelesen und erinnern sich vielleicht an den Part, in dem erklärt wird, wie belastend für die Psyche double-binds sind? Genau diese Belastung empfindet der Laie, wenn er mit der Systemtheorie konfrontiert wird, und meiner Ansicht nach rührt daraus der oft so emotionale Widerstand, den diejenigen ihr entgegen bringen, denen es noch nicht gelungen ist, in ihr zu denken, zu leben, zu handeln.)

    Aber, die Sprache ist so präzise, wie sie nur geht – und sie wird so präzise, wie sie geht, während man damit arbeitet.

    Technokratisch ist das nicht, nicht humanistisch auch nicht, im Gegenteil. Tiefes Mitgefühl kann damit einher gehen, schon aus der Einsicht in all die Verwicklungen, Unbestimmtheiten, den Wahnsinn, der mit dem Menschlichen und mit dem Allzumenschlichen kommt.

    Ich kann nur empfehlen, es von Innen heraus zu versuchen, danach zu leben für eine Weile. FraFri hat es angesprochen, vielleicht für Sie zu intensiv, aber es ist wirklich so: Man kann eine solche Sache nicht von Außen verstehen. Viele tun das. Ich kenne eine Menge Leute, die geben mit der Systemtheorie und dem Konstruktivismus an; Salonlöwen, die nichts auf der Tasche haben. Ebenso fühlen sich Viele angegriffen von der Systemischen Sicht, ihrer Handlungsmöglichkeiten beraubt, einsam und verlassen in einem komplexen, wahnsinnig gewordenen Universum. Ich kann das verstehen. Es verlangt Mut, dahin zu gehen. Aber, wenn man den nicht aufbringt und es von Innen versucht, muss man sich leider den Vorwurf gefallen lassen, dass man nicht beurteilen kann, was man nicht kennt.

    Bitte nehmen Sie mir das nicht übel. Mein Interesse ist nicht Sie abzuwerten, ich möchte nur aufzeigen, dass man auch die Quantenphysik nicht begreift, wenn man nicht bereit dazu ist, in sie einzutauchen.

  39. @ 39: Mir geht es um eine sachliche Debatte über die aufgeworfenen Fragen. Solange das hier (noch) kein geschützter Hort der reinen Lehre der Systemtheorie(n) ist, erlaube ich mir aus einem Kommentar von Rainer Haubrich zum Themenkomplex „Terror als Krankheit“ in der heutigen „Welt“ zu zitieren: „Man muss nicht paranoid sein, um zu empfinden, dass Teile der muslimischen Gemeinschaft das friedliche Zusammenleben in Deutschland bedrohen. Wie der Staat darauf antworten sollte, bleibt eine der großen Fragen unserer Zeit. (…) Er muss die moderaten Muslime hierzulande zu Mitstreitern machen, anstatt sie in eine Solidarisierung mit ihren radikaleren Glaubensbrüdern zu treiben.“

    Diese Meinung wollte ich in meinen Kommentaren ebenfalls zum Ausdruck bringen.

  40. @ 43: „Ich kann nur empfehlen, es von Innen heraus zu versuchen, danach zu leben für eine Weile. FraFri hat es angesprochen, vielleicht für Sie zu intensiv, aber es ist wirklich so: Man kann eine solche Sache nicht von Außen verstehen.“

    Wie geht das? …nach der Systemtheorie und in der Systemtheorie leben.

  41. @44 Das hatte ich schon verstanden, ich hatte mich nur um ein paar merkwürdige Nebenbemerkungen gewundert.

    Ich wüsste nicht, was eine „reine Lehre der Systemtheorie“ sein sollte.
    Ich kann auch in dem Vorschlag von @0 nicht lesen, dass es nicht so ist, dass Teile der muslimischen Gemeinschaft das friedliche Zusammenleben bedrohen.
    Wie ich den Reframing-Ansatz deute, hatte ich ja schon beschrieben.

    Worauf ich (das mag ein Vorurteil sein) fast immer sofort reagiere ist, wenn jemand auf die Bemühung, eine Angelegenheit räumlich, quantitativ und qualitativ zu versachlichen, emotionale Reaktionen bekommt. Dann frage ich mich, ob und inwieweit diese konditionierter Natur sind. Das will ich Ihnen gerade nicht unterstellen, bemerke es aber oft, wenn sich jemand darin bedroht sieht, von seiner Furcht lassen zu sollen – auch, wenn ihm nur ein Vorschlag gemacht wurde, ihre Dimensionen neu zu beurteilen.

  42. @ 42
    hm, ich verstehe Sie nicht, glaube ich. Wollen Sie die Unterscheidung lineares vs. zirkuläres Denken für obsolet erklären? Oder meinen Sie, ich hielte lineares Denken für unsinnig und überflüssig (nichts läge mir ferner)?
    Oder was sonst meinen Sie?

  43. @ 43: „ich möchte nur aufzeigen, dass man auch Quantenphysik nicht begreift, wenn man nicht bereit dazu ist, in sie einzutauchen.“

    Könnten Sie mir dabei behilflich sein?

    Bislang hatte ich die Systemtheorie nicht mit der Quantenphysik in Verbindung gebracht. Ein Fehler? Ganz sicher! Doch selbst in Professor Simons Buch „Meine Psyche, mein Fahrrad und ich“ habe ich nichts darüber gelesen – auch nicht in den vier anderen, die ich von ihm gelesen habe (naja, eines handelte von der systemischen Sicht des Fußballspiels).

  44. @45 Eine Frage. Ha! 🙂 Danke.

    Ich habe mir da so einen Satz an Beobachtungsregeln zugelegt, vielleicht helfen sie Ihnen weiter?

    1. Denk immer dran, die Dinge sind auch anders möglich.
    2. Welt ist komplex, und ich bin Teil von Welt.
    3. Identität ist paradox.
    4. Sinn ist, was ich mache.
    5. Frei zu sein hießt, die nächste Möglichkeit zu schaffen.
    6. Knopfdrucklösungen funktionieren nicht, alles ist vernetzt.
    7. Lebe mit Unbestimmtheiten und Paradoxien.
    8. Life is what happens to you while you’re busy making other plans.

  45. @48 Ich hatte die Quantenphysik angeführt, weil sie – wie die Systemtheorie – gern von Laien entführt wird mit ganz eigenartigen Resultaten.

    Ich muss mal sehen. Ich habe vor vielen Jahren einige Lehrbücher dazu durchgeackert. Die sind jetzt irgendwo in einer der vielen alten Bücherkisten. Wollen Sie in das Formelwerk einsteigen oder lieber eine allgemein gehaltene populärwissenschaftliche Einführung in die Quantenphysik?

    Wenn ich weiter heute nicht gleich antworte, liegt das an Arbeit. Danke für das Sein und das Wie unserer Unterhaltung!

  46. @ 46: Stimmt, ich bin ein Feigling, nein: ein jämmerlicher Waschlappen (KEINE IRONIE). Das gebe ich zu, wenn auch der islamistische Terrorismus mit (noch) keine Angst macht. Ich habe eher Angst, wenn ich Fahrrad oder Auto fahre – und auch, wenn ich hier einen Kommentar schreibe, für den ich mit Sicherheit Prügel beziehen werde.

    Meine übertrieben emotionale Schreibweise könnte somit eine Art von „Vorwärtsverteidung“ sein, weil es ohnehin auf Prügel hinausläuft.

    Besser wäre es sicherlich für mich, ein für alle Mal damit aufzuhören!

    Verstehen Sie das somit als meinen endgültigen (!) Abschiedskommentar.

  47. @51 Menschen machen mir auch Angst, lieber Michael. Und ich habe gute Gründe dafür.

  48. Quantenmechanik und Systemtheorie (2. Ordnung) erfordern von dem, der sie verstehen will, z.T. vergleichbare Denkleistungen. etwa Paradoxien auszuhalten, z.B. die Heisenberg’sche Unschärferelation: es ist nicht möglich, den Ort und die Geschwindigkeit eines Teilchens gleichzeitig beliebig genau zu bestimmen.
    Es braucht einen (physischen) Beobachter, um überhaupt etwas fest-zustellen.

    Dirk Baecker schreibt irgendwo: „Wenn du die Welt bestimmen willst (…), musst du einen Beobachter einführen, der diese Welt un seine Perspektive erweitert und ergänzt; ohne diesen Beobachter ist die Welt alles oder nichts.“

  49. @Michael S.: Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen und auch nicht die Antworten, deswegen wiederhole ich vielleicht nur, was jemand anderes schon gesagt hat:

    Wenn man autome Systeme, die durch ihre interne Struktur in ihrem Verhalten gesteuert werden, nicht von außen in ihrem Verhalten determinieren (!) kann – wie jeder weiss, der schon einmal versucht hat, seinem Kleinkind Spinat zu verfüttern, dann kann man nur überlegen, was man in seinem eigenen (!) Verhalten ändern kann, um dem Konflikt und der Beziehung (die man ja nicht allein definieren kann, denn dazu gehört das Einverständnis beider Parteien) eine andere Färbung zu geben (scheint mir, nebenbei bemerkt, eine ziemlich humanistische Haltung).

    Wenn man den Islam oder besser: den Islamismus nicht von außen zielgerichtet steuern kann, kann man ihn doch sicher „stören“ (das ist es, was der Hirte mit dem Wolf versucht).

    Bezogen auf die Reframing-Idee (die zugegebenermaßen nur ein Gedankenspiel ist), heißt das: Adressat ist nicht primär der Islam oder Islamismus, sondern das soziale System, in dem wir leben. Es geht nicht darum in ein fremdes System von extern zu intervenieren, sondern in das, dessen Mitglieder wir sind (=intern). Es geht darum, die Kommunikation über diese Akte (die nicht einfach geleugnet werden können) zu verändern und auch den Umgang mit ihnen. Dass das dann Auswirkungen in der Beziehung zu den potentiellen Tätern haben kann, ist die Hoffnung, aber auch erst mal nicht mehr als eine Hoffnung.

    Die Frage ist ja, wie die Erfahrungen sind, die man bislang mit solchen – unser System auch „nur“ störenden, weil dessen Prämissen negierenden – Aktivitäten hat. Hier sollte man sortieren, was die Attraktivität der Tat für die Täter steigert oder verringert, und das weiter machen, was funktioniert …

    Aber zusammenfassend: Es geht nicht primär darum, die Täter zu verändern, sondern uns… (wozu natürlich auch gehört, uns zu schützen, unabhängig davon, warum oder mit welcher Zielsetzung die Täter tätig werden.)

    Noch eine Anmerkung zu dem Vergleich des Hirten mit den Wölfen. Die Metapher passt insofern nicht ganz, als ja in diesem Fall die meisten Oper der vermeintlichen Wölfe nicht Schafe, sondern auch, wenn man so will, Wölfe sind (allerdings wahrscheinlich doch eher Schafe im Wolfspelz – die Unterscheidung ist so schwer).

  50. Von Euch hat möglicherweise niemand? „Game of Thrones“ gesehen ..
    Dort wird gezeigt, wie eine weltliche Macht versucht, die eigene Macht mit Hilfe
    der „Religiösen“ zu vergrößern. (Cersei, Königsmutter)
    Die weltliche Macht wird dann jedoch nicht vergrößert, sondern die weltliche Macht wird unterjocht. Was sehr gut gelingt mit einer Vermischung von linken/sozialen Zielen mit religiösen Botschaften.

    Diese Vermischung eigener sozialer Ziele, z.B. Sinnfindung im eigenen Leben,
    mit religiösen Machtverheißungen, gelingt in machtheischenden, sich religiös verankernden sozialen Systemen.

    Verheißungen, Verspechen auf die Zukunft hin, gibt es im Christentum in den 10 Geboten „Du sollst …, auf daß ….“

    So wird es auch im Islam sein, einer der 3 monotheistischen Religionen.
    Im Islam ist, je nach Richtung, das Göttliche sehr abstrakt, allumfassend, allmächtig.
    Die Kopplung eigener Ziele mit der größten, undenkbaren Macht, ist eine
    nichtwiderlegbare Verheißung.

    PS: zur Zeit leben wir in einem Land, in dem beobachtet werden kann,
    wie sinnvolle tägliche Lebensgewohnheiten zu religiösen Fetischen
    instrumentalisiert und entinstrumentalisiertwerden können.
    Wenn der Shamal, der kalteNordwind weht, verschleiern wir uns sehr
    gerne, es ist die einzig sinnvolle Maßnahme draußen im Wind.
    Was uns nicht davon abhält bei Windstille den Bikini zu wählen…

  51. @53 Sie haben da, lieber FraFri, den wichtigen Punkt angesprochen, um den es auch mir geht: die Änderung der Denkgewohnheit. Das ist keine leichte Aufgabe, und mich macht es traurig, wenn sich einige immer wieder beschämt fühlen, wenn ihnen dieses Denken zu schwer fällt und dann die Abwehr kommt. Ich kann das so gut verstehen, halte es aber gleichzeitig für wichtig, dem auch zu begegnen.
    Das geht meiner Ansicht nach nur mit dem Bemühen um Einfachheit. Ich halte es nicht für wichtig, gleich die Theorie zu kennen. Da sind so viele Begriffe und Zusammenhänge, die das erschweren, und man übersieht dabei, worum es wirklich geht. Sie haben es gesagt, ich hatte es auch geschrieben: Paradoxien auszuhalten oder, wie ich finde, dass es noch besser ist, sich daran zu gewöhnen, in ihnen zu denken.
    Man muss dabei viel aufgeben, und so mancher findet dann eben in der Beliebigkeit wieder jene Sicherheit, um die aufzugeben es geht. Der Eine verweigert die Unbestimmtheit, der Andere die Bestimmtheit. Das eine ist die offene Furcht, das andere die hinter Intellektualismus verborgene.
    Die Systemtheorie, der Konstruktivismus und die Quantenphysik sind nicht nur einfach Herausforderungen an unsere Bildung, unsere Komplexitätsverarbeitungsfähigkeit. Sie sind zuerst und vor allem Herausforderungen an unsere Psyche. Sie rütteln an Sicherheitsängsten, deshalb erzeugen sie Widerstand oder Trivialisierung (der eine Form des Widerstands ist).

  52. @54: „…Es geht darum, die Kommunikation über diese Akte zu verändern und auch den Umgang mit Ihnen. …“

    Ariane Mnouchkine und ihr Théâtre du Soleil bringt in der jüngsten Produktion opulent eine Vielfalt gegenwärtiger Themen (u.a. Terrorismus ) auf die Bühne.
    Eine Handlungssequenz gilt dem IS Terrorismus. In einer Szene wird von islamistischen Radikalen (oder radikalisierten Islamisten?) versucht ein Propagandavideo zu drehen und vom zu erwartenden Grauen genial heruntergebrochen ins Komische.
    In der Lächerlichkeit dieser Darstellung verliert die Bedrohung, für den Augenblick, jedweden Schrecken durch Verschiebung der Perspektive.
    Blickt man beim Verlassen der „Versammlung“ in die Augen der Zuschauer ist man verführt ihnen hoffnungsvolle Zukunftsvisionen zu unterstellen, in einem und für ein Land in dem der Ausnahmezustand schon längst keine Ausnahme mehr ist und die Debatten um die innere Sicherheit negative Bestrebungen anheizen.

  53. @54: Danke, eine gute Erläuterung.
    Denn so wird auch der ergänzende Ansatz der Systemtheorie -durch Änderung der Methodik -verständlicher, die dort noch weiterfragt, wo der immer noch hochfavorisierte positivistische Ansatz a lá Popper endet.

    „Die Frage ist ja, wie die Erfahrungen sind, die man bislang mit solchen – unser System auch „nur“ störenden, weil dessen Prämissen negierenden – Aktivitäten hat. Hier sollte man sortieren, was die Attraktivität der Tat für die Täter steigert oder verringert, und das weiter machen, was funktioniert … “

    Der einfachste und auch schnellste Weg, um -probabilistisch- herauszufinden, was etwas sein könnte bzw. wie etwas besser funktionieren könnte, was bislang nicht funktioniert hat, ist der, zunächst alles auszusortieren und zu entsorgen, was definitiv NICHT funktioniert. Das schafft zum einen Platz (auch im Kopf und im Arbeitsspeicher) und kommt -wenn es denn definitiv Nonsense ist – auch nicht mehr in Frage.
    ERGO?
    es bleibt alles eine Frage, wie und womit man beginnt.
    und mit dem zu beginnen, was etwas NICHT ist, hat sich schon immer bewährt.
    vgl. @ 10, Andrea Christoph

    Es dreht sich in der Systemtheorie „nur“ um eine andere Methologie, die auch in einer funktional differenzierten (Welt)-Gesellschaft -ohne Glaubenssätze und möglichst ideologiefrei- funktioniert, wie Luhmann im Vorwort zur GDG schreibt.
    Um jedoch den Theorierahmen auf Metaebene möglichst flexibel, weitestgehend ideologiefrei, universell einsetzbar, orts- und zeitunabhängig nutzbar, d.h. ohne rechthaberische Doktrin, auch jederzeit weiterentwickelbar zu gestalten,
    sodaß es nicht immer erst einer (wissenschaftlichen) Revolution bedarf, um neue, brauchbare Ideen umzusetzen, dazu legt man -wie Luhmann- am besten die Mathematik zugrunde, zumal diese in einer nahezu volldigitalisierten Welt transnational und kulturenübergreifend überall vertreten ist.
    Ohne IT läuft heutzutage nichts mehr und
    „Evolution ist immer und überall“.

    Selbstverständlich sind evolutionäre Prozesse sind bis zu einem gewissen Grad, mit einer gewissen Unschärfe und mit Ambiguitätstoleranz durchaus auch planbar. Die Wahl des strategischen Vorgehens hängt jedoch weitestgehend davon ab, was und wohin man will. Und welche Risiken zu akzeptieren man bereit ist, im Rahmen der Kosten-Nutzen-Relationen.

    Um nochmal auf Popper zurückzukommen:
    Der Beweismodus mit Verifikation/Falsifikation kann einfach -ohne (physischen) Beobachter und sein Motiv, etwas zu tun und sei es nur „BEOBACHTEN“, was keineswegs
    (DANKE @53 fraFRI, mit Zitat von Dirk Baecker)
    nicht Alles „erschlagen“. Dann doch eher NICHTS.

    Mit einem rein verifizierenden/falsifizierenden Ansatz im binärcodierten Beweismodus kommt man nicht besonders weit und fährt, sofern man die Methode nicht wechselt, im Zweifel auch irgendwo vor die Wand.

    Hierauf gründet sich z.B. auch die radikale Kritik von Paul Feyerabend in seiner Abgrenzung gegenüber Popper. (Am besten nachzulesen in „Wissenschaft als Kunst“)

    Insofern lohnt es sich immer, wenn man nicht weiterkommt, die Frage neu zu stellen, dabei aber auch die Eignung der Methode zu überprüfen.

    „Die Frage ist ja, wie die Erfahrungen sind, die man bislang mit solchen – unser System auch „nur“ störenden, weil dessen Prämissen negierenden – Aktivitäten hat. Hier sollte man sortieren, was die Attraktivität der Tat für die Täter steigert oder verringert, und das weiter machen, was funktioniert … “

    Und zu den Zusammenhängen zwischen Schafen und Wölfen hatte sich George Spencer-Brown in „Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft“ ziemlich eindeutig geäußert, weshalb ich nicht so ganz nachvollziehen kann, weshalb die Unterscheidung so schwer sein sollte.
    Wenn man dann noch bedenkt, wieviele Schafe mittlerweile in Wolfspelzen rumrennen, taucht doch bei den flachen Hierarchien heutzutage immer dieselbe Frage auf:
    WER erbringt denn nun mittlerweile die größten Opfer?
    .. und muß sich unentwegt beugen lassen,
    am besten an eines Dorfschulmeister’s Grab?
    Und das ganz auch noch ohne Weib und Kind?
    Er könnte einem wirklich leid tun, der Werwolf.

    Oh, splendid isolation.

  54. PS: im Übrigen,
    der echte Gegensatz zur Evolution heißt Involution.
    und nicht Revolution.
    Letztere schichtet in man-made-MANIER
    lediglich die hierarchischen Verhältnisse um.

    Kopf ab, löst aber das Grundproblem nicht wirklich,
    sondern unterstützt nur das aufstrebende Funktionärstum
    durch Umbesetzung von Idioten.

    Hierin findet sich auch der Unterschied zwischen Naturgesetzen
    und erfundenen man-made-Gesetzen.

  55. @47: Lieber fraFri,

    um noch einmal darauf zurückzukommen und ein paar Mißveständnisse zu klären.
    Aber zunächst:
    DANKE, für Ihre Nachfrage.
    So kenne ich Sie und schätze Sie und Ihre Arbeit auch sehr!
    Und dabei soll es auch bleiben…

    REPRISE:
    „@ 42
    hm, ich verstehe Sie nicht, glaube ich. Wollen Sie die Unterscheidung lineares vs. zirkuläres Denken für obsolet erklären? Oder meinen Sie, ich hielte lineares Denken für unsinnig und überflüssig (nichts läge mir ferner)?
    Oder was sonst meinen Sie?“

    WO und dann vor allem WIE beginnen?

    zudem bin ich Ihnen auch noch ein Bild schuldig,
    zu Odysseus‘ Fahrt, zwischen Skylla und Charybdis hindurch.
    Das hatte ich Ihnen versprochen,
    und das ist meinerseits auch nicht vergessen.
    Erinnern Sie sich daran?
    … oder hatte das vielleicht auch keinerlei Bedeutung für Sie?

    ad 1.
    „Wollen Sie die Unterscheidung lineares vs. zirkuläres Denken für obsolet erklären?“

    NEIN!
    Ich möchte lediglich die Begriffe entkoppeln und sie in einen anderen Zusammenhang stellen.
    Obsolet werden dann lediglich die bisherigen Bedeutungszuweisungen,
    auch durch eine geringfügige Erweiterung des Spektrums.

    1. Lineares vs zirkuläres Denken sind m.E. keine Gegensätze und gehören in dieser Form auch nicht zusammen.

    2. NICHTLINEARITÄT vs. LINEARITÄT, das sind die Begriffe, die u.a. auch in Ciompi’s Fraktallogik, in der Fuzzy-Logik, in der Chaos-Theorie, in der Erforschung von Irregularitäten, in der Flußdynamik, bei dissipativen Systemen, in der Biologie etc. pp. auftauchen
    und es sind Begriffe, die Mathematiker,Physiker et al. im Rahmen der „Entdeckung der Unendlichen“ mit der Mengenlehre im 19. Jhd. (vgl: David Foster Wallace Georg Cantor und die Welt der Mathematik) fast um den Verstand gebracht haben. Und dies auch noch, bis dato. (vgl. Spektrum der Wissenschaft 12.16. MATHEMATIK Computer sollen die Grundlagen der Wissenschaft neu definieren.)

    2) Begriffsklärung tut not! Speziell beim Notaus!
    Die These ist: NICHTLINEARITÄT ist die Regel,die auch Linearität beinhaltet.
    Denn: Obgleich Linearität den weitaus größeren Anteil in der Dynamik eines phasenhaften Prozeßverlaufs beansprucht, was -da imaginär- keinerlei Problem darstellt, dominiert Nichtlinearität als treibende Kraft das Geschehen im Vorantreiben eines lebendigen Prozesses.
    NICHTLINEARITÄt beinhaltet folglich LINEARITÄT.

    3) Zeit ist auch keine Dimension, sondern ein Maßstab bzw. Meßinstrument, das der Dynamik sozialen Kommunikation mit Absprachen und Planung dient. Was auch aus Begriffen zur Markierung wie Zeitpunkt, Zeitraum hervorgeht und dann auch Dauer z.B. als Strecken und Koordinaten von – bis bestimmt. Aus diesen Daten werden Agenden und Kalender „gebaut“.
    „Zeitmanagement“ dient der Taktum bei einem Leben im Terminkalender.
    Das ist zwar beim Zeitgeist noch gr0ß in Mode, aber wie lange noch?

    Soweit erst mal für heute.
    Ich bin müde,
    mich beißen die Schlafläuse
    und ich muß jetzt ins Bett.

    Eine letzte Frage noch
    Seit wann tragen Kamele Uhren?

  56. irgendwie scheint bei mir „streaming“ nicht so ganz zu funktionieren.
    Ist irgendwer schon wach?
    Oder liegen alle noch in den Federn?
    Es ist plötzlich so ungewohnt still hier…

    @59 Hi, Ach Med
    😀

  57. PS:
    Ich schlage mich gerade etwas mit meinem Windows-Laptop mitsamt der offensichtlich auf leichte Behinderten-Bedienung ein- und umgestellten Tastatur rum.
    Mitsamt Drucker-Server auf admin -basics, vermutlich in gewohnter HD-Druckmaschinen Qualität. Patent VER strickt … @hotmail.com
    Tja gelegentlich braucht man eine heiße Nadel,
    um Beulen aufzustechen,
    anschließend reicht dann wohl eine Strickliesel.

    Dr. Google möchte mich – jedenfalls auf dieser Basis- ständig
    zunächst auf seine Startseite leiten.
    Vermutlich zur Einführung seiner IGel-LEISTUNGEN.
    Eigentlich haase ich dass !!!
    IM KLarTEXT
    Ich HASSE das nämlich
    und zwar ganz eindeutig!
    bzw.
    nochmals im Klartext, auch unter an und für
    die administr@Tiefe
    Vollpfosten-Absicherung mit
    Jungfern-Schloß am Keuchheits-Gürtel ,
    wie unter
    https:// bis http://

    Darauf bleibt zu erwidern:
    ..geht’s noch Ihr WWW VVVVVVVVVVollidioten
    ???????
    HAkt EUCH doch SELBST und
    Erzählt mir keine Märchen, sonst komme ich demnächst mit
    Michel’s Pippi in der Suppenschüssel und setz Euch den
    Karlson auf’s DACH.
    Dann geht aber erst mal die Post nach Cölln ab,
    gespickt mit dem Flocken an vorphilatelischem
    „Aufgabs=Schein
    der Königlich Baierischen Expedition der reitenden Posten

    (inwieweit ein Maglinger? =434 Gulden Werth
    an Jo Grimm in Würzburg gehörig,
    tatsächtlich von unterzeichneter Stelle über ergeben worden ist,
    sprich ausgestellt vom:
    Hochfürstl. Primatisches Haupt=Bureau fahrender Posten
    in Frankfurt
    wird noch zu prüfen sein.)

    Jedenfalls erscheint der Umschlag an
    Miss A Daum in Exeter
    (The College Hostel)
    auch
    ordentlich um 9.15 PM aufgegeben.
    Auf die UNIVERSITY OF CAMBRIDGE
    LOCAL LECTURES
    in den
    SYNDICATE BUILDINGS
    CAMBRIDGE
    kann man sich
    eigentlich verlassen.

    Für etwaige VERspätungen werdet Ihr ohnehin noch büßen

    Ob die RE-CHärschen
    in Karlstadt, Kallstadt und/oder CALL anstatt
    CAA lieber B-A-CH, weiß vll. noch niemand so genau.
    SOwi SO, Muss man vielleicht erst mal (m)einen bzw. (D)einen
    PlastiniLinuxFixierungs-Meister fragen
    Wie gut, jedoch,
    daß Hagen mit seinen Transparenz-Modellen schon längst unterwegs ist…
    Wo DER allerdings gerade mal wieder rumtourt ist nicht so ganz klar..
    Könnte durchaus sein, dass er inNähe der Wupper im Tal im Stau steht,
    im Funkloch im Tunnel steckt
    und/oder in der Hochbahn eingeknickts ist,
    mit den entsprechend gepfefferten Chips zum Script…
    Und zwar direct vom Mac OBi , mit einem S. bzw. SZ,
    oder auch mit scharfem ß
    UN-bekloppt und FB beglaubigt,
    Jesses,
    Ein Informel -transport von der heydt am folk
    wangen vorbei nach bottrops im Quadrat
    is zwar komplex mitsamt Ladungssicherung
    dann aber doch, weiß Gott, nicht so schwer.

    PPS:
    Aber dennoch, die bei Dr. Google präsentierte
    Blog-Themen-Auswahl
    (insgesamt 6, sprich sechs und nicht Sex)
    für
    „Simons Systemische Kehrwoche“
    finde ich dann schon irgendwie bemerkenswert designt,
    MIT sämtlichen Vollpfosten im Content?

    Links steht nämlich
    Simons Systemische Kehrwoche –< https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/simons-systemische-kehrwoche/
    Simons Systemische Kehrwoche.
    „Dass die Hälfte aller Frauen …

    (zur Einführung erst mal ein Dreizeiler,
    bevor es mit Zweizeilern weitergeht,
    das scheint nicht ganz so schlecht gemacht)

    Es folgt (in der linken Spalte)
    Fritz B. Simon –< https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/author/wp062/
    "Ich sitze gerade im Zug und fahre von einer kleinen, von Dirk …

    darunter das:

    Unsicherheitsabsorption –< https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/unsicherheitsabsorption/
    "Das Konzept der Unsicherheitsabsorption kann …

    und dann in der rechten Spalte:

    Peter Sloterdijk –<https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/peter-sloterdijk/
    Peter Sloterdijk ist ohne jeden Zweifel ein belesener Mensch.

    Beziehungsabbrüche –<https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/beziehungsabbruche/
    Beziehungsabbrüche. 27. … die über Beziehungsabbrüche in …

    Ambiguitätsintoleranz –<https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/ambiguitaetsintoleranz/
    Sie nennen es „Ambiguitätsintoleranz“. Sie …

    Scheint ja in echt zu passen,
    reif für die Insel MIT SAMT
    der oder für
    die Animal Farm.

    PUFF;
    gruß von St. Paul&I

  58. @64 HAHAHA…
    will you still need me,
    will you still feed me,
    when I’m …

    65 wartet gerade
    an Dr. Google’s Theke auf
    Freischaltung,
    zwecks IGel-Leistungen.
    Ich leg mich derweil erst mal in die Wanne

  59. mein Gott,
    wat is’n hier los?

    Sind jetzt alle bei IKEA,
    um die Aufräum- und Entsorgungs-Boxen einzukaufen,
    bzw. die Rahmen für’s RE-FRAMING?

    Hab gerade die eingeschweißte PALLRA – Box
    ausgepackt,
    sah edel und relativ stabil aus,
    war für IKEA-Verhältnisse allerdings ziemlich teuer mit um die 18 Euronen
    die mußte man noch nicht mal zusammenbauen …

    aber als ich die Schubladen aufgemacht habe,
    hat’s mich fast umgehauen,
    vom Kartonagengestank, der stinkt wie die Pest
    ähnlich wie die Re-IMPORTE an Satin- und
    Seidenbettwäsche,
    wohl hintenrum über die Seidenstraße geschmuggelt

    Made in Lithuania.
    steht drauf.

    Na danke,
    dann kann ich die ja gleich mit
    Grußkarten vollpacken.
    Röschen mit Jens Stoltenberg,
    absolut herzig
    und
    das handgehämmerte Bütten-
    Papier dazu,
    Das stammt, glaub ich, noch aus
    Harry’s Giftshop,
    an der Mündung der Kanalstraße
    oder
    vom JUNG, aus der Fackelstraße

  60. @67, Danke, Gitta Peyn, für diesen Link. Ein herrlicher Text!
    Was glauben Sie, was ich -bis 2013 noch voll im operativen Geschäft der Arbeitsmedizin- derart programmierten Unternehmensphilosophen so alles vor die Füße „gerotzt“ habe, an frisch gepressten Essenzen noch aus Zeiten meines Herbariums, unterlegt mit Schriftsätzen aus den entsprechenden
    Sudelbüchern.
    Digitalisierung im Fingerhut-Format, Reinrassig nach Organon-Art aufbereiteter Biomist, geeignet nicht nur für die Vettern, sondern vor allem für die ❤️igen Basen. Mit in Liberty Streublümchen -Cotton verpackter Eselsmilch,
    nach Freya-Art, zum Relaxen, mit einem Stückchen von meiner Chocolatière überzogenen Kreidefelsen aus Rügen…
    eine Briefmöven-Freundschaft noch aus Studienzeiten, bevor sie noch alle Emma hießen und nach mühsamem Aufstieg zuallererst einmal den Schützenhof bevölkerten.
    Kennen Sie eigentlich den Ring, a là
    Herbipolensis.
    Was wäre ein Sommer, ach, ohne eine rechte Main-Schleife?

    Kurzum, mit der Main-Kuh ist nicht zu spaßen. Die ist im Stande einen noch nach Vierzehnheiligen zu boxen, im Zweifel über den Alten Kranen.
    Selbstversuchsreihen mitinbegriffen im Service.
    Aber aufpassen, erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure. ?

  61. Ha, bemerke gerade, mein iPHone scheint doch etwas rückständig,
    zumindest, was die Synchronisation „des belles heures“ angeht.
    Mein Win Desktop meint zwar, auf seinem Outlook-Wecker
    wir hätte schon wieder After work – Tea Party Time,
    so kurz vor 6.
    Sind wir hier bei den Zyp-Riots,
    oder auf den LoF-oden?

  62. @68, 69, nein, den Ring kenne ich nicht.
    Und ja, ganz sicher auf den LoFoden 😀
    Schönen Abend, take care.

  63. @71 Danke, Gitta Peyn
    tu ich! Sie aber bitte auch.

    Buchszierte BUGs
    Auszüge aus .. von und zu gehörigen
    Gute-Nacht-Geschichts-Experimenten …
    ( auch im Anschluß an @47 fraFri; u.a.a. das Vier-Farben-Theorem betreffend)

    Zwölfte Tafel
    https://tinyurl.com/l6gcd92

    „Der fromme Wunsch, daß wir von der Newtonischen vorsätzlichen oder
    zufälligen Verirrung nicht weiter mehr hören möchten, kann nur alsdann erfüllt werden, wenn die ganze Lehre vor dem Wahrheitsblick einer reinen Erfahrung und tüchtigen Beurteilung verschwunden ist. Leider führt uns diese Tafel, welche abermals zur Kontrovers gehört (P. 272ff.), wieder zu Sophistereien zurück, wodurch freilich Unaufmerksame getäuscht werden können.

    Der wegen seiner Versuche so berühmte Newton läßt während seiner Untersuchungen und Beobachtungen, welche so scharf und genau sein sollen,
    immer wieder, ehe man sichs versieht, mancherlei Zufälligkeiten obwalten.
    Eine Fliege die ihm über die Wand läuft, die Lettern eines aufgeschlagenen Buches,
    ein Knoblauchsblatt, ein Schächtelchen Zinnober und was ihm sonst die Quere kommt, wird mit herein gezogen, und die dabei eintretenden Erscheinungen müssen dann gelten, was sie können.

    Da die einmal aus dem Licht gesonderten Lichter nach jener Lehre nicht weiter zu trennen sind, sondern bei neuen Brechungen unverändert bleiben; so läßt Newton das Spektrum auf ein gedrucktes Buch fallen, betrachtet dieses alsdann mit einem Prisma und behauptet, daß nun die Buchstaben keine farbigen Säume und Bärte mehr zeigen, wie sie es tun, wenn man das weiße gedruckte Blatt durchs Prisma ansieht.

    Nur ein unaufmerksamer Beobachter kann also reden.

    Wir haben wiederholt gewiesen und behauptet, daß auf gefärbten Flächen die Säume der Bilder bloß darum unscheinbar sind, weil sie einmal der farbigen Fläche widersprechen und dadurch mißfärbig werden, das andere Mal mit derselben übereinstimmen und sich also in ihr verlieren.
    ….
    Wollen die Newtonianer nach alter Weise ihre Ausflucht dahin nehmen,
    daß keins der homogenen Lichter vollkommen homogen,
    die dekomponierten nicht völlig dekomponiert seien,
    daß ihnen die Erbsünde ihrer Mutter, des Lichts,
    heterogen und dekomponibel zu sein,
    noch immer in einem gewissen Grade anklebe;
    weshalb dann die freilich unbedingt ausgesprochenen Axiome
    durch die Erfahrung bis zu Nichts bedingt und limitiert werden:

    so überlassen wir gern die Schule ihrem würdigen Präsidenten
    und Anführer der Kosaken, dessen Qualifikation zu dieser Stelle
    wir in diesem Werk selbst wohlmeinend dargetan.“
    —————————————————————————–
    Insel-Bücherei Nr. 1140

  64. @59: Danke schön, Gitta Peyn, für den erheiternden, amüsanten Dialog von Ahmed und Jeff, den ich noch nicht kannte.

  65. @0
    Yuvals Antwort:

    „Terror ist Theater“ mit dem Ziel Überreaktionen zu erzeugen. Das gelingt ihnen (leider!) sehr effektiv.

    „Terroristen sind wie eine Fliege, die einen Porzellanladen zu zerschlagen versucht. Die Fliege ist so schwach, dass sie nicht einmal eine Teetasse ins Wanken bringt. Also sucht sie sich einen Stier, setzt sich in dessen Ohr und beginnt zu summen. Der Stier gerät in Panik und Wut und verwüstet den Porzellanladen. Genau das ist im letzten Jahrzehnt im Nahen Osten passiert. Islamische Fundamentalisten hätten Saddam Hussein niemals selbst stürzen können. Stattdessen reizten sie die USA mit den Anschlägen vom 11. September 2001 bis aufs Blut, und die USA zerdepperten für sie den nahöstlichen Porzellanladen.“

    Die Alternative wird ebenfalls aufgezeigt (am Ende der 2 Minuten):

    https://www.youtube.com/watch?v=Gs60jmQ6I54

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