12. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Wir nehmen Abstand von Theorien biologischer Veranlagung, um menschliches Verhalten zu erklären und betrachten die sozialen Kontexte, die Verhalten sinnhaft rahmen und herausfordern.  Sonntagvormittag. Ein Kinderspielplatz: „Gib die Schaufel zurück. Ja, Du bist ein braves Kind!“ „Kommt der Johann nicht ganz nach Papa?“ „Guck mal, ist sie nicht begabt!“ „Hör sofort auf! Bist Du jetzt lieb?!“ Kommen Ihnen Aussagen wie diese bekannt und sogar … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 11. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Die professionelle Herausforderung des praktischen Handelns besteht nicht im Mangel an Wissen, sondern in der Akzeptanz und der Gestaltung des Nichtwissens, das mit jeder Beziehung einhergeht. Soziale Arbeit als praktische Profession und wissenschaftliche Disziplin ist vielschichtig. Wenn wir auf soziale Probleme der Lebensführung hin aktiv werden, brauchen wir ein umfangreiches Wissen, das im Grundstudium der Sozialen Arbeit in die Breite, danach in die Tiefe … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 10. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Uns beunruhigen nicht die Leute oder Dinge, sondern die Kommunikationen, die sich auf diese Leute oder Dinge beziehen. Um erfolgreich zu helfen, produzieren wir Unterscheidungen (etwa problematisch/nicht problematisch, Defizit/Ressource, Sozialarbeiterin/Nutzerin) und Möglichkeiten, z. B. bezüglich des Erreichens von Zielen und des Lösens von Problemen. Die dadurch entstehenden Perspektiven nutzen wir zur weiteren Handlungsorientierung. Eine hier passende Unterscheidung … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 9. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Es gibt keine guten Handlungen, sondern lediglich Deutungen von Handlungen als gute. Soziale Arbeit differenziert sich zunehmend in verschiedene Handlungsfelder aus. Daher kommt der Frage, welche zentralen Handlungsformen die Profession eint, eine zunehmende Bedeutung zu. Zentral für Soziale Arbeit sind das Beraten, Begleiten, Bilden, Erziehen, Fördern und Organisieren. Diese Handlungsformen lassen sich unter der gesellschaftlichen Funktion … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 8. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Handeln macht klug. Reflektieren macht klüger. Seit über 2000 Jahren gelten Erkennen und Selbsterkennen als Ausgangspunkte für das vertiefte Nachdenken und die Klugheit. „Andere erkennen ist weise. Sich selbst erkennen ist Erleuchtung“, sagte einst der chinesische Philosoph Laozi. “Erkenne Dich selbst“, so stand es als Inschrift am Tempel des Apoll in Delphi. In der systemisch-konstruktivistischen Herangehensweise … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 7. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Wenn mir jemand sagt, er wisse nicht, dann sage ich ihm: Damit sind wir schon zu zweit! Die Eintrittskarten in Sozialer Arbeit sind bekanntlich soziale Probleme der Lebensführung, die die Nutzerinnen und Nutzer Sozialer Arbeit benennen. Diese Nutzerinnen und Nutzer „sind“  jedoch nicht das Problem. Sie „haben“ auch keine Probleme. Nutzerinnen und Nutzer „präsentieren“ uns vielmehr Probleme.  Diese können betroffen, traurig, zornig … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 6. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Wir wissen nicht, was wir nicht wissen – und nicht einmal das wissen wir zu nutzen für die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die in jeder Beziehung angesiedelt sind. Wir wissen scheinbar vieles. Wie oft heißt es: „Die Klientel kenne ich.“ „Von der Methode habe ich schon gehört.“ „Das sagt uns die jahrelange Erfahrung.“ „Das ist wieder einmal typisch.“ … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 5. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit.

Wahrheit bleibt immer Wahrheit des so beobachtenden Systems. Ein Nutzer sagt im Erstgespräch zu uns, dass sein Leben ein Jammertal sei. Diese Wahrheit des beobachtenden Systems sollte zuerst anerkannt werden. Wahrheit begreifen wir berufspraktisch als Orientierung und Bindung an vorläufig geltende Tatsachen. Die Anerkennung zeigen wir durch einfühlsames Zuhören, durch das Annehmen der Wahrheit unseres … weiterlesen

Wachstum 1. Ordnung und Wachstum 2. Ordnung

Kapitalismus und Wachstum hängen offenbar zusammen: Die Unternehmen wollen expandieren. Auch die Politik setzt auf Ausweitung der gesamten Wirtschaftsleistung einer Region, um letztlich das Steueraufkommen steigen zu sehen. Zudem weitet sich das Geldvolumen stetig aus, weil über die Zentralbank und über die Giralgeldschöpfung der Privatbanken permanent neues Geld, vor allem über Kredite in den Wirtschaftskreislauf hineinfließt. … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 4. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Hinterfrage deine Unterscheidungen und du wirst sehen. Unser Beobachten ist kein Abbild einer gegebenen Wirklichkeit. Vielmehr erzeugen wir durch unsere Sinne, unser Denken und Fühlen sowie unser Kommunizieren die Wirklichkeit, die uns zugänglich ist. Dies ist eines der zentralen Postulate der systemisch-konstruktivistischen Erkenntnistheorie. Die verschiedenen Theorien des Konstruktivismus gewinnen ihre Brauchbarkeit für die Praxis Sozialer Arbeit durch die Benennung der aktiven, … weiterlesen