Die 11 Kategorien und die ersten 13 Leitsätze. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Wir systematisieren unsere 128 Leitsätze einer systemischen Sozialen Arbeit bzw. der postmodernen Ermöglichungsprofession in elf Kategorien: Erkennen Ambivalenzen balancieren Haltung zeigen Theoriebasiert reflektieren Methodisch handeln Intervenieren Gesellschaft beachten Formal organisieren Sozial arbeiten Evidenz bezweifeln Fehler anerkennen Die ersten 13 Leitzsätze sind der Kategorie „Erkennen“ zugeordnet; hier sind sie noch einmal zusammengefasst: Die Welt ist nicht wie … weiterlesen

15. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Die Ambivalenz von Ambivalenz ist, dass Ambivalenz fallweise entweder eine erwünschte oder eine unerwünschte Mehrdeutigkeit bezeichnet. Ambivalenz, begriffen als Mittel der Entfaltung und Eingrenzung von Sinn, ist selbst nicht frei von Ambivalenz. Einerseits ist sie fallweise erwünscht, andererseits fallweise unerwünscht. Sie ist für uns wertvoll, weil sie wie eine eingebaute Unruhe, wie ein Motor, das in Rede stehende … weiterlesen

14. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Wir können die Ambivalenz nicht abschaffen, indem wir sie ausblenden; wir können aber mit ihr umgehen lernen. Nutzerin bzw. Nutzer Sozialer Arbeit: „Es ist wie es ist. Da kann man nichts machen.“ – Sozialarbeiterin bzw. Sozialarbeiter: „Mal angenommen, dass Sie doch etwas machen könnten, nur mal angenommen …  Was würde das für einen Unterschied für unser weiteres … weiterlesen

13. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Wenn Du sagst, Du weißt, meinst Du damit, dass Du weißt, dass es auch anders sein könnte? Etwas zu wissen verweist gewöhnlich darauf, eine Antwort oder Erklärung eines Sachverhaltes gewonnen zu haben oder für sich in Anspruch zu nehmen. Nie zuvor in der Entwicklung der Menschheit wurde so viel Aufwand betrieben, um Wissen zu produzieren. Nie zuvor … weiterlesen

12. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Wir nehmen Abstand von Theorien biologischer Veranlagung, um menschliches Verhalten zu erklären und betrachten die sozialen Kontexte, die Verhalten sinnhaft rahmen und herausfordern.  Sonntagvormittag. Ein Kinderspielplatz: „Gib die Schaufel zurück. Ja, Du bist ein braves Kind!“ „Kommt der Johann nicht ganz nach Papa?“ „Guck mal, ist sie nicht begabt!“ „Hör sofort auf! Bist Du jetzt lieb?!“ Kommen Ihnen Aussagen wie diese bekannt und sogar … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 11. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Die professionelle Herausforderung des praktischen Handelns besteht nicht im Mangel an Wissen, sondern in der Akzeptanz und der Gestaltung des Nichtwissens, das mit jeder Beziehung einhergeht. Soziale Arbeit als praktische Profession und wissenschaftliche Disziplin ist vielschichtig. Wenn wir auf soziale Probleme der Lebensführung hin aktiv werden, brauchen wir ein umfangreiches Wissen, das im Grundstudium der Sozialen Arbeit in die Breite, danach in die Tiefe … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 10. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Uns beunruhigen nicht die Leute oder Dinge, sondern die Kommunikationen, die sich auf diese Leute oder Dinge beziehen. Um erfolgreich zu helfen, produzieren wir Unterscheidungen (etwa problematisch/nicht problematisch, Defizit/Ressource, Sozialarbeiterin/Nutzerin) und Möglichkeiten, z. B. bezüglich des Erreichens von Zielen und des Lösens von Problemen. Die dadurch entstehenden Perspektiven nutzen wir zur weiteren Handlungsorientierung. Eine hier passende Unterscheidung … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 9. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Es gibt keine guten Handlungen, sondern lediglich Deutungen von Handlungen als gute. Soziale Arbeit differenziert sich zunehmend in verschiedene Handlungsfelder aus. Daher kommt der Frage, welche zentralen Handlungsformen die Profession eint, eine zunehmende Bedeutung zu. Zentral für Soziale Arbeit sind das Beraten, Begleiten, Bilden, Erziehen, Fördern und Organisieren. Diese Handlungsformen lassen sich unter der gesellschaftlichen Funktion … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 8. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Handeln macht klug. Reflektieren macht klüger. Seit über 2000 Jahren gelten Erkennen und Selbsterkennen als Ausgangspunkte für das vertiefte Nachdenken und die Klugheit. „Andere erkennen ist weise. Sich selbst erkennen ist Erleuchtung“, sagte einst der chinesische Philosoph Laozi. “Erkenne Dich selbst“, so stand es als Inschrift am Tempel des Apoll in Delphi. In der systemisch-konstruktivistischen Herangehensweise … weiterlesen

Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession. 7. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit

Wenn mir jemand sagt, er wisse nicht, dann sage ich ihm: Damit sind wir schon zu zweit! Die Eintrittskarten in Sozialer Arbeit sind bekanntlich soziale Probleme der Lebensführung, die die Nutzerinnen und Nutzer Sozialer Arbeit benennen. Diese Nutzerinnen und Nutzer „sind“  jedoch nicht das Problem. Sie „haben“ auch keine Probleme. Nutzerinnen und Nutzer „präsentieren“ uns vielmehr Probleme.  Diese können betroffen, traurig, zornig … weiterlesen