Die guten Single-Frauen

„Kennst du nicht einen Mann für meine tolle Freundin?“ Ich habe die Frage gestern gehört, nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal.

Wieso bleiben so viele gute Frauen im mittleren Alter ungewollt partnerlos? „Gut“ meint selbständig, finanziell unabhängig, intelligent, attraktiv, umgänglich. Also mit den Eigenschaften ausgestattet, die sich die meisten Männer wünschen, theoretisch jedenfalls.

 Die Beobachtung stimmt, und ich habe sie oft diskutiert. Aber mit keiner der Erklärungen bin ich recht zufrieden. Hier sind ein paar Versuche:

Hypothese 1: Diese Frauen seien zu anspruchsvoll, dass sie sich nicht mit mittelguten Männern abgeben wollen.

Hypothese 2: Diese Frauen lösten bei den Männern das Gefühl aus, nicht wirklich gebraucht zu werden.

Hypothese 3: Das biologische Programm der Männer springe bei Frauen nach/in der Menopause nicht an.

Hypothese 4: Die aus Sicht dieser Frauen attraktiven Männer seien alle vergeben und bestenfalls als Affärenpartner zu haben

Hypothese 5: Die Männer fürchten das, was diese Frauen noch mitbringen (Kinder, unklare Verbindlichkeiten mit Ex-Ehemännern, wieder auftauchende Ex-Liebhaber, Schulden.)

Hypothese 6: Die gleichaltrigen Männer erlebten ihre sexuelle Potenz als abnehmend und die der Frauen als zunehmend. Um Versagenserlebnisse zu vermeiden, lassen sie sich erst gar nicht ein.

Hypothese 7: Die Frauen seien so männererfahren, dass sie die Männer bereits von Anfang an realistisch und illlusionslos sehen. Zu viel Realismus verhindere die notwendige Begeisterung.

…….und so weiter. An den Hypothesen mag etwas dran sein, ein richtiges Das-ist-es-Gefühl habe ich allerdings bei keiner der genannte Erklärungen.

Kann mir jemand mit einer besseren Erklärung helfen? Und, wenn wir schon dabei sind: Falls ein intelligenter, erwachsener, selbständiger attraktiver bindungswilliger Single-Mann das hier liest: Ich gebe seine Adresse gern weiter.

46 Gedanken zu „Die guten Single-Frauen

  1. Dürfte nicht all zu schwer sein, noch andere Hypothesen zu (er)finden:

    Hypothese 8: Frauenüberschuß (quantitativ)

    Hypothese 9: (zuviel) Frauenpower (qualitativ) „verschreckt“ potentielle Männchen vor längerfristiger Bindung. Wenn Frauen „potenter“, (dominanter) in Erscheinung treten, als in Frage kommende Männer, blockieren sich Männer und Frauen gegenseitig durch deren asymetrische Erwartungen.
    Am Ende bleiben psycho- und soziopathische Betrüger oder unfertige, unreife Muttizöglinge, die noch nicht „ihren Mann zu stehen“ gelernt haben, übrig. Erstere sind nicht wirklich an einer längerfristigen Bindung interessiert. Zweitere werden nur von Frauen mit psycho- und soziopathischen Zügen bevorzugt.

    Hypothese 10: „Wer das summum bonum will, setzt damit auch schon das summum malum.“ (Paul Watzlawick) Das ist eben das Dilemma mit jeder, welche sich „an der Spitze angekommen“, sich in der Position wähnt, einen entsprechenden „Spitzenpartner“ aussuchen zu können, der im Grunde nur eines nicht sein darf: „Nicht blöder als sie selbst.“ Dieses „heikle Gen“ fehlt den Männern. Testosteronüberschuss macht weniger wählerisch in der Partnerwahl. Das Gegenüber erscheint attraktiver je mehr Testosteron im Spiel ist. Schönen Gruß von Bernhard Ludwig: https://www.youtube.com/watch?v=QAp7PmrjP7I

    Hypothese 11: Frauen, die bereits „ihren Mann stehen“, suchen im Grunde genommen im männlichen Gegenüber nur noch, was ihnen selbst fehlt, da es Karriere und Geld nicht bieten können: Humor. z.B. Humorvollen Männer aber fehlt es dann an weiteren Eigenschaften. So sucht vielleicht manche der selbstbewussten Frauen, in einem einzigen Mann das verkörpert, was die Natur eben auf mehrere Männer verteilt hat. Und gehen mangels Kompromissbereitschaft leer aus.

    Hypothese 12: ein multiples Konglomerat aus allen bisherigen Hypothesen, führt dazu, dass die „Frau von Heute, welche äußerst konkrete und genaue Vorstellungen von ihrem „Traummann“ hat, diesen paradoxerweise nicht mehr finden kann. Es fehlt geradezu an Ungenauigkeit und Unsicherheit, die offen macht für überraschende Entdeckungen und den „Sprung ins kalte Wasser“. Frau kann den Baum (realistischen Partner), vor lauter Wald (unrealistischer, Über-Erwartungen) nicht mehr sehen.

    …schreibt ein (glücklich!) verheirateter Mann, der dem Singlemarkt nicht mehr zur Verfügung steht und seinen Kindern (ebenfalls alle verheiratet) erfolgreich vermitteln konnte, dass „der (männlich) Spatz in der Hand“ nicht deshalb besser ist, als „die (männliche) Taube auf dem Dach“, weil es vom Täuberich zu wenig gibt, sondern weil aus fast jedem „Spatzerich“, im Laufe der Zeit, sehr wohl ein „Täuberich“ werden kann. 😉

    • @1, 4: Danke für Ihre coole Antwort. Das Spatz/Tauben-Prinzip gilt natürlich auch umgekehrt für Frauen. Meine z.B. hatte genug Zeit, sich in unserer Beziehung zu einer starken Taube auszuwachsen – und da sie das auch von mir behauptet, sind wir im Wachsen mit- und aneinander wohl auf Augenhöhe angelangt.
      Wo steht die „tolle“ Freundin da? Hat sie ihre Zeit mit „toll“ werden verbracht oder mit „Taube“ werden? Und will sie überhaupt einen Mann oder will das die Fragestellerin?
      Also noch eine These: Beziehungen gelingen vielleicht am ehesten dann, wenn man das eigene Spatz sein genauso anerkennt wie das eigene Taubenpotential und die Bereitschaft mitbringt und die Fähigkeit entwickelt, in der Beziehung noch zu ganz neuen Möglichkeiten hin zu wachsen. Die, die schon „toll“ sind, stehen sich dabei leicht selbst im Weg, ob als suchende Frau oder als gesuchter Mann. Sie sehen möglicherweise gar keinen Bedarf mehr, sich zu entwickeln.

  2. …vielleicht ist das ungewollte Single-Dasein der erfolgreichen und attraktiven Frau im mittleren Alter lediglich das kleinere Übel…
    Scherz beiseite: Vermutlich gibt es in der Altersgruppe zwischen 35 und 50 keine erfolgreichen und attraktiven Männer (mehr), die ungebunden und bindungswillig zugleich sind und die sich nicht lieber an eine jüngere Frau binden würden. Für den erfolgreichen und attraktiven Mann spielt der Erfolg der Frau eine geringere Rolle als die Anerkennung seines eigenen Erfolgs durch die Frau. Die Frau eines erfolgreichen und attraktiven Mannes muss zwar überdurchschnittlich attraktiv sein, aber sie sollte nicht erfolgreicher als er sein. Sonst bekommt der Pascha Angst um seine Dominanz.
    Fazit: Der erfolgreichen und attraktiven Frau im mittleren Alter bleiben lediglich die männlichen Restposten oder die Rolle der Geliebten eines erfolgreichen und attraktiven Ehemannes.

  3. @1: Ja, der männliche Spatz kann in der Hand, wenn er richtig behandelt wird, an seinen Aufgaben wachsen. Doch ob das den Ansprüchen der erfolgreichen und attraktiven Frau im mittleren Alter entspricht, wenn sie sich ihren Traummann erst heranziehen und vielleicht erst erfolgreich machen muss, wage ich zu bezweifeln. Die erfolgreiche und attraktive Frau im mittleren Alter wünscht sich vielleicht insgeheim einen Mann, zu dem sie „aufschauen“ kann, und die sind auf diesem Niveau eher selten. Oben auf der Erfolgsleiter wird nicht nur die Luft dünn, sondern auch die Personaldecke. Deswegen sind erfolgreiche Managerinnen oft unverheiratet. Hinzu kommt, dass diese Frauen, um erfolgreich zu sein, oft doppelt so hart und so lang arbeiten mussten wie Männer und deshalb gewohnheitsmäßige Workoholics sind. Das ist der Beziehungsarbeit abträglich.

  4. @3 Ja, das Zeitargument habe ich heute auch schon gehört.

    Hab die Frage nämlich weitergereicht an zwei suchende Single-Frauen mittleren Alters und somit (Erfahrungs-)Expertinnen. Sie sind ebenfalls ratlos, und fragen sich wo sind all die Männer abgeblieben. Danach an zwei Single-Männer weitergereicht. Antwort: Frauen die (leider immer noch) mehr Zeit (zumindest mehr als Männer) für ihre Karriere und Beruf aufwenden (müssen), hätten ja (so ihre Befürchtung) für und in einer Beziehung weniger Zeit. Das schreckt manche Männer vor einer langfristigen Bindungsoption ab.

    Es scheint als Faktum wahrgenommen zu werden, dass es, trotz der vielen heutigen Möglichkeiten (vielleicht auch gerade wegen derselben) für Männer, Frauen, aufgrund ihrer zeitlichen Begrenztheiten für die gegenseitige Aufmerksamkeit, die Möglichkeiten sich zu „verlieben“ als „schwerer“ wahrgenommen werden. Liebe als kreative „Problemlösefähigkeit“ im Miteinander setzt andere Prioritäten und stehen zum Erhalt des Status Quo in einer Spannung.

    Wo die spielerische Unbekümmertheit des „Sich Verliebens“ – und damit Entspanntheit fehlt, wird die Möglichkeit sich zu verlieben, auch aufgrund bisheriger Erfahrungen und aufgrund veränderter hormoneller Gegebenheiten, weniger wahrscheinlich. (Unter Zeitdruck eine Beziehung eingehen zu wollen, ist der sichere Weg, dass eine solche verhindert wird) Speed-Dating und Dating sind Beispiele für Versuche die (begrenzte) Zeit für einen potentiellen Partner effektiver und effizienter gestalten zu wollen.

    Die Entscheidung für eine Partnerschaft erfolgt mit zunehmendem Alter, eher rationaler. Rationale Entscheidungen benötigen zusätzlich mehr Zeit (die ja fehlt). Hinzu kommt: Jüngere machen es sich (vielleicht zu) leicht, während es sich Ältere (vielleicht zu) schwer machen. Es macht auch in Beziehungsfragen Sinn zu sagen: „Frühe Vögel (Jüngere) fangen (leichter) den „Wurm“ (langfristiger Bindung), als späte Vögel (Ältere) wenn der potentielle Partner-Pool ohnehin ausgedünnter ist..

  5. Nehmen wir einen aktuellen Fall aus der Kategorie „super erfolgreich“, um zu zeigen, dass Beziehungen zwischen erfolgreichen und attraktiven Frauen und Männern im mittleren Alter nicht immer gut gehen: Die beiden Schauspieler Angelina Jolie und Brad Pitt gehen künftig getrennte Wege. Die mittlerweile 41-jährige Jolie reichte die Scheidung ein. Das Paar hat drei eigene und drei adoptierte Kinder. Angelina Jolie war 30 Jahre alt, als die Beziehung mit Brad Pitt begann. Angelina Jolie trennte sich damals von ihrem zweiten Ehemann, Schauspieler Billy Bob Thornton. Brad Pitt trennte sich damals von seiner Ehefrau, Schauspielerin Jennifer Aniston. Da muss es also damals kräftig gefunkt haben – gehalten hat es gerade mal elf Jahre. Nur so als kleiner Trost für den großen Liebeskummer…

  6. „„Gut“ meint selbständig, finanziell unabhängig, intelligent, attraktiv, umgänglich. Also mit den Eigenschaften ausgestattet, die sich die meisten Männer wünschen, theoretisch jedenfalls.“ – Die These/Definition ist aus meiner Sicht schon falsch und empirisch wahrscheinlich ungestützt, deswegen treffen die Hypothesen so ungenau.

  7. Reales Beispiel für eine tragfähige Lösung: Ich kenne eine ältere Dame, extrem hilfsbereit, die mir Folgendes berichtete. Sie hat zwei Töchter, die sie weitgehend allein erzogen hat, weil ihr Mann psychisch erkrankte und kurz nach der zweiten Geburt in die Psychiatrie kam. Die ältere Tochter ist als Maschinenbau-Ingenieurin promoviert und beruflich äußerst erfolgreich als technische Leiterin der größten Molkerei Deutschlands in der Nähe Münchens tätig. Diese Tochter heiratete mit 35 Jahren ihren langjährigen Freund, den sie seit ihrer Schulzeit kannte. Die Mutter beschreibt diesen Mann als aggressiv, brutal, dominant, ungebildet und faul – doch sie konnte weder die Beziehung noch die Heirat verhindern, was sie mit Kräften versuchte. Doch dieser Mann setzte durch, dass seit der Hochzeit keinerlei Kontakt mehr zwischen Mutter und Tochter stattfand. Diese Ehe funktioniert seit 15 Jahren. Möglicherweise haben sich hier Topf und Deckel gefunden, da die gegenseitigen Bedürfnisse und Verhaltensweisen gut zueinander zu passen scheinen – vermutlich das (unbewusste) Bedürfnis der Frau nach einem (starken) Vater und Beschützer sowie die Abwehr einer zu engen Bemutterung.

  8. Hypothese aus weiblicher Sicht

    Eine Frau steht nach einer Tiefphase ( Trennung etc ) rascher auf, reckt ist und Orientiert sich neu. Dazu gehört auch auf sich zu schauen ( Innerlich und äußerlich ) und am Leben wieder teilzunehmen.
    Männer lassen sich gerne fallen, machen es sich bequem, nicht nur auf die Coach, laufen Gefahr zu versumpfen, sei es im Mitleid, im Zynismus aber auch in der “ Verzauselung“. Damit sind sie oft nicht mehr sehr marktgängig, oder eben, wenig attraktiv.

  9. Solche Typen kenne ich. Doch es gibt auch diejenigen, die sich rasch eine „Ersatz“frau suchen, weil sie stark unter Einsamkeit leiden und Trost suchen, aber auch weil sie eine ordnende („mütterliche“) Hand brauchen. Ob allerdings geschiedene Männer zu den Objekten der Begierden erfolgreicher und attraktiver Frauen im mittleren Alter gehören, weiß ich nicht. Ihnen lastet oft der Makel des Scheiterns an. Und wenn ihr Verhalten der Grund für die Scheidung oder Trennung war, hält die Wohlverhaltensphase meist nur kurze Zeit an und sie fallen in ihre gewohnten Verhaltensmuster zurück. Die selbstbewusste Frau wird das mit ins Kalkül ziehen müssen, ebenso wie die etwaigen Unterhalts- und Sorgerechtspflichten eines geschiedenen Mannes.

  10. @10 Berggeist: „Hypothese aus weiblicher Sicht“

    Danke für den interessanten Gedanken (These) bzgl. eines möglichen Zusammenhangs zwischen Geschlecht und der Fähigkeit (aus Krisen), womöglich schneller beziehungsresilienter statt beziehungsresistenter werden zu können.

    Worin unterscheiden sich Frauen und Männer in ihren Fähigkeiten, mit widrigen Umständen (traumatischen Erfahrungen und Gefährdungen) fertig zu werden? Welche Rolle spielt die genetische und epigenetische Disposition? Welche Rolle spielt die Bewältigung frühkindlicher Traumata um im mittleren Alter beziehungsresilienter und somit attraktiver reagieren und agieren zu können?

    Die Hypothese, dass geschlechtsspezifisches „Beziehungslernen“ im mittleren Alter unterschiedlich verläuft, weckt jedenfalls mein Interesse.

  11. Ich hätte auch noch drei Thesen:
    1) Die Unabhängigkeit einer Frau wird von den Männern oft missverstanden und mit fehlendem Bindungswillen verwechselt.
    2) nicht genügend Gelegenheiten, sich zu treffen (früher gab es Disco, Partys, Feten ect., bei diesen Gelegenheiten konnte man sich treffen und unverbindlich kennenlernen; das Internet ist dafür kein entsprechender Ersatz)
    3) Frauen sind aktiver; nur ein Besipiel von vielen: ich bin im „Karate 40+“ – 6 Frauen und 2 Männer

  12. Großer Meister: Geben Sie mal meine Mail-Adresse an die tolle Freundin weiter. Ich geh‘ der Sache mal auf den Grund …

  13. eine (hoffentlich neue) Idee: das Zeitalter der Cougars hat gerade erst begonnen. „Cougar“ ist die englische Slang-Bezeichnung für ältere Frauen, die einen wesentlich jüngeren Mann entweder für eine Beziehung oder als Sexualpartner suchen.
    Diese BeziehungsOption würde manches leichter machen.

    Die Emanzipation der Geschlechter schreitet voran, aber Denk- und Verhaltensmuster wandeln sich langsam. Dass eine Frau mit Geld einen sich einen 20 Jahre jüngeren Liebhaber leistet, ist noch nicht fest im Selbstverständnis von Frauen (und auch Männern) verankert.

    Ich könnte mir vorstellen, dass „der ideale“ Mann immer noch gewünscht wird (Held/Ritter und Versorger und so weiter…), obwohl gar nicht mehr gebraucht, da Frau selbst ihren Mann steht. Sich einen 25 Jährigen zum Lover zu nehmen, überspitzt formuliert, weil er Durchhaltevermögen im Bett hat und einen großen Schwanz, ist noch nicht wirklich gesellschaftsfähig. Aber da sich die Subkulturen seit „Shades of grey“ massiv und schnell in die bürgerliche Mitte bewegt haben, denke ich, das wird schon werden.
    Macht macht selbstbewußt, selbstbewusst wiederum macht attraktiv, glaube ich.
    Haben nur manche Frauen noch nicht gemerkt :-).

    Grüße aus Karlsruhe,

    Sabine

  14. Die Ehen älterer Single-Frauen, die das Geld und das Selbstbewusstsein haben, sich einen (viel) jüngeren Mann zu „reißen“ wie eine Silberlöwin, halten häufig nicht lang.
    Die Ehe von Ivana Trump (geb. 1949) mit Rossano Rubicondi (geb. 1973), Altersunterschied: 24 Jahre, wurde noch im selben Jahr geschieden (2008).
    Madonnas Ehe (geb. 1958) mit Jesus Luz (geb. 1986), Altersunterschied: 28 Jahre, hielt ein Jahr lang (2009–2010).
    Ebenso kurz währte die Ehe zwischen Nina Hagen (geb. 1955) und Lucas Alexander Breinholm (geb. 1977), Altersunterschied: 22 Jahre (2004–2005).
    Andererseits kann dieses Modell dauerhaft funktionieren, wie die noch nicht geschiedenen Ehen reiferer Frauen mit jüngeren Männern zeigen:
    Seit 1995 verheiratet: Nena (geb. 1960) mit Philipp Palm (geb. 1973), Altersunterschied: 13 Jahre.
    Seit 2002 verheiratet: Lisa Fitz (geb. 1951) und Peter Knirsch (geb. 1972), Altersunterschied: 21 Jahre.
    Ich finde, mehr als auf den Umfang des Schwanzes und das Durchhaltevermögen beim Sex kommt es auf das gegenseitige Verständnis und auf das gleichberechtigte Rollenverhalten an. Wenn es in ein Abhängigkeitsverhältnis von Geld gegen Sex oder in ein Verhältnis zwischen Mutter und Sohn abgleitet, wird die Liebe nicht lange halten können…

    • Worauf es ankommt, ist aber doch eine subjektive Sache.
      Ich habe keine Zahlen parat, aber dass ältere Männer mit Geld und/oder Macht sich junge Frauen „leisten“ können, wollen und dürfen ist gesellschaftlich schlicht akzeptierter, glaube ich. Und die Frage war ja, wieso so viele der oben beschriebenen Frauen keinen Partner finden. Meine Idee ist eine Markterweiterung sozusagen.
      Warum dann manche Ehen halten und andere nicht, ist pauschal doch nicht beantwortbar und schon gar nicht nur über den Altersunterschied.
      Ich glaube, es kommt vielmehr darauf an, inwieweit gegenseitige Erwartungen zusammenpassen und inwieweit die Bereitschaft/Fähigkeit zur Auseinandersetzung miteinander besteht. Differenzierung und Differenzierungsfähigkeit, wenn man Schnarchs Vokabular benutzen möchte.

  15. Ob sich die Bindungswünsche von Frauen tatsächlich tiefgreifend ändern, sobald sie Geld und Macht genug haben?

    Ob „käuflicher Sex“ für die Mehrzahl Powerfrauen tatsächlich eine befriedigende Alternative zu langfristigen Bindungen darstellt, ja der Wunsch nach langfristigen Bindungen durch Geld und Macht selbst reduziert wird?

    Generell ausschließen würde ich nichts. Und was sich zu bewahrheiten scheint, ist sicher auch die Erkenntnis: „Alles hat eben seinen Preis.“ Die Powerfrau welche sich finanziell (jüngere) Männer leisten kann, wird entweder damit leben müssen, sich mit „bezahltem Sex“ zufrieden zu geben (was ja für Männer offensichtlich weniger ein Problem darstellt), oder eben bereit sein für Abstriche in ihrer eigenen Bindungserwartung an die Männer.

    Zumindest denkbar wäre, dass Powerfrauen analog zu den Amazonen bzw. in der Matriarchatsforschung diskutiert, künftig für eine gewisse Zeit eine „Minderheitenkaste“ bilden, bzw. das „Pendel“ bei „Macht-Überreizung“ sich auch mal wieder in eine andere Richtung bewegen kann. Historisch gesehen gibt es derzeit offensichtllich keine anthropologischen oder archäologischen Belege für die Idee einer allgemeinen „Matrilinearen Phase“ menschlicher Gesellschaften, in welcher es denkbar gewesen ist, dass Frauen sich der Männer auf Dauer „bedienen“ (z.B. bei den Amazonen) wie es umgekehrt sehr wohl eine beobachtbare Option darstellt.

    • Ich will Ihnen ja nicht zu nah treten, aber was ich doch loswerden möchte: Ist das nicht auch ein Klischee? „Die Powerfrau welche sich finanziell (jüngere) Männer leisten kann, wird entweder damit leben müssen, sich mit „bezahltem Sex“ zufrieden zu geben (was ja für Männer offensichtlich weniger ein Problem darstellt), oder eben bereit sein für Abstriche in ihrer eigenen Bindungserwartung an die Männer.“
      Wäre doch auch möglich, dass jüngere Männer auch BIndung suchen – zu älteren Frauen?

      • Ja Frau Hesse. Wäre natürlich auch eine mögliche These.
        Und Nein. Als Klischee war das nicht gedacht.

        Ich frage mich dann jedoch in welchem Ausmaß und Umfang das der Fall ist?
        Und sind das ausgerechnet die „intelligenten Männer“ nach welchen die „gute Single-Frau“ Ausschau hält? Was ist denn nun wirklich repräsentativ?

        Zufällig sprach ich heute mit einem 40-jährigen sozial sehr aktiven „guten Single-Mann“ (Ingenieur). Ich fragte ihn, welche Qualitäten eine Partnerin für eine langfristige Beziehung mitbringen solle?
        Seine Antwort: Mindestens 5 Jahre jünger(!). Sie müsse sehr schlank sein. Dazu noch intelligent. Doch sobald sein Liebeswerben auf Widerstand stößt, lässt er das werben sein und überlässt das Feld anderen Mitbewerbern. (Hier scheint es mir an Kampfgeist zu fehlen.)

        Ich fragte, was er glaube, warum viele Frauen in mittlerem Alter „leer“ ausgehen und keinen Partner finden?
        Seine Antwort: Er kenne einige aus seinem Bekanntenkreis, welchen es schwer zu akzeptieren fällt, dass eine Frau „erfolgreicher“ sei (Position, Bildung, Finanzen) als sie selbst.

        Und nun? Irgendwie eine Dilemmasituation. Die erfolgreichen guten Single-Frauen und Single-Männer stehen sich offensichtlich mit ihren Erwartungen „gegenseitig im Weg“ und kommen somit schwer zusammen.

        • „Liebeswerben, Widerstand, Kampfgeist“
          …und ich dachte immer, das Liebeswerben sei ein Spiel…
          …eine raffinierte Kunst der Präsentation und Interaktion…

        • Siggi, Sie schrieben oben: „Ich fragte, was er glaube, warum viele Frauen in mittlerem Alter „leer“ ausgehen und keinen Partner finden?
          Seine Antwort: Er kenne einige aus seinem Bekanntenkreis, welchen es schwer zu akzeptieren fällt, dass eine Frau „erfolgreicher“ sei (Position, Bildung, Finanzen) als sie selbst.“
          Kluger Junge, Ihr Ingenieur :-). Wenn eine Altersdifferenz besteht (lunger Mann/ältere Frau) ist diese „erfolgreichere Frau-Differenz“ eventuell für Männer leichter auszuhalten, könnt ich mir vorstellen…
          Und da ja auch langsam aber sicher mehr Frauen Karriere machen als früher, wird es wohl auch bei Männern zu einem Umdenken kommen müssen, denn der Pool der „jungen, schlanken :-) und weniger erfolgreichen Frauen wird dann doch auch kleiner werden, denke ich mir.
          Ich glaube ja, dass es kein Zufall ist, dass das 21. Jahrhundert mit der „sexuellen“ Krise des Mannes beginnt (Lustlosigkeit, Ejaculatio praecox etc). Ich habe viele Männer in meiner Praxis, die viele (sexuelle- und andere)-Ängste haben und verunsichert auf die weiblichen Ansprüche reagieren.

          Ich kenne leider keine repräsentativen Zahlen, aber habe sehr oft schon von jüngeren Männern gehört, die sich für ältere Frauen interessieren….
          da „alles fließt“ wird auch dieses Dilemma sich auflösen, bin gespannt :-)

          • Frau Hesse, sie schrieben: „…habe sehr oft schon von jüngeren Männern gehört, die sich für ältere Frauen interessieren…“

            Ja, stimme ihnen darin zu. Wir leben in spannenden Zeiten. Tradierte Rollenbilder und gelebte Beziehungsmuster ändern sich allmählich.

            Die Generation Y (insbesondere die jüngere Generation an Männern) scheint sich auch im Beziehungsbereich aufzumachen zu lernen, sich den eigenen Ängsten und Unsicherheiten zu stellen. An der Möglichkeit auch auf der Beziehungsebene „heimliche Revolutionäre“ zu fördern (so eine These von Klaus Hurrelmann über die Generation Y) dürften „gute Single-Frauen“ durchaus Gefallen finden. :-)

            Finde es deshalb nicht nur plausibel sondern auch ermutigend, wenn sich heranwachsende, nachfolgende Generationen lernen, sich an veränderte Situationen (Angebote/Nachfragen) anzupassen. Selbst wenn sich „gesellschaftliche Akzeptanzen“ langwierig gestalten und nicht „über Nacht“ einstellen.

      • …ach ja, vergaß fast den Nachsatz meines Bekannten und schiebe ihn noch hinterher:

        Auf keinen Fall möchte er Kinder! Ja es schrecke ihn regelrecht ab, wenn die „gute Single-Frau“ darauf drängle, weil sie die „biologische Uhr“ ticken höre.

  16. @15+16: Ausrangierte Fregatten wie Ivana Trump, Madonna, Nina Hagen und andere ähnliche (darunter zähle ich nun aber nicht gerade Nena oder Lisa Fitz; deren zentrales Bindungsmotiv scheint doch mehr auf einer geistigen Ebene zu liegen) beginnen, ihre welkende Attraktivität durch einen verstärkten Einsatz im Bett zu kompensieren. Das gefällt den Männern natürlich: Solche Frauen lassen sich daher erfahrungsgemäß auch gut ficken (was wiederum diesen Frauen gut gefällt). Aber irgendwann sind diese Männer sattgefickt. D.h. die Olle kommt ihnen zu den Ohren raus, sodass ihre Performance deutlich nachlässt (da hilft dann auch ein großer Schwanz nicht mehr). Diese Männer hätten dann doch gerne wieder eine richtige Beziehung, mit einer innneren Verbundenheit zu ihrer Partnerin und zumindest auf Augenhöhe … und die sie nicht nur auf ihren Schwanz und ihre Performance reduzieren lässt. Sie bemerken natürlich das einseitge Bindungsmotiv dieser Frauen und wissen, dass sie ja nur solange ‚dabei‘ sind, wie sie die Olle ordentlich durchficken und damit ihr „Anerkennungs-Defizit-Syndrom“ bedienen. Gleichzeitig haben diese Männer (angesichts der welkenden Attraktivität ihrer Abschnitts-Gespielin) aber auch nichts zu verlieren und somit auch kein Problem mit der Aufkündigung der Beziehung. Vielleicht schauen sie später auch mal wieder auf einen ‚Abstecher‘ vorbei 😉

    Diese alternden notgeilen Frauen könnten einem daher auch irgendwie leid tun: Es ist ein letztes Aufbäumen vor dem endgültigen Fall! Keiner da, der ihnen mal einen Dübel in die Wand macht oder die Lampe aufhängt oder sie mal so in den Arm nimmt. Letztlich bleiben sie alleine und werden einsam sterben.

    Überdenken Sie doch nochmal Ihre Einstellung … Frau Hesse …

    • @jeanloup: ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich die Art, wie Sie hier über Frauen schreiben, ziemlich unangenehm finde, da ich dahinter eine massive Abwertung heraushöre. Das Dumme ist nur, wenn ich jetzt auf die Emanzenseite rutsche , werd ich dann zackig als auch so ne keifende, ältere Frau gedeutet, die es nicht wahrhaben will? :-).

      Ich mache es anders: ich ziehe mich zurück. Denn ehrlich: Ihnen möchte ich nicht real begegnen.

      p.s. habe zuerst an falscher stelle geantwortet. wenn möglich, den kommentar hier listen. danke.

  17. @18 Jeanloup: Also wenn Sie glauben, dass Sie attraktiv sind, wenn Sie in dieser Form über ältere Frauen schreiben, irren Sie sich gewaltig.

  18. Noch eine These:
    Mir scheint ja, in manchem Märchen steckt manchmal mehr Klugheit als in so manch wissenschaftlicher Theorie.

    Dornröschen war eine dieser frühen „guten Single-Frauen“.
    Ein Fluch verursachte einen hundertjährigen Schlaf.
    Alle Männer welche versuchten Dornröschen vor Ablauf der Zeit zu befreien starben.
    Der nächstbeste Prinz, hatte als die hundert Jahre um waren kein Problem Dornröschen wach zu küssen.

    Weder Frauen, noch Männer können sich die Anerkennung aus sich selbst heraus geben.
    Sie brauchen beide(!) andere Männer. (Empfehlung: Eva Illouz – Warum Liebe weh tut)

    Womöglich scheitern viele gute Single-Frauen, weniger am Geld und an der Macht,
    als schlicht daran, dass sie zu schnell dort angekommen sind, wo es kaum einen Mann gibt, der in der Lage wäre sie „wach zu küssen“.

    Was soll/kann Frau also machen – ausser warten auf die „nachkommenden Männer“, da sie nun mal einfach „zu schnell“ für die meisten gleichaltrige Männer einen höheren Selbstdifferenzierungsgrad erreicht haben?

    Das wäre übrigens auch ein plausibler Grund, weshalb Frauen ihren langjährigen Partnern den Laufpass geben. Sie trennen sich wegen Ungeduld. Da die meisten Männer als Spätentwickler, mit den Fortschritten der fraulichen Selbstdifferenzierung, schlichtweg nicht Schritt halten.

    Ältere Männer sind keine Option, da diese sich lieber jüngere Frauen suchen.
    So hat die gute Single-Frau kaum eine andere Wahl als zu warten (schlafen), oder sich zwischenzeitlich mit einem Jüngeren sexuell zu vergnügen. Solange bis diese angekommen sind.

  19. Vielleicht hilft auch lesen?
    Ich lasse mich finden: Wie mein Wunschpartner zu mir kommt
    Viele Menschen bekommen auf der Suche nach einem neuen Partner ab einem bestimmten Moment das Gefühl, dass ihnen nichts mehr gelingt und sie nicht mehr wissen, was sie noch tun könnten. Vermeintliche Hindernisse türmen sich auf und die eigene Kraft scheint nicht auszureichen, um sie zu beseitigen. Was tun?
    Daan van Kampenhout gibt mit „Ich lasse mich finden“ seine Erfahrungen aus vielen Jahren Beratung weiter. Seine Themen reichen von den „Lasten der Vergangenheit“ über ehemalige Geliebte, Familie und Kinder bis zum „Blick in den Spiegel“ und anschließender „Feldarbeit“, dem Kontakteknüpfen.
    Mit viel Einfühlungsvermögen, Humor und Kreativität führt Kampenhout den Leser durch mehr als 80 Übungen, Rituale und Meditationen. Diese helfen, lähmende Verhaltensmuster aufzudecken, sich von „Altlasten“ zu befreien und für eine neue Partnerschaft zu öffnen.Ein unkonventioneller Ratgeber für Mann und Frau, jung und alt, hetero und homo, spirituell oder bodenständig.
    http://www.carl-auer.de/programm/artikel/titel/ich-lasse-mich-finden/

  20. Hypothese: Die ältere Frau vermisst vielleicht schon die eine oder andere Qualität einer Beziehung, die Nähe und Konstanz, die damit einhergeht, vertrauter Sex, Liebe. Aber wenn sie sich normal entwickelt hat, braucht sie das nicht mehr so dringend wie viele Jüngere, die sich schneller alleine und unsicher fühlen und evtl. unbedingt bald Kinder wollen.
    Möglicherweise waren die bisherigen Erfahrungen mit einer festen Beziehung auch mal negativ, sodass sie das nicht mehr von vorneherein verherrlicht und Kosten und Nutzen abwägen kann.
    Eine attraktive ältere Frau hat auch so viele Möglichkeiten zum Flirten und Feiern für Kick und Kontakte, immer wieder neue Verliebtheit evtl., so dass es interessante Alternativen gibt, die sich vielleicht letztendlich doch durchsetzen. Man kann halt nicht alles haben….

  21. @28: „Eine attraktive ältere Frau hat so viele Möglichkeiten zum Flirten und Feiern für Kick und Kontakte, immer wieder neue Verliebtheit evtl.“
    …sich jung und frei fühlen…
    Ja, wunderschön! Doch war das mit dem Verlieben nicht das Problem, weil es einfach keine passenden „verliebungswürdigen“ Männer gibt?

  22. @jeanloup: ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich die Art, wie Sie hier im post 18 über Frauen schreiben, ziemlich unangenehm finde, da ich dahinter eine massive Abwertung heraushöre. Das Dumme ist nur, wenn ich jetzt auf die Emanzenseite rutsche , werd ich dann zackig als auch so ne keifende, ältere Frau gedeutet, die es nicht wahrhaben will? :-).

    Ich mache es anders: ich ziehe mich zurück. Denn ehrlich: Ihnen möchte ich nicht real begegnen.

  23. @ Michael Santak
    … so lange es oberflächlich bleibt, fällt es mir ja noch nicht so auf, dann wird meine Verliebtheit von Illusionen getragen…. ist aber voll schön.
    Ich denke schon, wer wirklich eine ernsthafte Beziehung will, die findet jemand Passenden. Dass es 100 Prozent passt, war in jüngeren Jahren (bzw. auch bei meinen jüngeren Freundinnen heute) auch nie der Fall. Frau wollte es nur dringender.

    Allerdings gibt es bestimmt genauso viele Situationen und Hypothesen wie es Menschen gibt…

  24. @31: Die Weltbevölkerung umfasste beim Jahreswechsel 2015/16 rund 7,39 Milliarden Menschen. Da es sich um das Thema „Paarbildung“ und „Partnerwahl“ handelt, gibt es 3,695 Milliarden Situationen und Hypothesen.

  25. Verzettelung (leider, denn das Thema ist spannend) und der Herr Provokateur bekommt seine Bühne. Wenn man sich da als Frau pikiert fühlt, geht ihm doch gerade einer ab. Warum sagt ihm keiner, dass seine Posts ganz schön von Ängsten strotzen..

    Ja, es geht um Wachstum, um Überwindung der eigenen Ängste, was Schnarch im Interview sagt, gibt auch Antworten auf die Eingangsfrage. Wachstum ist riskant, es kann wehtun, sich mit den eigenen Ängsten auseinandersetzen zu müssen, in Abgründe zu schauen usw. möchten viele vermeiden, wenn sie sich im Leben schon gut eingerichtet haben. Frauen wie Männer…

    Die Toleranzschwelle steigt umgekehrt proportional zum Alter. Ob Frauen hochschauen wollen oder Männer sich mit jüngeren Frauen schmücken wollen, jeder möchte, wenn er was „erreicht“ hat im Leben, möglichst in seiner Komfort-Zone bleiben, weiter an seinen Identitätspfeilern basteln, auf dass er/sie stolz sein kann auf sich..

    Die männlichen Klischees „mein Haus, mein Wagen, mein Weib…“ jeweils nach Baujahr und Ausstattung und zwar so, dass man seine nächste Umgebung übertrumpfen kann… Aber daneben wollen die meisten nicht den Lamborghini sondern Sicherheit. Reihenhaus, Mittelklassewagen und -weib, gute Rente und Versicherungen.

    In jungen Jahren beobachtet man öfter ein rauschhaftes Hals-über-Kopf-Bedürfnis, manchmal auch im fortgeschrittenen Alter nach Befreiung aus einem Partnerschaftsgefängnis, aber schnell greift bei beiden Geschlechtern wieder der eigene Stallgeruch, die Lebensprinzipien, die Selbstverpflichtung und nicht passende werden aussortiert.

    Ich behaupte, aus Angst. Denn Nähe ist eins der heikelsten Abenteuer. Je mehr ein Mann zu verlieren hat an Erreichtem, desto eher wird er sich Beziehungen suchen, die ihm beherrschbar und sicher erscheinen. Frauen, die viel zu verlieren haben, werden trotz Partnerwunsch auch das ein oder andere Register ziehen, damit kein unberechenbares Verhältnis von ihnen Besitz ergreift.

    Natürlich gibt es die gesellschaftlich akzeptierte männliche Sichtweise, Männer reifen, während Frauen welken…aber die ist m.E. auch nur Resultat dieser Angst.

  26. „Die Gleichstellung der Frauen hängt vor allem davon ab, ob Frauen bei der Partnerwahl künftig Männer bevorzugen, die an gleichgestellten Frauen interessiert sind.“
    M. Klonovsky

  27. @Usch58
    ok, das heißt, die tollen älteren Frauen trauen sich nicht mehr aus ihrer Komfortzone, um sich in einer Beziehung weiterzuentwickeln, und wollen schon gar nicht riskieren, etwas zu verlieren, was sie sich lange erarbeitet haben, z.B. emotionale Stabilität, Überblick, Unabhängigkeit? Und wenn Partner, dann sollen sie Sicherheit geben und auch das Image schmücken?

    Tatsächlich beobachte ich auch ein Überkreuzverhältnis. Attraktive ältere Manner wählen jüngere Frauen und ältere Frauen zunehmend auch jüngere Männer. Um ihre Sicherheit (Dominanz) zu wahren und ihr Image zu pflegen? Wobei das Image, das entsteht, nicht nur schmeichelhaft ist….

    Bei Mr. Provokateur hatte ich spontan vermutet, dass er vielleicht von seiner Frau wegen einem jüngeren potenten Mann verlassen wurde.
    Aber ich denke schon, diese Fraktion, so wie er es beschrieben hat, gibt es tatsächlich auch unter den Männern. Ich denke das dürften die klassischen Puffgänger sein, die versuchen noch was zu sparen. Auf diesen Schlag fällt doch keiner mehr rein mit einer gewissen Erfahrung.

    Ja, vielleicht fallen die älteren Frauen einfach nicht mehr so leicht auf blöde Männer rein, und deswegen kommen nicht mehr so viele in Frage. (Zwinker)

    Ich denke aber auch insgesamt sind Frauen und Männer weniger bindungswillig geworden. Die Sexualität ist freizügiger geworden, durch frei zugängliche Pornografie und Internetkontaktbörsen und Swingerclubs usw. Vor allem Männern (jeden Alters) ist es in die Wiege gelegt, wechselnde Sexualpartnerinnen attraktiv zu finden. Und das ist heute leichter geworden….
    Auch für meine um die 30jährigen Freundinnen ist es sehr schwer attraktive bindungswillige Männer zu finden. Sie nehmen ganz schön viel in Kauf für einen hübschen bindungswilligen Mann.

  28. Was schon in mehreren Kommentaren angedeutet wurde: Ab etwa 25 Jahren wird es zunehmend schwieriger bis unmöglich, sich selbst und noch schwieriger, eine/n Partner/in zu ändern bzw. sich aufeinander einzustellen und sich zusammen zu entwickeln. Ältere Ehepaare, also jene, die sich in jungen Jahren gefunden haben, ähneln sich in ihren Denk- und Verhaltensweisen (und oft auch im Auftreten und Aussehen) einander an. Ich glaube, wer bis zum 35. Lebensjahr allein gelebt hat, sehnt sich eher noch einer Bindung zu einem/r ebenso „gestrickten“ Einzelgänger/in als zu einem Familienmenschen. Man/frau muss also mit einem Kompromiss zwischen Bindung/Sicherheit und Freiheit, zwischen Nähe und Distanz leben. Enge Freundschaften sind ja auch ganz schön.

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