Pornfilmfestival

Am Freitag beginnt in Berlin das siebte Pornfestival. Dort werden Pornos jenseits des männerdominierten Mainstreams gezeigt, darunter auch welche, die explizit als feministische Pornos firmieren.

Schon seit ein paar Jahren wird die von PorNo-Aktivistinnen gemachte Unterscheidung zwischen guter Erotik und böser Pornographie kritisiert. Unter dem Titel „PorYes“ wird seit 2006 der „Feminist Porn Award“, der erste feministische Pornofilmpreis in Europa, verliehen. Die Pro Sex-Fraktion argumentiert nicht gegen Pornos, sondern für bessere Pornos für Frauen (She Porn).

Diese feministische Auseinandersetzung ist noch in vollem Gang. Ich finde sie hochinteressant für die Frage, wie Sexualität human gezeigt und gelebt werden kann, ohne durch politische Korrektheit verlangweiligt und zensiert zu werden, und dabei geil und offen für neue Bilder und Blicke bleibt.

 

7 Gedanken zu “Pornfilmfestival

  1. Wenn ich das lese, glaube ich, ich lebe ab nächster Woche für eine Zeit lang in der falschen Stadt. (wie lange geht das Pornfestival denn?)Für mein Pornokino im Kopf wäre es allerdings klasse, mal ein passendes Filmchen dazu zu finden. Bis jetzt war ich noch nicht erfolgreich – aber was nicht ist, kann ja noch werden…

  2. @1: Kopfkino von uns Frauen: Wenn die Männer nur wüßten…
    @ Thema: Erotische Filme? Natürlich, die sind ein Stück Lebensqualität. Porno? Für Frauen? Klingt gut. Bedenken hätte ich wegen einiger Bilder, weil man ja vorher nicht weiß, was der Film wirklich bringt. Und starke unliebsame Bilder können ja eventuell aus dem Kopf nicht mehr verschwinden und sich sehr einprägen. Manches wird man dann vielleicht nicht so los, wie man es gerne hätte. Und alles muß man für gute Erotik auch nicht gesehen haben. Fantasien, selbst gezimmert, sind doch ohnehin das beste Drehbuch. Oder wie könnte das mit den Bildern sein?

  3. doch ich habe schon gute Filmchen gesehen, aber es ist so selten bzw. schwer zugänglich, dass ich diese Entwicklung begrüße.

    Und wegen: manche Bilder wird man nie los, geht es mir eher so bei Kriegsbildern und Mißhandelten speziell. Bei Porno ist ja der Finger am Drücker…Es wird mir da nicht passieren, dass ich mir nen schönen Abend machen will und mit schlechten Bildern schlafen gehe.

    Und: auch selbstgezimmerte Phantasien nähren sich gerne von fremden Ideen und Bildern.

    Es gibt zuwenig qualitativ gute Pornos, die Eros beinhalten, Leidenschaft transportieren, die einen halbwegs bewußten Menschen mitgehen lassen, die mehr als Stereotype bedienen.

    Und da denke ich, dass She-Porn vielleicht generell andere Inhalte und Darstellungsformen anvisiert als die bisherige leistungsorientierte Pornokultur, also auch eine Alternative für Männer sein könnte.

  4. @3: Bzgl der letzten 2 Abschnitte wüßte ich dann gar nicht, wo ich die Grenze zwischen erotischen Filmen und Pornos ziehen sollte? Vielleicht gibt es ja keine. Dann wäre ein guter Porno ein erotischer Film, der noch mehr und detaillierter zeigt?
    Ja, die Fantasien nähren sich von Ideen und Bildern.
    Bzgl der Bilder: rein statistisch ist es so, daß sich uns unliebsame Bilder und unliebsame Erlebnisse, die mit Sexualität zu tun haben, deutlich mehr einprägen als Kriegserlebnisse, Umweltkatastrophen, Unfälle, etc bzw. die Bilder dazu.
    Wenn ShePorn gute erotische Pornofilme unterstützt und wenn man vorher sicher sein könnte, daß man keine brutale Gewalt zu sehen bekommt, dann wäre es sehr begrüßenswert.

  5. Noch langweiliger oder vielmehr abtörnend kann es kaum werden. Bisher kommts mir so vor, dass Erotik und Porno einander ausschließen.
    Erstere knipst das sogenannte „Kopfkino“ an (und kommt ohne Bilder aus), Pornografie schaltet es garantiert ab!
    Aber ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen, auch in den Verkehrsnachrichten.

  6. P.S. Weiß man, ob erotische Filme und/oder Pornos bei Frauen eher über akustische oder über visuelle Reize wirken und ob sich das von den Männern unterscheidet?
    Oder wie war das mit den Männern und den Augen und mit den Frauen und den Ohren?

  7. Nun, interessante Beiträge zu einer Veranstaltung welche ungesehen selbst schon ein Kopfkino auslöst. Wenn auch nicht im vollen Umfang so doch auszugsweise war ich im Geschehen. Das Festival findet wohlgemerkt nicht in der ganzen Stadt sondern an einem Ort, genauer in einem Kreuberger Kino statt. Spontan angekommen liess ich 2 Stunden „She Porn“ auf mich wirken. Mehrere Kurzfilme aus diversen Ländern mit entpsrechenden Lebensvorlieben. So richtig pornografisch, zumndest was ich bisher darunter glaubte zu verstehen war das Ganze bei weitem nicht. Experimentell und recht lustig, teils der eher minderen Bildqualität so manches doch sehenswürdeige „Teil“ nicht sichtbar. Etwas seltsam die Verbindung von angedeutetem Sex und einer zielmich unästhetischen Art und Weise während dessen mit Essbarem herum zu sauen. Schön die Kollage eines doch recht stattlichen, erigierten Penis in schwarz / weiss mit musikalischer Untermalung und das anschliessende Gespräch mit dem schwulen Regisseur aus England. Überigens, von wegen „She Porn“, auf Frauen einegstellt kamen überwiegend die schwulen Besucher zum Zuge…. nicht nur vor mir auf der Leinwand; links neben mir starr blickend, schon stark alkoholisiert ein Mann mit hoher Komnzentration, stellt sich die Frage aus was? Rechts ein zarter blonder Jüngling welcher aufgeregt, wohl kaum bewusst permanent an seinem Kugelschreiber saugte. Der Abschlussfilm, die Autobiografie einer Pornodarstellerin, heute hinter der Kamera aktiv, anschliessend auch anwesend. Auch hier keine Pronoszenen, eher im Zentrum die Geschicht hinter der Geschichte. Mein Fazit, natürlich ganz subjektiv: „Amüsant, doch nicht unbedingt an- bzw.erregend.“

Kommentare sind geschlossen.