45 years

Ein wunderbarer langsamer Film. Einer, den ich – wenn es so etwas gäbe – auf eine Paartherapeuten-Pflichtliste setzen würde. Ein gut miteinander alt gewordenes Paar bereitet die große Fete für den 45. Hochzeitstag vor. Kate (Charlotte Rampling), in aufmerksamer Vertrautheit für Geoff (Tom Courtenay), der etwas introvertiert und absent minded seiner Zeitungslektüre und anfallenden Arbeiten … weiterlesen

Kosenamen und Bindung

Kosenamen von Partnern haben eine systemisch interessante Grenz-Funktion. Sie gehören zum Code einer Binnenkommunikation des Paares, die andere ausschließt. So wird es von Partner oft unangenehm erlebt, wenn der andere in der Öffentlichkeit den Kosenamen verwendet, weil damit etwas Intimes preisgegeben wird. Es zeigte sich in einer aktuellen Studie (die Quelle weiß ich nicht mehr) … weiterlesen

Beziehungs-Obsession

Die Psychodiagnostik macht auch vor nichts halt. Eben lerne ich die Diagnose  ROCD (relationship obsessive-compulsive disorder). Das soll eine Zwangsstörung sein, die darin besteht, dass man sich unaufhörlich fragt, ob die Partner-Beziehung die richtige sei und ob der/die Partner/in wirklich passsend und gut genug sei. Solche Gedanken kann man sich ja schon mal machen. Aber … weiterlesen

„Wir müssen reden“

Diesem beliebten partnerschaftlichen Imperativ gebe  ich nur eine begrenzte Zustimmung. Etwas ausführlicher äussere ich mich in einem Interview des neu ins Netz gestellten ZEIT-Magazin online. http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2014-05/sexkolumne-beziehungsgespraeche-therapeut-ulrich-clement Falls der Reaktion neue Fragen und mir gute Antworten einfallen, wird es ab jetzt jeden Monat ein Sex/Paar-Interview geben.

Gefälligkeitssex

Warum Partner Sex haben, hat mit Lust und Leidenschaft nicht immer etwas zu tun. Oft genug mit Gefälligkeit, um schlechtes Gewissen zu vermeiden oder den um den Partner nicht zu enttäuschen. In einer Serie von drei Studien der Uni Toronto fragten die Forscherinnen, ob positive Lust und Interesse (approach) oder Vermeidung von Ärger (avoidance) im … weiterlesen

Einvernehmliche Trennung

Die Wulffs haben bekanntgegeben, dass sie sich „einvernehmlich“ getrennt hätten. Ich finde diesen Begriff eine gute Erfindung. Jeder weiss, dass das eine offizielle Verlautbarung ist und nicht die Dramaturgie, die Verletzungen, die Schuldfragen widergibt, die zur Trennung geführt haben. In kritischen Lebenssituationen sind ja Stilfragen und Rituale oft so wichtig wie der Inhalt. „Einvernehmlich“ ist … weiterlesen

Sexuell geben und sexuell nachgeben

Dem Partner zuliebe sich auf eine sexuelle Aktivität einlassen, die man eigentlich nicht will, ist eine zwiespältige Angelegenheit. In der Vorgeschichte „lustloser“  Frauen kommen solche Kompromisse fast immer vor. Dem Differenzierungs-Ansatz (David Schnarch) zufolge kann das entwicklungshemmend sein und eine selbstbestimmte Sexualität beeinträchtigen. Eine aktuelle Studie gibt dem einen etwas anderen Dreh. Die US-Amerikanerinnen Tricia … weiterlesen

Der Schuft

 Auf eine interessante männliche Gegenfigur zum Womanizer (siehe den Blog vom 9. Mai 2012) hat mich Angelika Beck (sie unterrichtet an einer hessischen Gesamtschule) hingewiesen: den Schuft. Mit 16-20Jährigen hat sie sich im Deutsch-Unterricht mit dem Schuft beschäftigt. Der ist keine bedeutungslose Figur, wenn man sich etwa den Graf F…aus der Marquise von O von … weiterlesen