Who’s fucking?

So nett! Sympathische Paare reden liebevoll freundlich und unaufgeregt nicht über das Liebe machen, sondern über das Ficken. Auf Youtube findet man diese heiteren Dialoge unter „Who’s fucking?“ Das ist ein interessantes Reframing des Wortes, weil der unromantische Begriff „ficken“ in einen romantischen Kontext gebracht wird und da ganz anders klingt. Und lustig. In einem … weiterlesen

„Fuck the EU“

Dass auch Diplomaten sich mal am Telefon undiplomatisch ausdrücken, finde ich weder erstaunlich noch besonders schlimm. Aber welche Bedeutung hat denn die Aussage von Frau Nuland? Im Amerikanischen ist „fuck“ viel deutlicher abwertend benutzt als im deutschen „ficken“. Würde jemand sagen, „fick die EU“, würde das zwar systemische Puristen empören, da man ja soziale Systeme … weiterlesen

Lecken oder Schlecken?

Pausengespräch unter Sexualtherapeuten: Ob der Cunnilingus angemessen mit „Lecken“ oder „Schlecken“ beschrieben sei. Ergebnis der Erörterung: Es seien zweierlei Handlungen. Beim Schlecken gehe es um den Genuss des aktiven Partners, beim Lecken um den Genuss der Empfängerin. Ist da so? Nachdem sich für die Fellatio der mechanisch-hydraulisch inkorrekte Begriff „blasen“ etabliert hat, sollte man sich … weiterlesen

Vokabular VIII: Vanilla und kinky

Die altsexualdeutsche Unterscheidung „normal vs pervers“ verstaubt immer mehr in der Schublade ausgedienter Begriffe. Gibt es aktuellere Bezeichnungen? Im Englischen ist das Begriffspaar „Vanilla“ und „kinky“ aus der Queer/BDSM-Subkultur in die Alltagssprache übergegangen. Der Witz der beiden Begriffe ist, daß sie die konventionelle Wertung (normal=gut) umdrehen und sich ironisch über das Normale erheben. Vanille-Eis ist … weiterlesen

Vokabular VII: Quickie – oder Ejaculatio praecox

 „Ein Quickie ist eine Ejaculatio praecox, nur absichtlich“, erklärte mir von Jahrzehnten ein kundiger Kollege, als das Wort noch nicht populär war. Heißt das umgekehrt, daß eine Ejaculatio praecox ein Quickie ist, nur unabsichtlich? Gelegentlich frage ich Klienten, die über einen frühzeitigen Samenerguß klagen, ob man es auch so sehen könne, daß sie  schnellen Sex … weiterlesen

Vokabular VI: Friends with Benefits

 „Freunde mit Vorzügen“ (oder mit Vergünstigungen) klingt freundlich unverfänglich. Im Englischen meint FWB eindeutig sexuelle Vorzüge. das ist also in erster Linie eine Freundschaft, die in zweiter Linie sexuelle Begegnungen miteinschließt.  Eine Freundschaft with benefits  ist explizit keine Partnerschaft, FWBs verstehen sich also nicht als Paar, definieren sich auch nicht als sexuell exklusiv. Der Bündniskonsens … weiterlesen

Vokabular III: Kiss&Ride

Eine nette Assoziations-Verführung begegnete mir gestern im Salzburger Hauptbahnhof. Auf dem Weg zur Tiefgarage weist ein Pfeil nach „Kiss&Ride“. Mein ortskundiger österreichischer Kollege klärte mich auf. Das sei keine erotische Empfehlung, sondern der Kurzhalt, um Fahrgäste gleisnah mit einem Kuss aus dem Auto zu verabschieden. Man hat allerdings nur fünf Minuten Zeit, sonst muß man … weiterlesen

Vokabular: Unübersetzbare Begriffe

Jede Menge sexueller Begriffe sind aus dem englischen Original nicht ins Deutsche übersetzbar: blow job, womanizer, booty call, cum shot, friends with benefits, fluid bond,  sex buddy, quickie, bondage, BDSM, swinger, polyamory, dogging, fisting, deep throating, one-night-stand… Warum? Gibt es das bezeichnete Phänomen nicht? Wohl kaum. Oder trauen wir uns im Deutschen nicht, das direkt … weiterlesen