Praxis der Systemaufstellung

Aktuelle Ausgabe
Ist die Rede vom Schicksal in der Aufstellungsarbeit noch ein tragfähiges Konzept? Zwar stimmen die meisten Aufsteller darin überein, dass die Vergangenheit der Familie und größerer Gemeinschaften in uns weiter wirkt, aber ist es nötig, darauf einzugehen, und wenn ja, wie weit und in welchem Sinne? Ist der Gedanke der blinden Wirksamkeit der Vergangenheit nicht ein Konstrukt unserer Erinnerung und unserer Problemtrancen und jenseits davon nichts Wirkliches? Oder wirken in der Verstrickung reale Ausgleichsprozesse in Gruppen, die uns in blinde Notwendigkeiten des Problemhandelns hinein zwingen? Darüber diskutieren in der Dezemberausgabe 2012 der „Praxis der Systemaufstellung“ Wilfried Nelles und Jakob Schneider.
In verschiedenen Artikeln wird das Bedürfnis sichtbar, dem Vorgehen in Aufstellungen und dem Verstehen der Prozesse in Familien und Aufstellungen einen theoretischen Rahmen zu geben. So machen sich zum Beispiel M. Habecker und M. Klein anhand eines Modells der Bewusstseinsentwicklung Gedanken zu Möglichkeiten und Grenzen der Aufstellungsleitung. Clara Naudi erklärt die Grundaussagen der Epigenetik und bezieht sie auf das Aufstellen. Thomas Latka weitet das Konzept des „In etwas Sein“ auf das Gefühl aus.
Sehr lebendig und erhellend erzählt Eva Madelung von ihren Begegnungen mit Bert Hellinger und der Verbindung der Aufstellungserfahrung mit ihrem Leben und ihrer Arbeit.
Ein Beispiel, wie Aufstellungen in wissenschaftlichen Untersuchungen eingesetzt werden können, gibt Dirk Unterschemmann in seinem Projektbericht: „Gestaltung von Lernkultur. Abbildung eines Lernsystems mit Hilfe von Strukturaufstellungen“. Weitere Artikel zu verschiedenen Bereichen der Aufstellungsarbeit, Erfahrungsberichte, Buch- und Filmbesprechungen geben der Dezemberausgabe für den Leser wieder eine interessante und abwechslungsreiche Fülle.
Über die Zeitschrift
Seit ihrer Gründung im Jahr 1998 bereichert die Praxis der Systemaufstellung die Aufstellungsarbeit. Zweimal jährlich stellt die Zeitschrift aktuelle Erkenntnisse zur Theorie und Anwendung dieser erfolgreichen Beratungs- und Therapiemethode vor. Mittlerweile trägt sie mit ihren über 360 Fachartikeln zur Etablierung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Verfahrens bei.
Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS), bespielt die Praxis der Systemaufstellung alle thematischen Bühnen der Aufstellungsarbeit:
- die Kunst des Aufstellens,
- die Theorie von menschlichen Systemen als Informationsfelder, die bestimmten Ordnungen folgen,
- die Wissenschaft kollektiver Phänomene,
- Spiritualität als Erfahrung der Verbundenheit aller Lebensformen,
- die Forschung zur Validierung der Hypothesen und Ergebnisse von Systemaufstellungen.
Dieses breite Spektrum macht die „Praxis“ zum wertvollen Begleiter und Coach für alle professionellen Helfer, die mit Aufstellungen arbeiten, sei es in Psychotherapie und Beratung, Medizin und Homöopathie, Erziehungs- und Sozialwesen, Rechtswesen, Team- und Organisationsentwicklung oder wirtschaftlichen und politischen Feldern.


