
Die andere Seite der Gesundheit
Ansätze einer systemischen Krankheits- und Therapietheorie
205 Seiten, 34 Abb., Kt, 2. Aufl. 2001
€ 21,90
ISBN 978-3-89670-194-7
Was für Gesundheit gilt, gilt auch für die Therapie: Jeder scheint zu wissen, was es ist, bis man genauer nachfragt. Sollte man sich als Therapeut eher an Gesundheits- oder an Krankheitskonzepten orientieren? Strebt man Gesundheit an, so besteht die Gefahr, in Gesundheitsutopien zu verfallen. Endlose Therapien, Kostenexplosion, ja, manchmal totalitäre Endlösungen sind die zwangsläufige Folge. Fritz B. Simon entwickelt in diesem Buch auf der Basis neuerer konstruktivistischer und systemtheoretischer Modelle eine allgemeine Krankheits- und Therapietheorie, die sowohl für den Bereich organischer als auch psychischer und sozialer Störungen anwendbar ist und aus der Behandlungsrichtlinien ableitbar sind. Es wird eine Systematik von Interventionsstrategien in soziale Systeme erstellt, insbesondere für Familien mit psychosomatischen, manisch-depressiven und schizophrenen Symptombildungen.
Rezension zu diesem Buch
Der Autor baut stringent und nachvollziehbar einen erkenntnistheoretischen Ansatz zum Verständnis der kulturellen und historischen Bedingungen körperlicher, psychischer und verhaltensmäßiger Krankheiten' sowie ihrer medizinischen und psychologischen Erklärungsmodelle auf.
Matthias Ochs (System Familie, 1997 / 3 Bd. 10)
Simons Theorien sind stringent und luzide, seine Art, Systemtheorie zu betreiben, ist zugleich erhellend, kundig, witzig und auf einfühlsame Weise undogmatisch. Mit einem Wort: ein intelligentes Buch, das sowohl dem Kritiker oder Anhänger der Systemtheorie, als auch demjenigen etwas zu sagen vermag, der sich für den Gegenstand des Buches als solchen interessiert.
Alois Hahn (Soziale Systeme, 1997 / 3)
Was ist Gesundheit? Wie schwer die Antwort darauf fällt, verdeutlicht Fritz Simon in seinem neuesten Buch. Ein hohes Abstraktionsniveau bedeutet aber nicht Mangel an Praxisrelevanz. Eher im Gegenteil. Bei all seiner Freude an und Begabung für Logik lässt Simon diese doch niemals zum Selbstzweck werden. Er ist eben nicht nur ein sich in abstrakten Gefilden verspinnender Logiker. Ich kenne wenige, die wie Simon die Gabe besitzen, auch höchst abstrakte Überlegungen durch oft humorvoll aus dem täglichen Leben gewählte Beispiele zu veranschaulichen.
Helm Stierlin (Familiendynamik, Oktober 1996 / 21(4))
Ein wichtiges Buch von einem der wichtigsten Vordenker der Systemtheorie im deutschsprachigen Raum. Es zeigt anhand der Begriffe krank' und gesund' höchst eindrucksvoll auf, warum man der Systemtheorie immer wieder nachsagt, unser Alltagsdenken in seinen Grundfesten zu erschüttern. Fazit: Ein spannendes Buch, anspruchsvoll, Konzentration erfordernd und empfehlenswert für alle, die sich der Heilung' und Gesundung' lebender Systeme verschrieben haben.
(Der Weiterbildungsbrief, September/Oktober 1996)
Der Text ist trotz seiner Theorieverpflichtung gut lesbar und stimmt nachdenklich. Für in der Psychiatrie arbeitende Beobachter muss das Buch wohl in den Kreis der Pflichtlektüre aufgenommen werden. Aber keine Angst, bei dem hochinteressanten Inhalt wird die Pflicht schnell zur Kür.
Michael Bohne (Sozialpsychiatrische Informationen, 2000 / 4)

Fritz B. Simon
Fritz B. Simon, Dr. med., Professor für Führung und Organisation am Institut für Familienunternehmen der Universität Witten/Herdecke. Systemischer Organisationsberater, Psychiater, Psychoanalytiker und systemischer Familientherapeut. Mitbegründer der Management Zentrum Witten GmbH und der Simon, Weber and Friends, Systemische Organisationsberatung GmbH. Autor bzw. Herausgeber von ca. 240 wissenschaftlichen Fachartikeln und 25 Büchern, die in 13 Sprachen übersetzt sind.
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