
Traummord
Ein Fall für Freud, Jung und Milton Erickson
256 Seiten, Tb, 2005
€ 9,95
978-3-89670-484-9
Inhaltsverzeichnis · Leseprobe
Siegfried Maurer ist Kommissar beim Morddezernat einer kleinen Universitätsstadt, aber seine eigentliche Leidenschaft gilt der Psychologie. Sein Ehrgeiz wird deshalb besonders angestachelt, als Johannes Roth, Leiter des Prüfungsamtes des Psychologischen Instituts, erschossen aufgefunden wird. Bei seinen Ermittlungen stößt Maurer auf die Niederschriften von Träumen, die von den drei Professoren des Instituts stammen. Eine Wette sollte deren Streit über die Bedeutung von Träumen klären. Der Ermordete hat die Träume der Professoren offensichtlich gelesen und intrigierte mit seinem Wissen. Hat deshalb einer von ihnen Roth ermordet? Maurer kommt der Lösung seines Falles erst näher, als er sich weniger auf seine Akten als mehr auf seine unbewussten Ressourcen verlässt, so wie es der von ihm bewunderte Begründer der Hypnotherapie, Milton Erickson, anregte. In bester Erickson'scher Manier halluziniert Maurer daher die Pioniere der Traumdeutung, Sigmund Freud und C. G. Jung, in seine Kristallkugel und lässt sie die Träume der Verdächtigen deuten. Was wie ein normaler Kriminalfall begann, führt in die Phantasmagorien des Unbewussten. Harmlose Träume werden zu Albträumen, verwandeln sich in hellsichtige Menetekel, zeigen Spuren vergangener Untaten, decken neurotische Verirrungen auf und bringen Mordmotive ans Licht. Roland Kachler bietet hier nicht nur einen spannenden Kriminalroman nach klassischem Whodunit-Muster. Er liefert zudem Einblicke in die psychoanalytische Traumdeutung nach Freud und in die Analytische Psychologie seines einstigen Schülers und späteren Konkurrenten Jung. Leser, die Milton Erickson kennen, werden eine große Freude daran haben, auf Schritt und Tritt seinen Techniken zu begegnen. Und nicht zuletzt handelt es sich um ein witziges Buch – die Dispute zwischen Freud und Jung sind köstlich!
Rezension zu diesem Buch
Zum Schluss weiß man nicht, ob man einen Krimi oder ein Buch über Psychotherapie gelesen hat – das Buch ist so spannend wie ersterer und so instruktiv wie letzteres.
Christine Glauser
(CH Hypnose, November 2005)
ein Feuerwerk der Bilder und Gedanken.
ein gelungenes Romandebüt, in dem die erzählerischen Einfälle nur so purzeln.
Ulfried Geuter
(Hessischer Rundfunk 2, 16.12.2005)
“Ein Fall für Freud, Jung und Milton Erickson”, so der Untertitel, ein wahrer Leckerbissen. Neben der klassischen Täter-Suche überzeugt das Buch durch witzige Dispute zwischen Sigmund Freud und seinem einstigen Schüler und späteren Konkurrenten C.G. Jung. Spannend zu lesen.
Ingeborg Salomon
(Rhein-Neckar-Zeitung, 19.01.2006)
Ein durchaus spannender Krimi, aber viel mehr kann man über psychoanalytische Traumdeutung und professoralen Diskurs erfahren.
Christiane Griese
(PÄD Forum: unterrichten erziehen, Heft 4/2005)
Angenehmer kann man grundlegendes Wissen über die unterschiedlichen tiefenpsychologischen Ansätze kaum erwerben oder auffrischen. Ein Buch für interessierte Laien und Fachleute.
Dorothee Burgenmeister
(Deutsches Pfarrerblatt, 6/2005)
Roland Kachler bietet in seinem Buch nicht nur einen spannenden Krimi, sondern liefert auch Einblicke in die psychoanalytische Traumdeutung nach Freud und in die Analytische Psychologie. Der Leser lernt außerdem die Techniken Milton Ericksons kennen. So lernt man, gut unterhalten, ganz nebenbei noch etwas fürs Leben.
Eva Tenzer
(Diabolo. Oldenburger Stadtmagazin, 21.4.05)
Kachler bringt wissenswerte Hintergründe über die Psychoanalyse in Verbindung mit historischen Fakten und verschiedenen Schulen der heutigen Psychologie.
… ein unterhaltsames Sachbuch.
Stephanie Hügler
(Gehirn & Geist. Das Magazin für Psychologie und Hirnforschung, 6/2005)
Das Buch fängt eher wie ein mittelmäßig geschriebenes Durchschnittskrimi an, steigert sich dann aber rasant. Es macht wirklich Spaß zu lesen, jeder der mit den Namen Freud, Jung und Erickson ein bisschen was anfangen kann, wird diesen Psychoanalyse-Krimi mit großem Vergnügen lesen.
Einziges Manko: Das Buch ist zu schnell ausgelesen und man ist ein wenig enttäuscht, nicht noch länger die erfrischenden und glänzend formulierten Diskurse zwischen Jung und Freud lesen zu dürfen. Bitte mehr davon!
(www.amazon.de, 28.03.2005)
Psychotherapie ist wie ein Krimi
ESSLINGEN: Interview mit dem Psychologen und Autor Roland Kachler
Lesung aus seinem Kriminalroman-Debüt am 17. März in der Bücherei
Roland Kachler ist vielen ein Begriff als Leiter der Psychologischen Beratungsstelle des evangelischen Kirchenbezirks, als Therapeut und als Autor von Büchern zu Lebenshilfe und Themen der Partnerschaft. Nun sollen die Esslinger auch den Krimiautor Roland Kachler kennen lernen. Im Carl-Auer Verlag erschien jüngst sein erster Kriminalroman Traummord und wie bereits der Untertitel Ein Fall für Freud, Jung und Milton Erickson verrät, bleibt der Autor seiner Profession treu: Nach einem Mord im Psychologischen Institut ahnt Kommissar Maurer sofort, dass der Schlüssel zu dieser Tat in den Träumen der verdächtigen Dozenten liegen muss. Als Kenner der Psychoanalyse zieht Maurer die Pioniere der Traumdeutung Sigmund Freud und C. G. Jung zu Rate, die er sich in bester Erickson'scher Manier in seine Glaskugel halluziniert und die ihn in die verdeckten Welten des Unbewussten führen. Alexander Maier bat Roland Kachler zum Interview.
Haben Sie heute Nacht geträumt?
Kachler: Ja. Ich träume sehr viel, schreibe mir das, was ich geträumt habe, oft sogar auf und gehe mit meinen Träumen sehr aktiv um.
Was bedeutet Traumdeutung für Sie in der therapeutischen Arbeit und für Sie persönlich?
Kachler: Traumdeutung kann ein Stück Lebenshilfe und Begleitung sein, weil unser Unbewusstes meist ein Stückchen weiter ist als unser Kopf. In der Beratungsarbeit spielt sie nur eine begrenzte Rolle, weil Beratung eher bedeutet, konkret auf Lebenssituationen einzugehen und Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Traumdeutung ist von daher in der Psychotherapie von Bedeutung.
Kann es bei manchen Ihrer Klienten wie in Ihrem neuen Buch passieren, dass harmlose Träume zu Alpträumen werden?
Kachler: Ja, natürlich. Alpträume sind ein Signal dafür, dass es in uns etwas Unbewältigtes gibt, das uns in irgendeiner Weise belastet etwas Unverarbeitetes, ein schlimmer Verlust oder ein Trauma beispielsweise. Alpträume sind ein Signal dafür, dass man an diesem Punkt etwas genauer hinschauen muss.
Sie sind ein ungewöhnlich produktiver Autor und haben bereits zahlreiche Bücher verfasst ein Krimi war allerdings noch nicht dabei. Weshalb haben Sie sich plötzlich auf literarisches Terrain gewagt?
Kachler: Der Krimi ist nur die Lupe des Sherlock Holmes, um mein eigentliches Thema die Abgründe der Seele genauer anzuschauen. Ich lese gerne mal einen Krimi, auch wenn ich kein so großer Fan bin wie Sigmund Freud, der jeden Abend einen Kriminalroman verschlungen haben soll. Er war immer ziemlich ärgerlich, wenn er nicht sofort herausbekam, wer der Täter war.
War es schwierig, Literatur und Psychologie zu vereinen?
Kachler: Eigentlich nicht, weil ich aus dem Unbewussten heraus geschrieben habe. Es mag sich komisch anhören, aber im Grunde hat sich dieser Krimi selbst geschrieben, weil sich die Story aus sich heraus entwickelt hat. Natürlich habe ich bestimmte Dinge sehr genau recherchiert, aber auch dabei bin ich immer genau auf die Dinge gestoßen, die ich gerade gebraucht habe. Ich habe die Biografien von Freud und Jung gelesen und mir ihren Briefwechsel genau angeschaut, um mir eine Vorstellung zu machen, wie ihre Dispute gewesen sein könnten. Und auch mit Milton Erickson, einem weiteren Säulenheiligen des Unbewussten, habe ich mich sehr genau beschäftigt. Ein Stück weit war das sicherlich auch historische Arbeit allerdings immer aus der Perspektive, was zu meinem Plot passt. Denn die Grundidee war zuallererst da: Kommissar Maurer benutzt die therapeutische Technik der Kristallkugel, um den Mord aufzuklären. In ihr treffen sich mit Freud, Jung und Erickson drei Menschen, die sich nicht mehr treffen können. Im Grunde ist es ein hypnotischer Krimi geworden völlig irreal, aber mit einer ganz klassisch-realistischen Plot-Struktur.
Freud glaubt jeder zu kennen, C. G. Jung ist für viele ein Begriff Milton Erickson ist nicht ganz so bekannt. Was bedeutet er für Sie?
Kachler: Erickson gehört zu den produktivsten Psychotherapeuten überhaupt. Er geht davon aus, dass wir uns entweder von einem Problem hypnotisieren lassen oder von einer Lösung. Erickson wird zwar nicht allzu häufig zitiert, aber er hat viele Methoden und Techniken entwickelt und alle neueren Psychotherapie-Ansätze nutzen seine Erkenntnisse und die Grundidee, dass es in der Beratung um Lösungen geht. Das sind auch Techniken der Hypnose, die nicht nur dazu dienen, sich alte Probleme und deren Ursachen bewusster zu machen, sondern die auch das Ziel haben, dass man sich bereits in mögliche Veränderungen und Lösungen hinein denkt. Das ist dann keine klassische Hypnose, sondern der Versuch, sich zum Beispiel über Metaphern, Bilder und Geschichten möglichen Lösungsvorschlägen anzunähern.
Wie reagiert die Fachwelt darauf, dass ein respektabler Kollege wie Sie psychologisches Fachwissen in einen Krimi verpackt und dabei nicht immer tierisch ernst bleibt, sondern bisweilen mit jenem Augenzwinkern erzählt, das man vom Autor Roland Kachler gewohnt ist?
Kachler: Zunächst sind manche Kollegen etwas irritiert und vielleicht sogar befremdet eventuell auch in der Sorge, dass ihr Säulenheiliger nicht ganz so gut herauskommen könnte. Bei Freud und Jung ist es in meinem Krimi ja durchaus auch so, dass die eine oder andere dunkle Seite erhellt wird. Andere Kollegen sind dagegen einfach nur gespannt, weil sie selber gerne Krimis lesen. Für mich sind Beratung und Psychotherapie so etwas wie ein Krimi, in dem es nicht nur um die Ursachen eines Problems oder Verbrechens geht, sondern auch um die Lösung.
Alexander Maier
(Esslinger Zeitung , 10.03.2005)
Eine schöne Urlaubslektüre, aber natürlich auch ein ideales Geschenk für Kollegen.
Liane Schülke
(MEGaPhon, 11/2004)

Roland Kachler
Roland Kachler, Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, Klinischer Transaktionsanalytiker, Supervisor (EZI), Systemischer Paar- und Sexualtherapeut; Fortbildungen u. a. in Hypnotherapie, Ego-State-Therapie, EMDR, Traumatherapie (PITT); leitet seit 1990 eine Psychologische Beratungsstelle in Esslingen; eigene psychotherapeutische Praxis.
Schwerpunkte: Psychotherapie, Paar- und Sexualtherapie, Trauerbegleitung und Trauertherapie; Vorträge und Workshops zu verschiedensten psychologischen Themen, bes. Trauer, Partnerschaft, Familie, Erziehungsthemen.
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