
Michael Scholz
Praxis der Multifamilientherapie
165 Seiten, Kt, 2009
€ 19,95
ISBN 978-3-89670-662-1
Inhaltsverzeichnis · Leseprobe
Wer in einer Konfliktsituation steckt, hat für das eigene Problem meist eine eingeengte Sichtweise, aber viel Verständnis, Einfühlungsvermögen und Lösungskompetenz für ähnliche Probleme bei anderen. Diesen Umstand macht sich die Multifamilientherapie (MFT) zunutze, die seit Mitte der 1990er Jahre zunehmend auch in Deutschland nachgefragt und eingesetzt wird.
Bei der Multifamilientherapie setzt man auf die Familien als Experten für die Probleme der jeweils anderen Teilnehmer. Der Therapeut wirkt eher moderierend und steht im Hintergrund als Begleiter zur Verfügung. So entsteht ein soziales Netzwerk, das isolierten Familien Halt, Zuversicht und Lösungsideen für ihre Probleme gibt.
Dieses detaillierte Handbuch ist die erste umfassende Darstellung zur Multifamilientherapie. Es beschreibt alle erforderlichen Grundlagen: psychotherapeutische Prinzipien, Rahmenbedingungen und Settings, Techniken und Anwendungsgebiete. Im Hauptteil des Buches stellen die Autoren anhand von typischen Beispielen aus ihrer Praxis familien- und elternbezogene sowie störungsspezifische Übungen vor. Die abschließenden Kapitel befassen sich u. a. mit der Wirksamkeit des Ansatzes und Fragen der Ausbildung.
Wer professionell in der Beratung von Familien, in Jugendhilfe, Schule oder medizinisch-psychologischen Diensten tätig ist, findet in diesem Buch ein überzeugendes Instrument, das rasch und wirkungsvoll zu guten Lösungen führen kann.
Rezension zu diesem Buch
Es ist ein Praxisbuch. Es sprüht von Impulsen und Kreativität, bietet eine Vielzahl spielerischer Ideen für die Praxis mit Familiengruppen. Ein ausführliches Literaturverzeichnis verweist auf genauere theoretische Informationen.
Monika Gras (Kontext. Zeitschrift für Systemische Therapie und Familientherapie., 2/2010 (Mai))
Das Buch gibt Praktikern einen guten ersten Einblick in Setting, Methodik und therapeutische Grund-Haltung in der Multifamilientherapie und ist dafür sehr zu empfehlen.
Es wäre zu wünschen, dass dieses Buch dazu beiträgt, MFT in Deutschland bekannter zu machen und Kolleginnen und Kollegen zu motivieren, sich in MFT ausbilden zu lassen, um dann entsprechende Projekte zu initiieren.
Annegret Sirringhaus-Bünder (www.socialnet.de, 26.04,2010)
Fazit: Ein anregendes, spannendes und überaus empfehlenswertes Buch. Den Autoren gelingt es, dazu anzuregen, Gewissheiten infrage zu stellen, Mut zu machen, Neues (Altes) auszuprobieren sowie anzuregen, die Expertise der Familien immer wieder ins Zentrum zu stellen – und das alles vor dem Hintergrund ihrer praktischen Erfahrungen. Ein beispielgebendes und Mut machendes Werk! Zur Nachahmung (mehr als) empfohlen.
Jürgen Hargens (Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung, Juli 2009)
Man fragt sich, warum die Idee, Eltern miteinander von voneinander lernen zu lassen, wie sie ihre Kinder besser begleiten können, nicht eher umgesetzt wurde.
Das dritte Kapitel, für mich das faszinierendste, ist ein wahrer Schatz an Methoden – weit über 40! Der Leser fragt sich: Wie machen die das nur alles? – so ideenreich und spielerisch! Diesem Buch liegt offenbar die gesammelte Erfahrung von über 220 Jahren zugrunde, und es bietet ein schier endloses Reservoir zum Experimentieren in der eigenen Einrichtung.
Nicht zuletzt, weil ich mich durch die eigene Erfahrung habe begeistern lassen wünsche ich dieser Idee eine möglichst weite Verbreitung. Dieses Buch ist dazu der beste Wegweiser!
Thomas Hegemann (Familiendynamik, 3/2009)
Den Kernpunkt, auf den sich vor allem die PraktikerInnen freuen werden, bildet das 70 Seiten umfassende Kapitel mit den spezifischen Übungen, die in der Multifamilientherapie zur Anwendung kommen. Diese sind erfrischend experimentell und zeugen von einem hohen Alltagsbezug.
Eine anregende, ansprechende, angenehm bereichernde Lektüre, die zur Umsetzung geradezu inspiriert.
Detlef Rüsch (www.amazon.de, ab 31.05.2009)
Fazit: Das ist überzeugend! Familien helfen sich gegenseitig – Familienhilfe einmal ganz anders.
Marianne Broglie (SKG-Forum. Webseite für LeiterInnen von Schulkindergärten, ab 22.05.2009)

Eia Asen
Eia Asen, Dr. med., FRCPsych., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Facharzt für Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie. Er studierte Medizin in Berlin und arbeitet seit über 35 Jahren in London. Dort ist er Direktor des Marlborough Family Service, eines gemeindenahen ambulanten Psychiatrie- und Psychotherapiezentrums.
Anfang der 1980er Jahre absolvierte Eia Asen eine Familientherapieausbildung bei Salvador Minuchin in Philadelphia, anschließend arbeitete er jahrzehntelang mit dem Mailänder Team um Luigi Boscolo und Gianfranco Cecchin zusammen. Er unterrichtet in England wie auch in mehreren anderen europäischen Ländern, hat sieben Bücher und viele Artikel geschrieben und für die BBC Fernsehsendungen zur Familientherapie gemacht. Als Wissenschaftler haben ihn mehrere große Forschungsprojekte bekannt gemacht, u. a. über Paartherapie bei Depression, Multifamilientherapie bei Anorexie und über die tagesklinische Behandlung von Jugendlichen.

Michael Scholz
Michael Scholz Prof. em. Dr. med., Kinder- und Jugendlichenpsychiater, Psycho- und Familientherapeut, war bis 2007 Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie der Technischen Universität Dresden; längjährige Tätigkeit im Bereich der Multifamilientherapie; Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher.
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