
Bruno Hildenbrand
Unkonventionelle Familien in Beratung und Therapie
250 Seiten, Kt, 2009
€ 24,95
978-3-89670-673-7
Inhaltsverzeichnis · Leseprobe
Gabi und Ulf sind beide zum zweiten Mal verheiratet und haben jeweils ein Kind mit in die Ehe gebracht. Sonja und Bernd haben vor vier Jahren Zwillinge aus Bolivien adoptiert. Natascha und Sven konnten sich ihren Kinderwunsch durch Insemination erfüllen. Andrea und Barbara sind schon länger ein Paar und möchten nun eine Familie gründen.
Viele der heutigen Lebensformen sind von der ursprünglichen „Kernfamilie“ mehr oder weniger weit entfernt. Worin unterscheiden sie sich von ihr? Wie wirkt sich die veränderte Triade „Vater – Mutter – Kind“ auf das Familienleben aus? Lässt sich ein abwesendes Familienmitglied einfach ersetzen?
Anhand von Fallbeispielen untersuchen Dorett Funcke und Bruno Hildenbrand die einzelnen Familienformen im Hinblick auf ihre Gemeinsamkeiten, ihre Besonderheiten und ihre speziellen Bedürfnisse. Aus den Ergebnissen entwickeln sie nachvollziehbare und praxisnahe Vorschläge für die Beratung und Therapie von Familien jeglicher Couleur, sei es in psychologischen, pädagogischen, sozialpädagogischen oder medizinischen Kontexten.
„Die Lektüre dieses Buches betrachte ich als ein „Muss“ für jeden, der es beraterisch oder therapeutisch mit Familien zu tun hat: Nicht nur, weil es die spezifischen Eigenheiten und Problemkonstellationen von Alleinerziehenden-, Stief-, Pflege- und Adoptivfamilien sowie kinderlosen Paaren und gleichgeschlechtlichen Inseminationsfamilien sehr plastisch nahe bringt, sondern weil dadurch die grundlegende Bedeutung der „triadischen Struktur“ von Familie überhaupt eindrucksvoll lebendig wird. Außerdem ist es ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine umfassende familiensoziologische Basis für Beratung und Therapie immer wieder ganz konkret brauchbar werden kann.“ Hans Jellouschek
„Familie Familie. Wer glaubt, er wisse, was mit „Familie“ gemeint ist und dabei an die bürgerliche Kleinfamilie (Vater, Mutter und ein bis zwei biologische Kinder) denkt, der hat keine Ahnung, wie heute die Realität von Familie beschaffen ist. Das Spektrum der anzutreffenden „unkonventionellen“ Familienformen ist breit, und jeder dieser Familientypen ist mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert. Es ist das Verdienst der Autoren dieses Buches, hierauf die Aufmerksamkeit zu lenken, differenziert zu beschreiben und zu analysieren. Ein Muß für jeden, der mit Familie(n) zu tun hat.“
Rezension zu diesem Buch
Nicht nur, weil es um unkonventionelle Familienformen geht, sondern weil das Buch in einer unüblichen und dabei gekonnten Verknüpfung von Familiensoziologie und beraterisch-therapeutischer Praxis daherkommt, hat es etwas Neues! Das Zusammenspiel von empirischem Hintergrund (Forschungsstand), sozialgeschichtlicher Einordnung von Familientypen, Fallbeschreibungen und Hinweisen für eine gelungene Beratung ist gekonnt vollzogen und es geht dabei um weitaus mehr als der Titel verspricht. Es geht nicht nur um Beratung und Therapie, sondern um Familie heute. Lesenswert!
Christine Geserick
(beziehungsweise, Oktober 2011)
Angesichts von teilweise über 50 % Trennungs- und Scheidungsfamilien in den Beratungsstellen, überproportional vertretenen Alleinerziehendenfamilien, der häufigen Übernahme von Beratungsaufgaben für Pflegefamilien, sowie der Zunahme anderer Form unkonventioneller Familien in den Beratungsstellen, halte ich diesen Band für ein Grundlagenwerk, mit dessen Perspektiven jede/r Erziehungs- und Familienberater/in vertraut sein sollte.
Andreas Engel
(Erziehungsberatung aktuell, 2/2011)
Zu jeder Familienform liefern die Autoren viele Daten, beschreiben anschaulich und mit zahlreichen Fallbeispielen ihre sozialen Merkmale, ihre Situation in der Gesellschaft und analysieren, unter welchen Rahmenbedingungen diese Familienformen gelingen oder scheitern.
Andreas Eickhorst
(Gehirn & Geist. Serie Kindesentwicklung, 2010, Nr. 5)
Das gut lesbare Buch kann auch ErzieherInnen und SozialpädagogInnen helfen, unkonventionelle Familien besser zu verstehen, pathologische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beraten.
Martin R. Textor
(www.kindergartenpaedagogik.de, ab 28.09.2009)

Dorett Funcke
Dorett Funcke 1992–1999 Studium der Soziologie und der Germanistischen Literaturwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena; seit 2002 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Sozialisationstheorie und Mikrosoziologie des Instituts für Soziologie der FSU Jena, sowie im SFB 580, Teilprojekt 3: Individuelle Ressourcen und professionelle Unterstützung bei Bewältigung von Systemumbrüchen in kontrastierenden ländlichen Milieus in Ostdeutschland, Westdeutschland, Italien und Spanien.

Bruno Hildenbrand
Bruno Hildenbrand, Prof. Dr.; Professor für Sozialisationstheorie und Mikrosoziologie am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena; Dozent und Supervisor am Ausbildungsinstitut für systemische Therapie und Beratung in Meilen/Zürich. Veröffentlichungen u. a. „Unkonventionelle Familien in Beratung und Therapie“ (2009) sowie „Einführung in die Genogrammarbeit“ (3., überarb. Aufl. 2011); gemeinsam mit Rosmarie Welter-Enderlin u. a. Herausgeber von „Resilienz. Gedeihen trotz widriger Umstände“ (3. Aufl. 2010).
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