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Jürg Liechti

Dann komm ich halt, sag aber nichts

Motivierung Jugendlicher in Therapie und Beratung

Mit einem Vorwort von Klaus Grossmann
252 Seiten, Kt, 2. Aufl. 2010
€ 24,95
978-3-89670-674-4

Inhaltsverzeichnis  ·  Leseprobe

Steigende Anforderungen in Schule und Alltag überfordern Kinder und Jugendliche immer mehr. Die Zahl der psychischen Störungen unter Heranwachsenden wächst im gleichen Tempo wie das Angebot an Therapien für diese Altersgruppe. Was den meisten Konzepten jedoch fehlt, ist der Blick für die Motivation der Jugendlichen, aktiv an der Beratung teilzunehmen. Wie es gelingt, die Therapiemotivation zu fördern, ist die zentrale Fragestellung dieses Buches.

Der Schweizer Psychiater und Psychotherapeut Jürg Liechti verknüpft hier verschiedene theoretische Konzepte zur Therapiemotivation mit Methoden der systemischen Therapie zu einer systemischen Motivierungspraxis. Sie zielt unter anderem darauf ab, durch das Einbinden von Bezugspersonen aus dem Familienkreis die Bereitschaft der Jugendlichen zur Therapie zu stärken. Der Beratende selbst lernt seinen Anteil am Motivationsprozess kennen und die Signale der Jugendlichen zu empfangen und zu entschlüsseln.

Zahlreiche Sitzungsprotokolle und Fallgeschichten erleichtern die Lektüre und geben Anregungen für die ambulante psychiatrische und psychotherapeutische Praxis.

Rezension zu diesem Buch

Das Buch ist eine Wissensquelle, die nicht nur Therapeuten, sondern auch Beratern und Trainern, die mit Jugendlichen arbeiten, dienen kann.
Renker K. Weiss (www.mwconsulting.at, 2010)

Sein Ziel, der LeserIn Anregungen für systemische Lösungen von Motivationsproblemen in der Therapie mit verhaltensauffälligen Jugendlichen zu geben, gelingt Liechti in vollem Umfang. Auf ansprechende Weise verknüpft er theoretisches Hintergrundwissen mit Fallbeispielen, die die wissenschaftlichen Aspekte greifbar und nachvollziehbar machen.
Ein sehr lohnenswertes Buch, für alle, die mit Jugendlichen in therapeutischen bzw. beraterischen Kontexten zu tun haben.
Kirsten Cramer (Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung, 3/2011 (Juli))

Als einer von weniger Autoren greift Jürg Liechti die praxis- sowie forschungsrelevante Thematik der Förderung der Therapiemotivation von Jugendlichen auf und bietet erste Antworten aus systemisch-familientherapeutischer Sicht an.
Das Buch ist speziell dem praktisch tätigen Kollegenkreis zu empfehlen, da es wertvolle Denkimpulse und Handlungsempfehlungen für die systemisch orientierte (Motivations-)Arbeit mit belasteten Jugendlichen und ihren Familien bietet.
Tobias Hayer (Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 5/2010)

Herr Liechti stellt die Aufgabe, den belasteten Jugendlichen eine hilfreiche Unterstützung anzubieten, als eine hohe Kunst dar, und wer damit in der Praxis zu tun hat, weiß dies. Er vermittelt eine Haltung, die Klienten in ihrer Verantwortung um die eigenen Themen und Fragen stets ernst zu nehmen, und tut dies mit einem angenehm lesbaren Klang, der sich durch das ganze Buch zieht, ohne zu beschönigen.
Das Buch vermittelt, wie ernst es ihm mit seinem Anliegen ist, die Jugendlichen zu erreichen und sich mit der Aussage „die sind unmotiviert“ auf keinen Fall zufriedenzugeben.
Gisela Schulte (Kontext. Zeitschrift für Systemische Therapie und Familientherapie., 1/2010)

An vielen Fallbeispielen und anhand von Protokollen aus seiner Praxis zeigt der Psychiater Jürg Liechti Methoden einer Kommunikationspsychologie, die es möglich macht, verhaltensauffällige und dissoziale Jugendliche für eine Therapie zu gewinnen.
Der Autor stellt eine Denkweise infrage, die davon ausgeht, dass die Motivation für eine Therapie schon vorher vorhanden sein muss, wenn die Hilfe wirken soll.
Christine Weber-Herfort (Psychologie heute, Oktober 2009)

Das Buch bietet vor allem Fachleuten, die mit Jugendlichen und deren Familien in einem therapeutischen Kontext arbeiten, eine Vielzahl von Möglichkeiten, um einen Einstieg zu finden in die oft undurchschaubare Welt der Heranwachsenden, die sich der Hilfe, die sie am Nötigsten brauchen, verweigern.
Aspasia Zontanou (www.socialnet.de, ab 10.08.2009)

Das Buch ist sehr anschaulich und praxisorientiert geschrieben. Zahlreiche Fallbeispiele zu Auftragsklärung, Gesprächsführung, Fragetechniken, Psychotherapie, Elternarbeit, Motivation und Partizipation illustrieren den theoretischen Teil. Hier findet der Praktiker viele Anregungen, um im therapeutischen Alltag Wege aus Sackgassen zu finden und Blockaden zu vermeiden bzw. abzubauen. Insgesamt ist Jürg Liechti (Bern) damit ein lesenswertes Buch zu einem in der Praxis wichtigen, in der Theorie mitunter aber noch eher wenig behandelten Thema gelungen, das sich flüssig liest.
Jochen Gehrmann (Forum der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 2/2009 (Juli))

Mit praktischen systemtherapeutischen Konzepten und Interventionen wird die verschüttete Bereitschaft zur sprachlichen Klärung der lähmenden Hilflosigkeit gegenüber emotionalen Konflikten geöffnet.
(COMED, Mai 2009)

Wer mit Jugendlichen zusammenlebt, ihre Leiden wahrnimmt, aber immer nur Ablehnung der angebotenen Unterstützung spürt, findet in diesem Buch sehr schnell tröstende Beschreibungen, aber auch einleuchtende Forderungen, sich selbst ‚ins Spiel‘ bringen zu müssen, damit Jugendliche Hilfen annehmen können.
Ines Kurek-Bender (PFAD. Fachzeitschrift für das Pflege- und Adoptivkinderwesen., Mai 2009)

Bild - Autor

Jürg Liechti

Jürg Liechti, Dr. med.; Studium der Humanmedizin, Experimentellen Medizin, Biologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Systemtherapie. Seit 1985 freiberufliche Praxis in Bern. Lehrbeauftragter für systemische Therapie an den Universitäten Bern, Zürich, Basel. Supervisor in verschiedenen Kliniken. Gründungsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für systemische Therapie und Beratung (SGS). Aufbau und Geschäftsleitung des Zentrums für Systemische Therapie und Beratung (ZSB Bern) seit 1995. Veröffentlichungen u. a.: „Magersucht in Therapie“ (2008), „Dann komm ich halt, sag aber nichts“ (2. Aufl. 2010). Verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern.

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