
Bernhard Pörksen
Vom Sein zum Tun
Die Ursprünge der Biologie des Erkennens
223 Seiten, 15 Abb., Kt, 2. Aufl. 2008
€ 19,95
978-3-89670-669-0
Inhaltsverzeichnis · Leseprobe
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts waren es die Physiker, die das naturwissenschaftliche Weltbild revolutionierten. Heute sind es die Biologen, die unser Verständnis der Erkenntnis- und Lebensprozesse radikal verwandeln: Sie ergründen das Geheimnis des Bewusstseins und zeigen, dass der Beobachter und das Beobachtete, das Subjekt und das Objekt, im Akt des Erkennens unauflösbar miteinander verbunden sind. Die Welt, in der wir leben, ist nicht unabhängig von uns; wir bringen sie buchstäblich selbst hervor. Zu den Protagonisten dieses neuen Denkens in der Naturwissenschaft gehört der berühmte Neurobiologe und Systemtheoretiker Humberto R. Maturana. In Gesprächen mit dem Kommunikationswissenschaftler Bernhard Pörksen erkunden beide die Grenzen unseres Erkenntnisvermögens, diskutieren die Wahrheit der Wahrnehmung und die Biologie der Liebe und entwerfen – konkret, anschaulich und fabulierlustig – eine Anleitung zum systemischen Denken.
Humberto Maturana und die Biologie der Liebe
Rezension zu diesem Buch
Wer sich nicht nur mit den Gedanken Maturanas vertraut machen, sondern auch einen Eindruck von seiner Persönlichkeit gewinnen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Es ist spannend zu lesen und zwingt immer wieder dazu, über eigene Positionen nachzudenken. Bernhard Pörksen ist es gelungen, die enorme Präsenz und Ausstrahlung Humberto Maturanas ebenso wie seine philosophischen Überzeugungen als beharrlicher und neugieriger, aber auch respektvoller Gesprächspartner herauszuarbeiten. In einem Gespräch bleiben viele Fragen zwangsläufig offen, gerade auch Fragen theoretischer Natur. Es kann dann als gelungen betrachtet werden, wenn es ein stimmiges Portrait des Befragten zu zeichnen in der Lage ist. Dies zu können, ist sicherlich ein großes Talent von Bernhard Pörksen. Es gibt wohl kaum eine Veröffentlichung, die der Leserschaft die Person von Humberto Maturana auf bessere Weise nahebringen würde.
Tom Levold
(systemagazin.de, 12.10.2008)
Der Titel des Buchs benennt den gemeinsamen Ausgangs- und Zielpunkt der Gespräche, die der Journalist und Biologe Bernhard Pörksen mit dem führenden Vertreter des modernen Systemdenkens und der Biologie des Erkennens Humberto R. Maturana führte. Die Gespräche sind stets intensiv und entspannt zugleich.
(der blaue reiter (Journal für Philosophie), Nr. 18)
… ein verständliches Buch über ‚die Ursprünge der Biologie des Erkennens‘.
Magdalena Schäfer
(Fritz, April 2003)
An welcher Stelle auch immer man dieses so gelungene Buch aufschlägt, man wird es bereichert und angeregt wieder schließen.
Heinz von Foerster
(Heinz von Foerster)
Durch die sehr verständliche Sprache und die anschaulichen Beispiele gewinnen die zunächst sehr ungewöhnlich anmutenden Vorstellungen auch für den eher unbewanderten Leser schnell an Nachvollziehbarkeit und Nutzen.
Frank Lobeck
(ekz Bibliotheksinfo, April 2003)
Man erhält erstaunliche Einblicke in die ‚subjektabhängige‘ Welt um uns herum und vor allem in die der Wissenschaft.
F. W. Schmitt
(Gnostika, 2/2003)
In diesem Buch schafft es Pörksen wieder einmal überzeugend, ein lesbares, verständliches Buch zu schaffen; im Interview mit Humberto Maturana, dessen Leben und Werk er auf äußerst wertschätzende Weise vor dem geistigen Auge des Lesers wachsen lässt.
Maturanas Arbeit, aber ganz besonders auch Humberto Maturana selbst wird in diesem Buch greifbar, seine Idee nachvollziehbar und schließlich eigenes Weiterdenken angeregt. Ein wundervolles Buch für kalte Wintertage, in denen wir uns darauf besinnen können, dass wir von unseren Emotionen und nicht von unserer Ratio geleitet werden.
Liane Schülke
(Lernende Organisation, Jaunuar/Februar 2003)
Als Niklas Luhmann seine Systemtheorie überholte, baute er in dieses wohl imposanteste soziologische Gedankengebäude ein paar Stockwerke ein, die auf den Erkenntnissen des Chilenen Humberto Maturana beruhen.
verblüffend verständlich und sehr lesenswert
Matthias Eckoldt
(Welt am Sonntag, 8.12.2002)
Wie entstehen Erkenntnisse? Mit dieser Frage befassen sich neben Philosophen zunehmend auch Neurowissenschaftler. Der chilenische Biologe und Systemtheoretiker Humberto R. Maturana ist überzeugt, dass das Thema mit naturwissenschatlicher Präzision behandelbar ist. Seine ‚experimentelle Erkenntnistheorie‘ hat weltweit Aufsehen erregt.
(Gehirn & Geist. Das Magazin für Psychologie und Hirnforschung, 4/2002)

Humberto R. Maturana
Humberto R. Maturana, Jahrgang 1928, studierte Medizin, promovierte in Biologie und arbeitete danach am Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1960 kehrte er an die Universität von Santiago zurück, wo er als Professor für Biologie wirkte und das von ihm gegründete Laboratorium für experimentelle Erkenntnistheorie und Biologie der Erkenntnis leitete. Als einer der führenden Vertreter des modernen Systemdenkens ist er Autor zahlreicher Bücher, darunter auch der gemeinsam mit Francisco J. Varela verfasste Bestseller „Der Baum der Erkenntnis“ und die Studie „Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit“. Zuletzt veröffentlichte er eine Sammlung seiner wichtigsten Aufsätze unter dem Titel „Biologie der Realität“ und, zusammen mit Bernhard Pörksen, das Buch „Vom Sein zum Tun. Die Ursprünge der Biologie des Erkennens“.

Bernhard Pörksen
Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, studierte Germanistik, Journalistik und Biologie, arbeitet heute als Journalist und lehrt an der Universität Hamburg Journalistik und Kommunikationswissenschaft. Er promovierte mit einer Arbeit zur Sprache der Neonazis (“Die Konstruktion von Feindbildern”) und veröffentlichte eine Sammlung von Gesprächen zum Konstruktivismus, die unter dem Titel Die Gewissheit der Ungewissheit erschien. Zusammen mit Heinz von Foerster schrieb er das viel beachtete Buch “Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners” (beide im Carl-Auer-Systeme Verlag).
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