Gerechter, nicht gerecht - Organisationale Gerechtigkeit als Zumutung an Führung und Management
Norbert Schermann

Gerechter, nicht gerecht

Organisationale Gerechtigkeit als Zumutung an Führung und Management

Mit einem Vorwort von A. Heller und einem Vorgespräch mit M. Varga von Kibéd
319 Seiten, Kt, 2012
26,95 € ISBN 978-3-89670-959-2 Thema: Management/Organisationsberatung, Philosophie/Systemtheorie/Gesellschaft Reihe: Verlag für Systemische Forschung Dieses Buch stellt sich die Aufgabe, organisationale Gerechtigkeit mit systemtheoretischen Mitteln unter fragmentarischer Zuhilfenahme der analytischen Sprachphilosophie für die... Weiterlesen

Dieses Buch stellt sich die Aufgabe, organisationale Gerechtigkeit mit systemtheoretischen Mitteln unter fragmentarischer Zuhilfenahme der analytischen Sprachphilosophie für die Gestaltung von entsprechenden Prozessen in Organisationen für Management und Führung nutzbar zu machen.

Eine spezielle Problematik besteht in der Frage, wie die auf hoher Abstraktionsebene formulierende Systemtheorie und der Gerechtigkeitsbegriff als normative Kategorie aufeinander bezogen werden können. Durch die Fokussierung auf die relationale Rekonstruktion des Gerechtigkeitsbegriffes nach Perelman (1967) wird eine dynamische Struktur konzipiert, die auf konkrete organisationale Kontexte angewendet werden kann. So wird bestimmbar, unter welche Bedingungen gerechtigkeitsrelevante Themen und Fragestellungen zu setzen sind, damit sie im Organisationskontext verhandelbar gemacht werden können.

Als zentrale Elemente des rekonstruierten Gerechtigkeitsbegriffes werden die Werte, Regeln und organisationalen Prozesse im Hinblick auf die jeweiligen gerechtigkeitsrelevanten Fragestellungen bestimmt. Vorhandene Befunde aus den Debatten der normativen und empirischen Gerechtigkeitsforschung werden im Hinblick auf ihre Brauchbarkeit reflektiert und mit Ergebnissen organisationstheoretischer und -beraterischer Forschung und Erfahrung verbunden. Daraus werden wesentlich erscheinende Anforderungen an Management und Führung, sowie Kriterien zur Gestaltung gerechtigkeitsrelevanter Prozesse im Organisationskontext und Kompetenzen gewonnen, die sich als nützlich erweisen können.

„Norbert Schermann bietet mit diesem Buch eine eindrucksvolle interdisziplinäre Pionierleistung der Grundlagenforschung in der Organisationsethik."
Univ.-Prof. Dr. Andreas Heller

„... eine sehr gute Anwendung des komparativen Begriffs des Systemischen. (...) Man könnte sagen, es geht um Schritte in die Richtung von Ausbalancierung und das noch im Rahmen der Abhängigkeit von Kontextbedingungen. Das sehe ich wirklich als eine systemischere Betrachtungsweise des Gerechtigkeitsbegriffes an als die früheren Ansätze dazu.“
Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd

Norbert Schermann

Norbert Schermann, Dr. phil., Mag., MSc, studierte Bildungswissenschaften und Psychologie in Wien, Organisationswissenschaften und Qualitätsmanagement in Kaiserslautern und Krems und promovierte in Palliative Care und Organisationsethik an der Universität Klagenfurt. Zusatzausbildungen u. a. in Erwachsenenbildung, psychoanalytischer und systemischer Supervision/ Coaching, systemischer Organisationsentwicklungsberatung, Organisationsstrukturaufstellungen, hypnotherapeutischer Kommunikation, lösungsfokussierter Beratung und Psychotraumatologie. Als Geschäftsführer der ATELIER Unternehmensberatung in Wien berät er Organisationen des Nonprofit-Bereichs ebenso wie privatwirtschaftliche Unternehmen und Einheiten in der öffentlichen Verwaltung. Als Ausbildungsleiter ist er an der Akademie für Sozialmanagement in Wien sowie als Lehrbeauftragter im universitären und außeruniversitären Bereich tätig.

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Dr. Ramita G. Blume aus Wien (28.04.2013)

Norbert Schermann ist zu nichts Geringerem angetreten, als - wie Heinz von Foerster sagen würde - ein unlösbares Problem zu lösen. Denn obwohl Gerechtigkeit nicht bestimmt, nicht gesagt, nicht erreicht werden kann, möchte und kann er auf exzellente Weise zeigen, wie Gerechtigkeit als basale Orientierung der Konstruktion organisationaler Wirklichkeit funktioniert und als Management zweiter Ordnung zum Ausdruck kommt ohne jemals explizit zu werden. Das anspruchsvolle, gleichzeitig sympathische Buch überzeugt nicht nur durch theoretische Akkuratesse, methodische Eleganz und den praktischen Nutzen des vorgestellten Ansatzes, sondern bereitet darüber hinaus wahres Lesevergnügen. Sowohl Theorieinteressierte als auch Praktiker aus den Bereichen Management, Beratung, Organisationsentwicklung, aber auch Lehrende und Studierende dieser Fachbereiche, finden darin einen originären und brillanten Ansatz angewandter Organisationsethik und werden darüber hinaus zu „systemischem Querdenken“ ermutigt.

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