„Zhong De Ban“ oder: Wie die Psychotherapie nach China kam - Geschichte und Analyse eines interkulturellen Abenteuers
Fritz B. Simon, Margarete Haaß-Wiesegart, Xudong Zhao

„Zhong De Ban“ oder: Wie die Psychotherapie nach China kam

Geschichte und Analyse eines interkulturellen Abenteuers

250 Seiten, Kt, 2011 24,95 € ISBN 978-3-89670-791-8 Thema: Philosophie/Systemtheorie/Gesellschaft Reihe: Systemische Horizonte Die Veränderungen Chinas nach der Kulturrevolution überforderten viele Menschen in ihrer Integrationsfähigkeit. Der Zerfall der familiären und traditionellen Strukturen verlangte... Weiterlesen

Die Veränderungen Chinas nach der Kulturrevolution überforderten viele Menschen in ihrer Integrationsfähigkeit. Der Zerfall der familiären und traditionellen Strukturen verlangte neue Antworten psychologischer Beratung und Behandlung. Das hier beschriebene Psychotherapie-Projekt entwickelte vor diesem Hintergrund eine institutionelle und organisatorische Infrastruktur für die Ausbildung und Anwendung psychotherapeutischer Methoden. Über eintausend chinesische Psychiater und Psychologen wurden bis heute in deutsch-chinesischer Zusammenarbeit in psychodynamischer Therapie, Verhaltenstherapie oder systemischer Familientherapie ausgebildet. Die „Zhong De Ban“ (deutsch-chinesische Klasse) hat diese Entwicklung wesentlich mitgetragen. Dadurch erlangte sie in chinesischen Fachkreisen einen legendären Ruf.

Die drei Autoren dieses Buches entführen ihre Leser auf ein interkulturelles Abenteuer in einem sich politisch und kulturell rasch verändernden Land. Praxis- und erlebnisnah vermitteln sie aus der Sicht von unmittelbar Beteiligten, auf welche Schwierigkeiten und Hindernisse sie bei der Arbeit in interkulturellen Kontexten gestoßen sind und welche Lösungsmöglichkeiten es geben kann. Zahlreiche Interviews ergänzen die aus systemisch-organisationstheoretischer Perspektive analysierte Zusammenarbeit.

„Die Geschichte der Psychotherapie in China war eine intellektuelle Herausforderung und ein Abenteuer nach der Kulturrevolution in einer unsicheren Situation. Sie ist spannend geschrieben und vermittelt gleichzeitig interessante, allgemeine Einblicke in die chinesische Mentalität und in interkulturelle Unterschiede. (...) Sehr empfehlenswert!“
Prof. Dr. Horst Sund, Ehrenvorsitzender der China-Gesellschaft e. V. Baden-Württembergische Gesellschaft zur Förderung der Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China

Fritz B. Simon

Fritz B. Simon, Dr. med., Univ.-Prof.; Studium der Medizin und Soziologie; Psychiater und Psychoanalytiker, systemischer Familientherapeut und Organisationsberater. Forschungsschwerpunkt: Organisations- und Desorganisationsprozesse in psychischen und sozialen Systemen. Autor bzw. Herausgeber von ca. 300 wissenschaftlichen Fachartikeln und 29 Büchern, die in 14 Sprachen übersetzt sind, u. a.: Der Prozeß der Individuation (1984), Die Sprache der Familientherapie (1984), Lebende Systeme (1988), Unterschiede, die Unterschiede machen (1988), Radikale Marktwirtschaft (1992), Die andere Seite der Gesundheit (1995), Die Kunst, nicht zu lernen (1997), Zirkuläres Fragen (1999), Tödliche Konflikte (2001), Die Familie des Familienunternehmens (2002), Gemeinsam sind wir blöd!? (2004), Mehr-Generationen-Familienunternehmen (2005), Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus (2006), Einführung in die systemische Organisationstheorie (2007), Einführung in die systemische Wirtschaftstheorie (2009), Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Systemische Aspekte des Fußballs (2009), Einführung in die Systemtheorie des Konflikts (2010), „Zhong De Ban“ oder: Wie die Psychotherapie nach China kam (2011), Einführung in die Theorie des Familienunternehmens (2012), Wenn rechts links ist und links rechts (2013), Einführung in die (System-)Theorie der Beratung (2014).

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Margarete Haaß-Wiesegart

Margarete Haaß-Wiesegart, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie und systemische Paar- und Familientherapie; seit ihrem ersten Studienaufenthalt 1976–1978 aktiv in der Kooperation deutscher und chinesischer Psychiater und Psychologen, Mitbegründerin und langjährige Präsidentin der Deutsch-Chinesischen Akademie e. V. für Psychotherapie.

Xudong Zhao

Xudong Zhao Prof. Dr.; Professor an der Tongji Universität, Chefarzt der Abteilung für Psychosomatische Medizin am Shanghai East Hospital; Präsident der Deutsch-Chinesischen Akademie für Psychotherapie auf chinesischer Seite sowie Vorsitzender des Komitees für Psychotherapie und Beratung der Chinesischen Gesellschaft für Geistesgesundheit. 1990–1993 Gastwissenschaftler und Doktorand an der Abteilung für Psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie der Psychosomatischen Klinik an der Universität Heidelberg, danach Aufbau eines familientherapeutischen Instituts in China. Mitorganisator und Lehrtherapeut des Deutsch-Chinesischen Ausbildungsprojekts für Psychotherapie in China seit 1997.

Petra Backes aus München (24.11.2012)

Wer China bereits kennt, kann dieses Buch als Ergänzung zu den üblichen Reiseführern nutzen. Alle anderen bekommen einen besonderen Einblick in eine Kultur, die uns Europäern oft fremd erscheint.Das Buch liest sich wie in spannender Krimi. Informationen über Anfang und Entwicklung des Projektes wechseln sich mit Interviews der beteiligten Personen aus Deutschland und China, Interviews der therapeutischen Sitzungen mit chinesischen Familien und Hintergrundwissen über das Land ab und werden ergänzt durch Beschreibungen gesellschaftlicher Veränderungen in China. Beim Lesen des Buches entstand in mir das Bild vom Erlernen des „Tai Chi“: einzelne Bewegungsabläufe werden so lange trainiert, bis ineinander üergehende fließende Bewegungen entstehen. Dadurch lernt der Übende das Eigene und die Außenwelt abwechselnd wahrzunehmen. Und dies scheint genau bei dem Projekt „Zhong De Ban“ gelungen zu sein. Ich bin begeistert von diesem Buch.

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