Systemaufstellungen

Die Darstellung und Beeinflussung von sozialen Beziehungen durch räumliche Metaphern und szenische Verfahren sind vor allem durch das Psychodrama (Jacob Levy Moreno) und die Familientherapie (Familienskulptur) schon früh bekannt und genutzt worden. Im Beratungsbereich haben sie aber nie eine besonders zentrale Rolle gespielt.

Anfang der 80er-Jahre begann Bert Hellinger, angeregt durch ein intensives Studium der Gruppendynamik, der Psychoanalyse, der Primärtherapie, der Transaktionsanalyse, des Neurolinguistischen Programmierens, der Ericksonschen Hypnotherapie und der Familientherapie, eine verdichtete Form der Gruppentherapie zu entwickeln. Zentrales Element ist die räumliche Darstellung menschlicher Beziehungen und ihrer Modifikationen. Diese Beratungsmethode nannte er das Familienstellen.Die Grundelemente seines Ansatzes und die Vorgehensweisen in der Aufstellungsarbeit entwickelte Hellinger vorwiegend in den 80er-Jahren. Die 90er-Jahre waren dann geprägt von deren Anwendung bei unterschiedlichen Klientengruppen und Störungen sowie in verschiedenen Bereichen wie z. B. der Pädagogik oder der Organisationsberatung.

Mit dem von Gunthard Weber herausgegebenen Band „Zweierlei Glück“ fand der Ansatz weltweite Verbreitung. Gleichzeitig polarisierte sich die Szene im deutschsprachigen Beratungsbereich immer mehr – einerseits bewundernde Befürworter, andererseits den Hellinger-Ansatz strikt Ablehnende. Auch in den Medien war die Resonanz eher kritisch. Das innovativ Neue ging in diesen heftigen Auseinandersetzungen beinahe unter.

Etwa ab dem Jahr 2000 wandte sich Hellinger einem mehr esoterischen Erkenntnisweg zu. Es kam zu einer Spaltung in den Zweig, der sich dem „klassischen Familienstellen“ und seiner Anwendung im psychotherapeutischen und beraterischen Bereich verpflichtet sah und den, der Hellinger weiter folgte.

Seitdem hat sich das Aufstellungsfeld sehr ausdifferenziert. Systemisch-konstruktivistische Orientierungen wie die Systemischen Strukturaufstellungen oder die autopoietischen Aufstellungen kamen hinzu. Besonders die Organisationsaufstellungen entwickelten sich zu einer eigenständigen Methode der Organisationsberatung.

In den Veröffentlichungen des Carl-Auer Verlags finden diese Nuancen innerhalb der Aufstellungsarbeit ihren exemplarischen Ausdruck.

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