Die Wahrheit im Visier – Kommentierte Zeittafel

Machen wir nicht immer wieder die Erfahrung, dass sich wilde Phantasien bewahrheiten und scheinbare Fakten als Fälschungen erweisen?

Diese Zeittafel kann, was die exakte Erforschung des Lebens und Wirkens von Carl Auer betrifft, nur Ausgangspunkt für eine sorgfältige Spurensuche sein. Dafür jedoch liefert sie wahrlich eine Menge erstaunlicher Hinweise und Details. Da alle, die zu dieser Bestandsaufnahme beitrugen, Wissenschaftler, Ärzte und Psychotherapeuten von beträchtlichem Renommee sind, können ihre Mitteilungen als verlässliche Dokumente und historische Quellen betrachtet werden.

Ausführliche Berichte und Zeugnisse über Carl Auers Leben, sein Werk und seine Bedeutung für Gegenwart und Zukunft finden Sie in der Festschrift: Carl Auer – Geist or Ghost

2009 Seit fast fünf Jahren ist Carl Auer nun nicht mehr gesehen worden. Die Kontakte zum Verlag laufen über eine nicht zurück zu verfolgende E-Mail-Adresse. So bleibt es unklar, ob es sich bei dem Versender (oder der Versenderin) tatsächlich um Carl Auer handelt...
Gerüchte, warum Carl Auer nicht mehr am sozialen Leben teilnimmt, gibt es viele. Alle sind nicht wasserdicht belegt, weshalb sie hier nur mit Vorbehalt aufgeführt werden.
Einige vermuten, dass sich Carl Auer bereits 2007 einer Ganzkörpertransplantation unterzogen hat. Sein kreatives Gehirn soll seither in einem jungen und sportlichen Körper Denkarbeit leisten. Dies erlaube ihm, so die Quellen, noch einige Jahrzehnte weiter zu wirken. Darüber hinaus wird gemunkelt, dass Carl Auer sich auf der Suche nach seiner Ursprungsgeschlechtsidentität in den Körper einer Frau hat einpflanzen lassen.
Diese Meldungen widersprechen allerdings jenen, die davon berichten, dass sich Carl Auer einfrieren ließ.
Die intensive Beschäftigung mit Prozessen der Zellverjüngung hatte bei ihm in Teilbereichen schon zu Erfolgen geführt. So sollen auf seinem ehedem kahlen Kopf wieder füllige Locken gewachsen sein. Und seine Luftsprünge lösten bei Kindern in seiner Umgebung Juchzen aus, bei Erwachsenen eher staunendes Kopfschütteln. Bei den inneren Organen blieben ihm diese Erfolge jedoch versagt. Besonders seine angeschlagene Leber sprach nicht an. Carl Auer war jedoch fest davon überzeugt, dass die Fortschritte der Forschung ihn in wenigen Jahren auch hier nützen würden. Deshalb gründete er 2005 im chinesischen Dalian The Human Refreezing Center. Das Einfrierzentrum dient heute als Museum. Von den Einnahmen werden die anfallenden Stromkosten bezahlt. Das Gerücht, dass der Carl-Auer Verlag einen Abenteuer-Shuttleservice dorthin plant, ist nach Auskunft der Geschäftsführung jedoch falsch. Augenzeugen beteuern, dass Carl Auers letzte Worte „Leben ist Frieren“ gewesen seien. Andere verstanden „Frisieren“.
Ein drittes Gerücht über den Verbleib des großen Unbekannten spricht von dessen Mumifizierung. Hierzu gibt es jedoch nur die unbeeidete Aussage eines Thanatologen, der behauptet, Carl Auers letzte Worte seien „Holt Anubis, den schakalköpfigen Gott der Einbalsamierung. Die Töpfe für die Innereien sind im Souterrain.“
2004 Carl Auer gründet die Stiftung „Extrem-Lesen“ mit Sitz in Reading/England.
1999 Neun Jahre nach einer spektakulären Flucht vor den amerikanischen Finanzbehörden taucht Carl Auer in London wieder auf, wo er sich in einer weitläufigen Souterrainwohnung im Stadtteil Chelsea verbarrikadiert.
1988 – 90 Für zwei Jahre lebt Auer zurückgezogen auf Coney Island als stiller Teilhaber an einem Vergnügungspark.
1988 Reise nach Europa. Wanderungen im Odenwald bei Heidelberg. Am 22. November Treffen mit Arnold Retzer, Fritz B. Simon und Gunthard Weber, Einigung über die Modalitäten zur Gründung eines Verlages.
1985 – 88 Leiter des World Coincidence Control Centers (Wocococ) der Vereinten Nationen.
1985 Reise nach Australien und Neuseeland zu seinen alten Wirkungsstätten. Zusammentreffen mit David Epston.
1980 – 85 Studien zur Chaos-Theorie.
1978 – 80 Gemeinsam mit Paolo Soleri und einer jungen mexikanischen Architektin Planung einer „neuen Stadt“ in Arcosanti, in der Wüste Arizonas.
1976 – 77 Aufenthalt in Milwaukee, wo eine Straße nach ihm benannt wurde.
1969 Trennung von seiner Frau Jelena.
1959 Psychotherapie-Praxis in Wien (?)
1951 Rückkehr in die USA. Zusammentreffen mit dem fast gleichaltrigen Milton Erickson und dem damals zwölf Jahre alten Jack Daniels in Phönix/Arizona. Danach verlieren sich für fast zwei Jahrzehnte seine Spuren, die wenigen Daten und Hinweise sind von fraglicher Zuverlässigkeit.
1950 Aufenthalt in Italien. Ernst von Glasersfeld hört dort einen Vortrag von ihm. Anschließend hält er in Heidelberg seine inzwischen berühmten „Heidelberger Vorlesungen“. Am Ende des Jahres meint Helm Stierlin, ihn im Schwarzwald, wohin Auer sich zur Erholung zurückgezogen hatte, getroffen zu haben. Ein Zusammentreffen mit Heidegger ist wahrscheinlich. Sicher ist, daß die Einsicht „Das Nichts nichtet“ ursprünglich von Auer stammt. Die zweite Hälfte dieses gehaltvollen Gedankens „. . . und das Loch locht noch!“ wurde allerdings von Heidegger nicht zum Bestandteil seiner Philosophie gemacht.
1949 Zusammentreffen mit André Gide in Paris. Für eine homosexuelle Beziehung der beiden gibt es jedoch keine Belege. Anschließend Reise nach Haiti, wo er sich Charles d’Auer nennt und intensive Kontakte mit Voodoo-Priestern pflegt.
1948 Mehrmonatiger Arbeitsaufenthalt im Chestnut Lodge Sanatorium in der Nähe von Washington D.C.
1946 – 47 Lehrauftrag an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Danach intensive Reisen.
1945 Rückkehr nach Europa. In den ersten Monaten Aufenthalt bei Familie Enderlin in der Schweiz.
1942 Semesterferien in den USA. Aufenthalt bei der Familie Peggy Penns in den Bergen Pennsylvanias.
1940 – 45 Gastprofessor an der Universität von Canterbury/NZ. Beginn der langen Freundschaft mit Karl Popper.
1939 Ehrenbürger von Appenzell („Retter von Appenzell“).
1938 Zusammentreffen mit Ernst von Glasersfeld auf einem Gletscher in den österreichischen Alpen. In dieser Zeit Beschäftigung als Redakteur einer linken Zeitung in Wien. Erstes Kennenlernen seiner späteren Frau Jelena Kuss. Aus der Ehe gehen die beiden Kinder Carl-Anton und Nina hervor. Nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich, Flucht in die Schweiz.
1938 Operation in Mexico City
1937 – 38 Psychoanalyse in den Vereinigten Staaten von Amerika
1936 Trennung von E. Wald.
1936 Lehrauftrag an der Universität Wien (wahrscheinlich Chemie, weiterhin analytische Tätigkeit). Wie der Kontakt zu Ludwig von Bertalanffy, der dort Biologie lehrte, war, bleibt unklar.
1934 Rückkehr nach Wien, Beschäftigung mit Psychoanalyse.
1929 – 34 Erlangt zunächst in den Vereinigten Staaten, später auch in Europa unter dem Namen Leonard Zelig eine vorübergehende Berühmtheit.
1927 – 29 Studium der Malerei in Paris (unter anderen bei Fernand Léger). Auf einer Vernissage des Bildhauers Ossip Zadkine Bekanntschaft mit Mutter Hoffman.
1926 – 27 Aufenthalt in Chile. Bekanntschaft mit Mutter Maturana.
1924 Vermählung mit E. Wald. Erster Umzug in die Vereinigten Staaten von Amerika (Wisconsin). Aus der Ehe mit E. Wald gehen die Söhne Edgar und Normal Auerswald hervor.
1922 – 23 Student und nebenbei Hauslehrer, der dem kleinen Heinz von Foerster Nachhilfeunterricht in Mathematik erteilt.
1918 Teilnahme am ersten Weltkrieg (auf österreichischer Seite). Verwundung und Kriegsgefangenschaft in Italien. In der Gefangenschaft Zellengenosse Ludwig Wittgensteins in Monte Cassino.
1914 Wichtige persönliche Erkenntnisse (Inhalt unbekannt, wahrscheinlich aber im Zusammenhang mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs).
1914 Bestehen der Maturaprüfung mit mäßigen Leistungen.
1910 Einschulung in das Gymnasium, das auch Heinz von Foerster absolvieren sollte.
1900 Über die frühe Kindheit und das Elternhaus von Carl Auer liegen bisher keine zuverlässigen Informationen vor. Klar ist lediglich, dass Auer in einem kleinen, inzwischen vom Luftkurort Rorschach eingemeindeten Dorf am schweizerischen Südufer des Bodensees geboren wurde und im 2. Bezirk in Wien, in dem auch Sigmund Freud mit seiner Familie lebte, aufwuchs. Es gibt Andeutungen, dass er der uneheliche Sohn einer italienischen Opernsängerin ist. Bertha, eine Schwester des Vaters, die in der Nähe wohnte, war für ihn eine wichtige Bezugsperson. Über die Freundschaft zu Annabella, einer Nichte Sigmund Freuds, gab es Kontakte zum Hause Freud. Darüberhinaus gibt es Hinweise darauf, daß zwischen der Familie Auer und der Familie Einstein Beziehungen bestanden. Die Vermutung, dass Carl Auer ein Cousin Albert Einsteins sei, ließ sich bislang nicht nachweisen. Auf alle Fälle stand Auers zweite Frau Jelena in intensivem Kontakt mit Einsteins Frau Milena.

Carl Auer – Geist or Ghost?

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