Ernest L. Rossi, Milton H. Erickson: „Gesammelte Schriften von Milton H. Erickson – Studienausgabe in 6 Bänden“
Bernhard Trenkle: „3 Bonbons für 5 Jungs – Strategische Hypnotherapie in Fallbeispielen und Geschichten“
Jeffrey K. Zeig: „Einzelunterricht bei Erickson – Hypnotherapeutische Lektionen bei Milton H. Erickson“
05.12.2017

116. Geburtstag von Milton H. Erickson

Am 5. Dezember 1901 wurde in Aurum, Nevada, der Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut und Mitbegründer der modernen Hypnose und Hypnotherapie Milton Hyland Erickson (1901-1980) geboren. Sein großer Einfluss auf die zeitgenössische Psychotherapie entfaltete sich erst nach seinem Tod. „Im Jahr 1985 fand in Phoenix, Arizona, die erste Evolution of Psychotherapy-Konferenz statt, auf der sich zum ersten Mal die noch lebenden Gründer der großen Psychotherapieschulen trafen. 7000 Teilnehmer nahmen an dieser historischen Konferenz teil. Die Los Angeles Times titelte: Das Woodstock der Psychotherapie, erinnert sich Bernhard Trenkle, langjähriges Mitglied des Direktoriums der Milton Erickson Foundation Phoenix, USA. (Quelle: Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung, 3/2008) 

Die Hypno- und Psychotherapie nach Milton H. Erickson bildet den Ausgangs- und Bezugspunkt  zahlreicher weiterer moderner Therapieansätze, von Systemischer Therapie über lösungsorientierte Konzepte bis hin zu ressourcen- oder potenzialorientiertem Arbeiten. Erickson selbst wollte jedoch keine Schule gründen, so Trenkle, Herausgeber der Reihe Hypnose und Hypnotherapie im Carl-Auer Verlag.

Im Interview zu seinem Buch „3 Bonbons für 5 Jungs – strategische Hypnotherapie in Fallbeispielen und Geschichten“ sagt er weiter: „Erickson war auch gegen das Gründen eines Erickson’schen Ansatzes. Das ist vielleicht der Grund, warum es bei den Therapeuten, die sich auf Erickson berufen, so eine kreative Vielfalt von effektiven Ansätzen gibt. Erickson befürchtete, dass die Klienten durch zu viel Therapie-Schule in das Prokrustes-Bett einer Theorie gezwängt werden könnten.“

Ericksons Tochter Betty Alice beschrieb den therapeutischen Ansatz ihres Vaters einmal lakonisch, als „das zu tun, was funktioniert“. Bernhard Trenkle findet das sehr zutreffend: „Erickson plädierte dafür, sehr flexibel in der Situation zu entscheiden, welcher therapeutische Ansatz in der jeweiligen Situation angebracht ist. Von daher sind natürlich auch immer strategische Entscheidungen nötig. Zum Beispiel die Entscheidung: Ist Hypnose angebracht oder eine andere Form von Therapie? Das habe ich hauptsächlich im Kapitel über die „Ordeal-Therapie“ thematisiert. Das dahinterliegende Hauptkonzept von Erickson ist Utilisation, das heißt, es wird versucht, alles inklusive der Pathologie für positive therapeutische Ziele zu nutzen.“ 

Lesen Sie hier das ganze Interview mit Bernhard Trenkle. 

Carl-Auer-Literaturtipp: 
Ernest L. Rossi, Milton H. Erickson: „Gesammelte Schriften von Milton H. Erickson – Studienausgabe in 6 Bänden“
Bernhard Trenkle: „3 Bonbons für 5 Jungs – Strategische Hypnotherapie in Fallbeispielen und Geschichten“ 
Jeffrey K. Zeig: „Einzelunterricht bei Erickson – Hypnotherapeutische Lektionen bei Milton H. Erickson“