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Den ersten Preis erhielt Veronika Hermes für ihr Praxisbuch zur systemischen Arbeit mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Hannah Weißner für ihre Untersuchung zur Rolle von Indikatoren bei der Konstruktion von Wirklichkeit

SG-Praxispreisträgerinnen 2018 vorgestellt

Die Systemische Gesellschaft (SG) und der Carl-Auer Verlag haben 2018 erstmals gemeinsam den SG-Praxispreis vergeben. Mit dem Preis werden herausragende Praxiskonzepte oder -projekte ausgezeichnet, die nachhaltig systemisch angelegt sind. In diesem Jahr wurden zwei Autorinnen ausgezeichnet.

Veronika Hermes wurde für ihr Buch „Beratung und Therapie bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung – das Praxishandbuch mit systemisch-ressourcenorientiertem Hintergrund“ (Hogrefe) geehrt. Ihr Ziel war es, systemische Methoden so zu beschreiben, dass sie sofort umsetzbar sind – ergänzt um hilfreiche Anpassungen für die Arbeit mit betroffenen Erwachsenen. Skizzen, die in Beratungsgesprächen entstanden sind, zahlreiche Beispiele und Materialtipps machen die Inhalte griffig und anschaulich.  Das Buch nimmt auch Bezug auf die  UN-Behindertenrechtskonvention, die allen Menschen die uneingeschränkte Teilnahme an allen Aktivitäten ermöglichen soll. Das Gespräch zwischen Matthias Ohler und Veronika Hermes nach der Preisverleihung drehte sich deshalb folgerichtig um die Inklusion. Zum Video.
Carl-Auer-Literaturtipps:
Michael Buscher, Klaus Hennicke: „Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen mit Intelligenzminderung“
Fritz B. Simon: „Die andere Seite der Gesundheit – Ansätze einer systemischen Krankheits- und Therapietheorie“
Hans Lieb: „Störungsspezifische Systemtherapie – Konzepte und Behandlung“


Hannah Weißner
konnte die Jury mit einer Arbeit über zentrale Begriffe der konstruktivistischen und systemischen Theorie überzeugen, weil sie darin auch den Theorie-Praxis-Transfer plausibel und nachvollziehbar in Kontext von Organisationen aufzeigt. Den Anstoß gab ein konkreter Fall aus den USA, wo durch die Senkung der Indikatoren für Bluthochdruck praktisch über Nacht Hunderttausende von neuen Patienten generiert wurden. Daraus ergaben sich weiterführende Fragen für die Analyse von Hannah Weißner: Weshalb eignen sich Indikatoren zur absichtsvollen Wirklichkeitskonstruktion und wie muss/kann ein solcher Indikator gestaltet und dann eingeführt werden, damit eine an das bzw. in dem Unternehmen anschlussfähige Wirklichkeitskonstruktion gelingen kann, er also die Bedeutung „wahr“ zugeschrieben bekommt? Matthias Ohler hat die Preisträgerin nach ihren gefundenen Antworten befragt. Zum Video.

Carl-Auer-Literaturtipps:
James G. March: „Zwei Seiten der Erfahrung – Wie Organisationen intelligenter werden können“Torsten Groth: „66 Gebote systemischen Denkens und Handelns in Management und Beratung“
Fritz B. Simon: „Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus“