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Thomas Friedrich-Hett, Noah Artner, Rosita A. Ernst (Hrsg.): „Systemisches Arbeiten mit älteren Menschen – Konzepte und Praxis für Beratung und Psychotherapie“
Andrea Christoph-Gaugusch: „DemenZen und die Kunst des Vergessens – Fünf Schritte für mehr Gelassenheit im Umgang mit Demenz“ Neuerscheinung!

Wenn die Langeweile krank macht

Krankmachende Langeweile ist auch als Bore-out Syndrom bekannt, abgeleitet vom englischen Wort für Langeweile: Boredom. Die Symptome ähneln der Erschöpfungsdepression, weshalb Burn-out und Bore-out trotz aller Unterschiede viele Gemeinsamkeiten aufweisen. 

Bore-out wird häufig im Kontext Schule oder Arbeit genannt. Zunehmend tritt die aus Unterforderung entstehende Depression auch bei Senioren auf. Bereits der Eintritt in das Rentenalter kann einen Bore-out auslösen, wenn Arbeitsroutinen wegfallen und nicht durch Hobbys oder soziale Einbettung ausgeglichen werden können. Ein Bore-out kann Senioren noch im hohen Alter treffen, ausgelöst zum Beispiel durch den  plötzlichen Tod des Partners. In vielen Fällen wäre psychologische  Beratung dann zwar nötig, aber die Senioren hätten oft eine ablehnende Haltung dazu, meint Ursula Lehr, emeritierte Professorin für Psychologie am Lehrstuhl für Gerontologie in Heidelberg. Zudem werde das Bore-out-Syndrom bei älteren Menschen von Ärzten manchmal falsch beurteilt. 

„Sie nehmen mitunter an, dass die Symptome auf eine Demenz hindeuten”, sagte Lehr in einem Beitrag der Achener Zeitung. Dabei sei etwa ein Fünftel aller Demenz-Fälle eigentlich auf Depressionen zurückzuführen. Und die hätten ihren Ursprung nicht selten in einem Bore-out, so Lehr. 

Carl-Auer-Literaturtipps:
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