49 Hinrichtungen im Livestream

Die Tatsache, dass einer (bzw. der) Terrorist, der in Christchurch (NZ) 49 Menschen in zwei Moscheen niedergemäht hat, die Exekution der zufällig in seine Schußlinie geratenen Opfern per Livestream (mit Hilfe einer Bodycam) auf Facebook publiziert hat, bringt noch einmal die unselige Funktion der sogenannten sozialen Medien ins Blickfeld.

Nicht genug, dass alle möglichen Populisten (deren Botschaft ja immer mit der Unterscheidung Volk [=wir] vs. Nicht-Volk [=sie/d.h. andere bzw. Feinde] arbeitet) ihre wirren Ideen per Facebook etc. vollkommen unkritisch verbreiten können, sie liefern auch noch die Bühne, auf der jeder, der sich um die ultimative Anerkennung, die auf dieser Welt heute zur Verfügung zu stehen scheint, bemüht, (=Aufmerksamkeit) sich selbst und seine Tat zelebrieren kann.

Ich bin ein großer Anhänger der Meinungsfreiheit. Dennoch denke ich, dass langfristig diese Freiheit bzw. die Freiheit jeden Mist ins Netz zu stellen, limitiert werden wird, weil nicht nur solche Grausamkeiten wie heute in Christchurch dadurch incentiviert werden, sondern auch weil unsere politischen Systeme noch nicht – und vielleicht nie – den Folgen gewachsen sind (s. Cambridge Analytica etc.).

Wie ich solch eine Zensur finde, weiß ich – ehrlich gesagt – noch nicht.