Das vorhersehbare Scheitern der Populisten

Im Moment scheinen die Populisten auf dem Vormarsch. Viele Politiker (die Beispiele sind bekannt) versuchen es mit deren Strategien. Wenn man sich konkret mit den Methoden von Populisten – das heißt, deren Handwerk – beschäftigt (siehe „Anleitung zum Populismus“), dann zeigt sich, dass sie sehr erfolgreich dabei sein können, die Macht zu erringen – sei es für eine verschworene Gruppe von Gleichgesinnten, sei es für einen Einzelnen, der diktatorische Ambizionen hat. Doch diese Erfolge sind immer nur kurzfristig. Sie können es nur kurzfristig sein, weil sie langfristig nicht intelligent sind, wenn man das System, in dem sie die Führung anstreben und/oder übernehmen, betrachtet und dessen Nutzen zum Maßstab der Intelligenz macht. Für die Populisten, die (mehr oder weniger kurzfristig) an die Macht kommen, man die Beurteilung der Intelligenz ihrer Methoden anders sein. Aber, da das, was Populisten tun, langfristig der Rationalität der Nation, in der sie herrschen wollen oder tatsächlich herrschen, widerspricht, scheitern alle. Immer.

Der Hintergrund dieses Scheiterns ist, dass sie zwangsläufig soziale Strukturen etablieren, die unintelligent sind.

Das läßt sich leicht erklären: Populisten folgen der Unterscheidung Volk/Nicht-Volk. Damit schließen sie einen großen Teil der eigenen Bevölkerung aus den Kommunikationsprozessen aus, die – Stichwort: Mehr-Hirn-Denken – zu intelligenten Entscheidungen führen würden. Sie machen das, indem sie kritische Journalisten mundtot machen, das Justizsystem seiner zivilisatorischen Funktion berauben, die Wissenschaft diskreditieren usw… Auf diese Weise wird für gewissen Zeit ein – zwangsläufige Folge erfolgreichen Populismus – totalitäres Regime etablier und stabilisiert, aber langfristig werden Kontrollsysteme nötig, die alle Kreativität innerhalb der Nation mudtot machen. Das führt dann zum Abzug von Investitionen, zur Inhaftierung oder Emigration der Intellektuellen bzw. der personalen Ressourcen, die für Innovation sorgen könnten oder würden.

So, wie die Nazis es geschafft haben, Deutschland, das führend in den Naturwissenschaften waren (die meisten Physiker, die später in den USA die Atombombe entwickelten, stammten aus Deutschland bzw. hatten in Göttingen usw. studiert), diese Menschen zu vertreiben, macht es jetzt Erdogan in der Türkei. Die vielen Beispiele derartiger Säuberungsprozesse kann jeder in der Tagespresse nachlesen. Herr Orban vertreibt Universitäten usw. …

Daher wird aus jedem populistischen Regime irgendwann ein eingemauerter Staat, dem es ökonomisch lausig geht. Venezuela war man der reichste Staat Südamerikas. Lange her.

Trotzdem müssen einem Leute wie Donald Trump, dessen – vielleicht in der Immobilienbranche funktionierende – Strategien zu guten Deals zu kommen, funktionieren mögen (was ich sogar dort, trotz meiner nicht sehr hohen Meinung der Branche, bezweifle; er war finanziell ein Loser, Bankrotteur usw.), aber im Umgang mit den Chinesen, die über Jahrtausende die Strategien der Kriegführung entwickelt und kultiviert haben, scheitert er grandios. Seine Masche – Druck machen, dann den Freund simulieren und auf schnelle Gewinne hoffen – ist leicht durchschaubar. Die Chinesen, wahrscheinlich auch die Nord-Koreaner werden ihn aussitzen… „Alles kommt zu dem, der wartet!“ – alte chinesische Weisheit.

Auch wenn man größere Beträge auf das Scheitern der Populisten setzen kann, das Problem ist, dass sie leider ziemlich großen Schaden anrichten können, bevor sie endlich gescheitert sind (man sehe sich die Fotos der attraktiven deutschen Innenstädte – wie etwa Frankfurt – vor dem Krieg an, dann sieht man, welche Zerstörung sie hinterlassen).