ESM

Eine der engagierten Kommentatorinnen der Kehrwoche mahnt an, dass ich doch endlich was tun solle und mich gefälligst aus der Position des unbeteiligten und Zuschauers bei Unfällen in die des Notarztes begeben möge (oder so ähnlich…, d.h. sinngemäß).

Der Handlungsbedarf, den sie sieht, entsteht aus der gegenwärtigen Situation in Europa, vor allem in der mit der Einführung des ESM verbundenen Abbaus demokratischer Legitimation von (zentralen, d.h. Brüsseler) Entscheidungen, die unser aller Geld kosten können.

Sie schickt mir dazu folgende Links zu Videos, die ich hier weiter gebe. Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden und entscheiden, was zu tun ist:

http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0



6 Gedanken zu “ESM

  1. Das ist eine äußerst verkürzte Darstellung, die Sie hier liefern, Herr Simon.
    Was wiederum GSB‘ Aussage belegt:
    „In der Tat beginnt die gesamte Disziplin der Kunst dort wo der denkende Theoretiker aufhört“.
    Hieraus wird auch klar, weshalb unser System vor die Wand fährt,
    wenn jeder nur in seinen eigenem theoretischen Süppchen vor sich hin brodelt, nicht über den Tellerrand hinaus zu schauen wagt sowie Interdisziplinarität für banal erklärt, da die eigene Methode für der Weisheit letzten Schluss gehalten wird. Jede Methode kommt durch die Gesetzmäßigkeit nichtlinearer Verläufe irgendwann an ihre Grenzen. An dieser Stelle „Immer mehr desselben“ zu versuchen und die Kybernetik nicht zu integrieren, ist das Blödeste und Fatalste, was man überhaupt machen kann. Der Notarzt-Bezug, den ich erwähnte, war in diesem Zusammenhang im übrigen lediglich eine Analogie.

    Hierzu Anmerkungen eines Arztes im „Brotjob“ und großen Lyrikers
    „Die Wissenschaft läuft, sabbert staatsgeschützt, pensionsberechtigt, mit Witwen- und Waisenversorgung ausflussartig dahin, wagt keine Entscheidung, keine Wertung, ist so begnügsam. Methodisch verweichlicht, empirisch angezäumt, fürchtet das Allgemeine, flieht die Gefahr.“
    Gottfried Benn, Briefe an F.W. Oelze, 27.1.1933

    Im Übrigen die Links zum ESM zeigen lediglich die rechtlichen Konsequenzen auf, die uns alle betreffen können, wenn wir nicht aufpassen. Ein paar wachsamen Ökonomen und Staatsrechtlern ist es zu verdanken, dass sie sich im Sommerloch nicht mit Serienmörderkrimis und blödsinnigen Vergewaltigunssprüchen von
    US-Republikanern dem Spannungskick in der intellektuellen Hängematte hingegeben haben, sondern ihren Fokus auf das gerichtet haben, was in diesem Realo-Armageddon-Krimi als Dauersoap backstage mit gezinkten Karten gespielt wird.

    Mich interessieren die alltäglichen und ganz banalen Vergewaltigungen in unserer Gesellschaft, die Existenzen und ganze Staaten ruinieren, wesentlich mehr als der Schwachsinn der als „Breaking News“ der New York Times auf den i-pod flattert.

    Für so naiv hätte ich Systemtheoretiker nicht gehalten, dass sie als Kommunikationstheoretiker dieses fatale Spiel nicht irgendwann durchschauen. Sich über „Anatomy of an epidemic“ zu echauffieren und dann den Grundlagen nicht nachzugehen, halte ich für ziemlich schwach. Sorry, Herr Simon, aber die Härte meiner Kritik muss an dieser Stelle jetzt einmal sein, denn hier stehen sie aus Betriebsblindheit nur noch auf dem Schlauch. Ich würde die harsche Kritik auch nicht äußern, wenn ich Ihre Arbeit und bisherige Lebensleistung nicht sehr zu schätzen wüsste, die konstruktivistischen Grundlagen nicht für essenziell halten und auf deren konsequenter Anwendung in praxi nicht bestehen würde.

    Geht man an die Wurzeln, wie es HvF und GSB vormachen, kommt man nämlich hierhin: http://www.youtube.com/watch?v=uGZkhhU375E

    Und dann auch noch die aktuellen Meldungen zum Tagesgeschehen zu übergehen samt Medienhatz, in der sich die ganz banalen kommunikations- und verhandlungstheoretischen Irrtümer und Fehler beobachten lassen, die exakt dazu führen, kritische Stimmen durch Schweigemauern bzw. persönliche Abwertungen, Diffamierungen und Unterstellungen auf Basis eigener Vorurteile ggf. auch Verstrickungen auszuschalten und zu unterbinden …
    genau das führt via blinden Gehorsams, der an den eigenen unüberprüften trivialisierten Vorstellungen kleben bleibt und nicht mehr nachdenken bzw. umfokussieren kann, zur Eigenbeteiligung an höchst fatalen ideologischen Verstrickungen.

    Im Übrigen, es dreht sich auch nicht um Geld. Dieses fungiert lediglich als Kommunikationsmedium und als die Bühne dieser miserablen Inszenierung.
    Backstage im Off werden die Fäden gezogen um die Marionetten nach dem Takt des Pokerspiels mit gezinkten Karten tanzen zu lassen. Eine hundsmiserable Hollywood- Inszenierung , die ihren Fakes so transparent und offensichtlich ist, wenn man „der Kaiserin neue Kleider“ nur einmal durchschaut hat.

    Hier wirkt Geld als Kommunikationsmedium, wie Sie es in Ihrer systemischen Wirtschaftstheorie, vor allem im Kapitel „Spaltung der Gesellschaft“ gerade auch mit den Bezügen zum Rechtssystem und staatlicher Gewalt beschrieben haben. Sie fordern in der Überschrift dieses Kapitels sogar explizit zum Weiterdenken auf.
    Exakt das habe ich getan und Ihnen in Wortwörtlichkeit die kommunikations-theoretischen Zusammenhänge des Hyperzyklus körperintern wie -extern gerade auch mit Verweis auf die „hard sciences“ in allen möglichen Analogien darzulegen versucht. Vor allem auch, weshalb es nunmehr Kenntnissen aus der Medizin im Hinblick auf Differenzierungen zwischen Physiologie und Pathophysiologie, respektive der Leistungsphysiologie bedarf, um durch gezielte Interventionen Systeme im Zweifel auch „cardiovertieren“ zu können.

    Stellt sich doch unmittelbar die Frage: Weshalb tun Sie nicht, was sie Anderen empfehlen? Es dreht sich lediglich um Weiterdenken, um Umfokussieren, um
    Wertschätzung auch des vorgeblich Alltäglichen und Banalen und darüber hinaus um Lesen, Lernen und Weiterschreiben… Insofern: Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Wer jedoch die Analogien nicht versteht, welche Funktionen ganz konkret einem Notarzt zukommen, dessen internes Hintergrundsprogramm im ständig aktivierbaren Bereitschaftsdienst bei „non events“ mitläuft, um bei katastrophalen Events „out of the blue“ auch unmittelbar reagieren zu können … vgl. auch Dirk Baecker http://www.youtube.com/watch?v=mquidr-Nq-4
    der verpennt nicht nur katastrophale Entwicklungen, sondern übersieht auch seine eigenen Chancen durch ganz einfachen Interventionen wirksam zu werden. Hier fragt sich dann, was Blödheit eigentlich ist. Vor allem wenn Systemiker dann auch noch „I, Eye, Ei“ Rieseneier absegnen und durch HD transportieren müssen.
    Zu kreativen Lösungen kommen sie, wenn sie diesen Modus beibehalten und darüber hinaus die weibliche Intelligenz abwerten und exkludieren ganz gewiss nicht. Ich empfehle, den „Chorus mysticus“ als Epilog von Faust II zu lesen.
    Und auch fürderhin nicht anzunehmen, es handele sich um einen Druckfehler, wenn
    der letzte Satz heißt „Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan“
    Das mag Männern in ihrem Tunnelblick schwerfallen, jedoch Rilke formuliert die Konsequenzen so:
    „Wer widerstrebt, dem wird nicht Welt
    und wer zuviel begreift, dem geht das Ewige vorbei“

    Anders gesagt, wer das, was Dirk Baecker noch als „Mysterium“ beschreibt und nicht begriffen hat, dass die Disziplin der Kunst keineswegs ein Mysterium ist, hat als Kopfarbeiter offenbar nicht verstanden, dass er sich selbst keineswegs ausnehmen kann, wenn er wirklich qualitativ gut sein will in seinem Fach, um seine Handwerkskunst auch im gesamten Spektrum zu beherrschen. Bei Umsetzung der eigenen Theorie in die Praxis erweist sich nämlich, ob er die Kunst seines eigenen Handwerks auch von Grund auf verinnerlicht hat. Diese steht nicht nur in Büchern, um im Regal zu verstauben. Lesen alleine reicht eben nicht. Man muss die Kernbotschaften leben. Wozu sind sie sonst da?

    Intelligente lernende, selbstorganisierende Systeme justieren sich darüber hinaus immer wieder kontextabhängig aus, um im Zweifel auch eine völlig andere Richtung einschlagen zu können. Sie lesen, registrieren und verrechnen daher auch Atmosphärisches. Nur überalterte, starre, unflexible Systeme agieren immer nach demselben Muster und laufen in immer derselben Kopplungs – Entkopplungs-Version im Gleichschritt Marsch ihrer zweiwertigen Logik starr gerade aus. Sie beachten die eigenen Paradoxien nicht und drehen immer in derselben Rille von Endlosschleifen, wenn sie zirkulär unterwegs sind. (vgl. Hegel)

    Das ist so entsetzlich banal und auch zerstörerisch, genauso wie es Hannah Arendt beschreibt. Hier fehlt nämlich die Flexibilität, auch einmal auf die Intuition hören zu können, dass es diesmal, „in der Tat“ (GSB), auch ganz Anders sein bzw. kommen könnte als man bisher angenommen hat. Auch wenn man es selbst nicht so ganz glauben kann, was man längst schon vor Augen hat.
    Ich kann daher den Grundsatz von GSB nur immer wiederholen:
    „true = open to proof“.

    Aber bitte, wer sich weiterhin in der theoretischen Hängematte an Gruselszenarien weiden mag, die er zwar zum Kotzen findet, und ansonsten als Untoter im System des Vampirismus unterwegs sein möchte, mag dies gerne auch weiterhin tun. Ob’s ihm von Nutzen ist geschweige denn weiterhilft, steht ohnehin auf einem anderen Blatt. Knoblauchzehen und Kreuze immer wieder vor die Nase gehalten erfüllen auch ihren Zweck gegen Teufelsaustreibungen und gecoacheten Satanismus der 100% ig positiven amerikanischen Psychologie in der „Verhaltensökonomie“. Darüber hinaus jedoch im missionarischen Heilsanspruch in der Psychiatrie, die nur noch in brutalster Weise, wie es der psychiatrischen Tradition entspricht systemkonform verbrecherischen Diktaturen als Weisskittel-Handlanger dient. Ich hatte Ihnen zum Thema David Foster Wallace empfohlen. Wer seine Anleitung zum Denken „Das hier ist Wasser“ liest, braucht im Grunde keine Systemtheorie mehr.

    Die selbsternannten Heilsprediger glauben es nur noch nicht, dass die illusionären Blasen ihres angstgetriggerten Systems demnächst überall platzen. Dass Menschen, insbesondere Frauen,
    die Angst verlieren könnten, das gesamte Säbelgerassel a la Putinistan mit „god save the queen“ via „god bless america“ als fundamentalistisch puritanischen Aberglauben zu entlarven,
    das kommt in deren pseudoreligiösen Kalkül nämlich nicht vor.
    Welche Angst die Flachpfeifen an Führungspersönlichkeiten im Geleit ihrer Ladies Macbeth – als Emanzenversion von Eva Braun und Margot Honnecker – vor dem Verlust ihrer Macht haben könnten, liest sich nicht nur aus „Pussy riot“ , sondern auch hier:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-08/frauenrechte-iran-shirin-ebadi

    Insofern: No chance für all diejenigen, die sich noch in ihren 1% igen Exklusivzirkeln in Luxusresorts mit Golfplätzen und privaten Jetlandeplätzen verschanzen. Wo wollen sie denn noch landen, wenn man ihnen auf dem globalen Marktplatz überall nur noch den Vogel zeigt? PatVerFü als Einreisevisum ist angesagt, um auf öffentlichen Plätzen multimedial nackt tanzen zu dürfen. Das wird der „Triumph der Unauffälligen“ sein. Ich hoffe, Sie haben die Titelstory des letzten Spiegel
    gelesen.

    Insofern dürfen die Herschaften auch gerne in ihren Luxusresorts sitzen bleiben, bis ihnen ihre apokalytischen Visionen, die sie dem Rest der Menschheit über Jahrtausende an die Wand zu malen verstanden haben, endgültig den Geist rauben. Arme Irre soll man dem Größenwahn in ihrem Führerbunker gepflegter Resorts überlassen. Man muss nur dafür sorgen, dass sie zuvor nicht noch allzu großen Flurschaden anrichten.

    Es finden sich darüber hinaus genügend Leute, die den Herrschaften auch ein würdiges Geleit geben werden, unterlegt vom Benn’schen letzten Halali.
    „So ruft ihm über die Bahre / neben der Industrie / alles Schöne, Gute, Wahre / ein letztes Halali“.
    Hier der Spiegelartikel dazu, wunderbar zusammen komponiert mit der Titelstory:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-47514677.html
    Darüber hinaus vorzüglich anzuhören: Gottfried Benn liest aus „Kunst und das Dritte Reich“
    http://www.youtube.com/watch?v=m0PXJd1AU5U

    Nebenbei, Herr Simon. Man kann man Ihre Links nicht direkt anklicken und die wenigsten werden sich bei der ohnehin „kurzen Aufmerksamkeitsspanne“ die Mühe machen die Links erst zu kopieren.

    Abschließend nehme ich Ihre Empfehlung auf:
    „Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden und entscheiden, was zu tun ist“
    Und schließe, wie gewohnt mit systemischer Poesie und mit dem Epilog
    „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ von Bertolt Brecht

    „Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert
    Und handelt, statt zu reden noch und noch.
    So etwas hätt fast mal die Welt regiert!
    Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
    Dass keiner uns zu früh da triumphiert –
    Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“

    Den Schoß der „Alpha-Wölfinnen“ kurz vor der Niederkunft ihrer anenzephalen Mißgeburten mit Spina bifida erleben wir gerade. Erfahrene Maeieutiker als Ärzte und Hebammen aus allen Professionen werden wissen, wie sie damit umzugehen haben.

  2. Nachtrag zu:
    „Und dann auch noch die aktuellen Meldungen zum Tagesgeschehen zu übergehen samt Medienhatz, in der sich die ganz banalen kommunikations- und verhandlungstheoretischen Irrtümer und Fehler beobachten lassen, die exakt dazu führen, kritische Stimmen durch Schweigemauern bzw. persönliche Abwertungen, Diffamierungen und Unterstellungen auf Basis eigener Vorurteile ggf. auch Verstrickungen auszuschalten und zu unterbinden …“

    Sorry. An dieser Stelle fehlte der Link
    http://www.spreezeitung.de/2812/gertrud-hoehler-und-der-geballte-zorn-der-medien/

  3. http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2007-09/artikel-2007-09-die-kunst-der-le.html
    Wer den Spiegel dieser Woche noch hat, kann auch noch ein Interview mit ihm lesen.
    „Europa verharrt in einem Zusatnd des Zauderns, der sich manchmal bis zur Heuchelei steigern kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, Herausforderungen zu meiden:wegschauen, so zu tun, als wäre nicht; oder Fatalismus, hilflos die Achseln zucken, als könnte man eh nichts machen“…
    „Liegt es an mangelnder Führung?!
    „Mehr als das. Es ist auch ein Versagen der Intellektuellen, eine Gleichgültigkeit der öffentlichen Meinungen, ein Isolationismus.“
    „Wie ließ sich denn der gesitige Energiestrom wieder beleben?“
    … „Heute überwiegt eine intellektuelle Depression in beiden Ländern (Deutschalnd und Frankreich). Die Intelligenzja als gesellschaftliche Klasse besteht bei uns nicht mehr, hüben wie drüben fehlt ihr die Geschlossenheit. Sie ist in der Postmoderne untergegangen“.
    „Wer sich vor den großen Herausforderungen drücken will, braucht auch keine großen Erzählungen mehr?“
    „So postuliert es das von Lyotard konstatierte Ende der Systeme und Ideologien. Aber der angeblich unideologische Postmodernismus ist selbst eine Ideologie. Deren Inkarnation ist für mich die Bewegung der Empörten – Empörung als moralischer Protest, der sich selbst genügt. Die Form ist der Inhalt.“….

    Auf dieser Basis kann ich mir durchaus vorstellen,
    dass sich GSB verärgert aus dem Staub gemacht hat. „LoF“ lediglich als Stilmittel zu nutzen, um sich selbst hochzustilisieren, ohne seine Logik konsequent mit Gang durch „alle Schleier“ wie in „Only two“ samt Anhang beschrieben auch nachzuvollziehen und zu leben … verträgt keine Künstlernatur, ohne sich mit Grausen abzuwenden.
    Anders gesagt, hier sind wir genau bei: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß“ bzw. „Wenn man einen Hund zum Jagen tragen muß, dann taugt er nichts“.

  4. Zitat:

    „Jak 5,1 Ihr aber, ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird.
    Jak 5,2 Euer Reichtum verfault und eure Kleider werden von Motten zerfressen.
    Jak 5,3 Euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Noch in den letzten Tagen sammelt ihr Schätze.
    Jak 5,4 Aber der Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel; die Klagerufe derer, die eure Ernte eingebracht haben, dringen zu den Ohren des Herrn der himmlischen Heere.
    Jak 5,5 Ihr habt auf Erden ein üppiges und ausschweifendes Leben geführt und noch am Schlachttag habt ihr euer Herz gemästet.
    Jak 5,6 Ihr habt den Gerechten verurteilt und umgebracht, er aber leistete euch keinen Widerstand.“

    Quelle: http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/jak5.html [Abruf am 27.08.2012]

    Unbenommen, dass durch den Fiskalpakt die Errungenschaften Demokratie und Kapitalismus mitsamt ihrer Schwächen und Vorzüge refeudalisiert werden.

    Gleichwohl gibt es auch die andere Seite: wer hat die Leute in Amt und Würden gewählt, welche der Mittelklasse bürgerlicher Gesellschaften derart zusetzen? Alles TV-Opfer? Wir erleben die bizarren Blütenbildungen eines jahrzehntelangen Prozesses. Wer hat akzeptiert, dass der Wohlstand auf Ausbeutung und Ressourcenklau aufgebaut wurde und selbst davon profitiert?

    Sich so etwas ESM auszudenken, setzt ein Ausmass an krimineller Phantasie voraus, das doch verblüfft. Die Zahlen zu den drohenden Ressourcenengpässen dürfte den rechten Händen der Oligarchenclans wesentliche Inspirationsquelle gewesen sein. Eine Art Variation zum Thema „Volk ohne Raum“. (*Die Bezugnahme auf den brillanten Oswald Spengler (auch Lieblingsautor von Massenmörder Kissinger) als einen der ersten Strukturdenker der Moderne, zeigt einmal mehr, dass Denkwerkzeuge i.d.R. ohne persönlich zu leistende Ethik geliefert werden.) Wie seit längerem abzusehen, zieht der Verfall der moralischen Werte nun den Verfall der materiellen Werte nach sich. Lebenspraktisch bekommen zunehmend andere Strategien Konjunktur: wer einerseits Energie in Empörung investiert, riskiert andererseits Zeit und Ressourcen, die es braucht, um vielleicht gerade noch rechtzeitig Werte beiseite zu schaffen. Schwierige Übung für die Bildungsbürger. Sind die Berater schon auf derlei Nöte eingestellt? Ich vermute, im Verkauf todsicherer Patentrezepte wird man sich einmal mehr überschlagen.

  5. ich verweise auf die Apostelgeschichte – dort ist nachzulesen was Eifferer anzurichten vermögen …

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