165 Gedanken zu “Gabriel/Schulz

  1. das kann man wohl sagen,
    Erzengel schürft schon mal nach seltenen Erden.
    Bis St. Martin isses ja noch ne Weile hin …,
    derweil kann man die polnischen Gänse schon mal etwas bekuren und mästen.
    Wozu hammer denn die Großkasinos?

  2. Wir erleben närrische Zeiten in der SPD, doch offensichtlich sind die tollen Tage des Mannes mit den Haaren im Gesicht vorbei. Der Rücktritt vom Rücktritt seines posttraumatischen Rückzugsgefechts in eigener Sache dürfte sein letzter gewesen sein, obwohl er doch so tapfer gegen die sachgrundlose Befristung von Minister- und Vorsitzendenämtern gekämpft hat. Helau und Alaaf, ihre Narren und Nahlesen, äh, Narrhalesen!

  3. Den einjährigen Machtkampf zwischen den „Genossen“ Gabriel und Schulz hat ersterer nun endgültig gewonnen. Zwei opportunistische Karrieristen in einer Partei – das konnte nicht lange gut gehen.
    Damit sind aber auch die innerpolitischen Weichen wieder nach rechts gestellt, denn auch die schulztreue Andrea Nahles hat einen Machtverlust erlitten. Ob sie den partei-internen Kampf um die künftige Kanzlerkandidatur gegen Gabriel gewinnen kann?
    Martin Schulz findet sicherlich einen Weg zurück nach Brüssel, denn nicht einmal für einen kleinen Aufsichtsratsposten scheint er geeignet.

  4. Mit Schulz fällt nicht nur ein SPD-Vorsitzender, sondern auch ein herausragender Vertreter der Brüsseler Eurokratie. Es ist ein Absturz mit Symbolkraft. Merkeldämmerung.

  5. SPD-Mitglieder schaffen zuverlässig alle. (Auch einen Schmidt, einen Schröder…..)
    WORAN KÖNNTE DAS DENN LIEGEN??

  6. Zeit für Verjüngung. …
    Zeit für Innovation. ..

    Darin zeigt sich die Kunst Politik zu können, das die Kunst mehr Beifall erhält, als der Künstler. … Und der Künstler dies als höchste Anerkennung wahr nimmt…

  7. UMFRAGE:

    Wessen Worten würden sie am wenigsten vertrauen:

    – einem Sozialdemokraten
    – einem Hells Angels
    – einer Prostituierten
    – einem Systemikerseminaranpreiser
    – einem Kind?

  8. Zeit neu anzufangen…

    „Diese geheimnisvolle menschliche Gabe, die Fähigkeit, etwas Neues anzufangen, hat offenkundig etwas damit zu tun, dass jeder von uns durch die Geburt als Neuankömmling in die Welt trat. Mit anderen Worten: Wir können etwas beginnen, weil wir Anfänge und damit Anfänger sind.“ (H.A.)

  9. „Schulz holt 100% Zustimmung in der SPD für seinen Rückzug!“

    „Merkel verliert ihren besten Mann!“

  10. Warum ging er bloß aus dem Brüsseler Biotop heraus? Warum wollte er unbedingt Bundeskanzler von Deutschland werden? Der unschuldige und selbstlose St. Martin wurde trotz seiner Verdienste hinterrücks auf offener Bühne in Berlin gemeuchelt und als Everybodys Sündenbock auf dem SPD-Altar geopfert:
    „Die Schwester des scheidenden SPD-Vorsitzenden Martin Schulz, Doris Harst, hat der SPD-Spitze Vorwürfe gemacht. „Andrea Nahles, Olaf Scholz und andere“ machten ihren Bruder zum „Sündenbock für alles“, sagte Harst. Die SPD habe sich im Umgang mit ihrem Bruder als eine „echte Schlangengrube“ erwiesen.“
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article173413935/Schlangengrube-Berlin-Martin-Schulz-Schwester-rechnet-mit-der-SPD-Spitze-ab.html

  11. @ 18
    Die Jusos sind noch an Politik interessiert und nicht bloß an Posten. Idealisten halt und noch keine resignierten Verwalter von Sachzwängen. Doch das wird ihnen früh genug ausgetrieben, wenn sie dann in die „richtige“ Politikerlaufbahn einschwenken – spätestens mit 35 Jahren – , getreu dem Spruch: „Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.“ (Georges Clemenceau, in ähnlicher Form Winston Churchill, zugeschrieben).

  12. Als Ex-Juso kenn ich mich mit dem dortigen Idealismus bestens aus (ich erzähle jetzt keine Geschichten über den forschen Gerhard, seinen Knappen Otmar und die rote Heidi).

  13. @9
    Einem Faschisten?
    Einer Faschistin?
    Einem Pfälzer Aufgeregten?
    Einem selber?
    Einem Georgyer?
    Die Frage ist, ob die Frage Selbstforschung oder Fremddiagnostik initiiert.

  14. Otmar lebt nicht mehr („nur ein toter Kommunist ist ein guter Kommunist“) und die rote Heidi (mittlerweile 75) ist noch immer rot (zumindest ihre gefärbten Haare). Stamokap-Gerhard hat es zum Multimillionär gebracht (alles ehrlich verdient im Gegensatz zum Sitzungsgeldbetrüger Martin Chluchz).

  15. Mit Martin Loser-King wärs innerhalb kürzester Zeit in Richtung „Vereinigte Staaten von Europa“ und dann direkt in die „Weltgemeinschaft des Guten“ gegangen……

  16. Auch Martin wird nach seiner Kreuzigung wieder auferstehen. „Hegel bemerkte irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“ (Karl Marx)

  17. @ 30
    Marx hatte vergessen hinzuzufügen, dass selbstverständlich auch beides gleichzeitig möglich ist, siehe Martin Schulz.

  18. @ 32

    Herr Eder, Sie haben Recht: „1969 wurde Gerhard Schröder Vorsitzender der Jusos, der SPD-Jugendorganisation in Göttingen, später in Hannover. Damals befehdeten sich bei den Jusos, die damals in Opposition zur Regierungspolitik der SPD standen, drei Fraktionen: die sogenannten »Reformsozialisten« um die heutigen SPD-Politiker Rudolf Scharping, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Norbert Gansel, Ottmar Schreiner, welche »durch parlamentarische Reformpolitik der SPD die Gesellschaft demokratisieren« wollten; der von der stalinistischen DKP beeinflußte »Stamokap-Flügel«, der mit der SPD »die Staatsmacht erobern« und so »kapitalistische Strukturen überwinden« wollte, und schließlich die sogenannten »Anti-Revisionisten«, die sich von der »Spontaneität« der »Kleinarbeit vor Ort«, der Kommunalpolitik und Jugendarbeit eine »sozialistische Entwicklung« versprachen. Schröder fühlte sich den letzteren verbunden. Er zog es schon damals vor, wie er später sagte, »Politik aus dem Bauch zu machen«.“ https://www.wsws.org/de/articles/1998/05/spdg-m8.html

  19. @ 36: das kann garnicht sein, daß ich hier mal recht habe. Wiezcorek-Zeul allerdings stand dem Bezirk Hessen-Süd vor. Dieser probte zusammen mit Hannover und Niederbayern-Oberpfalz den Aufstand gegen Schröder.

  20. Inszenierter Hype, inszenierte Inhalte, inszenierter Kandidat.

    FAKENEWS AUF ZWEI BEINEN

    (Bei seinem „Einzug in Jerusalem“ vor 1 Jahr forderte er selbst (!) dazu auf:
    „Ruft doch mal!“
    „Ruft Martin!“ )

  21. @27: Danke für den Link, Michael
    was glauben Sie, weshalb ich mich darauf spezialisiert habe, die sexiest group auf ihre Fitness on the long run hin zu testen?
    Für den gelingenden Marathonlauf des ganzen Lebens braucht man Geduld selbst im Lernen lernen, mit Üben, Scheitern, Üben … und Stehaufmännchen-Qualitäten mit einen verdammt langen, langen Atem …
    Weshalb auch den meisten hochgejubelten Start-Ups alsbald die Puste ausgeht.

    Und diese dann noch unter Druck zu setzen und weiter zu pushen, ist der absolut falsche Ansatz und Weg.
    Anstatt nach einem Scheitern des bisherigen Trainings- und Business-Plans , einer Verletzungs-Pause den Plan mit den verfehlten Sollvorgaben zu ändern, um -während der vulnerablen Phase in er Re-Habilitation- ein bis mehrere Schritte zurück die Belastung je nach Belastbarkeit stufenweise neu aufzubauen, versucht die Finanz-Ökonomie überall gegen die Natur zu arbeiten. Und das bekommt diesen Parasiten an Versicherern verdammt schlecht.

    Der Druck den diese dämlichen Herrschaften aufbauen, kommt nämlich nicht aus der Ergonomie und aus den Erfahrungen der Rehabilitations-Medizin im medizinischen wie beruflichen (Wieder)-Eingliederungsmanagement (kurz BEM), sondern aus allen Zweigen der Ökonomie, die sich auf Basis des Gesundheitsmanagements im BGM tummeln und in pompöser Verschleierung Leben – sowie Gesundheit zu versichern suchen, indem sie Sportförderung betreiben und Stadien finanzieren.
    Wer hat denn den Torus der Allianz in München finanziert, das Signal-Iduna Stadion in Dortmund … von den übrigen in Hannover, in Hockenheim etc. pp ganz zu schweigen.

    Brot und Spiele sind „systemrelevant“ deshalb müssen sie auch -to big to fail“-gerettet werden“
    Diese Parasiten sind in ihrem parasitäten System nicht zu retten, diese gierigen und gefräßigen Dinosaurierer derModerne, auch nicht durch Einführung von Begriffen, die Sehnsüchte nach der Neuen Heimat…heraufbeschwören wollen.

    In der globalisierten Welt beobachten wir ein klassisches Krebeswachstums-Muster.
    Und jetzt müssen die korrupten und geschmierten Zweibein-Schweine von Napoloeon und Schneeball eben gehen.

    Oazapft sans
    Graf Kraft un sei Gschbussi,
    aa vunn der Frau Gemahlin
    un wanns dann halt so is,
    dann gebts eben a scheene Leich
    mitt aom Zapfenstreich un aom letzten großen Halali

  22. und genau aus diesem Grund und den egomanen Egoshootern der Ich-AGs
    ist mir auch Jens Spahn mit all seinen ihn hochjubelnden Kumpanen suspekt.
    Sie wollen siegen, auf Teufel komm raus und letztlich ändern, tun sie nämlich nichts,
    außer den Dingen, die für sie und ihre vetternwirtschaftenden Kumpanen von Vorteil sind.

    „Spahn gewann.

    So lief es immer. Immer gab es einen Gegner. Immer musste Spahn kämpfen. Und immer bereitete er sich gewissenhaft vor. „Der weiß, wovon er redet“, sagen selbst seine Kontrahenten. Als die Gesundheitsexperten von CDU und SPD in den Koalitionsverhandlungen 2013 zu ihrer ersten Runde zusammenkamen, erhielten sie einen mehrseitigen Text, in dem bereits stand, was die Parteien beschließen werden. Die Experten hakten das Papier ab. Spahn hatte mit seinem SPD-Gegenspieler Karl Lauterbach alle Details unter vier Augen vereinbart. Man kann sagen: Jens Spahn war Architekt der großkoalitionären Gesundheitspolitik. Nicht schlecht für jemanden mit Anfang 30.

    „Neben Spahn merkt man erst seine eigene Unzulänglichkeit“, sagt einer, der ihn lange kennt. Ein anderer „Parteifreund“ sagt allerdings: „Dem geht’s immer nur um Jens Spahn. Verglichen mit Spahn ist eine Ich-AG eine soziale Veranstaltung. Der ist unser Markus Söder.“ “

    https://www.stern.de/politik/deutschland/jens-spahn—jung–schwul–konservativ—ziel–kanzleramt-7588500.html

  23. So warens also schon immer, d´Leut.
    Hab eine Weile mal Bücher gelesen, über die „negativen“ Emotionen und warum die Evolution und die sozialen Systeme sie uns offensichtlich nahelegen.

    Es geht da wohl um einen „Ausgleich“ für eine „Ungerechtigkeit“, eine ungerechtfertigte (?) Hervorhebung ……..damit wird dann wieder „Gleichstand“ erreicht,……
    (was wir AfDler ja noch immer vermissen, erleiden, erkämpfen ……….)

    Noch immer glauben ja manche, dass es gute und schlechte Demokraten gibt, dass „rechtsliberalkonservativ“ falsch, dumm und unverschämt wäre.
    Da gibt es also noch einiges auszugleichen und zu lernen ……..
    Kann man das hier erwarten??

  24. „Mit kybernetischer Präzision hat Martin Schulz als Parteichef aus der 360-Grad-Fülle der Möglichkeiten die eine Winkelminute gewählt, mit der er den meisten Schaden anrichten konnte – und ihn tatsächlich auch angerichtet.“
    Volker Zastrow unter der Überschrift „Der perfekte Murks“ in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 11.2.2018, Seite 10

    Martin Schulz hat das Chaos zur Perfektion getrieben und trotz seiner gut gemeinten Intentionen immer genau das Gegenteil dessen erreicht, was er wollte oder, wie Herr Röttsches in Kommentar @ 1 richtig bemerkte: „Er hat [aus]gesponnen.“

    Möglicherweise benötigt er jetzt einen (systemischen) Berater…

  25. @ 46

    Georgy, fühlen Sie sich diffamiert und gebrandmarkt, verfemt und verfolgt?

    Wenn ja, warum?

  26. Jeder, der in einem sozialen System abweichende Meinungen vertritt (SEINE „Wahrheit“) wird dies….

  27. @ 48 „abweichende Meinungen“

    Georgy, möchten Sie diesem „sozialen System“, das von ihren Meinungen abweichende Meinungen vertritt, IHRE „Wahrheit“ plausibel machen?

    Sehen Sie sich als „den einsamen Rufer in der Wüste“, als Mahner und Warner, der den naiven Biedermännern (erfolglos) verständlich machen möchte, dass sie sich gefährliche Brandstifter, wenn nicht den eigenen Untergang ins Land geholt haben und weiterhin holen, ohne es zu merken?

    Wenn ja, wie kommen Sie darauf?

  28. Sie und die meisten wissen das schon längst.

    Doch sie dürfen es (sich und anderen?) nicht eingestehen, damit sie im immer noch teils intakten Wahnsystem nicht auffallen und sozial „entrübt“ werden.

    (Anm.: „Entrüben“ ist ein Ausdruck meines früheren Geschichtslehrers, der zu der Freude der Jungs jede Stunde z.B. im Rahmen der Französischen Revolution, erzählte:
    „und dann haben sie …………. entrübt, dann ……….“ )

  29. Gegenfrage: Warum wollen sie es immer allen recht machen?
    Also zuerst einmal Zehen lutschen, wenn das nicht mehr stimmig ist, larvieren, fragen, aber sich verstecken?

    Nicht Fisch, nicht Fleisch.
    Warum sind sie der geborene Mitläufer?

  30. @ 50 „immer noch teils intakten Wahnsystem“
    Wahnsysteme sind per definitionem intakt.

    @ 51 „Warum sind Sie der geborene Mitläufer?“
    Damit ich nicht auffalle und entrübt werde – mithin Selbstschutz und vor allem: Widerstand gegen Ihr Wahnsystem, das ich für noch kranker halte als mein/unser Wahnsystem.

    Georgy, missverstehen Sie meine Fragen nicht als „Lavieren“, sondern als Versuch, Sie zum Denken zu bewegen, zur Selbstreflexion. Doch dazu bedürfte es einer mehrmonatigen intensiven Therapie und Ihrer Bereitschaft zu Veränderungen. Aber ich bin ja weder Analytiker noch Therapeut noch Psychiater – davon gibt es hier ja schon genug.

  31. @45 – als Beispiel: Sie posten praktisch immer die Mehrheitsmeinung und sei sie – wie 45 – noch so oberflächlich und z.T. einfach grottenfalsch.

    Ginge es im Augenblick im Mehrheitsskandalon gegen Gabriel (was Links-Ekel Stegner ja gerade versucht) würden sie dies posten.

  32. Sie können – müssen aber nicht – mein Bohren persönlich nehmen. So wie sie sind die meisten …….. (auch hier: schauen sie nur, wie viele sich inzwischen versteckt halten)
    Schieben sie es auf ihre Amygdala…….

    (Ich möchte viel Allgemeineres bewusst werden lassen ……..)

  33. @ 53 „grottenfalsch“

    Wer entscheidet über richtig oder falsch?

    Als Beispiel: Was ist Ihrer Meinung nach an Kommentar 45 oberflächlich und z.T. einfach grottenfalsch?

    @ „Links-Ekel Stegner“ „gegen Gabriel“

    Das hat mit politischen Meinungsdifferenzen zu tun. In der SPD gibt es das „rechte“ wirtschafts- und arbeitgeberfreundliche Gabriel-Lager und das „linke“ gewerkschafts- und arbeitnehmerfreundliche Stegner-Lager, zu dem auch Martin Schulz und Andrea Nahles gehören.

    Vielleicht könnte Herr Eder für ein tieferes Politik-Verständnis sorgen.

  34. @ 55 drei SPD-Flügel: Sigmar Gabriel in der „Mitte“ wird gestützt vom „rechten“ Flügel

    „Drei Strömungen, drei Flügel finden sich in [der SPD-]Bundestagsfraktion mit einem zeitweise ausgeprägten Eigenleben und jeweils einer Geschäftsstelle: die Parlamentarische Linke, der Seeheimer Kreis und das Netzwerk Berlin. Fast alle der 193 SPD-Bundestagsabgeordneten gehören einer Strömung an. Man ist also „PLer“, „Seeheimer“ oder „Netzwerker“. Mehr als ein Dutzend Parlamentarier pflegen eine Doppelmitgliedschaft.“ (veröffentlicht am 21.6.2016)
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article156397460/Die-unheimliche-Loyalitaet-der-SPD-Fluegel.html

    „Die Seeheimer haben sich 1974 gegründet, „als Gegenpol zu neomarxistischen Strömungen in der Partei und im Geiste der Wahrung der SPD als regierungsfähige Volkspartei“. Die legendären „Kanalarbeiter“ gelten als Vorläufer, „Freunde sauberer Verhältnisse“ nannten sie sich augenzwinkernd. Ihr Sprecher, Johannes Kahrs, stellt sich immer wieder hinter Sigmar Gabriel. Derzeit gehören den Seeheimern 70 Abgeordnete an, unter ihnen Umweltministerin Barbara Hendricks und Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt.“

    „Die Parlamentarische Linke möchte „Integration anpacken – Zusammenhalt stärken“, so lautet der Titel eines Positionspapiers, das sich auf deren Homepage findet. Die PL kämpft seit jeher für eine Vermögensteuer, in den vergangenen Jahren sind allerhand linke Positionen innerhalb der SPD mehrheitsfähig geworden. Mit 86 Abgeordneten ist die PL die größte Strömung in der Fraktion. Ihren Namen trägt sie seit 1980, nachdem sich linke SPD-Abgeordnete, unter ihnen der spätere Parteivorsitzende Björn Engholm, 1972 als „Leverkusener Kreis“ zusammengefunden hatten. PL-Sprecher Matthias Miersch tritt deutlich moderater auf als seine Kollegin Hilde Mattheis, die einem Teil des linken Flügels in der Partei vorsitzt und sich oft zu Wort meldet.“

    „Die jüngste Gruppierung, gegründet 1998, ist das Netzwerk Berlin. Ihm gehören gut 50 Abgeordnete an, darunter Sigmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann. Gleich sechs der neun Fraktionsvizes sind Netzwerker: Sören Bartol, Hubertus Heil, Eva Högl, Carola Reimann, Carsten Schneider und Ute Vogt. Christina Jantz und Martin Rabanus führen die Gruppierung eher geräuschlos, anders als es während der rot-grünen Koalition üblich war. Damals gaben der heutige Fraktionsvize Heil und der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels den Ton an, durchaus mit kritischen Worten und Papieren zur eigenen Regierungspolitik.“

  35. So schnell kann’s gehn: „Am kommenden Dienstag will die SPD-Spitze besprechen, ob Andrea Nahles kommissarisch sofort den Parteivorsitz von Martin Schulz übernehmen soll. «Es wird am Dienstag eine Präsidiumssitzung geben, auf der wir über den weiteren Weg beraten», sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur. Nach jetzigem Stand soll Schulz mit Nahles bei Regionalkonferenzen um die Zustimmung der Basis werben. Wenn das Präsidium grünes Licht für einen sofortigen Stabwechsel gibt, müsste Nahles binnen drei Monaten von einem Sonderparteitag gewählt werden.“ Quelle: dpa

  36. Ich sag es ungern und zögernd, Herr Santak: Das zeugt alles von keinerlei Verständnis für die Schwierigkeiten der SPD in der heutigen Situation …….

    …… und schon gar nicht für systemische Überlegungen (@48 – 54)

    (Bitte verzeihen sie meine Offenheit)

  37. Also ich finde das richtig Klasse. Die Jungs haben die SPD an den „Rand“ gebracht und eine Frau soll das dann wieder richten! Wunderbar!

  38. @ 62 „eine Frau soll das dann wieder richten“

    Andrea Nahles sei der einzige Mann in der SPD, schrieb die FAZ vor einigen Wochen und erntete einen Gender-Shitstorm.

  39. @46: Danke für den Link!
    „Wen die Mädchen benennen, der kommt in den Kerker … Was für ein finsterer Unfug … Wenn sie jetzt als Heilige gilt, dann wird es nicht leicht sein, sie als Betrügerin zu entlarven – bei der Torheit in der Stadt. Ich habe doch keinen Beweis … Wohin der anklagende Finger auch zeigt, wir dürfen nicht zaudern, wir müssen ihm folgen … Ist denn der Ankläger immer heilig?“

    Mit dem Wahn haben Sie nämlich vollkommen recht.
    Dennoch, was soll man machen gegen Betonköpfe mit ihren stets kurzschließenden Vorurteile, die, sofern sie jemanden irgendwann einmal im Focus haben, einem bei der nächsten passenden Gelegenheit das Messer in den Rücken jagen. Wobei Waschweiber als besonders willige Schnatterboxen, dazu noch ein besonderes Talent mitbringen. Das ist schon eine besondere Spezies, diese upgecycelt Aufgebrezelte n, die sich allzu gerne im Kreise der fine arts auf Verni- wie Finissagen rumtreiben und sonst nichts auf die Reihe bringen, als mit ihrem Sinn für alles Edle und Gute ihr selbstgestricktes neuestes Outfit feilzubieten versuchen.
    Wie ich sie hasse, diese Ratten, die sich bevorzugt kunstsinning geben und dabei allzugerne mit dem Rücken zu den Bildern ihren elend schmachtenden anhimmelnden Seufzer loslassen müssen nach dem Motto “ Oh ja, das hat was …“

    NEIN, man braucht auch keine Nietzsche-Zitate zum Prosecco mit veganem Buffet, um dieser Spezies einzuheizen, um sie anschließend einpeitschend auf Spur zu trimmen … es reicht, wenn man ein paar Geheimsratsschnittchen auf Lager hat.

    „Es ist keine Kunst, eine Göttin zur Hexe, eine Jungfrau zur Hure zu machen; aber zur umgekehrten Operation, Würtde zu geben dem Verschmähten, wünschenswert zu machen das Verworfene, dazu gehört entweder Kunst oder Charakter“.

    Habe die Ehre …
    und grüßen Sie die jeweils dem Begleitprogramm beibewohnenden
    Herrn bzw. Frau Gemahlin

    Das öffentliche Entrüben muß uns auch nicht weiter betrüben
    es gibt Schlimmeres und gleichermaßen auch Schöneres
    https://www.youtube.com/watch?v=7pj_lu5Q9KE

  40. Vernunfts(aussenamts)chef (und heimlicher Parteivors. + Vizekanzler) Gabriel ……
    …..tut das leid…..

  41. Zum Modewort „Komplexität“:

    Das Einfache ist nicht immer das Richtige. Auch das Komplizierte nicht.
    Das Richtige ist das, was die Kreise, die uns wichtig sind, auch langfristig stärkt – egal, ob es uns schwer oder einfach fällt.

  42. @ 160 bei Basisdemokratie….
    Sowie – nicht nur Schulzsche!! –
    Selbst – u. Fremdhypnose:
    Die ungeheuer aktivierende Selbsttäuschung hält uns in dem System gefangen…..
    nimmt sich der wahren Probleme aber nicht an.

    Ein Charakteristikum der auf andere gerichtete Selbsttäuschung: in mäßigem Ausmaß funktioniert sie, ist sie aber zu groß, beeindruckt sie nicht mehr.

  43. Schulz tat alles, um einen Juncker-Untersuchungsausschuss zu verhindern. Obwohl er im Namen des vielzitierten kleinen Mannes häufig die Praktiken der Steuervermeidung von Apple, Google, Starbucks, Amazon & Co kritisierte, war Schulz Chef des juristischen Dienstes des EU-Parlaments. Der lehnte einen Untersuchungsausschuss gegen den Schulz-Freund Juncker aus formalen Gründen ab.

    Die Gefahr der Hybris und Selbstüberschätzung ist im EU-Biotop Brüssel – wo dem EU- Parlamentspräsidenten 40 Kabinettsmitarbeiter plus fünf Assistenten zur Seite stehen, programmiert.

    https://www.focus.de/finanzen/karriere/wertvolle-zulagen-ist-er-schon-multimillionaer-schulz-ist-der-reichste-kanzlerkandidat-der-geschichte_id_7073248.html

    Er gehörte zu den rund 4000 (!!) EU-Beamten, die sogar mehr verdienen als ein deutscher Bundeskanzler.

  44. In der heutigen (Fastnachtsdienstag!) Kappensitzung des SPD-Vorstands werden die Genossinen und Genossen die innerparteiliche Demokratie retten und die Personalquerelen um Martin Schulz beenden, die die anstehende Mitgliederbefragung zu überlagern drohen. Das könnte eine sozialdemokratische Nubbelverbrennung werden. Nubbel, eine angekleidete mannsgroße Strohpuppe, ist die Figur des Sündenbocks im rheinischen Karneval. Der Nubbel hängt in der Karnevalszeit über vielen Kneipen und wird in der letzten Karnevalsnacht, also heute, verbrannt. Nubbel ist ein kölscher Begriff, der benutzt wird, wenn man keine näheren Angaben machen kann oder will z. B. „Nubbels Chris“ („irgendwer“), „dä es beim Nubbel“ („der ist irgendwo“), „dat wor dä Nubbel“ („das war irgendwer“). Die SPD-Führung schickt ihren Irgendwer nach Irgendwo („verbrennen“ im übertragenen Sinne) – wahrscheinlich in eine EU-Metropole (Brüssel, Straßburg) oder als deutscher EU-Sonderbeauftragter in die künftige EU-Provinz Mazedonien.

  45. @77: Richtig. Schulz ist bzw. war Bestandteil einer demokratisch nicht legitimierten EU-Regierung bzw. des Brüsseler Systems, das u.a. finanzpolitisch einschneidende Entscheidungen trifft, über die bzw. deren Auswirkungen kein einziger EU-Bürger informiert wird, geschweige denn daß er darüber abstimmen darf.

  46. Dass manche, ja durchaus viele, Aufgaben besser auf europäischer Ebene angepackt werden müssen als auf einer nationalen – kein Zweifel. Das sagt auch die AfD, FPÖ, Wilders, Le Pen, ……… (wenn sie nicht gerade plakativ zuspitzen). Das steht außer Frage.

    Doch einen Moloch noch weiter aufzublähen, der Selbstbedienung, Kungelei, Überschätzung, Einebnung kultureller Vielfalt, Bevölkerungsaustausch, Vorrang der Globalökonomie und undemokratische Strukturen geradezu fördert, das muss beschnitten werden.

    (England, Kurz in Österreich u.v.a. haben in dieser Beziehung einfach die Vernunft auf ihrer Seite…….Warum hört man davon bei uns so wenig??)

  47. @Th. Groth: Richtig – es ist ja inzwischen alles Hype. Obama-Hype, Anti-Trump-Hype……
    (Und die Dummdödel glauben das ja auch noch alles……….)

    Wenn aber Schulz monatelang (noch bis wenige Tage vor der Wahl, wo die Prognosen schon nahe 20% lagen) herumtourt und tönt:
    „ICH als Bundeskanzler WERDE ……“, da denkt sich doch jeder (wohl außer SPD-Spinnern, die offensichtlich wenig in der Realität verankert sind):
    „Hat der sie noch alle??“

  48. Die SPD schafft es offensichtlich, dass sie alle (!) Spitzenleute demontiert (Schulz, Gabriel, Nahles……..)

    Das kann man mit Schmidbauer nur noch „kannibalischen Narzissmus“ nennen.
    D.h. in diesem Fall: Leute blähen sich so auf, dass sie den Ast absägen auf dem sie sitzen, also z.B. wichtige Führungspersonen niedermachen.
    Der eigene krankhaft übersteigerte Narzissmus bekämpft den von anderen, die entscheidend wichtig für mich sind……..

    Wen´s interessiert: Nach mit Schmidbauer und diesem Stichwort googeln oder seine diesbezüglichen Bücher lesen. (Er beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit diesem Konzept)
    Es muss also offensichtlich viele SPD-Leute geben, die diesbezüglich einen Dachschaden haben.

  49. Das letzte war jetzt (wie immer 🙂 ) krass ausgedrückt……..
    Sie sind halt leider offensichtlich ……..sagen wir lieber: arm dran ………..

  50. Medienhypes reagieren unversöhnlich gegenüber mangelnder Kontinenz.

    Schließlich sehnen sich Wähler nach Vertrauenswürdigem, Wahrhaftigem und Kohärentem. Fakeangebote von erlösenden Ressourcenquellen, resilienter Identiäten ausgewogener Revolutionsvisionen werden gnadenlos abgestraft.

  51. Nun ist ja mittlerweile die Kunstwelt gesättigt mit „Loops“. In den 70er und 80er Jahren war das – mit den Protagonisten Nam June Paik und Marie-Jo Lafontaine – ein Gewinn (s. documenta 6-8). In späteren Jahren war aber sichtlich die „Loop“-Pest ausgebrochen. Z.B. hatte die documenta 11 (2002) eine derartige Fülle von „Loops“, dass die Qualität und v.a. die Originalität dieser Form erheblich litt. Heute findet man Loops und Videoeinspieler in jeder Stadttheateraufführung, es nutzt sich ab.
    Zudem ist das Leben eben kein Loop, sondern eine Entwicklung mit einer Wurzel und einem Telos.

  52. Lothar Eder, Sie haben wohl zu viel Aristoteles gelesen 😉
    Lesen Sie lieber den Heinz von Foerster. In seinem bahnbrechenden Artikel (Pflichtlektüre!) “Gegenstände: greifbare Symbole für (Eigen-)Verhalten” beschreibt er den Endlosloop, mit dem soziale und psychische Systeme sich selbst er-rechnen: “Hier wird ein Gleichgewicht dann erreicht, wenn das Eigenverhalten eines Beteiligten (rekursiv) das Eigenverhalten eines anderen generiert; wenn eine Schlange in den Schwanz der anderen Schlange beißt, so als ob es ihr eigener wäre; wenn Kognition ihre eigenen Kognitionen durch die Kognitionen eines anderen errechnet.”
    Und er fügt noch hinzu: “Hierin liegt der Ursprung der Ethik.”

  53. Ich finde eher, daß ich zu wenig Aristoteles gelesen habe, die Lektüre hilft mir sehr dabei, all das auszuhalten. Auch Maturana kann da sehr tröstlich sein, wenn er Luhmanns Verwendung seines Autopoiesiskonzepts für die Bereiche des Seelischen und Psychischen kritisiert. Das tut er, und zwar sehr entschieden. Sie wissen es. Kognitionen „errechnen“ sich nicht. Das halte ich für Un-Sinn. So funktioniert Seelisches einfach nicht. Das haben Menschen sich ausgedacht, aber es ist eben nichts anderes als eine intuitiv gewonnene Theorie aus der eigenen epistemischen Blase heraus (das meine ich nicht abwertend). Hat HvFörster definiert, was eine „Kognition“ ist? Was ein Gefühl, ein Empfinden? Was eine Fantasie, ein Vorstellung? Hier wird mE mit Begriffen operiert und so getan, als ob deren Verwendung klar wäre. Sie ist es nicht, soweit ich es beurteilen kann.
    Aristoteles hingegen hat hier eine beeindruckende Klarheit, z.B. in Bezug auf das Leib-Seele-Verhältnis. Seiner Definition von „psyche“ (mit Oberstrich auf dem e) als „Form“ des Körpers kann man im Übrigen eine gewisse Nähe zu Luhmann unterstellen, wenn man sie (mit Brüntrup) als „funktionale Organisation“ übersetzt. Allerdings unterstellt er keine autopoietische Organisation des Seelischen.

  54. @85-92 Grrrrr, was für eine Debatte,
    um die Attraktivität systemischer Ansätze zu steigern?

    kleine Zwischenfrage:
    Können wir uns in der Tat die unterschiedlichsten Funktionen von -1 vorstellen?

    … und können wir uns -im übertragenen Sinne- vielleicht auch ganz konkret vorstellen, was vor unserer Geburt war und wie sich z.B. der Sex zwischen unseren Eltern abgespielt hat, während sie uns zeugten? Was sie empfunden haben, während sie sich liebten?

    Ich schreibe das jetzt einmal ganz bewußt mit UNS, um auch ganz bewußt zu polarisieren. Da die #Sexismus und #Rassismus – Debatten vorrangig die Schlachtfelder in der Politik, der Justiz und den Medien beherrschen.

    Passen die denn alle unter ein Dach – einmal rein systemisch epistomologisch gesehen?

    Können wir uns vorstellen, was das befruchtete Ei gedacht hat, als es vom diesem einzigartigen Spermium getroffen wurde, das das Glück (bzw. auch das Pech hatte) aus dem ganzen Schwarm heraus den Nagel auf den Kopf zu treffen? Dies einmal im üblichen Rahmen sexueller Partnerbeziehungen? Können wir uns vorstellen, was das Ei im Rahmen einer Vergewaltigung gedacht hat?

    Über was für einen Blödsinn reden wir hier eigentlich?
    Aus der Perspektive von Frauen?
    Aus der Perspektive von Männern?
    Aus psychologischer und/oder soziologischer Beobachterperspektive?

    Oder ist es nicht Non-Sense derartige Fragen überhaupt zu stellen, die suggerie
    ren, jemals en detail erkennen zu können, was außerhalb unseres Horizonts liegt?
    So wie es die Massenmedien tun, die zurzeit von allen Seiten unter Beschuß stehen.
    Welche Rolle spielen eigentlich die Medien, in der Meinungsbildung? Und welche Macht kommt den Medien zu, den sprechenden und den in Televison umgesetzten, Haben sie nun Macht im Staat, wenn überhaupt?

    Deshalb jetzt zu HvF’s Kapitel in „Wissen und Gewissen“
    Betrifft: Erkenntnistheorien.
    Eine wunderbares Essay , dem HvF folgendes Zitat voranstellt:

    „Eine Sprache zu gewinnen heißt eine Sprache zu verlieren“ Herbert Brün (1983)

  55. @ 91+92 Stimmt, Herr Eder:
    “ Hat HvFörster definiert, was eine „Kognition“ ist? Was ein Gefühl, ein Empfinden? Was eine Fantasie, ein Vorstellung? Hier wird mE mit Begriffen operiert und so getan, als ob deren Verwendung klar wäre. Sie ist es nicht, soweit ich es beurteilen kann.“

    NEIN, das hat HvF nie definiert, das ist auch im Rahmen seiner Theorie nicht erforderlich, da es schlicht und einfach für uns Solipsisten niemals definierbar und entscheidbar sein wird, was sich ganz konkret in der Welt, die nur im Kopf des jeweiligen Gegenübers existiert, wahrgenommen und entschieden wird.

    Heinz von Foerster hat sich hierzu klar und unmißverständlich geäußert (man schaue sich die Interviews bei you tube an), daß es Fragen gibt, die man – wie bei den Behörden registriert und wie auf jedem Ausweis in einem Chip abgelegt – nicht mehr zu stellen braucht , da man klare Antworten darauf finden wird. Big data Suche: Name, Vorname etc. pp. Der gesammelte Schwachsinn hoch drei, den die Politik so gerne verspricht zu regeln, in ihren Wahlversprechen, was aber absehbar nicht funktioniert.
    …. weiter mit Christian Morgenstern’s Korff im Umgang mit Behörden
    “ geboren wann und wo, ob ihm überhaupt erlaubt hier zu leben …
    http://www.textlog.de/17450.html

  56. @ 91 Lothar Eder, das „Rechnen“, von dem Heinz von Foerster spricht, hat mit dem Rechnen, das Sie vermutlich im Kopf haben, nichts zu tun. Es ist voll kompatibel mit dem Autopoiesis-Begriff Maturanas, der im übrigen das, was man vielleicht „das Geheimnis des Lebens“ nennen könnte, nicht antastet.

    Und die loops, die Sie im Auge haben (und die wir alle nicht mehr sehen können und wollen) haben auch nichts zu tun mit dem doppelten Ouroboros, den Heinz von Foerster erwähnt. Eher haben sie etwas zu tun mit den loops, die g. (aber nicht nur er) hier dreht, von denen ich oben geschrieben habe, dass sie Komplexität vernichten.

  57. SPD-Vorstand: Scholz folgt Schulz
    In einer Vorstandssitzung der Sozialhumoristischen Partei Deutschlands (SPD) kam es am Faschingsdienstag zur traditionellen Nubbelverbrennung. Auch ein kommissarischer SPD-Vorsitzender wurde gewählt.

    Die Kappensitzung des SPD-Vorstands markierte den wohlvorbereiteten Höhepunkt der diesjährigen Karnevalsaison. Die Führungs-Genossinen und -Genossen stärkten den innerparteilichen Zusammenhalt durch die sozialhumoristische Nubbelverbrennung.
    Für diejenigen, die in den Gepflogenheiten der SPD nicht so bewandert sind: Nubbel ist eine angekleidete mannsgroße Strohpuppe, die den Sündenbock in der Sozialhumorkratie symbolisiert. Der Nubbel hängt in der Karnevalszeit über vielen SPD-Ortsvereinslokalen und wird in der letzten Karnevalsnacht verbrannt. Nubbel ist ein sozialhumoristischer Begriff, der benutzt wird, wenn man keine näheren Angaben machen kann oder will z. B. Nubbels Chris (irgendwer), dä es beim Nubbel (der ist irgendwo), dat wor dä Nubbel (das war irgendwer).
    Traditionsgemäß schickte die SPD-Führung ihren scheidenden Vorsitzenden Martin Schulz (62) auf eine neue Mission, und zwar als deutschen Sonderbeauftragten in die künftige EU-Provinz Mazedonien, um deren EU-Beitritt zu beschleunigen. Der Agentur „Alternative Fakten Press“ (afp) sagte Martin Schulz erfreut: „In Mazedonien gilt Vollbartpflicht. Daher fühle ich mich für dieser schwierigen Herausforderung vollauf gewachsen“.
    Dem Mann mit den Haaren im Gesicht folgt allerdings nicht wie erwartet die Frau mit den Haaren auf den Zähnen. Andrea Nahles (47), die ursprünglich als Schulz-Nachfolgerin vorgesehen war, zog ihre Kandidatur überraschend zurück. Zur Begründung gab sie laut „Alternative Fakten Press“ (afp) an: „Ich möchte meinen Jugendtraum verwirklichen und Bundeskomikerin werden. Deshalb trete ich zur CDU über und kandidiere gegen Angela Merkel“.
    Zur Erinnerung: Bereits in der Mayener Abiturzeitung des Jahrgangs 1989 gab die damals 19-Jährige als Berufswunsch „Hausfrau oder Bundeskomikerin“ an. Mit 38 Jahren sagte Andrea Nahles dem Magazin „Stern“: „Ich hab ja gar nichts dagegen, mal Bundeskomikerin zu werden.“
    Um ein Signal der Erneuerung zu senden, wurde Hamburgs fast völlig haarloser Oberkomiker Olaf Scholz (59) zum kommissarischen Vorsitzenden der Sozialhumoristischen Partei Deutschlands (SPD) gewählt. Scholz habe sich bei den GroKo-Verhandlungen große Verdienste erworben. Vor allem die lachgrundlose Belustigung habe Scholz erfolgreich auf die Zeit vom 11.11. bis zum Faschingsdienstag befristet sowie auf den ersten April, hieß es laut „Alternative Fakten Press“ (afp) aus Vorstandskreisen.
    Nach seinen politischen Plänen als Bundesfinanzminister befragt, antwortete Scholz: „Als Erstes werde ich die Haarwuchsmittelforschung von der Steuer befreien. Ich habe schon so viel Geld für Haarwuchsmittel ausgegeben, doch die taugen alle nicht viel.“ Sigmar Gabriels Tochter sagte, sie freue sich bereits auf Besuche dieses kleinen Zirkus-Clowns – allerdings müsse sie ihm eins auf die Nase geben, „weil: die is noch nich rot genug“.

  58. @ 96 / 91 Lothar Eder.
    Ich muss mich ein wenig korrigieren. Der Rechenbegriff, mit dem HvF arbeitet, ist kein gänzlich anderer als der Ihre (an den wir gewöhnlich denken, wenn wir „rechnen“ sagen oder hören), sondern er ist weiter gefasst. Er meint damit „computare“, d.h. nicht nur menschliches Rechnen mit Zahlen, sondern alle Operationen eines Systems, die gegebene physikalische Objekte (= „konkretes“ Rechnen) bzw. die sie repräsentierenden Zeichen (= „abstraktes“ Rechnen) „transformieren, modifizieren, ordnen, neu anordnen usw.“ Diese Operationen können auch in der strukturellen und funktionalen Organisation voll entwickelter Nervengewebe verwirklicht werden.
    Kognitive Prozesse können dann als nie endende rekursive Prozesse (-> never ending loops!) aufgefasst werden. Und das „Ich“ ist für HvF „ein rekursiver Operator von unendlicher Tiefe.“

  59. ad frafri et deaXmac
    1. Danke für die Reaktionen
    2. deaXmac: folgende kurz skizzierte Einsprüche: die Welt ist nicht „im“ Kopf. Sie ist wenn schon, im Leib. Mit Wolfram Hogrebe: die postnatale Existenz ist zuerst vor allem (und ununterbrochen) eines: „vor Ort“. Es gibt keine Existenz und keine „Kognition“ jenseits von Körperreferenz und szenischer Einbettung.
    3. frafi: Somit ist dies auch ein Einwand gegen HvF: Es gibt kein „Rechnen“ im seelischen Bereich. Das ist eine Metapher. Und der Gebrauch einer Metapher im Bereich der Wissenschaft verlangt die Reflexion ihrer Angemessenheit. Das Ich (gemeint ist das „Selbst“?) ist auch kein „Operator“. „Operator“ ist ein Bild. Es ist ein „So als ob“. Und, in diesem Fall, verkürzend, verschleiernd, Wesentliches verbergend.
    Nichts gegen HvF. Ich habe ihn selbst mal erlebt auf einem Kongreß. Ein ungemein freundlicher und umgänglicher Mensch. Aber kann ein Physiker wirklich einfach so Aussagen, die in die Domäne der Psychologie fallen, treffen? Ohne die Begriffe und deren Geschichte auch nur aufzugreifen? Luhmann macht das gleiche mit „Bewußtsein“ in Soziale Systeme, S. 354 ff. in der tb Ausgabe. Er schreibt, S. 355-56, er ließe nun die Unterscheidungen von Ideen und Empfindungen beiseite und spreche stattdessen von Vorstellungen. Da brauche ich Schraubzwingen, damit meine Zehennägel in Position bleiben.
    Man stelle sich einen Psychologen vor, der ohne Grundkenntnisse des Fachs über Quarks, Bosonen etc. theoretische Ausführungen lieferte.
    Damit sind wir wohl bei der Frage der Systemtheorie als Metatheorie für Prozesse von der Biologie bis hin zum Seelischen. Die steht in Frage, weil sie z.B. bzgl. des Leib-Seele-Problems distinkte Unterscheidungen behauptet, die nicht durchzuhalten sind.

  60. @ 101-104 „Ist bei Euch noch Fasching, Schorschi?“

    Dem Schorschi ist das hier sein Stammtisch (ganzjährig): „Wir sind für die bürgerliche Mitte da, aber wir wollen auch die demokratische Rechte wieder bei uns vereinen“, sagte Markus Söder (CSU) beim „politischen Aschermittwoch“ seiner Partei in Passau. „Die Union darf sich nicht nur in der Mitte drängeln und nach links schielen.“ In Deutschland säßen viel mehr Menschen an Stammtischen als in Matineen. „Und daher wollen wir die Lufthoheit über die Stammtische wieder haben.“ Für die CSU bedeute dies keinen Rechtsruck, sondern „nur Rückkehr zu alter Glaubwürdigkeit“.
    […]
    „Ihm folgte der neue Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck, der mit viel Häme den Wechsel von Seehofer nach Berlin kommentierte. „Jetzt haben sie vielleicht ihr Ziel erreicht: ein Heimatministerium in Berlin. Und Horst Seehofer wird dahin abgeschoben“, sagte er. „So fühlt es sich an, wenn man abgeschoben wird!“

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-02/politischer-aschermittwoch-spott-bundesregierung-spd-personalprobleme

  61. Das sehr Ernste daran: Ich versuchte einen (beliebigen) Link zu diesem Kunstwerk eben fünfmal hier zu posten. Nachdem dies nicht durchging (nur beim 2. Mal eine Fehlermeldung, ich solle nicht so schnell hintereinander posten), schaute ich in die Linkadresse und da stand ru drin.
    Danach keine Fehlermeldungen mehr – aber auch keinen Post.
    Es ist das 2. Mal, dass ein link von mir nicht weitergeleitet wird.

    Ich verdächtige weniger CA, sondern google oder die NSA oder den „Staatsschutz“ im Hintergrund……..

  62. Viele männliche Egos. In der system. Szene. Maturana, Varela, Luhmann, Simon, Wittgenstein (kleiner Fieberscherz), Bateson. … Rekursiv aufrechterhalten durch Diskurse mit Männern. Es merkt doch schon die Beobachterin bei starken Kopf- und Gliederschmerzen, dass sich die Kraft des Egos ausdünnt. Da fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf die linke Hüfte … und „der Rest“?

  63. @Andrea: Neulich in der Apotheke: „Hallo, ich brauche etwas gegen Husten.“
    „Schleimen sie auch?“
    „Wenn es hilft, sie wunderschöner, schlauer Apotheker!“

    Besser sie als ein kranker Mann – der ersetzt ja gut und gerne mal 4 Kinder……

  64. @Eder: Danke!

    Ich bin völlig d’accord mit Ihrem Verweis auf Wolfram Hogrebe seinen Erläuterungen über die Rolle des Leibes.
    Das Ganze spielt sich selbstverständlich von der Wiege bis zur Bahre,
    sowie vom ersten bis zum letzten Atemzug stets vor Ort ab.
    Wie sollte es auch anders sein?

    und was das Gegenüber „im Kopf“ angeht, war auch eher metaphorisch zu verstehen, sofern man sich auf Begriffe wie „Kognition“ versteift.

    Wenn man sich das gesamte hektische Bohai anschaut, das jetzt nur noch bauchbespiegelnder Weise von der Emotion weg um Begriffe wie „Empathie“ kreist, dann stößt man eben unweigerlich auf „syntaktische Mißgeburten“ mit einer unglaublichen Verrohung der Sprache.
    Und damit auch auf das, was HvF im letzten Kapitel von Wissen und Gewissen unter Betrifft: Erkenntnistheorien als parasitär bzw. als den „Parasiten Epistoschwafel“ formuliert hat.

    „Auch wenn man nun den Ontologen nur davor warnen kann, in die Falle des naiven Realismus zu gehen kann man für den Epistemologen die Falle völlig beseitigen, indem man die letzten beiden Wörter in dem obigen Satz eliminiert:
    [NB: der letzte Satz im Abschnitt drüber]
    Epistemologen rklären das Wesen unserer Erfahrungen.
    Daraus folgt:
    – Erfahrung ist die Ursache
    – Die Welt [wie wir sie uns vorstellen] ist die Folge
    – Die Epistemologie ist die Transformationsregel.“

    und da dran kann man sich dann die Zähne ausbeißen,
    vor allem wenn es sich um die Rechtsschreibung
    dreht.
    Die Regel kommt nämlich immer erst nachher,
    auch wenn ein Teil davon bereits vorliegt …
    Und das wiederum ist auch der Dreh- und Angelpunkt,
    an dem sich HvF wunderbar und passgenau mit den LoF
    verknüpfen läßt.

    „.., und dies soll ein Warnsignal für jene sein, die sich vielleicht daran erinnern,
    daß Selbstreferenz für die Wurzel aller Paradoxien gehalten wird. Es gibt jedoch von Paradoxien freie Lösungen für selbstreferentielle Ausdrücke, wenn die rekursive Natur des Problems erkannt wird. …“

    „order from noise“ macht in diesem Zusammenhang schon Sinn, um die unsägliche Bilderflut einzudämmen, ohne daß man sich jetzt gleich bilderstürmend betätigen müßte.

    Es gibt nämlich auch das hier

    „1997 „The Noise of the Text. Emplotment of Entropy in Pynchon’s Gravity’s Rainbow.“ In: Emerging Structures In Interdisciplinary Perspective. (co-ed with R. Keller) Tübingen: Francke 115-132. “

    Einfach nur mal nachschlagen, hier findet sich die Liste
    als Lebenswerk
    http://karlmenges.com/biblio.html

  65. Die kolonialen Bestrebungen der Psychologie, die Herrschaft über die Seele zu erlangen, müssen aufhören. Ich rufe hiermit zur (hoffentlich weitgehend friedlichen) Revolution wider dem psychologischen Denken auf. Genug ist genug! Und denkt daran: Ihr habt angefangen!
    Die Lehrer können wir auch gleich inkludieren…

  66. Ja.
    Aber reflektiert HvF auch die Bedingungen aus denen heraus er metaepistemiert? Ich vermute nein. Denn dann wäre sein Frame, sein Rahmen: leiblich und szenisch. Woraus sonst sollte er das Bild der Selbstreferenz entwickeln? Es ist spatial und temporal. Somit körperlich. Die Seele (Geist, Mind, Bewußtsein Psyche) ist NICHT spatial. Sie ist lediglich temporal.
    S. Embodimentkonzept: der Körper ist „in“ der Seele (Mind). Somit ist Körper (Leib) ein steter Mitkonstrukteur von Mind (Vor-Stellung, Kognition, Ver-Stehen). Oder?

  67. Die Sprache als gesprochene Sprache (Sound) ist zutiefst verkörpert. Die Symbole kommen erst viel später in der Entwicklung ins Spiel. Ich kenne keine Stelle bei HvF, wo er darüber reflektiert. Lasse mich aber gerne belehren. Wenn er auch von „Gurr- und Zischlauten“ spricht/schreibt –

  68. Derrida hat sich in „Die Stimme und das Phänomen“ (la voix et la phénomène) mit der zweifachen Resonanz (nach innen und nach außen) der Stimme beschäftigt.

  69. Lothar Eder, HvFoerster spricht nicht als Physiker, sondern als Kybernetiker. Kybernetik dreht sich um Informationen, also Unterschiede, die (für einen Beobachter) einen Unterschied machen; und die sind weder spatial noch temporal, oder?

  70. Mhm. Wohl! Der entscheidende Punkt ist doch letztlich, auch bei Varela, die Implikationen für die Kognitionswissenschaft zu verstehen. Zu begreifen, dass Sound nicht „bezeichnet“, dass auch der Weltaufbau beim Kind nicht „bezeichnend“ erfolgt, nämlich in dem Sinne bezeichnend, als es hier um Zeichen im klassischen Sinne geht, die auf einer Wirklichkeit (die „da“ ist) angebracht werden; es geht noch nicht einmal um Worte oder Wörter, das Kind lernt auch keine Silben, es steigt in einen Sprachstrom ein, den es zu segmentieren lernt und Bedeutung/Weltkonstruktion ist nur möglich, wenn dieser Sprachstrom mit sämtlichen Sinnen gekoppelt ist. Dass wir keine „Symbolmanipulatoren“ sind etc. – Das ist der relevante Punkt. Varela eiert in seinem Aufsatz „Kognitionswissenschaft/Kognitionstechnik“ sehr gekonnt um dieses Symbolthema herum. Und mit eiert herum meine ich – eiert herum!

  71. @116: frafri, nehmen Sie den Be-Griff doch beim Wort. Unter-Scheiden! Beide Wortteile sind eindeutig spatial, d.h. der Be-Griff referiert auf den Körper. Wie auch sonst?

  72. Ergänzung: auch der „Beobachter“ von etwas setzt sowohl Räumlichkeit als auch die Szene voraus. Anders ist es doch nicht denkbar. Oder was meinen Sie?

  73. Räumlichkeit ist gedachte Räumlichkeit. Es gibt viele Experimente, die zeigen, wie Räumlichkeit relativ zum Beobachter entsteht und – vergeht. Leiblichkeit und Räumlichkeit kann man zusammendenken, aber Leiblichkeit ist immer auch bereits gedachte/begriffene Leiblichkeit – es beißt immer die Schlange in den Schwanz – die in den Schwanz der Schlange beißt –
    Wo sind die Referenzzahlen jetzt hin in dem Blog?

  74. @ Gabriel, Schulz, SPD:

    Angenommen man würde die SPD beauftragen, ein Haus zu bauen!

    Wie würde es aussehen?
    Wann wäre es fertig?
    Wieso ein Einfamilienhaus- warum nicht ein Mehrgenerationenhaus?
    Warum in Deutschland?
    In welchem Land Europas?
    Wer ist der Auftraggeber?
    Womit verdient der sich sein Geld?
    Was heißt überhaupt „Haus“?
    Ist das nicht zu unterkomplex gedacht?
    Wo ist der Beobachter?
    Wer trifft die erste Unterscheidung?
    Wer die zweite?
    Was ist „bezeichnend“?
    Die Welt [wie wir sie uns vorstellen] ist die Folge
    Die Epistemologie ist die Transformationsregel.
    Das Wort „Haus“ bzw. die Wörter
    Was haben H.v.F, Varela…..über „Haus“ geschrieben?
    Mimesis.
    Das „Haus“ als teleologische Endlosschleife beißt sich in den Schwanz – also ins Haus….
    Die Psychologie hat das Soziale und die Biologie zur Umwelt
    Raum und Zeit werden konstruiert
    The Guardian (links)
    https://www.gannett-cdn.com/-mm-/ac1394dbdcca6a36cbf486633b129cd813095ac3/r=x404&c=534×401/local/-/media/USATODAY/GenericImages/2013/04/08/xxx-ap8107210257-4_3.jpg

  75. @123 Georgy
    Na, Schulz als ehemaliger Buchhändler, dürfte eigentlich schon wissen,
    wie er rasch an die fundamentalen Quellen kommt.
    http://tinyurl.com/create.php

    Das Dilemma besteht nur darin, daß sich dort schon viel zu viele Leute tummeln,
    vor allem Junge, die jetzt endlich auch mal zum Zug kommen wollen.
    Man darf gewiß sein, daß Schulz die längste Zeit im europäischen Haus verbracht hat, um sich üppg die Taschen zu füllen. Es ist gut, wenn er sich jetzt stillschweigend auf seine Latifundien zurückzieht. Und zwar ohne großes Tamtam … denn der ist durch und hat auch in der SPD nicht mehr viel zu melden.

  76. @126: Die beiden letzten, die ein Vereinigtes Europa ganz schnell herstellen wollten, sind entweder auf Elba verbannt worden oder haben sich im Führerbunker erschossen……..

    (Das letztere macht zu viel Tamtam………)

  77. @121 und @124

    ‚Gegebenes‘ als ‚hinzunehmende Lebensform‘ in einer nicht gegebenen, d.h. konstruierten ‚Raum und Zeit‘ von Beobachter beobachten, ‚bewirkt‘ durch die Art und Weise des WIE Beobachter ‚Gegebenes‘ beobachten und ‚zurückspiegeln‘ für Beide Wirklichkeitskonstruktionen.

    Die (mehr oder weniger triviale) Beobachtung, dass kein ’neutrales‘ (=reines) beobachten eines Beobachter möglich ist, sondern (mehr oder weniger) für Beobachter und Beobachtetes Folgen hat, macht Beobachter grundsätzlich verantwortlich, dafür WIE er WAS beobachtet.

  78. @128 „Die (mehr oder weniger triviale) Beobachtung, dass kein ’neutrales‘ (=reines) beobachten eines Beobachter möglich ist, sondern (mehr oder weniger) für Beobachter und Beobachtetes Folgen hat, macht Beobachter grundsätzlich verantwortlich, dafür WIE er WAS beobachtet.“

    Exakt, genau das meinte auch HvF. Er hielt die Verantwortwortungsübernahme keinesfalls für trivial, denn erst ein nach außen gerichtetes Handeln -wozu durchaus auch ein Unterlassen gehören kann, sofern es sich um unterlassene Hilfeleistungen dreht- und darum, Schlimmeres zu verhüten, führt zu fatalen Konsequenzen.

    und das kann sich im Zweifel auch zu einem ganz heiklen Dilemma auswachsen, das wohlüberlegt sein will, was in einer Krise zu tun ist und was unbedingt unterlassen werden muß.

    Tja, Emergenzen fernab vom „emergency room“ haben es in sich.

    Hab mir das gerade mal vorgemerkt, mit CD kostet das allerdings ab 87 € aufwärts. Das kann ich mir zurzeit nicht leisten.

    Voilà
    (vgl. @93 „Eine Sprache zu gewinnen heißt eine Sprache zu verlieren“ Herbert Brün (1983)

    Herbert Brün
    „When music restists Meaning“
    https://preview.tinyurl.com/ybvf4yz7

  79. @128 (Siggi). Es ist interessant – und nicht trivial – wie sich in diese Debatten und Begriffsklärungsversuche um Konstruktivismus immer wieder der Begriff der ‚Verantwortung‘ einschleicht. Der ist auch ein Konstrukt und nicht einfach eine logische Folge aus anderen Konstrukten.

  80. @ 127 (G) (…) „Vereinigtes Europa (…) herstellen wollten“ (…)? Das ist ja schon Geschichtsklitterung. Wenn Sie damit nicht mal ihr historiographisches Waterloo erleben werden …
    Von Elba kam der erste ja noch mal zurück, bevor man ihn weiter weg setzte.

  81. „Auch Raum und Zeit werden konstruiert und können nciht als gegeben betrachtet werden.“
    Angenommen dieser Satz hätte Gültigkeit, dann: gäbe es Kontingenz, Variabilität, intra- und interindividuelle Ausprägungen. D.h. es wäre möglich, Realität auch jenseits von Raum und Zeit zu „konstruieren“. Dies aber ist nicht möglich. Das Wort con-struieren bedeutet soviel wie „zusammen“-„bauen“. Es ist ein Wort mit raumzeitlicher Referenz. Zudem ist es eine Metapher. Desweiteren ist die Aussage „Raum und Zeit werden konstruiert“ eine Beobachteraussage, die allenfalls aus systematisch erhobenen Beobachtungen gewonnenen werden kann. Liegen diese vor iS einer systematischen Empirie? Und: WER ist dieser Beobachter. Damit gelangt man unweigerlich zum Subjekt und zur Philosophie des Geistes bzw. der Kognitionswissenschaft und damit z.B. zu Lakoff und Johnson (vorgegebene Kategorien iS des Embodiments)
    Gemeint ist mit „Konstruktion“ wohl so etwas wie die „Idee“ iS von innerem Bild, Vorstellung. Hier fehlt mE einmal mehr die philosophische Einbindung des Begriffs.
    Und, als letzter Einwand: es ist gerade der Gewinn eines sytemischen Verständnisses, den Kontext und die Beobachterperspekive zu reflektieren. Bei Aussagen über die Wirklichkeit bzw. deren „Konstruktion“ muß folglich die Einbettung der Aussage in die Aussagesituation berücksichtigt werden. D.h. hier, die Aussage über das a priori von Raum und Zeit bzw. deren (willkürlicher) Konstruktion kommt von einem Aussagenden, dessen Existenz nichthintergehbar in Raum und Zeit eingebunden ist.

  82. @ 132 et al. Mit „willkürlich“ verhält es sich wie mit „Verantwortung“ in diesen Debatten: Immer wieder werden sie (willkürlich?) eingeschmuggelt oder schleichen sich wie von selber ein. Wo, bitte, wird im konstruktivistischen Sinn von Konstruktivismus (Metapher, soweit korrekt) davon gesprochen, die Konstruktionen geschähen willkürlich bzw. auf eigene Verantwortung usw.?
    Da ist Kant mit seinen Formen der Anschauung schon weiter gewesen, und diese sind bei ihm keine Gegebenheiten in dem Sinne, anderes sei nicht möglich (cf. Eder), sondern so, dass uns (sic!) anderes nicht möglich erscheinen kann.

  83. Das „willkürlich“ steht ja nicht umsonst in Klammern. Ich spreche auch nicht von „Gegebenheiten“, das würde bedeuten, es wäre erkennbar, was Raum und Zeit „wirklich“ sind. Das war nicht meine These. Wohl aber, daß Räumlichkeit und Zeitlichkeit als menschenmöglich beschreibbare, lesbare Grundbedingung und als eine Art generativer Grammatik (man verzeihe mir die womöglich laienhafte Verwendung des Begriffs) in die „Konstruktion“ (warum nur hat vGlasersfeld diesen Ingenieurs- und Metallbauerbegriff für seine Philosophie verwendet?) von Wirklichkeit eingeschrieben sind. Es gibt doch kein Entrinnen aus dieser Verfaßtheit. Und das ist kein Problem. Im Gegenteil, der Einbezug der Leiblichkeit z.B. in der Psychotherapie wird dieser Tatsache gerecht und eröffnet stark wirksame Möglichkeiten (war da nicht was mit „Reden reicht nicht“? …).

  84. Herr Ohler, zur Verantwortung. Als menschliches Wesen habe ich die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten (keine mehr und keine weniger): will ich Welt als unabhängig von meinem Beobachten, sozusagen aus dem Nirgendwo beobachten? Oder will ich mich als Teil dieser Welt sehen, in der alles, was ich tue, Folgen hat für mich und für Andere? In diesem Fall ist Verantwortung die logische Folge. In der Art und Weise, wie ich mein Wissen organisiere, folge ich dann meinem Ge-Wissen. Oder?

  85. @130 Matthias Ohler 15. Februar 2018 um 7:49

    Danke für die Richtigstellung. ‚Verantwortung‘ ist auch ein Konstrukt von und zwischen Beobachter(systemen) und nicht logisch ableitbar aus der Art und Weise ihres beobachtens.

    ‚Verantwortung‘ als Konstrukt beobachten, anstatt als ‚Gegebenheit‘ (als banal) voraus zu setzen oder als logische Konsequenz (trivial) ableiten zu wollen, kann bewirken ‚Verantwortung‘ differenzierter und realistischer wahr zu nehmen.

    Zustimmung auch zur Unterscheidung von „sein“ und „erscheinen“ (in @133 Matthias Ohler 15. Februar 2018 um 8:47) bzgl. Kant’s Anschauungsformen

    @ 134 Lothar Eder 15. Februar 2018 um 8:58

    Aus dem „Einbezug der Leiblichkeit“ gibt es kein entrinnen. Ja.

    Das „scheinbare entrinnen“ wird dennoch versucht. Deshalb lassen sich auch diese Versuche beobachten und konstruktiv nutzbar machen.

  86. @135 Gitta Peyn 15. Februar 2018 um 9:20

    „Etymologische Diskussionen sollte man auf Sanskrit führen.“

    Ist das ein Rätsel?
    „Sanskrit“, von Dir als Metapher oder Stellvertretung verwendet?
    Falls ja, für was?

  87. @ fraFri. Die Orientierung an personenbezogenen Prozessen schlägt hier durch, wie übrigens auch bei Kant. Was würde das denn bedeuten für soziale Systeme? Das abstrakte Konzept der Konstruktion müsste bzw. wird, je nachdem, mit welchen Systemtypen man es zu tun bekommt oder auf welche man es praktisch anwendet bzw. auf deren System-Umwelt-Konstellationen, jeweils zu anderen Fokussierungen führen.
    Ob das von Ernst v. Glasersfeld so gut war, den Begriff Konstruktion zu nehmen, kann man, wie Lothar Eder das tut, schon in Frage stellen iSv. befragen. Auch EvG war wohl an klassischen erkenntnistheoretischen Mustern orientiert, scheint mir. Wenn man aber den intentionalen Anteil des Begriffs in der Metaphorisierung nicht mitschleppt oder wenigstens problematisiert, könnte man klarkommen.

  88. Eder) Hinterfragen Sie doch einmal ihr Raum und Zeit-verständnis!
    Es gibt immer nur das Jetzt. Den singulären Moment. Den „Augen“blick – und in diesem Jetzt entsteht eine Vorstellung der Räumlichkeit und Zeitlichkeit. Das ist vermutlich der Punkt, der kaum zu verstehen ist, weil wir Erwachsenen immer die Zeitachse, das Gestern und das Morgen, vor-stellen. Tat-säch-lich gibt es diese Zeiten doch nicht wirklich (das brauche ich Ihnen ja nicht erklären; darüber haben schon manche geschrieben).
    Wenn man nun in der Lage ist, das Jetzt zu denken, Kognition im Jetzt zu be-greifen, dann nährt man sich auch einem Verständnis, weshalb im Hirn „nichts“ repräsentiert sein kann – es käme hier zu einer „Zeitverschiebung“, d.h. wenn wir immer erst vergleichen müssten (mit Repräsentationen im Hirn), was wirklich ist, wäre die Wirklichkeit zeitversetzt real. Das ist sie aber nicht. Die Wirklichkeit steht immer unmittelbar nackt und alleine da. In jedem singulären Moment.

  89. Christoph: wer waren Sie um 15.36h? Und wo waren Sie? Wie haben Sie geheißen? Sind Sie gesessen, auf dem Kopf gestanden? Wissen Sie es noch oder haben Sie es vergessen?

  90. Ich lag im Bett und schaute mit meinen Kindern „PETS – weißt du eigentlich was deine Haustiere machen, wenn du nicht zu Hause bist“ (sehr komisch!), daneben las ich die Zeitung, dann den Blog – liege jetzt immer noch im Bett. Gestern um die Zeit lag ich auch im Bett. Hoffe morgen nicht mehr. So ein geschriebenes Wörtchen wie „Jetzt“ setzt 5 Buchstaben im Deutschen voraus. Gar nicht so leicht, die auf der Tastatur zu finden … geht nur nachein-ander … Buchstabe für Buchstabe …

  91. Gedacht (geminded) – ja 😄. Natürlich. Was glauben Sie, wo ich herkomme? Vom Mond?

    (Aber wenn man die Zeit nicht absolut denkt, dann … ).

  92. @Uschi: Wenn sie ihre eigenen Fürze (wieder) riechen können, dann ist die Gaugusch- Krippe vorbei …….
    Sie können dann aufstehen und etwas Vernünftiges, Wirksames machen ………

  93. „Bei Grippe muß unter allen Umständen das Bett gehütet werden – es braucht nicht das eigene zu sein. Während der Schüttelfröste trage man wollene Strümpfe, diese am besten um den Hals….

    Die Schulmedizin versagt vor der Grippe gänzlich. Es ist also sehr gut, sich ein siderisches Pendel über den Bauch zu hängen….

    Unsere moderne Zeit hat andere Mittel, der chemischen Industrie aufzuhelfen. An Grippemitteln seien genannt:
    Aspirol. Pyramidin. Bysopeptan. Ohrolax. Primadonna. Bellapholisiin. Aethyl-Phenil-Lekaryl-Parapherinan-Dynamit-Acethylen-Koollomban-Piporol. Bei letzterem Mittel genügt es schon, den Namen mehrere Male schnell hintereinander auszusprechen.

    Amerikaner pflegen sich bei Grippe Umschläge mit heißem Schwedenpunsch zu machen; Italiener halten den rechten Arm längere Zeit in gestreckter Richtung in die Höhe; Franzosen ignorieren die Grippe so, wie sie den Winter ignorieren, und die Wiener machen ein Feuilleton aus dem jeweiligen Krankheitsfall…..

    Die Grippe wurde im Jahre 1725 von dem englischen Pfarrer Jonathan Grips erfunden;

    Die Grippe ist keine Krankheit – sie ist ein Zustand –!“ (geklaut und bearbeitet)

    GrippZen

  94. Das große Z beschäftigt Sie! Wie lieb.
    Sie könnten sich eines häkeln? Einfach Luftmaschen und dann den Schlauch 2 x knicken. Fertig ist Ihr Z.

  95. Ja, das große Z hat mich schon immer beschäftigt……. Es ist irgendwie (zu) hoch aufgerichtet, aber schrecklich eckig,…….. geknickt (wie sie sagen)……
    Wer hat das denn so verbrochen……….?

  96. @138 Siggi @ 134 Lothar Eder 15. Februar 2018 um 8:58

    „Aus dem „Einbezug der Leiblichkeit“ gibt es kein entrinnen. Ja.“

    Nöö, wie sollte das auch funktionieren.
    Kann jemand aus seiner ungeliebten,
    vielleicht mit Schrunden und Pickeln besetzen Haut heraus,
    insbesondere, wenn diese schlabberig und faltig wird,
    und tannenbaumartig den Gesetzen der Schwerkraft folgt,
    bzw. auch aus allen Nähten zu platzen droht oder
    sich das Skelett überall hartkantig abzeichnet.

    Nun bringt es die rundum offene demokratische Gesellschaft mit sich und liegt auch im Trend der Zeit, daß es allen und jedem erlaubt ist sich öffentlich auch in allen möglichen häßlichen Details zu entblößen. Und alle nicken diesem pubertären Selfi-Verhalten im pompösen Geprotze und Rumpalavere z, sonnen sich noch in diesen Nabelschauen und Bauchbespiegelungen bzw klicken und winken es durch, auch wenn es einen dieser Einheitsbrei an Wunder versprechendem Ideenrecycling ankotzt und langweilt wie die Pest, wenn noch nicht einmal die leiseste Prise an Sarkasmus, (Selbst)Ironie und Humor geduldet wird, ohne daß sich irgendwelche Sitten- und Tugendwächter unter #metoo -zumindest copyright-mäßig- auf den Schlips getreten fühlen, während sie im intellektuellen Luftraum um ihre selbstangelegte Fliege kreisen.

    Man legt eben mittlerweile alles ab und ist um keine Maßnahme bzw. Maßgabe verlegen. Selbst in den großen renommierten Verlagen, die u.a. damit leben wirtschaften, das Handelsblatt zu vertreiben.
    Man fragt sich natürlich, was könnte nun en detail vorgefallen sein,
    sich ausgerechnet vom „Tausendsassa“ -wie ihn DIE WELT beschreibt,
    d.h. dem wirklich begabten und die Wirtschaft in kurzen Apercus
    morgendlich auf den Punkt bringenden Verfasser des „Morning-Briefing“ zu trennen?

    Eine derart geschlossene Gesellschaft, die auch noch im Stande scheint,
    auch noch ihre Hofnarren zu entlassen, dekapitiert sich gerade selbst.
    Möge diese unselige Brut an Prostatikern, Priapisten und Vaginisten mit ihren Keuchheitsgürteln niemals tiefer fallen als – meinetwegen auch in Gottes Namen-
    dann auch in Gottes Hand.
    Nur, wenn nun schon über Gebühr über die unterschiedlichsten Gebührenordnungen verhandelt wird und sich sämtliche öffentlichen Dienstleister,
    nach wie vor dafür einsetzen, ist es schon an der Zeit, die Seilschaften zu nutzen, um besonders ausgezeichneten auch die perfekten Stricke mitsamt Anweisungen präsentieren zu können. Es muß folglich nicht immer Blausäure sein, nein, wenn alle Stricke reißen, kann ihnen auch in einem Handbuch, wie man sich mit dieser edlen Ware duetscher Wertrabeit problemlos immer noch aufhängen kann.
    Sich ihre Diäten mitsamt Boni auch weiterhin selbst verordnen zu müssen und nicht nur zu dürfen, selbstredend in breitflächiger sozialer und demokratischer Lastenverteilung, vermittelt durch die ihnen den Boden bereitenden wie auch die Boten abschirmenden subalternen Kammerdiener und -zofen.

    Nein, sie dürfen sich aber auch nicht weiter aufregen. Ein Sturz bzw. erdruschartiger Absturz, auch infolge Implosion mit nachfolgendem Machtvakuum führt bekanntermaßen unmittelbar zu einem Sog des gesamten nachfolgenden Rattenschwanzes bzw. Idiotenschwarms, was rückwirkend wie auch propulsiv wiederum zur absoluten Überforderung der Ver- und Entsorgungswirtschafts-Branchen führt, die mit dem gesamten Wahnsinn im Freilauf ohnehin schon hoffnungslos überfordert sind.

    Hier zu, „der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“ .
    Großes Theater, auch dazu wie es läuft, wenn man falschen Ende zu sparen gedenkt

    https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article173582174/Turbulenzen-Gabor-Steingart-und-das-Handelsblatt-Ein-Erklaerungsversuch.html

    … Investitionen in die Zukunft erscheinen teuer, da über lange Durststrecken hinweg auch kaum Rückfluß zu erwarten ist. Es sind aber im eigentlichen Sinne keine Kosten.
    Investionen sind Investionen und beinhalten durchaus auch investiertes Risikokapital.
    Aber diesen winzigen, aber entscheidenden Unterschied verstehen die wenigsten ökonomisch geprägten Kleingeister. Und verpulvern und verfrühstücken en passant lediglich ihr Stammkapital,
    Wohl bekomm’s, dieser Schuß in den Ofen.

  97. In seinem Buch m.E. hochinteressanten Buch „Weltbeben“, vertritt er, bestens begründet, die Ansicht, dass multiethnische, stark differierende multikulturelle Gesellschaften sehr schwer bzw. meist ausgesprochen schlecht funktionieren. Er ist eher für einen Abstand nicht kompatibler Kulturen, wie das vor ihm auch jeder vernünftige gesellschaftliche Beobachter mit großer Horizont und Übersicht getan hat.

    Als exponierter Handelsblatt-Teilhaber musste er wohl das Primat der Wirtschaft mit anerkennen. Offene Märkte, notfalls Auffüllung der Bevölkerungen……..etc.

    Ich war mehrmals so verwirrt, dass ich ihm schon schreiben wollte und ihn fragen, wie er das vereinbaren kann.

    Wie sie @152 richtig verlinken, hat Holtzbrinck jedoch die ZEIT, Tagesspiegel übernommen, und da weiß man ja woher der Wind weht: Alles gut gemeint, aber die Linken lassen sich ja – oft ohne es zu wissen – vom aggressiven internationalen Kapitalismus instrumentalisieren bis die Schwarte kracht, naiv wie sie sind………

  98. http://morningbriefing.handelsblatt.com/archiv/

    Jedenfalls ist es hochinteressant, seine Beiträge nachzulesen: hochintelligent, auf den Punkt, frech, humorvoll, polemisch……
    Ecken, Kanten, Meinung und Haltung……

    Seinen Vertreter und den, der jetzt schreibt, kann man vergessen.

    In wenigen Zeilen steht da mehr kluge Analyse des Zustandes unseres Parteiensystems, der unsagbaren Widersprüche usw. (man denke an den Niedergang der SPD) wie hier im Blog in einem Jahrzehnt ….

    Ich denke und hoffe sehr, dass er etwas Eigenes aufmacht – ähnlich wie es Tichy getan hat – und dann endlich ganz unabhängig schreiben kann.
    Ich freue mich schon sehr!!

  99. @ 155, 156
    Analyse der Positionen und Argumentationsfiguren von Gabor Steingart unter http://www.nachdenkseiten.de/?p=1769. Auszug:
    „Erstens: Steingart polemisiert so massiv gegen wichtige Versprechen unseres Grundgesetzes, insbesondere die in Artikel 20 versprochene Sozialstaatlichkeit, dass man ihn als Feind unserer Verfassung bezeichnen muss. Das gilt insbesondere für das Kapitel „Abbau des Sozialstaats. Dolchstoß durch den Konsumenten“. Der Text beginnt schon entsprechend: „Der Sozialstaat ist im Grunde nichts anderes als ein Kartell.“
    Zweitens: Steingart polemisiert in menschenverachtender Weise gegen die „neue Unterschicht der Unproduktiven und geistig Verwahrlosten“. Er nennt sie die „neuen Proleten“. Dieser Text hat die Grenze zur Volksverhetzung überschritten. Diese Hetze liegt im Trend. Wir kennen diese neuen Usancen unserer Eliten schon aus der Kampagne gegen „Florida Rolf“ und vielen anderen Beiträgen in der Bild-Zeitung und anderen Medien. Auf ein neues Beispiel dieser unsäglichen Hetze machte mich gestern ein Nutzer unserer NachDenkSeiten aufmerksam: In der „Welt“ vom 19.9. erschien die Polemik eines Superliberalen mit der Forderung „Entzieht den Nettostaatsprofiteuren das Wahlrecht!“. Wir sind schon weit gediehen.
    Wenn Verfassungsfeindlichkeit von so genannten linken Spinnern kommt, dann wird der Verfassungsschutz tätig. Bei unseren Eliten nicht. Wenn Volksverhetzung und Gewalt von rechten Glatzköpfen kommt, dann rümpfen unsere meinungsführenden Kreise immerhin die Nase. Unsere Eliten hingegen können sich die Polemik gegen das Verfassungsversprechen Sozialstaatlichkeit bis in allerhöchste Kreise hinein leisten.
    Steingart baut seine Polemik gegen den Sozialstaat äußerst geschickt auf. Zunächst behauptet er, der Sozialstaat sei ein „Kartell“ und die Begünstigten der Sozialstaatlichkeit seien „Kartellbrüder“. Damit ist ein negativer Akzent vorgeprägt. Das „Schutzkartell“ verteure den Preis der Arbeitskraft um einen Sozialaufschlag, der das Land im Wettbewerb mit einem Wirtschaftsraum, der diesen Sozialaufschlag nicht kenne, teurer mache. „Einer der Gründe für die Preisdifferenz zwischen den neuen Mitgliedern und den alten Mitgliedern des Weltarbeitsmarkts ist der Sozialstaat.“ Das klingt schlüssig, weil dabei andere wichtige Informationen, die ein einigermaßen rationales Urteil möglich machen würden, weggelassen sind. Ich will einige dieser Informationen aufzählen:
    Die Löhne machen in Deutschland im Schnitt 21% der Kosten eines Industrieproduktes aus, der Anteil der Sozialabgaben ist dann wieder ein Bruchteil davon. In die Preiskalkulation und damit in die Konkurrenzfähigkeit gehen eine Reihe anderer Faktoren ein: die Produktivitätsunterschiede, die Transportkosten, die Fühlungsvorteile, die Erwartungen zur Lohnkostenentwicklung in den beiden zu vergleichenden Ländern (wenn ein Betrieb investiert, muss er mit einkalkulieren, wie sich die Löhne im Konkurrenzland vermutlich entwickeln und welche sonstigen Risiken entstehen können). (Zur Entwicklung der Löhne in China siehe Thomas Fricke in der FTD vom 15.9.: „Zeitlich befristete Billigkonkurrenz“)
    Der entscheidende Denkfehler bei Steingart ist, dass er unterstellt und suggeriert, der Aufschlag für die soziale Sicherung sei vermeidbar, wenn man eine soziale Sicherung wie die unsere nicht hat. – Auch andere Verfahren kosten aber etwas. Nehmen wir den Fall der Altersvorsorge: Wie man die Vorsorge fürs Alter auch organisiert, ob man sie über ein Umlageverfahren als gesetzliche Rente oder über ein Kapitaldeckungsverfahren als Privatvorsorge organisiert oder ob der Staat zur Vermeidung von Altersarmut zum gegebenen Zeitpunkt mit Steuergeldern eintritt, immer fallen Kosten an. Da das Umlageverfahren besonders preisgünstig arbeitet, unter anderem weil dabei vermieden wird, Ressourcen für den Vertrieb von Pensionsfonds und anderen Produkten der privaten Versicherer zu verschwenden, ist nicht verständlich, warum dieses Verfahren und damit das sozialstaatliche Verfahren nicht das günstigere sein soll. – Die private Vorsorge fürs Alter verlangt von dem Arbeitenden die Zahlung einer Versicherungsprämie. Das muss er in seine Gehaltsvorstellungen einplanen. Der Lohn und das Gehalt muss entsprechend höher sein. Auf lange Sicht wird das so sein. Volkswirtschaftlich betrachtet ist es sowieso kein Unterschied. Das kann man sich klarmachen, wenn man versucht, den Geldschleier wegzuziehen und in realen Größen zu denken. Dann versteht man, dass es völlig gleichgültig ist, wie das Finanzierungssystem der Altersvorsorge oder der Gesundheitsvorsorge oder der Vorsorge für den Pflegefall und den Fall der Arbeitslosigkeit aussieht, immer müssen die Alten, die Kranken, die Arbeitslosen irgendwie von den anderen mitgetragen werden. Das gilt auch für die chinesische Gesellschaft, selbst dann, wenn es vorübergehend in einzelnen Fällen anders sein sollte. Auch die chinesische Gesellschaft muss ihre Alten, ihre Kranken und Pflegebedürftigen irgendwie versorgen. Wenn sie das nicht tut, dann wird die Vernachlässigung auf andere Weise zum Kostenfaktor. Das gilt hier ähnlich wie bei der Umweltverschmutzung, die beginnt, ein Kostenfaktor für die chinesische Volkswirtschaft zu werden. Eine solche Entwicklung kann ich doch nicht ausblenden, wenn ich über die Konkurrenz auf den Weltmärkten der Güter und der Arbeitskräfte philosophiere.
    Die Behauptung Steingarts, die sozialen Errungenschaften westlicher Zivilisation wirkten wie ein Klotz am Bein, zeigt, dass er das Gesamte nicht durchschaut. Diesen „Klotz“ (dass wir älter und manchmal krank werden) hat eine Gesellschaft immer zu tragen, ganz gleich, wie sie das Finanzierungssystem für die jeweiligen Vorsorgen organisiert.
    Vor allem beachtet er nicht den gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfaktor einer sicheren Gesellschaft, im speziellen Fall: einer sozial gesicherten Gesellschaft. Da entspricht der Autor ganz und gar dem Bild des eng betriebswirtschaftlich denkenden Zeitgenossen. Die gesellschaftliche Regelung der Absicherung gegen die Risiken des Lebens hat nämlich nicht nur den Vorteil, recht preiswert zu arbeiten. Sie hat auch den Vorteil, dass sich die Begünstigten, in der Sprache Steingarts: die Kartellbrüder, nicht um diese Dinge sorgen müssen. Ihr Kopf ist frei für die wichtigen Dinge des Lebens und ihrer Unternehmen. – Deshalb lautet meine Gegenthese zur Anti-Sozialstaats-Polemik des Berliner Spiegel-Büro-Chefs: Eine gut organisierte Sozialstaatlichkeit, die sich auch dadurch auszeichnet, dass die Bürger sich mit dieser Gestaltung ihres Zusammenlebens identifizieren und groben Missbrauch unterlassen, ächten und bekämpfen, ist preiswert und vermittelt ein hoch produktives und Kreativität förderndes Gefühl der Sicherheit. Ich gebe allerdings zu, dass die seit 1982 andauernde neoliberale Agitation unsere Gesellschaft – anders als skandinavische Gesellschaften – schon so gespalten hat, dass dieser Faktor der Produktivität erst wieder belebt werden muss. Die fortwährend dramatisierenden und die Sozialstaatlichkeit miesmachenden Zeitgenossen vom Schlage Steingart haben einen bemerkenswerten Beitrag zu dieser Zerstörungsarbeit geleistet.“

  100. Quatsch, sie müssten schon mal ein paar Bücher von ihm leZen.

    Stellen sie sich mal vor, jemand würde unseren Gastgeber auf seine Posts hier festlegen.
    Ach so, das tun sie ja ………..na, dann……..

  101. @157: Danke für den Link, Michael.

    Richtig ist, das Gabor Steingart polarisiert, das aber durchaus unterhaltsam. Daß er dabei bisweilen nicht nur den Finger in die Wunde legt, sondern auch in diverse Wespennester sticht. steht auch außer in Frage.

    Dieses absolut zentrale Thema der Sozialstaatlichkeit, woran zurzeit sämtliche rein neoliberal getriebenen und von finanzkapitalistischem Gedankengut inspirierten Demokratien am Auseinanderklaffen der sozialen Scherenentwicklung zerbrechen, ist es durchaus wert, separat einer detaillierteren Betrachtung und weiterer Analysen unterzogen zu werden. Dies bedeutet aber auch sich die Zeit zu nehmen, die entscheidenden kontroversen Positionen an Hintergrundsliteratur einmal bis auf den Kern zu reduzieren und dann die darin enthaltenen Denkfehler kritisch gegenüber zu stellen.

    Da sitzt nämlich ein ganz entschiedender Riesenbug in den rein auf finanzkapitalistischen Interessenlagen ausgerichtenden Kalkülen. Ganz einfach deshalb, weil sich obsolete IG-Metall Ideen mit ihren strategischen Kampfmustern aus real- industriellen Tarifkämpfen schlicht und einfach nicht 1:1 auf eine Dienstleistungsgesellschaft mit völlig anderen Aufgaben, Herausforderungen und Problemlagen übertragen lassen. An diesem Bug in der Kalkulation krankt das gesamte System schon lange, speziell auf dem Weg in die Digitalisierung 4.0., da hier weder adäquat Vorsorge betrieben noch die Mittel entsprechend eingesetzt und verteilt wurden. Nein, auch die Herrschaften, die sich der Überführung der noch aus der alten Reichsversicherungsordnung stammenden Grundgedanken in die Sozialgesetzbücher gewidmet haben, sind durch ihre Arbeit keineswegs auf der Armutsschiene gelandet. Intern wurde unter Erhalt bzw. Vermehrung der Pfründe hier schon entsprechend Vorsorge betrieben.

    Genau dieses Phänomen macht auch den Umgang mit orthodoxen, gewerkschaftlich organisierten Betonköpfen so schwierig, die wie selbstverständlich annehmen, es ginge mit allen Boni nd Vergünstigungen einfach weiter so, wie bisher. Solche Einstellungen trifft man auch immer noch bei Verdi, deren inhaltliche Forderungen und Zielvorstellungen allzuoft am eigentlichen Thema und Bedarf vorbeizielen.

    In und durch dieses Sozialkartell werden in der Regel nur die Sollvorgaben verwaltet und wenn es denn mal gut geht, auch Mittel verteilt. Aber man wundert sich dann schon immer wieder, unter welchen Konditionen und unter welcher Kandarre von welchen Leuten , die sich -trocken, behaglich im auskömmlichen Sessel der Bürokratie sitzen, sich von menschlichen Regungen völlig ungerührt z.T. gnadenlos ihrer amtlichen Vollstreckergewalt bedienen.

    Nun gehört Albert Müller mit seinen Nachdenkseiten aber auch nicht unbedingt zu den ihre Unabhängigkeit hochhaltenden Qualitäts-Journalisten, die sich darum bemühen, sich möglichst neutral, distanziert, differenziert und ideologisch unangekränkelt ganz brisanten sozialpolitischen Themen zu widmen.

    Auf dieser Wikipedia-Seite findet sich mehr dazu, wobei dieser Bericht
    gewiß auch eingefärbt ist, durch untergründig mitlaufende persönliche Fehden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/NachDenkSeiten

    Wenn ich diesen bereits in seinem einhämmernden Duktus banal polemisiernden Müll lese, dann wird mir unmittelbar übel

    „Im folgenden finden Sie zunächst die Links auf die sieben bis heute erschienenen Beiträge (A) und dann eine zusammenfassende Kritik (B) .
    Man muss dieses Buch nicht kaufen. Es zu lesen ist für an Aufklärung interessierte Menschen eine Zumutung. Es ist zudem die Schrift eines Verfassungsfeindes. Das schreibe ich mit Bedacht und nach reiflicher Prüfung. Wie nämlich Steingart mit dem Sozialstaatsgebot umgeht, ist jenseits dessen, was sich streitbare Demokraten bieten lassen können. Und wie er mit Schwächeren umgeht, hat mit Demokratie und mit der Achtung vor der Würde von Menschen nichts zu tun. Und die Häme gegenüber Arbeitnehmern und Gewerkschaften ist bemerkenswert.“

    Danke, ich habe zur Genüge zwischen allen Stühlen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen gesessen, und über arbeitsbedingte Probleme sowie dysfunktionale und kontraproduktiv sich auswirkende gesundheitliche Fragestellungen nachgedacht, je nach Kontext mal eher psychologisch individuell und eher aus dem sozialen Umfeld heraus vermittelnd debattiert.
    Ich brauche keinen Nachdenker, der mir gewerkschaftlich- sozialstaatliche inspirierte Parteivorgaben liefert und in polemisierend seine Rechthabereien in Feindbilder verpackt vordenkt.
    Wer dann noch schreibt, was für an Aufklärung interessierte Menschen eine Zumutung ist oder nicht, erleichtert mir nur die Entscheidung, mich mit Albert Müllers vor- und wiedergekäutem Müll an Nachdenkereien gewiß nicht mehr zu beschäftigen. Ich mache mir gerne alleine mein Bild über wesentliche sozialstaatliche Themen und wage es mitunter dabei auch, nachzurechnen bzw. ohne Geländer denken.

    Ich hatte die Nachdenkseiten zwar eine Weile verfolgt, aber aus den verschiedensten Gründen an Desinteresse davon abgelassen. Zumal da auch ein Tenor vorherrscht , der in einem ungepflegt, undifferenzierten agitierenden Ton argumentiert, wie er auch in den militanten Zweigen der Friedensbewegung gang und gäbe ist, die sich noch nostalgisch aus obsoleten Alt 68er Parolen speist. Wenn sich über diese rein auf Widerstand bauende aber vorgeblich sozial bewegte Schiene etwas bewegen liese, dann hätte sich schon längst etwas bewegt.

    Fakt scheint doch, daß es -wie Luhmann es bereits beschrieben hat, den Massenmedien incl. der auf Agitation angelegten Bloglandschaft – an Selbstbeschreibung und kritischer Reflexion ihrer eigenen Funktion, ihrer Aussagen und ihrer Tätigkeit als Schreiberlinge zu fehlen scheint.
    Was soll das Ganze dann noch mit Hochhalten der Pressefreiheit und investigativem Jounalismus zu tun haben, wenn Journalisten nicht mehr in der Lage sind, sich möglichst distanziert als Chronisten zu betätigen, ihre Nachrichten auch möglichst diszipliniert zu recherchieren und dann durchaus auch pointiert kritisch beleuchtet auf den Punkt zu bringen.
    Wenn sich deren Schwerpunkt allerdingst bereits in der Selektion bevorzugt nur noch auf einseitig ideologisch gefärbte Katastrophenmeldungen verlegt, und auch mehr und mehr im Absinken auf Yellow Press- Niveau zum Aufheizen einer Kampfstimmung interner Querelen genutzt wird, dann brauchen sich die einzelnen Protagonisten ohne Verantwortungsübernahme im internen Qualitätsmanagement
    über einen Kulturzerfall innerhalb der eigenen Medienlandschaft auch nicht zu wundern. Die Konsequenz wird sein, diese Medien sind irgendwann nicht mehr von Interesse und verlieren auch weiter an Bedeutung.

    Ein mieses, intern von Angst getriebenes Betriebsklima, wie es sich in der Medienlandschaft abzeichnet, färbt ab auf die Qualität der zu liefernden Arbeit und manifestiert sich dabei durchaus vielgestaltig. Es ist auch nur eine logische Folge, wenn solide kritische Journalisten sich selbstständig machen, auf eigene Faust zusammentun, um Zeichen zu setzen und ein Gegengewicht gegenüber dieser fürchterlichen Schieflage zu bilden. Miserable Arbeitsbedingungen führen aber auch zu allen möglichen psychischen Dekompensationen, denn irgendwann sind derartige Zustände für alle halbwegs normal empfindende Menschen nicht mehr zu ertragen.
    Innere Kündigungen mit Aus- und Umwegen vom Boreout bis zum Burnout fallen auch weder vom Himmel noch aus den Chefetagen. Weitaus häufiger ist es die Sinnlosigkeit, die in der Gestaltung dieser würdelosen Form von abhängiger, völlig entfremdender Arbeit steckt. Und das dann auch noch gepaart mit völlig unsinnigen und aufgebauschten Konflikten am Arbeitsplatz. Nein, vor allem in den Büros des deutschen Journalismus, aber vorrangig in den Büros der deutschen Sozialbürokratie, den Geburtsstätten von zwangsweise vordneter Ordentlichkeit, ist verdammt viel nicht in Ordnung

    Packt einen in Anbetracht all dessen als betroffner bzw. distanzierte Beobachter dieser -aufgrund ihrer nahezu legendären Ineffizienz dieser gespenstisch künstlich anmutenden und über Gebühr aufgebauschten Szenerie auch nur die leiseste Ahnung über die Zusammenhänge und entwickelt man ein Gefühl für den immensen Einfluß dieses von der Allgemeinheit zu fütternden Apparates, der letztlich auch bedrohlich sich auswirkt auf die Gestaltung der eigenen Lebensarbeitszeit,…
    wenn man darüber hinaus auch noch am eigenen Leib zu spüren bekommt wie hoch der Energieverbrauch ist durch zwangsweise Ausübung völlig sinnentleerter Tätigkeiten ist und wieviel es an eigener Lebenszeit kostet, hundmiserabel bezahlt sich tagaus tagein eintönig stupiden sinnentleerten Tätigkeiten widmen zu müssen, nur um sein bißchen Brot zu verdienen und das Ganze dann auch noch verbunden mit den glänzend inspirierenden Aussichten irgendwann erschöpft, verarmt, krank alt und allein, weil die Rente hinten und vorne nicht reicht, den Rest seines Lebens durch Zuteilung eines sozialstaatlichen Gnadenbrot zu fristen, dann mag vielen dann schon das kalte Grausen kommen-
    Und das Ganze dann vor einer Kulisse eines sich aus Selbstbedienung speisenden und mit einem Riesenapparat an Verwaltung ihre Rechte und Gelder einkassierenden und gleichermaßen abschirmenden sozialen „Schutzkartells“.

    Fragt sich hier noch jemand, der ein freies Unternehmertum im soliden aber völlig „Elitenvernachlässigten“ Mittelstand gewohnt ist, das dieses gesamten unfähigen „Kartell“ an sozialstaatlicher Mißwirtschaft zu tragen hat, weshalb es aus diesen Reihen nicht längst gewalttätigen Aufständen gekommen ist ?

    Gibt es nicht durchaus auch andere Möglichkeiten unaufgeregt und besonnen für einen Wandel innerhalb der Gesellschaft zu sorgen? Zum Beispiel auch dadurch, daß
    man absolut sinn- und nutzlose Beschäftigungen in der Verwaltung ersatzlos streicht.
    die lediglich als Selbstversorger aus sozialstaatlichen Verwaltung heraus agieren, um Menschen, die sich der sozialen Arbeit vor mit ganzem Herzen verschrieben haben, mit ihren Vorschriften zu kontrollieren und zu traktieren.

    Nichts gegen einen Sozialstaats-Gedanken an sich, worin die Starken die Schwachen stützen.
    Aber wider jedwede Form von vorgeblicher Sozialstaatlichkeit, die lediglich Mißwirtschaft und den finanzökonomischen Terror des sozialstaatlichen „Kartells“ verdeckt, das sich in Funktioniärsmanier und unter „das steht mir/uns zu“bevorzugt zu Lasten Dritter nur die eigenen Taschen füllt.

  102. Was Gabor Steingart z.B. mit seiner „Elitenvernachlässigung“ meint, in einem seiner jüngsten Kommentare im Morning Briefing, wendet sich gegen die gezielte Desinformation, Irreführung und Weigerung der verantwortlichen Protagonisten ihre Untaten im Rahmen der unsäglichen Abgasaffaire, auch mit der bekannt gewordenen „Unschädlichkeits“- Versuchen an Affen, offenzulegen. Es ist allen klar, wieviel Dreck sie am Stecken haben, aber dennoch wird immer noch vertuscht und sich auch einer lückenlosen Aufklärung widersetzt , wo es nur irgend geht.
    Und wenn hier schon pointierte abgrenzende Unterschiede gesetzt werden, dann doch eher gegenüber der gängigen Praxis allgemeine Volksverblödung zu betreiben durch gezielte Vertuschung und manipulative Irreführung.

    Und wenn schon von Eliten die Rede ist, denen Albert Müller im klassisch ideologisch inspirierten Idioten Pauschal-Rundumschlag, die Linken gegen die Rechte und vice versa, wir da unten und gegen die da oben, generalisierte Sozialstaatfeindlichkeit bis zur Verfassungsfeindlichkeit unterstellt, dann fragt sich doch, wer hier rückbezüglich den eigentlichen Knall in der Birne hat. Der spinnt genauso sieht -ewig gestrig- nur Chimären.

    Zudem so wie ich Gabor Steingart auch in seinen polarisierenden Äußerungen verstanden habe, orientiert sich sein Begriff von Elite doch wohl eher an Ortega y Gasset, der Elite ganz anders als in der mittlerweile völlig obsoleten, trivial pauschalisierenden klassenkämpferischen Art definiert hat.

    Voilà:
    „Als wichtigstes soziologisches Buch Ortega y Gassets gilt Der Aufstand der Massen. Es wird der Elitesoziologie zugerechnet. Hervorzuheben ist allerdings, dass die „Elite“ aus Ortegas Sicht mit keiner spezifischen Klasse identifiziert werden kann, sondern es in jeder gesellschaftlichen Klasse eine Elite („minoria selecta“ oder „minoria excelentes“) gibt, die sich von der Masse abhebt: „Die Unterscheidung der Gesellschaft in Massen und exzellente Minderheiten ist daher keine Unterscheidung in soziale Klassen, sondern eine Unterscheidung von verschiedenen Klassen von Menschen.“ („La división de la sociedad en masas y minorías excelentes no es, por lo tanto, una división en clases sociales, sino en clases de hombres“.) Während sich Massenmenschen („hombre-masa“) durch Bequemlichkeit, Angepasstheit, Intoleranz und Opportunismus auszeichnen, heben sich Menschen exzellenter Minderheiten dadurch von der Masse ab, dass sie die Disziplin besitzen, fortfahrend über sich hinauszugehen und darin ihre authentische Persönlichkeit in ihrer Einzigartigkeit zu entwickeln. Das Werk wird den soziologischen Zeitdiagnosen zugerechnet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Ortega_y_Gasset

    Das passt doch wohl eher zu den differenzierten
    systemtheoretischen und konstruktivistischen Ansätzen
    Zumal Ortega y Gasset der Systemtheorie auch darin wesentlich näher steht.
    Ein System/Umwelt-Ansatz.

    Ortega selbst hat dem Werk in seinem philosophischen System keine zentrale Stellung eingeräumt, sondern stets seinen sogenannten „Zirkunzialismus“ als seine entscheidende Einsicht hervorgehoben. Diesen brachte er auf die berühmte Formel: „Ich bin Ich und meine Lebensumstände“ („Yo soy yo y mis circunstancias“)

  103. @157: Michael,
    es würde mich interessieren, inwieweit Sie die Meinung des Autors teilen, den Sie oben gepostet haben. Soweit ich informiert bin, kennen Sie sich in der Organisation unserer Sozialsystems aus. Lassen Sie uns doch bitte einmal persönlich ins Gespräch kommen.
    Und dies aus einem ganz einfachen Grund und Motiv.
    Über die Zusammenhänge zwischen der Qualität der Arbeit, auch im subjektiven Empfinden der Sinngebung und Sinnfindung in der Tätigkeit selbst, habe ich mein gesamtes Berufsleben lang nachgedacht und denke immer noch darüber nach, weshalb der Unterschied zwischen entfremdeter Arbeit, die letzlich zur Entfremdung von Menschen von sich selbst beiträgt, wenn man sich gezwungen sieht , sich einLeben lang in sinnloser, monotoner Tätigkeit erschöpfen, nur um sich bzw. auch seine Familie zu ernähren.
    Was bei den Rationalisierungen im Sinne des Fordismus mit Einführung der Fließbandarbeit schon nicht funktionierte, ein Verfahren das vorrangig nach der von der Finanzökonomie diktierten Sollvorgaben mit Zeiterfassung zu laufen hat, ist in allen Zweigen der sozialen Arbeit, von der Kita uber die Schulen bis zur Altenpflege, in der Physiotherapie, der Logopädie, in der Psychologie, in der Medizin, in der Beratung, beim Coaching , überall dort, wo es sich um die direkten Arbeit von Menschen mit Menschen dreht, völlig fehl am Platz. Sämtliche Formen von Fallpauschalen beruhen wiederum auf diesem System, das Arbeitsleistung (ein absurder Begriff im übrigen, wenn man die physikalische Definition zugrunde legt) in Geld und in Mehrwert schaffendes System umzusetzen sucht.
    Man braucht sich nicht zu wundern, wenn sich dieses System in Scherenentwicklung von innen sprengt.
    Wenn man dann noch berücksichtigt, daß auch unsere Sozialsysteme nur unter lizenzgebundenen Knebelverträgen in der Regel von Microsoft läuft, die Umstellung der öffentlichen Verwaltung auf Linux mittlerweile als gescheitert gelten kann, dann braucht man im Grunde nicht weiter suchen, wo der Hase im Pfeffer liegt.

    Weshalb können/dürfen Software-Konzerne mit ihren Lizenzen die eine ganz enge Kundenbindung fordern – eingebunden in unsere Sozialsysteme – eigentlich derart viel Geld verdienen? Und das ohne entsprechende Gegenleistungen, wie Abführen der Steuern am Produktionsstandort? Und nicht steuerbegünstigt dort, wo die Server stehen?

    Soweit zur Vernichtung von Sozialstaatlichem Gedankengut

  104. @ 162
    Gabor Steingart halte ich für einen hervorragenden Autor, Journalisten und Medienmacher, der Themen pointiert zuspitzen und unterhaltsam polemisieren kann.
    Den Autor der Steingart-Kritik auf den „Nachdenkseiten“ kenne ich nicht, doch fand ich dessen Einwände gegen Steingarts Sozialstaatskritik bedenkenswert – vor allem, weil ich eher dessen politischer Position zuneige und die sicherlich vorhandenen Missstände, Ungerechtigkeiten und „Verschiebe“-Strategien der Sozialversicherungszweige und ihrer Manager für weniger schädlich halte als einen radikalen Abbau des Sozialstaats.
    Wie auch im Steuerrecht deutlich erkennbar, führen komplexe Lösungen zwar zu mehr Einzelfallgerechtigkeit, doch gleichzeitig zu einer strukturellen Benachteiligung der weniger Gebildeten, denen es finanziell oft eher schlechter geht als den Gebildeteren. Einfache Lösungen in Richtung „bedingungsloses Grundeinkommen“ sind demgegenüber eher „ungerechter“ – gerade, weil alle gleich behandelt werden.
    Ein wichtiger (Neben)Aspekt besteht dabei in der Förderung von Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisationsfähigkeit, um der „Sozialstaatsfalle“ von Lethargie, Unselbstständigkeit und Entmündigung zu entkommen. Einige Hartzer würden sich finanziell selbst schädigen, wenn sie arbeiten würden. Und das hat etwas mit dem Lohnniveau zu tun. Darin zeigt sich der Zusammenhang zwischen Sozialsystem und Arbeitmarkt. Eine Senkung der Lohnnebenkosten durch Senkung der Sozialabgaben, müssten zu einer Erhöhung der Löhne führen, damit sich die Arbeitnehmer selbst über Wasser halten und für Notfälle sowie für Krankheit und Alter selbst vorsorgen können.
    Das ließe sich z.B. in einem Vergleich mit dem Wirtschafts- und Sozialsystem in Norwegen und anderen skandinavischen Ländern zeigen.

  105. @ 162: Danke, Michael
    das sind interessante Aspekte, wo man einhaken könnte.
    Ich tendiere eher zum bedingunslosen Grundeinkommen, das mit
    obgleich das „ungerechter“ wirken könnte.
    Aber was ist schon gerecht? Die Natur kennt weder Recht noch Gerechtigkeit,
    und meine Auffassung ist, daß es mit wehenden Fahnen jetzt eben doch
    in Richtung Biologie geht.

  106. @ 164: „Natur“, „Biologie“

    Na klar: „das (Vor)Recht des Stärkeren“, „survival of the fittest“, „big dogs eat first“, „America First“, „Trump, Putin, Kim Jong-un, Erdogan über allen“ …

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