Gelbwesten

Ja, es ist Zeichen eines schlechten Charakters. Ich gebe es zu. Man kann zwar rechthaben, aber wer sich der Rechthaberei schuldig macht – wie ich jetzt gleich – sollte sich schämen! Aber, sei’s drum.

Ich habe gerade mal wieder eine Wette gewonnen. Die Gelbwesten, die in Frankreich jeden Samstag seit ca. einem halben Jahr auf der Strasse gegen die Regierung Macron und ihre Politik demonstrieren, werden müde. Kaum noch jemand hinter dem Ofen hervor zu holen…

Meine These, dass jede (!) derartige Bewegung nach gewisser Zeit versandet und schließlich vergessen wird, bestätigt sich ein weiteres Mal. Tut mir leid, liebe freitags für die Zukunft auf die Straße gehende Kids. Das wird nix. (Trotzdem solltet Ihr sehen, dass Ihr möglichst lange durchhaltet und möglichst viele Sprecher in die Talkshows bekommt, um eurem Anliegen zu Aufmerksamkeit zu verhelfen).

Die Erklärung, warum solche Bewegungen nicht überleben: Sie nähren sich von aktuellen Empörungen und Gefühlen, die man nicht ohne eine Organisation am Leben erhalten kann. Deswegen kommt man nicht umhin Parteien oder andere Organisationen (wie z.B. Greenpeace) zu gründen oder ihnen beizutreten, wenn man gesellschaftlich etwas bewirken will…

Das gilt natürlich für alle Bewegungen (siehe mein kleines Populismus-Brevier), unabhängig welcher politischen Richtung sie sich verschrieben haben mögen.