Gibt es ein Schizophrenie-Gen?

Es ist, schätze ich, jetzt etwa 40 Jahre her, dass ich zum ersten Mal in einer Zeitschrift einen der regelmäßig erscheinenden Artikel, in denen immer wieder sensationell die Klärung der Genetik von Psychosen verkündet wird, auseinander nehmen durfte. Es war in Spektrum der Wissenschaft, für das ich damals regelmäßig Bücher rezensierte, aber gelegentlich auch mal zu Konferenzen fahren oder Themen kommentieren durfte, die mir wichtig waren. Jetzt ist wieder in Spektrum der Wissenschaft ein Artikel erschienen, der alle Biomythologen tief treffen muss. Aktuelle Studien belegen, dass es wahrscheinlich gewisse genetische Bedingungen gibt, die es einem Menschen erleichtern, eine psychotische Symptomatik zu entwickeln (und wahrscheinlich – das steht nicht in dem Artikel, sondern ist meine persönliche Meinung – sind es ähnliche, wie diejenigen, die andere Formen der Kreativität ermöglichen), aber es gibt ziemlich sicher nicht das Schizophrenie-Gen, sondern soziale Bedingungen dürften eine weit größere Rolle spielen, als dies der akademischen Mainstream-Psychiatrie, die großzügig von der Pharma-Industrie gesponsert wird, gefallen dürfte.

Hier der Link:

Quelle: Genstudien: Gibt es ein Schizophrenie-Gen? – Spektrum der Wissenschaft

141 Gedanken zu “Gibt es ein Schizophrenie-Gen?

  1. Hier das Cappu-Gespräch zweier KREATIVER, moderner, weltoffener Frauen mit geradezu beispielhaften SOZIALEN BEDINGUNGEN :

    @ https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/auf-ein-neues-3/#comment-41897

    Miriam: In einem Deutschland, wo Straftaten von geschützten Menschen nicht toleriert, sondern angefeindet werden und es Hetzer gibt, fühle ich mich zunehmend unwohl. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich alles zum Guten wendet.

    Ska: Meiner ist Syrer und Afghane und 15 Jahre.

    Miriam: Du hattest doch einen Sudanesen, oder?

    Ska: Ja, aber den haben sie abgeholt. Nur wegen ein paar kleinen Krabbeleien und Raufereien und diesem rassistischen Mädchen, das ihn zuletzt angezeigt hat.

    Miriam: Das macht mich so unendlich traurig, sowas zu hören. Es ist traurig, dass man Angst um seine Mitbürger haben muss, nur weil sie eine andere Herkunft haben. Das ist nicht mehr mein Deutschland.

    Ska: Ja, überall Hetze, Beleidigungen und unmenschliche Ergüsse. Das lässt mich schaudern. Ist der Mensch wirklich noch Mensch? Ich zweifle stark daran. Aber wir holen uns bald einen neuen, damit unser Lieber nicht so allein ist.

    Miriam: Wie alt ist er denn?

    Ska: Sagte ich doch bereits. Er ist 15. Und total schnuckelig. Als er vor 8 Jahren seinen Uni-Abschluss machte, sah er noch viel schnuckeliger aus. Ich hab da letztens Fotos gesehen als wir vor kurzem Addieren geübt haben. Eurer ist doch auch ungefähr in dem Alter, nicht?

    Miriam: Etwas jünger. Aber er ist schon gut entwickelt. Schau dir mal sein Foto an. Das ist sein Führerschein-Foto aus der Heimat. Ich hab es mir kopiert und trage es immer bei mir. Und das hier. Ich habe ihn letztens unter der Dusche fotografiert. Süß, nicht? Ich bin immer noch begeistert von meinem Afghanen. Ich überlege mir jetzt, zum Islam überzutreten.

    Ska: Cool! Da hatten wir auch mal drüber gesprochen.

    Miriam: Ja, uns geht es allen einfach viel zu gut. Die meisten wissen doch gar nicht wohin mit ihrem ganzen Geld. Mein Mann will jetzt mehr in bereichernde Reisen investieren, auch mal nach Afghanistan, nach Syrien und in den Sudan. Um Land und Leute kennenzulernen, damit wir uns besser integrieren können.

    Ska: Interkulturelle Kompetenzen, klar. Weiß ich Bescheid. Ich möchte auch mal in arabische Länder – mal bei einer Steinigung zusehen oder so – und natürlich helfen, klar.

    Miriam: Unser Pastor sagt immer: „Jesus ist Afghanistan – wir haben Jesus geholt! Islam ist wahrer Friede und die Bekämpfung der Nazis eine Tugend.“ Und alle, die nicht bereit sind, Opfer zu tragen, damit es den Menschen in der Welt alle besser geht, sind Nazis – und die müssen raus.

    Ska: Bringst Du deinen immer noch jeden Tag zur Schule?

    Miriam: Ja, hab ich bislang gemacht. Jeden Tag. Ich hatte Angst, dass meinem Lieben etwas passiert. Jetzt will er nicht mehr. Er meint, dass man in Deutschland gar nicht unbedingt Deutsch braucht.

    Ska: Echt, jetzt?

    Miriam: Ja, wir brauchen die dringend. Jeder ist eine Bereicherung und macht das Leben bunter. Peter Scholl-Latour hat einmal treffend gesagt: „Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern dem eigenen Land oder so.“

    (Gibt es ein Blödheits-Gen? Siehe Science…….)

  2. @1: Sie sollten sich unbedingt auf dieses Gen testen lassen!
    Was treibt Sie eigentlich zu diesem Furor? Haben Sie das alles schon mal mit ihrem Seelsorger besprochen? Sollten Sie tun …

  3. Die Varianzaufklärung lag im Übrigen bei 7%…

    „More recently, hypothesis-free, agnostic genome-wide association studies (GWAS) have detected many common genetic variants of small effect — primarily single-nucleotide polymorphisms (SNPs) — associated with schizophrenia. The most recently published large-scale schizophrenia GWAS of 36,989 individuals with schizophrenia and 113,075 controls, meta-analysed across 53 substudies, by the international Psychiatric Genomics Consortium (PGC) in 2014, identified 128 common variant associations spanning 108 independent loci that met genome-wide statistical significance59. Of note, each of the 108 loci, many of which contain multiple genes, accounts for just a tiny increase in risk across the sample studied and for a very modest increase in the odds ratio (OR) of schizophrenia status (OR < 1.3). Risk-associated alleles differ in frequency between cases and controls by <2% in most instances, with at least one-sixth of the substudies showing a risk association with the alternative allele to that implicated by the majority of substudies. These data confirmed earlier evidence of a substantial polygenic component to the risk of schizophrenia, with up to 7% of the variance [sic] on a liability scale for schizophrenia explained by a polygenic risk score encompassing all marginally significant risk variants — a calculated additive effect of thousands of common alleles of very small individual effect size."

    Birnbaum, R., & Weinberger, D. R. (2017). Genetic insights into the neurodevelopmental origins of schizophrenia. Nature Reviews Neuroscience, 18(12), 727.

  4. Eleanor Longden:

    „Mein psychischer Gesundheitszustand war ein Katalysator für Diskriminierungen, Beschimpfungen sowie körperliche und sexuelle Übergriffe, und mir wurde von meinem Psychiater gesagt: “Eleanor, mit Krebs wären Sie besser dran, weil Krebs leichter zu heilen ist als Schizophrenie.“ (05:20)

    „…eine viel nützlichere (Reaktion) wäre die Botschaft hinter den Worten zu dekonstruieren. Wenn die Stimmen mich also warnten, nicht das Haus zu verlassen, dankte ich ihnen dafür, dass sie mich darauf aufmerksam gemacht hatten, wie unsicher ich mich fühlte. … Ich setzte den Stimmen Grenzen, und versuchte, mit ihnen in positiver Weise umzugehen, aber dennoch respektvoll, indem ich einen langsamen Prozess von Kommunikation und Kollaboration aufbaute, durch den wir lernten, zusammenzuarbeiten und einander zu unterstützen. … Die Stimmen nahmen den Platz dieses Schmerzes ein und gaben ihm Worte, und eine meiner größten Offenbarungen war, als ich merkte, dass die feindlichsten und aggressivsten Stimmen eigentlich die Teile von mir repräsentierten, die am tiefsten verletzt worden waren, und daher musste diesen Stimmen das größte Mitgefühl und die größte Fürsorge entgegengebracht werden. Bewaffnet mit diesem Wissen versammelte ich schließlich mein zerbrochenes Selbst. Jedes Fragment wurde durch eine andere Stimme verkörpert. Ich setzte meine Medikamente langsam ab. … Ich erinnere mich an den bewegendsten und außergewöhnlichsten Moment, als ich einer jungen Frau half, die von ihren Stimmen terrorisiert wurde, und mir bewusst wurde, dass ich zum ersten Mal nicht mehr selbst so fühlte, sondern endlich in der Lage war, einem anderem zu helfen. … Empathie, Gerechtigkeit und Respekt (sind) mehr als Worte (); sie sind Überzeugungen, und diese Überzeugungen können die Welt ändern.“
    (ab 08:44)

    https://www.ted.com/talks/eleanor_longden_the_voices_in_my_head/transcript?language=de

  5. @1,2: Ursprünglich dachte ich ja an solche Fragen:

    Wie ist grundsätzlich unser Umgang, mit potentiell hochaggressiven jungen Männern aus anderen, GANZ anderen Kulturen, die eine geringe Frustrationstoleranz aufweisen?

    40% aller Flüchtlinge wären angeblich suizidgefährdet. Wie gehen wir mit Leuten um, die offensichtlich nichts mehr zu verlieren haben und deshalb leicht andere mit in ihr Unglück reißen könnten?
    ……..

  6. Aber es scheint/könnte viel banaler sein:

    Blogeintrag im bunten Kandel:

    “ Es handelt sich bei dem Mörder von Mia V. ganz sicher nicht um einen echten Flüchtling. Er kam, zusammen mit seinem Cousin, per Linienflug aus Kabul via Istanbul nach Frankfurt und beantragte in Frankfurt dann Asyl. Sein Onkel (Name mir bekannt) lebt in Kabul in einer Art Palast und ist Unternehmer (Spedition). Auf der FB-Seite des Onkels, welche von den Ermittlern oder Staatsanwaltschaft inzwischen genau wie die Seite des Mörders von Mia gesperrt wurde, waren jede Menge Fotos zu sehen….vom Leben in Kabul…alle gut gekleidet, teure Autos, Firma-…..und alle mit Waffen.“

  7. es reicht jetzt, verdammt noch mal
    Statt Karten
    https://email.t-online.de/gc#method=showWriteEcard&recipientData=
    und wo sind die Todesanzeigen?

    „Ausgehen möchte ich dabei von einem Beispiel, das vielleicht nicht einmal im engere Sinne als literarisches Dokument anzusehen ist – es handelt sich um einen autobiographischen Bericht-, das aber gerade in seiner egozentrischen Perspektivik die Sachlage besonders deutlich illustriert. Es ist die einzige Publikation ihres Verfassers geblieben, der als Sprachlehrer an einem Zürcher Gymnasium arbeitete und im Alter von 32 Jahren an Krebs starb. Das Buch trägt den Titel MARS und erschien unter dem Pseudonym Fritz Zorn. Es beginnt mit den Sätzen: „Ich bin jung und reich und gebildet; und ich bin unglücklich, neurotisch und allein. Ich stamme aus einer der allerbesten Familien des rechten Zürichseeufers, das man auch die Goldküste nennt. Ich bin bürgerlich erzogen worden und mein ganzes Leben lang brav gewesen. Meine Familie ist ziemlich degeneriert, und ich bin vermutlich auch ziemlich erblich belastet und milieugeschädigt. Natürlich habe ich auch Krebs, wie es aus dem vorher Gesagten eigentlich selbstverständlich hervorgeht.“ 50
    Der hier redet, das wird sofort deutlich, ist nicht gesonnen, irgendwelche Rücksichten zu nehmen. Er wird deshalb aber weder zynisch noch sentimental, sonder spricht von seinem Unglück in einer Einstellung, die die private Erfahrung zu einer sozialen Fallstudie zu objektivieren versucht. Damit wendet der Autor sich aber nicht an den Affekt unserer Teilnahme, sondern an den unseres Interesses. Dies wird in der Stilisierung schon deutlich: So verrät der pointierte Verweis auf den Zusammenhang von Krankheit und sozialem Milieu die Vertrautheit de promovierten Romanisten mit den Kunstmitteln der traditionellen Rhetorik, ohne daß er jedoch der Gefahr eines rein rhetorischen Appells unterliegt. 51 Zrn, der auf sich immer nur mit der Abkürzung . verweist, meint, was er sagt, und unternimmt als Vivisekteur in eigener Sache nichts Gerngeres als eine Abhandlung über die karigogenen Aspekte einer Gesellschaft, deren lebensfeindliche Impulse sich im anarchischen Krankheitsbild eines unkontrollierten Zellwachstums verdichten. Jenseits aller privaten Tragik kann deshalb der Autor auch die Auffassung vertreten, „daß dieser mein persönlicher Fall nicht nur ein Einzelfall ist, sondern vermutlich ein repräsentativer und allgemeiner, der für viele andere stehen könnte. Und darum vielleicht ein politischer.“ (S.45) “
    Karl Menges
    „Das Private und das Politische“
    ISSN 0179-2482
    ISBN 3-88099-186-3

  8. zumal zwischen Motten und Maden immer noch ein gewaltiger Unterschied besteht…
    „http://news.doccheck.com/de/blog/post/7974-metoo-aerzte-unter-der-guertellinie/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-DocCheckNews18.02(Campus)-2018-01-10&user=473ba4743bf7facc9e85bc0b390849be&n=4475&d=28&chk=0a9a2f7eb58fe01c5af8393a99ecc359&nl=4475&block=30088“

  9. @1: Woran erkennt man einen minderjährigen Flüchtling? ———
    An seinem langen Bart. #Kika

    Die beunruhigende Blitzalterung von Diaa aus Syrien geht weiter…….

    »Ich mag nicht, dass andere Typen mit ihr reden. Sie gehört mir.« Diaa (gleichaltrig)

    Unbedingt anschauen: Morgen, So:
    ZDF-Kika präsentiert: „ Leben wie zu Zeiten des Propheten, Teil 1: 60-jähriger Syrer stellt seine siebenjährige Ehefrau vor.“

  10. @18: Sie sind an überzeichnendem Sarkasmus aber auch nicht zu überbieten, Georgy .
    Jetzt machen Sie aber auch mal einen Punkt.
    Es reicht!
    Zumal mal das auch auf dem kleinen Dienstweg erledigen kann.

  11. PS:
    Suche -aus gegebenem Anlass- noch Hintergrundsliteratur zum angemessenen Umgang mit Todesfällen in Zusammenhang mit Zeit und Zeitlosigkeit (in Ewigkeit)
    Aber nicht so im Rahmen der altbekannten, (trans-)religiösen und psycho-philo-sozio- Floskeln und Rituale mit dem üblichen Blabla.

    Und das Ganze bitte nur für max nen Zeitraum bis 14 Tagen bis max. drei Wochen.
    Nichts was drüber rausgeht, bitte. (Max. eine DSM V – Trauerperiode. Trigger außen vor)
    Mit der Pathologie will ich mich in diesem Zusammenhang garnicht erst befassen, Das ist ein derart unerschöpflich weites Feld, darin kann man im Zweifel nur
    tränenreich & barock absaufen.
    Wer will kann das gerne weiter beackern.
    Hab auch noch jede Menge Literatur dazu,
    die ich z.T. auch verschenken will über, FB o.a.ä.

    Ach so,
    und dann noch zu den Formaten
    Möglichst schlicht.
    Lieber was untern Tisch fallen lassen und verschweigen als auch nur annährend überhöhend lobhudeln, und das auch noch mit irgendwelchem Kitsch an Rocaille-Schnörkeln. Das geht garnicht.
    Dann eher nen groben Schwenk zu nem Schwank
    (irgendwelche Jugendsünden halt, so noch voll im Saft stehend)
    ( bitte am besten gleich: Bin über Wo-Ende durchgehend erreichbar bis Ende nächster Woche.)
    Memorial ist am Freitag.

  12. Halleluja: Die ersten (lockeren!!) Vorab-Rezensionen des neuesten Simon-Werkes sind aufgetaucht:

    „Spannend und erhellend. Eine überwältigende Bestätigung meiner jahrzehntelangen Mimesis-Forschung“ F.F. in seinem Blog nebenan

    „OMG. Wunderbar! Habe noch einen schönen Tag, Fritz. Das darf ich verwenden, gell?“
    G.P. (BWL) in: „Globalisierung aus der Badewanne“, Wendland 2038

    „Bullslit“ Georgy in „Der Pfälzer Bauer“ (seit 1885 unverändert)

  13. Weißt Du, Georgy, Du bist so etwas wie ein kleines göttliches Wunder.
    Nicht unbedingt der Fleisch gewordene Geist, aber die Fleisch gewordene narzisstische Kränkung.
    Das ist ja schon mal was. Ein erster Versuch gewissermaßen.

  14. Kultur ist Veränderung.

    Zum nach- und umdenken für alle nostalgische Illusionisten und romantischen Fiktionsgläubigen mit Restintelligenz, welche immer noch wie besessen, den Schimären kultureller Identität und den Fata-Morganas einer verklärten Heimat, die es angeblich zu bewahren gilt, hoffnungslos hinterher jagen. Nicht genug damit, mit ihrem Gejammer eigene kostbare Lebenszeit und diejenigen welche sie zum Sündenbock erwählen zu verschwenden. Am Ende scheitern sie so kläglich, wie sie begonnen haben.

    https://www.perlentaucher.de/buch/francois-jullien/es-gibt-keine-kulturelle-identitaet.html?r=print

  15. @24 Wer zu faul zum nachlesen der Leseprobe ist (gibts beim Verlag), findet hier eine Buchkritik im dlf zum hören

    https://goo.gl/NbxTRP

    @24 Tja, stimmt auch, wer in seiner „Restintelligenz“ nur im Gestern lebt, für den mag alles, was nach Morgen und Zukunft klingt, sinnlos scheinen und keine Bedeutung darin finden…

    „Wo immer man unter Intellektuellen alten Stils die Wiedererfindung des Politischen beschwört, mischt sich das Heimweh nach den Zeiten ein, in denen man glauben wollte, den Tag des Zorns dicht vor sich zu haben.“ (P.Sl…jk.)

  16. Der Tag des Zorns ist jetzt! Wenn Schizophrenie nicht ausschließlich genetisch bedingt ist und wenn die familiäre Psychopathologie – wie immer auch gesellschaftlich bedingt – dabei eine Rolle spielt, dann wirkt auch die aktuelle Verfassung der Gesellschaft schizophrenogen: die Arbeitsteilung, der Konkurrenzdruck, die Zersplitterung, das ewige Gegeneinander. Siehe auch dieses Blog!

  17. @24-26: Kultur ist Veränderung. Der Satz wirkt tatsächlich nach. Waren Sie es nicht, der letztens die Kultur der Erinnerung an den Holocaust hochgehalten hat? Der gar von „Blutzeugen“ gesprochen hat? Nun – wenn Kultur Veränderung ist, warum daran festhalten? Warum an Ehe, Partnerschaft, Bindung – alles traditioneller Kram, Schimären von im Alten verhafteten Illusionisten. Schicken Sie Ihre Frau in die Wüste, geben Sie die Kinder ins Heim oder zu Pflegeeltern – öfter mal was Neues! Oder die Töchter, so sie welche haben, auf Erlebnisurlaub nach Afghanistan oder Zentralafrika. Sie haben Sorge wegen des dortigen Umgangs mit Mädchen und Frauen? Sie Reaktionär! Woher dieses pathologische, mürrische Anklammern an Tradition und Sitte? Der Paschtune hat auch welche! Sind sie etwa schlechter als die unseren? Er hat mit 12 Jahren von seinem Vater ein Messer bekommen und ein Mann ist und bleibt er nur, wenn er seine Ehre damit und mit dem Blut des Menschen, der seine Ehre verletzt hat, wiederherstellt. Letztens zu beobachten im pfälzischen Kandel. Kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit einem zwanghaften Festhalten an mitteleuropäischen Rechtsnormen. Veränderung heißt das Zauberwort der Zeit! Schöne Neue Welt!

  18. @28) Gerade Kinder zeigen uns den täglichen Wandel sehr eindrucksvoll. Aber so einfach ist das nicht, das stimmt wohl schon.

    Wir können unsere „Kultur“ hier nicht „verlieren“. Das ist schon faktisch nicht möglich. Dazu müsste man sämtliches Schriftwerk (und die Gebäude und Lebensräume rundherum) zerstören, nachhaltig zerstören (aber gut, Sie lesen ja bekanntlich am Komposthaufen sitzend …).

    Kultur/Rituale/Bräuche werden nicht „nur“ von Mensch zu Mensch tradiert. Sie sind in die Außenwelt eingraviert, in Form von Bauwerken, gewachsenen Städten, von Generation zu Generation weitergegebenem Wissen – und dieses Wissen wird nicht nur oral vermittelt (wenn doch, ist es ein Jammer, denn stirbt der Mensch, ist es weg) -man kann es – im Idealfall – im Außen fixieren. Das machen wir dauernd. Auch hier in diesem Blog. Wobei diese virtuelle Welt viel leichter zu „zerstören“ ist, als Bibliotheken und über Generationen gewachsene Strukturen.

    Es ist nicht davon auszugehen, dass auch nur irgendetwas davon „kaputt“ geht, nur weil Menschen aus Krisenregionen ins Land kommen. Das ist einfach nur ein blanker Unsinn. Es wird dort oder da eine Moschee entstehen. Na und?

    „Es war als hätte der Himmel
    die Erde still geküsst,
    dass sie im Blütenschimmer
    von ihm nun träumen müsst.

    Die Luft ging durch die Felder,
    die Ähren wogten sacht,
    es rauschten leis‘  die Wälder,
    so sternklar war die Nacht.
    Und meine Seele spannte
    weit die Flügel aus,
    flog durch die stillen Lande,
    als flöge sie nach Haus.“

    „Mondnacht“
    Josef von Eichendorff

  19. @ 31 Georgy
    @ 28 Lothar Eder

    „Die Welt“ preist Sebastian Kurz als „DIE Alternative zu Merkel“: „Zum ersten Mal seit Eintritt in die Europäische Union ist Österreich dank dieses schlaksigen Politikers, der immer noch so wirkt, als irrte er umher wie ein Kind in den Wäldern des Mannesalters, eine außenpolitische Größe, die bei Bedarf eine Achse gegen die Berliner Flüchtlingspolitik bilden kann.“

  20. Es kommt auf den MUT an, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen, wenn sich die Welt geändert hat.

    Den hat auch Trump: Bsp.: Die Firmen holen Abermilliarden ins Land zurück (die sie vorher im Ausland versteckt hatten) und investieren (siehe Apple).

  21. Haben Sie auf Ihre Morgenmedikation vergessen? Oder haben Sie 0 – 2 – 2 ? Dann wäre es jetzt bald an der Zeit –

  22. @ 34: Für die in Ihrem Kommentar 28 beschriebenen Veränderungen, wie etwa „die Islamisierung des Abendlandes“, die „Bedrohung durch messerfuchtelnde Nafris“ und die Flüchtlings“KRISE“.

  23. (Quelle: Blendle)

    Ich hol dich hier raus

    Ein alter Mann verliebt sich in einen jungen, ­drogenabhängigen ­Afghanen. Jetzt führen Achim und Omran eine Beziehung – nur was für eine?
    Text CHRISTOPHER PILTZ; Fotos JOHANNA-MARIA FRITZ & CHARLOTTE SCHMITZ

    „Wolle Sex?“ Omrans Stimme klingt tief und kratzig. Achim folgt ihm ins Gebüsch
    Achim kann die Zahl nicht vergessen. Sie lässt ihn stutzen, als er an einem Sommertag mit einem Bekannten durch den Berliner Tiergarten geht. Später nennt er sie ein Unding, ein Verbrechen.
    Fünf Euro.
    Für fünf Euro kann man sich eine Zeitschrift kaufen oder eine Flasche Wein. Einen Sixpack Bier, mit Pfand. Man bekommt vielleicht ein Spaghettieis oder einen Döner. Fünf Euro, das ist kleines Geld.
    „Im Tiergarten kannst du dir für fünf Euro einen blasen lassen“, sagt der Bekannte an jenem Sommertag zu Achim. Es ist Juli, die Hitze treibt die Menschen in den Schatten des Parks. Achim sieht einen Spielplatz, Kinder rutschen, Kinder buddeln, Kinder weinen.
    „Fünf Euro?“, fragt er. „Ja“, antwortet der Bekannte, „dafür habe ich diesen Typen da vorne vernascht.“ Er zeigt vorbei am Spielplatz auf einen Mann, der neben einem Toilettenhaus steht. Jung sah er aus, sagt Achim später, kein Teenager, aber auch noch nicht wirklich Mann. Vielleicht gerade 20. Der Mann geht fahrig auf und ab.
    Als Achim näher kommt, sieht er das eingefallene Gesicht, die dünnen Arme. Er trägt eine viel zu warme graue Weste. Seine Augen glänzen. „Geh hin“, sagt der Bekannte. „Der ist gut.“ Achim geht auf den Mann zu. „Sex?“, fragt der. „Wolle Sex?“ Die Stimme klingt tief und kratzig. Sie reden kurz.
    Wochen später wird Achim sagen, er wollte eigentlich gar keinen Sex. Er wollte dem Mann helfen. Doch wie er ihn so häufig nach Sex fragte, so bestimmend, da wollte er ihn nicht enttäuschen. Er folgt dem Mann ins Gebüsch.
    An diesem Sommertag lässt sich Achim das erste Mal von Omran einen blasen. Er zahlt 20 Euro, findet das einen fairen Preis. Achim will niemanden ausnutzen. So einer sei er nicht, sagt er. Als Achim abends im Bett liegt, fragt er sich, wie verzweifelt und hoffnungslos ein Mensch sein muss, um für fünf Euro seinen Körper zu verkaufen.
    Da weiß er noch nicht, dass Omran aus Afghanistan geflohen ist und in Deutschland nichts anderes tut als warten. Auf einen Bescheid zu seinem Asylantrag. Und dass er in einem trostlosen Moment Drogen angeboten bekommen hat. Heroin, die erste Kugel geschenkt, gegen die Traurigkeit und die Angst. So verführte ihn der Dealer. Es dauert nicht lang, bis Omran beginnt, anzuschaffen, um Geld für das Heroin aufzutreiben. Bald schläft er im Tiergarten, sucht in den Mülleimern Essen und liest Zigarettenstummel vom Boden auf, um sie zu rauchen.
    Wie er da nachts in seinem Bett in Berlin-Schöneberg liegt, weiß Achim Müller, 70 Jahre, pensionierter Verwaltungsbeamter, auch noch nicht, dass er sich wenige Wochen später in diesen Omran verlieben wird. Er, der einmal die Afd gewählt hat, 2014, bei der Europawahl. Sein persönlicher Warnschuss an die Politiker sei das gewesen, er sagt: „Wir können keine Flüchtlinge mehr aufnehmen, wir sind überfordert!“
    Achim und Omran heißen eigentlich anders. Sie werden eine Beziehung beginnen, die viele Außenstehende pervers fänden oder zumindest unverständlich. Eine Beziehung, die Omran Abdullahi, 20 Jahre, wahrscheinlich das Leben retten wird.

    Dutzende männliche Flüchtlinge schaffen im Tiergarten in Berlin an. Sie wollten auf den Bildern nicht erkennbar sein, ebenso wenig wie Achim und Oman.
    Die Geschichte von Omran und Achim ist eine, die im ersten Moment so eindeutig anmutet: Der Sugardaddy holt sich einen Liebhaber ins Haus, der keine andere Wahl hat. Ein alter Mann nutzt einen jungen aus. Verbringt man länger Zeit mit den beiden, ist weniger klar, wer hier eigentlich wen ausnutzt. Oder ob eine Beziehung, die so ungleich ist, falsch sein muss.
    Es ist auch eine Geschichte über das Versagen der Behörden, die Flüchtlinge oft monatelang hinhalten. Noch immer leben in Berlin knapp 6000 Menschen in Notunterkünften, in Containern und Zelten, manche seit drei Jahren. Allein im ehemaligen Flughafen Tempelhof schlafen immer noch Hunderte in einem alten Hangar.
    Im Frühjahr 2017 dauerte ein Asylverfahren im Schnitt 11,7 Monate. Das klingt nicht besonders lang, wenn man einen geregelten Alltag hat. Für jemanden, der getrennt von seiner Familie lebt und Angst vor der Rückkehr in einen Krieg hat, gleicht es einer Ewigkeit.
    Sozialeinrichtungen klagen, sie seien überfordert, hätten zu wenig Geld für psychologische Betreuung. Viele der Flüchtlinge sind traumatisiert und dadurch besonders suchtgefährdet, sagen Experten. Für Berlin ergibt das mehr als 400 Menschen, für ganz Deutschland mehrere Tausend. Die Zahl der Flüchtlinge, die am deutschen Alltag scheitern, steigt, je länger sie warten.
    Ein Nachmittag im Oktober 2017. Achim lenkt seinen alten Mercedes durch Westberlin. Er ist auf dem Weg zur Ausländerbehörde, Omran abholen. Sechs Stunden musste der auf seinen neuen Ausweis warten. Im Radio kündigen sie Unwetter an, die ersten Vorboten von Sturmtief Xavier fegen über die Stadt. Achim umkurvt abgebrochene Äste. „Mein Gott, mein Gott“, murmelt Achim. „Omran hat doch nur ein T-Shirt und seine Weste angezogen. Mein Gott. Der Arme. Er hat noch gesagt: ‚Lass uns vormittags fahren, dann sind wir in einer Stunde fertig.‘ Und jetzt: sechs Stunden!“
    Achim gibt Gas, fährt bei Gelb über Kreuzungen. Wenig später sitzt Omran auf dem Beifahrersitz. Achim streichelt ihm über den Arm, wärmt ihm die Hände, zündet ihm eine Zigarette an. „Es tut mir leid, das nächste Mal fahren wir eher hierhin.“ Omran schweigt und raucht.
    Die Dämmerung setzt ein, als sie vor einem China-Imbiss anhalten. Sie bestellen Hähnchen süßsauer für 5,90 Euro, setzen sich an einen der kleinen Tische. Achim versucht, ein Gespräch aufzubauen. Fragt, welche Unterlagen Omran noch für seinen Asylbescheid brauche. Ob er schon den Antrag gestellt habe, umziehen zu dürfen. Sie planen, dass Omran seine offizielle Unterkunft verlässt, den Schlafsaal mit den sieben fremden Männern und Bettwanzen, und bei Achim einzieht.
    Omran nickt. Er antwortet, ein tiefes Nuscheln, man versteht kein Wort. Achim schaut in an. „Was sagst du?“ Omran wiederholt seine Antwort. Achim stutzt. „Lass uns das später klären, mit Google Translator“, sagt Achim.
    Achim sagt, es koste viel Kraft, sich um Omran zu kümmern. Das sei ein Vollzeitjob. Aber es würde ja sonst niemand machen. Dann isst er weiter. Da sitzen sie, dieser kleine, alte Mann mit grauem Haar und Bauchansatz. Und der junge Mann mit den dünnen Armen. Ein seltsames Paar.
    Omran wuchs in Maimana auf, im Norden Afghanistans, nahe der turkmenischen Grenze. Hügelketten umgeben die Stadt, Traubenbäume und Melonen wachsen dort. Omran war sechs Jahre alt, als seine Mutter starb, während sie Zwillinge gebar. Auch sie starben. Als er 13 war, kam sein Vater auf einer Reise um. Dann begann der Terror. Ein Attentäter sprengte sich Ende 2012 in einer Moschee in die Luft. Immer wieder griffen Taliban Maimana an, Hunderte wurden getötet.
    Omran nennt sein altes Leben die Hölle. Er besuchte keine Schule, hatte keinen Job. Manchmal schlief er auf der Straße. Im Sommer 2015 flüchteten Tausende aus seiner Region. Omran sagt, er floh nicht nur vor den Kämpfern der Taliban, sondern auch vor seinem kaputten Leben.
    Er reiste in die Türkei und setzte in einem Schlauchboot über nach Griechenland. Wochen später erreichte Omran Berlin. Eine Stadt ohne Bomben, ohne Krieg, ohne Taliban. Doch sein Leben, sagt er, sei weiterhin scheiße gewesen. Er weinte oft, lief ziellos durch die Stadt.
    An einem Tag sah er, wie ein Mann sich übergab. Er fragte, ob er helfen könne. Alles gut, sagte der Mann. Er brauche nur Heroin. Heroin befreie einen von seinen Schmerzen. Zusammen gingen sie zu einem Dealer, Omran rauchte ­seine erste Kugel. Am nächsten Tag schmerzten sein Kopf und sein ­Magen. Er suchte den Dealer wieder auf. Dieses Mal zahlte er zehn Euro für die Kugel. Bald war er pleite. Der Dealer erzählte ihm vom Tiergarten. Dort könne er einfach Geld verdienen, manchmal 50 Euro auf einen Schlag. Er brauche nur seinen Körper.
    Statt im Tiergarten seinen Körper zu verkaufen, geht Omran nun mit Achim Fahrrad fahren.
    Schon seit Jahrzehnten dient der Tiergarten als Schwulentreffpunkt. Zu Kaiserzeiten boten sich Stricher an. Im Südwesten des Parks, zwischen Siegessäule und Bahnhof Zoo, liegt die „Cruising Area“; hier treffen sich Männer spontan für Sex, ohne Geld. Ein Blick, ein paar Worte und die Männer verschwinden hinter Rhododendronbüschen. Zurück bleiben unzählige aufgerissene Kondomverpackungen.
    Vor einigen Jahren kam der Strich der Osteuropäer dazu. Junge Rumänen und Bulgaren verkaufen sich. In letzter Zeit häufen sich die Berichte über Minderjährige, die anschaffen gehen. Manch einer der Jungs sei gerade einmal zwölf, erzählen Polizisten.
    Und jetzt die Geflüchteten.
    Aus Afghanistan, Iran, Irak. Gäbe es eine offizielle Hierarchie bei den Strichern, stünden die Flüchtlinge ganz unten. Sie sind am günstigsten.
    Fünf Euro.
    Es gibt idyllische, gepflegte Orte im Tiergarten. Das Herz der Hauptstadt wird eingerahmt von Schloss Bellevue, Reichstag, Brandenburger Tor und dem Botschaftsviertel. Aber dieses Herz wandelt sich zusehends zum Schandfleck. Immer mehr Obdachlose campen im Park. Anfang September wurde eine Frau auf ihrem Heimweg ermordet, wenige Meter von der S- Bahn entfernt, für 50 Euro und ein Handy. In den vergangenen Monaten durchkämmten Hundertschaften der Polizei den Park, vertrieben Obdachlose, versuchten, pädophile Freier festzunehmen.
    Achims Leben glich einer Schallplatte, die hängen geblieben war. Bis Omran kam

    Achim erfuhr aus den Nachrichten von den Jungs im Tiergarten. Er arbeitete früher bei der Stadt, ist eine Kiezgröße in der Westberliner Schwulenszene. Er sitzt häufig in den Schöneberger Szenebars. An vielen Läden hängen dort Regenbogenfahnen, im Sommer veranstalten sie ein lesbisch-schwules Straßenfest. Fragt man ihn, wie sein Leben war, bevor er Omran traf, schaut er einen an, schweigt. „Ich weiß es nicht“, sagt er schließlich. Fragt man weiter, erzählt er von David. Dem Intelligenten. Der Französisch, Englisch und Italienisch sprach. Das ganze Periodensystem aufsagen konnte, Klavier und Orgel spielen. So, wie Achim von ihm redet, klingt er nach seiner großen Liebe.
    Mitte der 2000er traf er David in einer Bar. Achim war 58, David 19. Er war vor seinen Eltern geflohen, streng katholischen Christen, Anhängern der Piusbruderschaft, einer Sekte. In Berlin ging er anschaffen, sammelte Geld für seine Freiheit. Achim ließ ihn bei sich einziehen, kümmerte sich um ihn, kämpfte mit David gegen dessen Alkoholsucht. Sie spielten Schach, sie hörten Musik, sie gingen essen. David, sagt Achim, sei ein ganz Besonderer. Wäre da nur nicht der Alkohol gewesen.
    Dann kam der 28. Februar 2015. Achim war gerade auf Gran Canaria im Urlaub, wie jedes Jahr, als ihn der Anruf erreichte. David war in der Toilette einer Bar zusammengebrochen, wenige Tage vor seinem 30. Geburtstag, wahrscheinlich ein Hirnschlag. Die Eltern holten ihn zu sich nach Süddeutschland, um ihn zu pflegen. Zurück blieb Achim.
    Er schaute abends Talkshows, spielte tagsüber in Kneipen Skat. Rauchte. Flog im Winter nach Gran Canaria. Essen beim Chinesen, Varieté, Wandern. Sein Leben glich einer Schallplatte, die hängen geblieben war. Ständig wiederholte sich alles.
    Bis Omran in sein Leben trat.
    Vier Tage, nachdem Achim Omran zum ersten Mal im Park traf, lud er ihn zum Essen in einen türkischen Imbiss ein. Sie trafen sich fortan jeden Tag. Achim gab Omran Geld, damit er nicht mehr mit anderen Männern schlafen muss. Er kaufte ihm ein Handy. Sie fuhren zusammen auf Rädern durch die Stadt, blickten von der Siegessäule auf Berlin, aßen Erdbeerkuchen im Kaufhaus, fieberten mit Herta BSC im Olympiastadion.
    Manchmal fuhren sie noch zum Tiergarten. Omran kaufte vorher Brötchen, Bananen und Thunfisch, für die Jungs, sagte er, die hätten ja nichts. Sie redeten kurz mit ihnen, danach fuhren sie weiter, legten sich auf eine Wiese. Arm an Arm schliefen sie ein.
    Der Winter ist über Berlin eingebrochen. Kälte zieht durch die Straßen. In einem Café sitzt Omran, Achim will vor die Tür gehen, er muss eine Zigarette rauchen, ohne Omran. Er sieht abgekämpft aus. „Hätte ich gewusst, was ich da beginne, würde ich es nicht mehr machen“, sagt er.
    Achim schenkte Omran ein Handy und gab ihm Geld.
    Seit zwei Wochen wohnt Omran bei Achim, zwei Männer in einem Apartment, 37 Quadratmeter. Ein Bett, ein Schlafsofa, eine Einbauküche. Omran sei oft launisch, sagt Achim. Aggressiv. Brülle ihn an, wenn er ihn nicht richtig verstehe, Aber wie solle er, Omran spreche ja kaum Deutsch, sie könnten ja nur schwer miteinander reden. Das zehre an den Nerven, bei beiden.
    Achim hat Omran bei einem Deutschkurs angemeldet. Er hat einen Anwalt eingeschaltet, nachdem der erste Asylantrag abgelehnt wurde. Achim suchte eine ­ Drogenberatungsstelle und einen Psychotherapeuten. Sie gingen zusammen zu einem Arzt, Achim nahm eine Flasche Weinbrand mit, eine kleine Aufmerksamkeit, um die Behandlung zu beschleunigen. So macht er das häufig.
    „Du bist allein. Ich bin allein. Warum ­sollten wir nicht zusammenbleiben?“

    Als er Omran kennenlernte, bezahlte er andere Stricher, um Auskünfte über ihn zu bekommen. Später zahlte er ihnen Geld, um zu erfahren, ob Omran heimlich noch anschaffen geht. Achim ist ein Mann, der etwas gibt, um etwas zu bekommen.
    Es gibt inzwischen einige Paare wie Achim und Omran, erzählen Sozialarbeiter, die die Szene kennen. Nicht alle würden den Männern wirklich helfen. Oft würden sie in den Park gehen, sich Männer aussuchen wie Ware in einem Geschäft und mit nach Hause nehmen. „Manche führen ein Leben wie ein Hund. Einfach gehorchen und mitlaufen“, sagt ein Sozialarbeiter.
    Achim kennt diesen Argwohn, der ihm entgegenschlägt. Er beteuert, Omran könne jederzeit gehen. Aber wohin sollte er?
    Es ist diese Ungewissheit, die für Omran zur Gefahr werden kann. Im Moment sieht er nur eine Person beim Planen seiner Zukunft: Achim. Er hat nie gelernt, alleine in Deutschland zu leben.
    Morgens wechseln beide sich ab beim Brötchenholen. Omran räumt für Achim den Keller auf. Jeden Tag zieht er los, Flaschen sammeln. Von dem Geld lädt er Achim manchmal abends bei ihrem China- Imbiss um die Ecke ein. Manchmal kommt Omran mit Sachen nach Hause, die er auf der Straße gefunden hat. Leere Koffer. Alte Schuhe. Ein altes Reisebett. Er schenkt sie Achim. Achim lagert dann alles im Keller, er will es nicht wegschmeißen. Er will Omran nicht verletzen.
    Redet man allein mit Achim, klingelt ständig sein Smartphone. Omran fragt, wann Achim nach Hause komme. Schickt Herzen und Videos mit sich streichelnden Katzen. Was ist Kalkül? Und was sind Gefühle?
    Seit August ist Omran auf Methadon, ein Ersatzstofffür Heroin. Die Dosis wird nach und nach verringert. Bald soll Omran sogar ohne auskommen. Wenn Omran das alles erzählt, hört man seinen Stolz.
    Achim sagt, er habe viel erreicht. Und deshalb wolle er das Projekt jetzt durchziehen. Er sagt das wirklich: Projekt.
    Achim ist ein Mann, der gerne in Monologen redet. Stellt man eine Frage, wischt er sie mit seiner Hand weg wie eine lästige Fliege und redet weiter. Nur bei einer Frage wird Achim still. Denkt nach. Ist Omran schwul? „Ich weiß es nicht. Er sagt, er sei bisexuell. Das kann ich mir vorstellen.“
    Die Frage scheint ihn zu beschäftigen. Einmal bezahlte er für Omran eine Prostituierte. Nach fünf Minuten, erzählt Achim, kam sie entnervt aus dem Zimmer. Der kriege keinen hoch, könne man vergessen. Bei ihm sei das anders.
    Spricht man mit Omran und einem Übersetzer allein und schneidet das Thema an, blockt er ab. Er möchte nicht darüber reden. Nicht über Sex. Aber was ist Achim für ihn dann? „Er ist Vater, Freund und Bruder, alles zugleich. Ohne ihn wäre ich im Park gestorben.“
    An einem Abend fragt Achim Omran, warum er das alles mitmache. Warum er bei ihm bleibe. „Das ist doch recht einfach: Du bist allein. Ich bin allein. Warum sollten wir nicht zusammenbleiben?“
    Manchmal ist das gute Leben schon ein Stück Erdbeerkuchen im Kaufhaus des Westens.
    Omran sagt, seit dem Tod seiner Mutter habe sich niemand so um ihn gekümmert. Er weiß, dass Achim ihm nicht immer traut. Dass er manchmal 100 Euro auf dem Schreibtisch liegen lässt, um zu testen, ob Omran sie einsteckt. „Warum sollte ich? Er ist gut zu mir.“
    Fragt man Omran nach seinen Wünschen für die Zukunft, spricht er von einem Schulabschluss und einer Aufenthaltsgenehmigung. Und von seinem eigenen Café, das er gerne eröffnen würde. Ein Café mit selbst gebackenem Kuchen und gutem Kaffee. In Berlin.
    Fragt man Achim nach seinem Traum, antwortet er, er wolle mit Omran einmal nach Gran Canaria fliegen. Er will ihm seinen Lieblingsstrand zeigen. Beim Chinesen essen. Zusammen mit seiner Schwester, die immer mitkommt. Wie eine ganz normale Familie.
    Die Fotografinnen dieser Geschichte verbrachten 2017 immer wieder Zeit mit den Flüchtlingen im Tiergarten. Anfangs um sie kennenzulernen und auf ihre Situation aufmerksam zu machen, später weil sie sich mit manchen angefreundet hatten. Nun haben Johanna-Maria Fritz und Charlotte Schmitz ein Patenschaftsprogramm gegründet.
    Wer dabei mitmachen oder etwas spenden möchte, kann an ­help.­tiergarten@gmail.com schreiben und bekommt ­weitere Informationen.

  24. Lothar, lass doch, Herr Santak ist schon in Ordnung.
    Er will doch nicht, dass die AfD noch stärker wird, und engagiert sich deshalb im SPD-Ortsverein als Nazi.

  25. @ 43 „Herr Santak […] engagiert sich […] als Nazi“

    Georgy, ich glaub‘, deine Nudelmuschine klemmt!

  26. Martenstein im ZEITmagazin:
    „Über den Geist von 1968: Vieles war gut, aber auch gute Sachen können durch Übertreibung in den Irrsinn kippen“
    ………….

  27. (Eine junge Autorin wollte im Monat Dezember genau 496-mal masturbieren……)

    „Und wer hätte den Geist von 1968 je besser auf den Begriff gebracht (als diese junge Autorin) mit ihrem Satz:

    „Wenn es sich nicht mehr gut anfühlt, hört man auf?“

    Man beachte das Fragezeichen…………

  28. @Georgy: Sie haben hier sicher schon öfter masturbiert (öffentlich)… scheint ja immer noch Spass zu machen.

  29. Wikipedia: „Godwin’s law (englisch für ‚Godwins Gesetz‘) ist ein Begriff aus der Internetkultur, der von dem Rechtsanwalt und Sachbuchautor Mike Godwin 1990 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe längerer Diskussionen, beispielsweise in Usenet-Newsgroups, mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Nazi-Vergleich einbringt, sich dem Wert Eins annähert…“

    Es wird Zeit, dass mal ein bekannterer Mensch als ich einen Satz formuliert, der dann nach ihm benannter Bestandteil der Internetkultur wird:
    „’s law ist ein Begriff aus der Internetkultur, der von 2018 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe längerer Diskussionen, beispielsweise in Kehrwochen-Kommentarabschnitten, mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit stark eingeschränktem Blickwinkel die Diskussion auf Flüchtlinge lenkt, sich dem Wert Eins annähert.“

  30. AHA,
    ich dachte immer , in dieser Runde gilt:
    Only two
    can play this gama …
    Siehste wohl,
    so kann man sich täuschen.

  31. @35 „als flöge sie nach Haus. …“
    schöner Spruch, als Epitaph.

    Genauso ist mir grad zumute, wenn ich mich hier so umschaue …
    wahlweise auch nach dem Radwechsel von Brecht.

  32. An die Traumtänzer-Schafe ganz Kurz:
    Das „Menschen“ in „bei Maischberger“ bezog sich auf Trittin……

    Der Mond, das Kalb, die Seele fleucht,
    Habeck macht auf Titanic,
    ich bin schon ganz feucht.

  33. @28 Lothar Eder am 18. Januar 2018 um 8:26

    Die Attributierungen, die Sie da vornehmen, beruhen noch mal auf welchen (Vor-)Urteilen?

    Ganz zu schweigen wie armselig es daher kommt, mit keiner Silbe auf eine einzigen Gedankengang zu Aussagen und Argumenten von Francois Jullien konstruktiv einzugehen oder ihn entkräften zu können, die seine(!) These bekräftigen (die ich durchaus plausibel finde), dass „Kulturen ihrem Wesen nach wandlungsfähig sind und einem Wandel unterliegen, d.h. in der Realität keine statischen Gebilde sind“.

    Bzgl. Erinnerungskultur: Ich spreche mich durchaus für Erinnerungskulturen aus, welche hilfreich sind künftige Ethnozide zu verhindern, was bedingt, dass klar und deutlich benannt werden muss, was Ethnozide eher fördert als sie verhindert.

    Meine Bewertung ihres polemischen Kommentars: drollig bis trollig!
    Ein weiterer Sinn (sollte es einen geben) bleibt mir leider verborgen.
    Auf weitere Kommentare, gedenke ich daher nicht mehr zu antworten.

  34. „Die Höhe der Kultur ist die einzige, zu der viele Schritte hinaufführen und nur ein einziger herunter.“

    „Kultur ist die Angewohnheit, mit dem Besten zufrieden zu sein und zu wissen – warum.“

  35. Der Schritt herunter:
    Alltags-Aggressivität, Bildungsferne, religiöser Fanatismus, endemische Korruption, Clan-Mentalität und die Auflösung der staatlichen Strukturen mit Banden- und Mafia-Kriminalität – so wie schon in einigen Failed-City-Parts in Schland.

    Kleines Bsp für religiösen Fanatismus:
    https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article172590494/Salafisten-Szene-in-Berlin-waechst-rasant.html

    In NRW siehts z.T. noch düsterer aus…….

    Meine Schüler zeigten mir, welche Videos sie von religiösen Predigern anschauen…….Sie sind irgendwie fasziniert: Da ist Mumm dahinter……….!!
    MUMM!!

  36. ‚Weltende
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
    Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
    An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
    Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
    Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.‘
    Jakob van Hoddis
    1911 (!) veröffentlicht oder auch ‚Glotzt nicht so romantisch!‘ ( nicht nur wegen
    dem Los des Autors. )

  37. Schizophrenie-Meme vs. Schizophrenie-Gene?

    Die memetischen Bullshit-Fake-News-Algorithmen im Kampf um noch mehr Macht- und Deutungshoheiten laufen wohl so lange heiß, als sich mittels Zerstörung von Vertrauen in Demokratien und deren Institutionen, „schnelles Geld“ zur Selbstbereicherung generieren lässt.

    http://mokant.at/1802-facebook-user-wahlkampf-diskurs/

  38. Anmerkung: Es „gibt“ – ebenso wie die Schizophrenie – auch Jim von Os nicht. Er ist – wie wir alle – lediglich ein zeitlich sehr begrenztes Molekülkonglomerat mit äußerst limitierten Beschreibungsmöglichkeiten seiner selbst und einer „Welt da draußen“, von der ihm sein Zentralnervensystem „erzählt“.

  39. @69 Nachgefragt:

    Ist es nicht erstaunlich, welch unterschiedliche Wirkungen, „zeitlich sehr begrenztes Molekülkonglomerat“ haben, welche „mit äußerst limitierten Beschreibungsmöglichkeiten seiner selbst und einer „Welt da draußen“‘, erzählend in Erscheinung treten?

    Insbesondere, wenn sie als „Jim van Os“ erscheinen?

    Insbesondere, wenn „psychotisch Leidende“ solch unterschiedliches erscheinen, in ihrem eigenen Zentralnervensystems beobachten und zu Experten werden?

  40. Ich staune täglich.
    Ich staune auch immer wieder über Behauptungen, daß es es „Depressionen“ nicht gäbe. Naklar „gibt“ es sie nicht. Aber es sind leidvolle, hartnäckige Zustände. Natürlich „hat“ man eine Depression nicht wie ein Fahrrad (jemand, dessen Name mir gerade nicht einfällt hat dazu mal ein beachtliches Buch geschrieben). Jedoch, was ergibt sich daraus?
    Ich habe als Referent auf dem Heidelberger Kongreß die (bislang unbeantwortete) Frage gestellt: angenommen die systemische Fee würde zaubern und es gäbe keine Diagnosen mehr – was konkret wäre das Szenario z.B. für Menschen mit Burnout; Massagen, Pillen, Sanatorien? Was geschieht mit den Menschen, die sich eine Psychotherapie finanziell nicht leisten können oder wollen, denn die Kasse zahlt nur bei Krankheit? Und ist der Krankheitsbegriff für seelisch (mit)verursachte Leidenszustände tatsächlich unzutreffend? Wollen wir wirklich hinter das BSG-Urteil vom 30.7.1964 (sog. „Neurosenurteil“ zurück)?

  41. @71 Molekülkonglomerate können interessante Fragen stellen.

    Meine These ist ja, dass Diagnosen nicht viel mehr als Sprachregelungen sind.
    Zeitlich begrenzt, sind die ja auch durchaus sinnvoll und bewähren sich.

    Bedeutet denn ein „Verzicht auf Diagnosen“ (wirklich) hinter das „Neurosenurteil“ zurück zu fallen?

    Mir flüstert grad die „systemische Fee“ fragend zu: Wenn es Praktikern, insbesondere Therapeuten und Hilfesuchenden, genügt in ihren Settings erfolgreich auf Diagnosen zu verzichten und allein mit Hypothesen an praktikablen Lösungen zu arbeiten. Aufgrund welchem Recht, wird von Kassen, für diese Leistung („Heilungen und Lösungen zu finden, statt Krankheit bezahlt zu bekommen“) finanzielle Anerkennung verweigert?

  42. @ 75
    „Robert Enkes Depressionen waren von anderer Art als meine. Wir bekamen, um mit C. G. Jung zu sprechen, Besuch von derselben Dame in Schwarz. Doch während die Dame bei mir monatelang und für jeden sensiblen Beobachter sichtbar hauste, aber auch wieder auszog, besuchte sie Robert Enke wohl über Jahre hinweg immer wieder, und das weitgehend unerkannt für andere Menschen.
    „Dysthymie“ heißt diese Form der Krankheit, Robert Enkes Arzt benutzte den vielleicht inzwischen überholten Begriff „neurotische Depression“. Wegen ihrer Dauer, und weil sie so schwer als klinische Melancholie auszumachen ist, halten manche Experten die Dysthymie für gefährlicher als die klassische Depression. Robert Enkes Selbstmord ist dafür der traurige Beleg.
    Ob dysthym oder „normal“ depressiv – die meisten Menschen, die unter Depressionen leiden, verbindet eine verheerende Mischung aus genetischer Vorbelastung, Kindheitstraumata und potentiell selbstschädigenden Eigenschaften: Perfektionismus, Neigung zu übertriebener Selbstkritik und sicher auch die fehlende Fähigkeit zu vergessen.
    Ich bringe die meisten dieser negativen Vorzeichen mit. Sie alleine hätten mich noch nicht krank gemacht. Doch die ungünstige Mischung bekam ausreichend Nahrung, um mich von innen zu zerfressen, als mich mein Leben vor dreieinhalb Jahren heillos überforderte. Eine Verwandte starb, meine Beziehung zerbrach, Geschwister erkrankten, Freunde litten, alles innerhalb weniger Wochen, und ich stand hilflos daneben.“
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/offenbarung-eines-depressiven-nackt-im-eiswasser-a-661554.html

  43. @75 Wie? An der Angst des Torwarts vorm Elfmeter?
    Dagegen kann man doch schließlich was tun.
    Gegen Demenz halt nicht

  44. @ 79

    Sie verwechseln das mit der Erzählung „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ von Peter Handke, eine spröde Krankengeschichte über die schizophrene Diskrepanz zwischen dem Innenleben des Protagonisten und der von ihm beobachteten Außenwelt.

    Ein Monteur glaubt, man habe ihm gekündigt. Von einem Tag zum anderen fällt er aus der Welt heraus. Ziellos lungert er herum und weiß nicht, was er anfangen soll. Immer wieder sieht er bei etwas zu, ohne einzugreifen. Nur als er unvermittelt eine Kinokassiererin erwürgt, hat er für einen Moment den Eindruck, aktiv auf seine Umwelt eingewirkt zu haben. Er findet sich nicht mehr zurecht, denn es scheint alles keinen Sinn zu ergeben, und was er sieht und hört, verstört ihn. Seine Entfremdung gegenüber der offenbar funktionierenden, aber für ihn völlig undurchschaubaren Umwelt wird zur existenziellen Qual.

  45. 79) Präventiv kann man (statistisch betrachtet) schon etwas tun (Demenz). Laufen – lernen – lieben!
    Laufen – körperlich aktiv sein
    Lernen – gekoppelt bleiben (Bildung hat eine stark präventive Wirkung; das kann man auch erklären und es liegt m.E. nicht „nur“ am Gehirn)
    Lieben – das hat mit einer Fokussierung der Aufmerksamkeit zu tun, mit Begeisterungsfähigkeit –
    Wenn man eine Alzheimer-Demenz (eher eine Mistkübeldiagnose; also wenn man sonst nichts findet, dann ist es eben Alzheimer; auch wenn die Plaques und sonstigen Veränderungen auch bei klinisch unauffälligen Menschen vorhanden sein können) aber einmal hat und zunehmend unter den Symptomen zu leiden hat, kann man auch noch etwas tun! Nämlich va in der Kommunikation bleiben (Kommunikation im Sinne eines körperlichen Phänomens; nicht nur verbal-sprachlich).
    Die entscheidende Frage ist m.E.: Wie werde ich eine Diagnose als Mensch (!) wieder los, selbst wenn ich sie habe. Wie kann der MENSCH mit Demenz und nicht der Mensch MIT DEMENZ im Vordergrund stehen.
    Die Gefahr von Diagnosen, die absolut gestellt werden, sind ja immer auch die selbsterfüllenden Prophezeiungen, die sie lostreten können. Beim Wort Alzheimer kann das bis zum Selbstmord gehen (zB G. Sachs).

  46. @ 80
    In dieser Erzählung geht es auch um Empathie, Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt, die zirkuläre Formen annehmen kann: „Bloch geht zum Sportplatz, wo gerade ein Fußballspiel stattfindet. „Es ist sehr schwierig, von den Stürmern und dem Ball wegzuschauen und dem Tormann zuzuschauen“, sagte Bloch.
    Ein Elfmeter wurde gegeben. Alle Zuschauer liefen hinter das Tor.
    „Der Tormann überlegt, in welche Ecke der andere schießen wird“, sagte Bloch. „Wenn er den Schützen kennt, weiß er, welche Ecke er sich in der Regel aussucht. Möglicherweise rechnet aber auch der Elfmeterschütze damit, dass der Tormann sich das überlegt. Also überlegt sich der Tormann weiter, dass der Ball heute einmal in die andere Ecke kommt. Wie aber, wenn der Schütze noch immer mit dem Tormann mitdenkt und nun doch in die übliche Ecke schießen will? Und so weiter, und so weiter.“ […]
    Der Schütze lief plötzlich an. Der Tormann, der einen grellgelben Pullover anhatte, blieb völlig unbeweglich stehen, und der Elfmeterschütze schoss ihm den Ball in die Hände.“ (Seite 105 f)

  47. @75 Hätte Robert Enke, die nach ihm benannte EnkeApp „gerettet“?

    Tja, woran litt Robert Enke wirklich?
    Wir können ihn ja nun nicht mehr befragen, nicht wahr?

    Woran leidet jemand:
    – der sich mit seinen Leiden nur engsten Vertrauten kommunikativ anvertraut?
    – der erst wenige Wochen vor seinem Tod zwei Personen seines Klubs kommunikativ einweiht?
    – der den Profi-Fussball als besonders großen „Druck“ wahrnimmt?
    – der glaubt sich vor der Öffentlichkeit verstecken zu müssen?
    – der durch dies alles (und noch vieles mehr) sich selbst als „gefangen“ wahr nimmt und sich in seinem „Kampf“ gegen seine Leiden eingeschränkt sieht?
    – der eine Diagnose erhalten hatte, welche ihn in keinster Weise das Leben rettete?

  48. @81 „Die entscheidende Frage ist m.E.: Wie werde ich eine Diagnose als Mensch (!) wieder los, selbst wenn ich sie habe. Wie kann der MENSCH mit Demenz und nicht der Mensch MIT DEMENZ im Vordergrund stehen.“

    Man wird sie nicht los, diese Diagnose, vor allem dann nicht, wenn der Verfall exponentiell voranschreitet und man nur noch verliert, verliert verliert verliert….
    Das ist ein unsägliches Leiden,das rundum alles mit einem Bann belegt
    und die Angehörigen leiden mit.

  49. 71: „ist der Krankheitsbegriff für seelisch (mit)verursachte Leidenszustände tatsächlich unzutreffend?“

    „Unzutreffend“ wohl nicht, doch vielleicht im Einzelfall nicht immer hilfreich, weil zu verallgemeinernd, einengend und festlegend („chronifizierend“)?

    Seit dem BSG-Urteil von 1964 hat sich die Anerkennung psychischer Leiden als Berentungsgrund erheblich verändert. Psychische Leiden stehen bei den anerkannten Erwerbsminderungen (EM) immer mehr im Vordergrund. Unter den 180.000 im Jahr 2014 bewilligten EM-Renten wurden 43 Prozent wegen psychischer Erkrankungen zugestanden. Besonders häufig betroffen sind Frauen. Bei ihnen stieg der Anteil psychischer Erkrankungen als Rentenursache von 20 Prozent im Jahr 1993 auf 47 Prozent im Jahr 2011. Damit schied fast jede zweite Frau, die vorzeitig in Rente ging, wegen Depressionen oder anderen mentalen Erkrankungen aus dem Beruf aus. Nach Erkenntnissen der Deutschen Rentenversicherung werden psychische Erkrankungen heute eher festgestellt und weniger tabuisiert.

  50. 84) Wenn Du es so siehst, ist es für Dich so. Das ist auch zu respektieren. Gerade Alzheimer kann man aber auch leicht anders sehen. Immer noch dreht sich alles um Kommunikation („Verfall“ der verbalen sowie motorischen Kommunikation), nur nicht kommunizieren geht auch nicht. Wir kommunizieren immer! Auch mit Alzheimer. Und was wie ein Verfall des Geistes erscheint, ist doch ein „Verfall“ der Kommunikation. Hier kann man aber ansetzen.
    „Alive inside.“ Dokumentation Please watch!

  51. Nochmals – siehe link vor kurzem:
    Richtig geile Witze erzählen, das lässt nachweislich das EEG explodieren….

    Oder: (das macht meine Schwester) Volkslieder mit ihnen aus ihrer Jugend singen.

    Oder: „Kuscheln“, Berühren….
    (macht hat bei Kindern mehr Spaß)

  52. Sicherlich kann „man“ (wer ist das?) alles immer auch anders sehen. „Man“ kann auch am Galgen hängend ein Liedlein singen. Bei „leicht“ hätte ich so meine Zweifel. Mir fällt auf, dass in der Szene oft einfach das Leiden umperspektiviert werden soll. Warum? Weil man es nicht aushält? Dann sollte man dran arbeiten.
    Zu Alzheimer ein wunderbares Buch von Arno Geiger, den meisten wohl bekannt:
    https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/der-alte-koenig-in-seinem-exil/978-3-446-23634-9/

  53. Gerade Geiger schreibt alles andere als schrecklich, gerade nicht leidvoll. Seine Schwester sieht es (den Vater im Pflegeheim) zum Beispiel anders. Persönlich hatte ich wunderbar aktive, humorvolle, schöne Momente mit Menschen mit Alzheimer in den Spätstadien. Wissen Sie, wie es sich anfühlt? Woher nehmen Sie das Recht, von absolutem Leid anderer Menschen zu sprechen?

  54. ….ist ja dann mehr pflanzlich……
    die Kommunikation…..

    die haben es auch gerne, wenn man mit ihnen spricht…..
    oder Mozart vorspielt….

    Nee, im Ernst, bei meinem kriegsversehrten Onkel (96) dauert es eine Stunde, wenn er am Tisch mitsitzt, wo gelacht und geplappert wird, und es zeigt sich ein Lächeln und er brabbelt irgendwas….

    genau wie im Blog…..

  55. Ich habe folgende Bedenken: Man sagt, dass der „Default-Zustand“ unseres Gehirns aus nachvollziehbaren evolutionären Gründen Angst wäre. Angst als Grundkompetenz fast? aller Lebewesen. Man beobachte Tiere in freier Wildbahn….

    Das bedeutet doch, dass in dem Augenblick, In dem die Selbstwirksamkeit schwindet, das Leben meist wenig angenehm sein dürfte.

    ???

  56. @ 96
    „Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender und Körperkraft aktivierender Schutz- und Überlebensmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (Fight-or-Flight) einleitet.
    Diese Aufgabe kann sie nur erfüllen, wenn weder zu viel Angst das Handeln blockiert noch zu wenig Angst reale Gefahren und Risiken ausblendet. In ihrem bekannten Aktivationsmodell, das nach ihnen auch als Yerkes-Dodson-Gesetz oder „Gesetz der Angst“ bezeichnet wird, formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen Robert Yerkes und John D. Dodson bereits 1908 gesetzmäßige Zusammenhänge zwischen einem bestimmten nervösen Erregungsniveau der Probanden und der Abrufbarkeit ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit, die sie als „Aktivationsniveaus“ kennzeichneten. Die seinerzeit in Tierversuchen gewonnenen Erkenntnisse konnten in ihrer Gültigkeit inzwischen durch empirische Studien auch für das menschliche Verhalten gesichert werden.
    Da der Energieaufwand für eine Flucht gering ist (wenige hundert Kilokalorien), übersehene Bedrohungen aber folgenschwere Auswirkungen nach sich ziehen können, ist die „Alarmanlage“ Angst von der Natur sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen in Fehlalarmen resultiert.
    Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken. Ist die Angstreaktion in Bezug auf die tatsächliche Bedrohungslage inadäquat, spricht man von einer Angststörung. Ist diese Angst an ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation gebunden, spricht man von einer Phobie.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Angst

  57. @97
    Was ist MUT (bei Jüngeren)
    bzw . DemenZ (bei Älteren)?:

    Mit nur 12% Akku aus dem Haus zu gehen…..

  58. „Mut, auch Wagemut oder Beherztheit, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich beispielsweise in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene Situation zu begeben.
    Diese kann eine aktivierende Herausforderung darstellen wie der Sprung von einem Fünfmeterturm ins Wasser oder die Bereitschaft zu einer schwierigen beruflichen Prüfung (individueller Hintergrund). Sie kann aber auch in der Verweigerung einer unzumutbaren oder schändlichen Tat bestehen wie einer Ablehnung von Drogenkonsum oder einer Sachbeschädigung unter Gruppenzwang (sozialer Hintergrund einer Mutprobe).“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mut

    Aufklärungs-Credo: „Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!“ (Immanuel Kant)

  59. Die Angst vieler, vorwiegend rechtskonservativer, rassistisch und faschistisch orientierter Männer gilt davor „entmannt“ zu werden, oder eben nur „Rosinen in der Hose“ zu haben.

    Das hat allerdings durchaus was schizophrenes…

    Die AFD hielt vor wenigen Tagen rassistische Aschermittwochs-Reden.
    Höcke griff unter anderem die CSU an, sie hätten „Rosinen in der Hose“.
    „Am Zustand der CSU kann man in aller Deutlichkeit erkennen, dass es diesem Land vor allem an einem fehlt, aber wir bringen diesem Land dieses eine zurück, nämlich an Männlichkeit!“.

    Daraufhin fangen 95% gröhlenden Männern an zu kochen.
    Höcke schreit der Menge wutentbrannt entgegen: „Es geht darum, diese steuerfinanzierte Pseudowissenschaft aus Deutschland zu vertreiben!“ Die gröhlenden Männekens, kommentieren in der aufgeheizten Bierzeltatmosphäre minutenlang mit stehenden Ovationen und „Widerstand! Widerstand!“-Rufen.

    Der Männerumerzieher Höcke, dürfte sich ob seiner Wirkung auf die Angst prekarisierter Männer, eins ins Fäustchen gelacht und sich dabei seine „Rosinchen“ gekrault haben…

  60. @ 102: „„Am Zustand der CSU kann man in aller Deutlichkeit erkennen, dass es diesem Land vor allem an einem fehlt“

    Es gehören immer zwei zu einem richtigen Mann, wie bereits Adolf H. bewies.

  61. Höcke, der Spengler: „Ich rufe alle die auf, die Mark in den Knochen und Blut in den Adern haben. Erzieht euch selbst! Werdet Männer! Wir brauchen keine Ideologen mehr, kein Gerede von Bildung und Weltbürgertum und geistiger Mission der Deutschen. Wir brauchen Härte, wir brauchen eine tapfre Skepsis, wir brauchen eine Klasse von sozialistischen Herrennaturen.“ Oswald Spengler: Preußentum und Sozialismus, Kapitel I, 24. Abschnitt

  62. Woher soll ich denn wissen, wen Sie denn so, als Ausbilder (Lehrer?) für kompetent genug halten? Na, wie steht’s? Trauen Sie sich? Sind sie Mann’s genug?

  63. Haben Sie was eingenommen? Die Berechtigung zur psychotherapeutischen und psychiatrischen Berufsausübung, d.h. auch deren Ausbildung ist vom Gesetzgeber geregelt.

  64. Die Diagnose „Nazi“ taucht im ICD übrigens nicht auf (zumindest nicht im F-Kapitel).
    Und dann hätte ich da noch eine Frage: „Nazi“ heißt doch ausgeschrieben „Nationalsozialisten“. Da steckt „Sozialismus“ drin. Ist er da aus Versehen reingekommen? Waren die „Nazi“ am Ende gar nicht „rechts“ und das ganze Geld im „Kampf gegen rechts“ ist falsch ausgegeben? Die taz meint folgendes dazu:
    http://www.taz.de/!703669/
    (BTW das war 2003, und der Autor war Joachim Fest, ich wundere mich, welch kluge Leute mal in der taz geschrieben haben)

  65. A propos Diagnosen.

    Wie leicht ist es denn nun zwangseingewiesen zu werden und einem mehr oder weniger „rechtlosen“ System ausgeliefert zu sein.

    Aus Rache, Missgunst oder einfach nur aus Denunziation?
    Von bestechlichen Gutachtern, die das dürfen und bereit sind ihren Berufsethos für ein Linsengericht verkaufen.

    ARTE zeigt den Film „Gefangen – Der Fall K.“ mit Jan Josef Liefers.
    Offensichtlich inspiriert vom realen Fall Gustl Mollath in 2006.

    Erschütternd, der Missßbrauch – mit Hilfe von Diagnosen.

  66. Das knüpft an den bekannten systemischen Diskurs über Diagnosen an. Es wird idR von psychiatrischen Diagnosen gesprochen. Das ist jedoch ein sehr kleiner Bereich, in dem es sicherlich Fehlentwicklungen gibt. Diagnostik in der PT ist eine vollkommen andere Angelegenheit. Aus meiner Erfahrung (immerhin auch schon mehr als drei Jahrzehnte) hängen Patienten sehr viel mehr an Diagnosen als Therapeuten. Man muss ihnen erst beibringen, dass Depression keine Infektionskrankheit sondern ein beeinflussbarer Zustand ist (Stichwort Selbstwirksamkeit). Ich kenne keinen Therapeuten der Diagnosen statt Menschen behandelt.

  67. 118: Sagen wir es mal so: Wenn wir uns näher stehen würden, wäre ich erschüttert über viele Deiner Kommentare…

  68. Erschütternd:

    „Hat wohl zu viel Faschismus geguckt: Guido Knopp hetzt mit Hass gegen Merkel
    Er brachte den Deutschen Hitler zurück ins Fernsehen, ebenso Hitlers Helfer, Hitlers Frauen und Hitlers Führer. Das geht wohl nicht spurlos an einem vorüber, Guido Knopp ist selbst zum Apologeten und Verbreiter von Gedankengut geworden. Objekt seiner Hetze ist Angela Merkel, der er abspricht, eine große Bundeskanzlerin zu sein. Nach dem, was sie alles getan hat. Vielleicht will er bloß keine Dokumentation über sie machen, aber die Wortwahl ist die des zündelnden Ungeistes auf den brennenden Mühlen.“
    ZZ

  69. Kommen sie, als Fairplayer heben wir sie wieder auf….
    Was wolltens denn spielen?

    Seminarhalma?

  70. Du kennschen doch, Lodar, wennr mit seim uralde Dunkeleder-Trick 121 nit durchkummt, dann machtder uff 124 – Schulz-Schwalbe…..

    Linki Sau…..

  71. Ist doch ganz einfach.
    Wer sich unanständig verhält und in Wort und Ton vergreift, hat sich dafür zu entschuldigen.
    Und wer das nicht tut, wird zu Recht, ernten, was er sät.
    Dies kann kleinen Kinder relativ einfach begreifbar gemacht werden.

    Wie ist denn jemand zu nennen, der in veranwortlicher Position stehend auf jede Anständigkeit pfeift und dennoch darauf pocht ernst genommen zu werden und sich dann darüber empört dafür kritisiert zu werden?

    https://www.youtube.com/watch?v=6Us4AdI2szg

  72. Das aktuelle Zitat von Kubicki: „Intellektuell erbärmlich“ erscheint mir unnötig weitschweifig, „erbärmlich“ fasst Ihr Verhalten ausreichend präzise zusammen.

  73. @ 133 immer, wenn Ihnen Ihr Freund g. zu peinlich wird, fordern Sie entweder von Allen „mehr Niveau“ oder Sie setzen sich auf die Tribüne.

  74. Kubicki Debattensieger, AfD Eigentor, Özdemir klingt schlimmer als Höcke – nach diesem Fail der AfD als überdrehter Populist dazustehen, das muss man erstmal hinbekommen.

  75. Aus meiner Perspektive sieht das so aus, dass ich mich auf die Tribüne setze, wenn mir danach ist. Wer Lust hat, kann sich daraus Wenn-dann-Zusammenhänge häkeln.

  76. ,“Franz Werfel sagte einmal, dass neben dem Geschlechtstrieb kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr bestimmt wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit.

    Die Grünen (und manche hier) wirken so, als müsse das völlige Fehlen des Geschlechtstriebs auch noch kompensiert werden.“

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