Gibt es ein Schizophrenie-Gen?

Es ist, schätze ich, jetzt etwa 40 Jahre her, dass ich zum ersten Mal in einer Zeitschrift einen der regelmäßig erscheinenden Artikel, in denen immer wieder sensationell die Klärung der Genetik von Psychosen verkündet wird, auseinander nehmen durfte. Es war in Spektrum der Wissenschaft, für das ich damals regelmäßig Bücher rezensierte, aber gelegentlich auch mal zu Konferenzen fahren oder Themen kommentieren durfte, die mir wichtig waren. Jetzt ist wieder in Spektrum der Wissenschaft ein Artikel erschienen, der alle Biomythologen tief treffen muss. Aktuelle Studien belegen, dass es wahrscheinlich gewisse genetische Bedingungen gibt, die es einem Menschen erleichtern, eine psychotische Symptomatik zu entwickeln (und wahrscheinlich – das steht nicht in dem Artikel, sondern ist meine persönliche Meinung – sind es ähnliche, wie diejenigen, die andere Formen der Kreativität ermöglichen), aber es gibt ziemlich sicher nicht das Schizophrenie-Gen, sondern soziale Bedingungen dürften eine weit größere Rolle spielen, als dies der akademischen Mainstream-Psychiatrie, die großzügig von der Pharma-Industrie gesponsert wird, gefallen dürfte.

Hier der Link:

Quelle: Genstudien: Gibt es ein Schizophrenie-Gen? – Spektrum der Wissenschaft

56 Gedanken zu “Gibt es ein Schizophrenie-Gen?

  1. Hier das Cappu-Gespräch zweier KREATIVER, moderner, weltoffener Frauen mit geradezu beispielhaften SOZIALEN BEDINGUNGEN :

    @ https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/auf-ein-neues-3/#comment-41897

    Miriam: In einem Deutschland, wo Straftaten von geschützten Menschen nicht toleriert, sondern angefeindet werden und es Hetzer gibt, fühle ich mich zunehmend unwohl. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich alles zum Guten wendet.

    Ska: Meiner ist Syrer und Afghane und 15 Jahre.

    Miriam: Du hattest doch einen Sudanesen, oder?

    Ska: Ja, aber den haben sie abgeholt. Nur wegen ein paar kleinen Krabbeleien und Raufereien und diesem rassistischen Mädchen, das ihn zuletzt angezeigt hat.

    Miriam: Das macht mich so unendlich traurig, sowas zu hören. Es ist traurig, dass man Angst um seine Mitbürger haben muss, nur weil sie eine andere Herkunft haben. Das ist nicht mehr mein Deutschland.

    Ska: Ja, überall Hetze, Beleidigungen und unmenschliche Ergüsse. Das lässt mich schaudern. Ist der Mensch wirklich noch Mensch? Ich zweifle stark daran. Aber wir holen uns bald einen neuen, damit unser Lieber nicht so allein ist.

    Miriam: Wie alt ist er denn?

    Ska: Sagte ich doch bereits. Er ist 15. Und total schnuckelig. Als er vor 8 Jahren seinen Uni-Abschluss machte, sah er noch viel schnuckeliger aus. Ich hab da letztens Fotos gesehen als wir vor kurzem Addieren geübt haben. Eurer ist doch auch ungefähr in dem Alter, nicht?

    Miriam: Etwas jünger. Aber er ist schon gut entwickelt. Schau dir mal sein Foto an. Das ist sein Führerschein-Foto aus der Heimat. Ich hab es mir kopiert und trage es immer bei mir. Und das hier. Ich habe ihn letztens unter der Dusche fotografiert. Süß, nicht? Ich bin immer noch begeistert von meinem Afghanen. Ich überlege mir jetzt, zum Islam überzutreten.

    Ska: Cool! Da hatten wir auch mal drüber gesprochen.

    Miriam: Ja, uns geht es allen einfach viel zu gut. Die meisten wissen doch gar nicht wohin mit ihrem ganzen Geld. Mein Mann will jetzt mehr in bereichernde Reisen investieren, auch mal nach Afghanistan, nach Syrien und in den Sudan. Um Land und Leute kennenzulernen, damit wir uns besser integrieren können.

    Ska: Interkulturelle Kompetenzen, klar. Weiß ich Bescheid. Ich möchte auch mal in arabische Länder – mal bei einer Steinigung zusehen oder so – und natürlich helfen, klar.

    Miriam: Unser Pastor sagt immer: „Jesus ist Afghanistan – wir haben Jesus geholt! Islam ist wahrer Friede und die Bekämpfung der Nazis eine Tugend.“ Und alle, die nicht bereit sind, Opfer zu tragen, damit es den Menschen in der Welt alle besser geht, sind Nazis – und die müssen raus.

    Ska: Bringst Du deinen immer noch jeden Tag zur Schule?

    Miriam: Ja, hab ich bislang gemacht. Jeden Tag. Ich hatte Angst, dass meinem Lieben etwas passiert. Jetzt will er nicht mehr. Er meint, dass man in Deutschland gar nicht unbedingt Deutsch braucht.

    Ska: Echt, jetzt?

    Miriam: Ja, wir brauchen die dringend. Jeder ist eine Bereicherung und macht das Leben bunter. Peter Scholl-Latour hat einmal treffend gesagt: „Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern dem eigenen Land oder so.“

    (Gibt es ein Blödheits-Gen? Siehe Science…….)

  2. @1: Sie sollten sich unbedingt auf dieses Gen testen lassen!
    Was treibt Sie eigentlich zu diesem Furor? Haben Sie das alles schon mal mit ihrem Seelsorger besprochen? Sollten Sie tun …

  3. Die Varianzaufklärung lag im Übrigen bei 7%…

    „More recently, hypothesis-free, agnostic genome-wide association studies (GWAS) have detected many common genetic variants of small effect — primarily single-nucleotide polymorphisms (SNPs) — associated with schizophrenia. The most recently published large-scale schizophrenia GWAS of 36,989 individuals with schizophrenia and 113,075 controls, meta-analysed across 53 substudies, by the international Psychiatric Genomics Consortium (PGC) in 2014, identified 128 common variant associations spanning 108 independent loci that met genome-wide statistical significance59. Of note, each of the 108 loci, many of which contain multiple genes, accounts for just a tiny increase in risk across the sample studied and for a very modest increase in the odds ratio (OR) of schizophrenia status (OR < 1.3). Risk-associated alleles differ in frequency between cases and controls by <2% in most instances, with at least one-sixth of the substudies showing a risk association with the alternative allele to that implicated by the majority of substudies. These data confirmed earlier evidence of a substantial polygenic component to the risk of schizophrenia, with up to 7% of the variance [sic] on a liability scale for schizophrenia explained by a polygenic risk score encompassing all marginally significant risk variants — a calculated additive effect of thousands of common alleles of very small individual effect size."

    Birnbaum, R., & Weinberger, D. R. (2017). Genetic insights into the neurodevelopmental origins of schizophrenia. Nature Reviews Neuroscience, 18(12), 727.

  4. Eleanor Longden:

    „Mein psychischer Gesundheitszustand war ein Katalysator für Diskriminierungen, Beschimpfungen sowie körperliche und sexuelle Übergriffe, und mir wurde von meinem Psychiater gesagt: “Eleanor, mit Krebs wären Sie besser dran, weil Krebs leichter zu heilen ist als Schizophrenie.“ (05:20)

    „…eine viel nützlichere (Reaktion) wäre die Botschaft hinter den Worten zu dekonstruieren. Wenn die Stimmen mich also warnten, nicht das Haus zu verlassen, dankte ich ihnen dafür, dass sie mich darauf aufmerksam gemacht hatten, wie unsicher ich mich fühlte. … Ich setzte den Stimmen Grenzen, und versuchte, mit ihnen in positiver Weise umzugehen, aber dennoch respektvoll, indem ich einen langsamen Prozess von Kommunikation und Kollaboration aufbaute, durch den wir lernten, zusammenzuarbeiten und einander zu unterstützen. … Die Stimmen nahmen den Platz dieses Schmerzes ein und gaben ihm Worte, und eine meiner größten Offenbarungen war, als ich merkte, dass die feindlichsten und aggressivsten Stimmen eigentlich die Teile von mir repräsentierten, die am tiefsten verletzt worden waren, und daher musste diesen Stimmen das größte Mitgefühl und die größte Fürsorge entgegengebracht werden. Bewaffnet mit diesem Wissen versammelte ich schließlich mein zerbrochenes Selbst. Jedes Fragment wurde durch eine andere Stimme verkörpert. Ich setzte meine Medikamente langsam ab. … Ich erinnere mich an den bewegendsten und außergewöhnlichsten Moment, als ich einer jungen Frau half, die von ihren Stimmen terrorisiert wurde, und mir bewusst wurde, dass ich zum ersten Mal nicht mehr selbst so fühlte, sondern endlich in der Lage war, einem anderem zu helfen. … Empathie, Gerechtigkeit und Respekt (sind) mehr als Worte (); sie sind Überzeugungen, und diese Überzeugungen können die Welt ändern.“
    (ab 08:44)

    https://www.ted.com/talks/eleanor_longden_the_voices_in_my_head/transcript?language=de

  5. @1,2: Ursprünglich dachte ich ja an solche Fragen:

    Wie ist grundsätzlich unser Umgang, mit potentiell hochaggressiven jungen Männern aus anderen, GANZ anderen Kulturen, die eine geringe Frustrationstoleranz aufweisen?

    40% aller Flüchtlinge wären angeblich suizidgefährdet. Wie gehen wir mit Leuten um, die offensichtlich nichts mehr zu verlieren haben und deshalb leicht andere mit in ihr Unglück reißen könnten?
    ……..

  6. Aber es scheint/könnte viel banaler sein:

    Blogeintrag im bunten Kandel:

    “ Es handelt sich bei dem Mörder von Mia V. ganz sicher nicht um einen echten Flüchtling. Er kam, zusammen mit seinem Cousin, per Linienflug aus Kabul via Istanbul nach Frankfurt und beantragte in Frankfurt dann Asyl. Sein Onkel (Name mir bekannt) lebt in Kabul in einer Art Palast und ist Unternehmer (Spedition). Auf der FB-Seite des Onkels, welche von den Ermittlern oder Staatsanwaltschaft inzwischen genau wie die Seite des Mörders von Mia gesperrt wurde, waren jede Menge Fotos zu sehen….vom Leben in Kabul…alle gut gekleidet, teure Autos, Firma-…..und alle mit Waffen.“

  7. es reicht jetzt, verdammt noch mal
    Statt Karten
    https://email.t-online.de/gc#method=showWriteEcard&recipientData=
    und wo sind die Todesanzeigen?

    „Ausgehen möchte ich dabei von einem Beispiel, das vielleicht nicht einmal im engere Sinne als literarisches Dokument anzusehen ist – es handelt sich um einen autobiographischen Bericht-, das aber gerade in seiner egozentrischen Perspektivik die Sachlage besonders deutlich illustriert. Es ist die einzige Publikation ihres Verfassers geblieben, der als Sprachlehrer an einem Zürcher Gymnasium arbeitete und im Alter von 32 Jahren an Krebs starb. Das Buch trägt den Titel MARS und erschien unter dem Pseudonym Fritz Zorn. Es beginnt mit den Sätzen: „Ich bin jung und reich und gebildet; und ich bin unglücklich, neurotisch und allein. Ich stamme aus einer der allerbesten Familien des rechten Zürichseeufers, das man auch die Goldküste nennt. Ich bin bürgerlich erzogen worden und mein ganzes Leben lang brav gewesen. Meine Familie ist ziemlich degeneriert, und ich bin vermutlich auch ziemlich erblich belastet und milieugeschädigt. Natürlich habe ich auch Krebs, wie es aus dem vorher Gesagten eigentlich selbstverständlich hervorgeht.“ 50
    Der hier redet, das wird sofort deutlich, ist nicht gesonnen, irgendwelche Rücksichten zu nehmen. Er wird deshalb aber weder zynisch noch sentimental, sonder spricht von seinem Unglück in einer Einstellung, die die private Erfahrung zu einer sozialen Fallstudie zu objektivieren versucht. Damit wendet der Autor sich aber nicht an den Affekt unserer Teilnahme, sondern an den unseres Interesses. Dies wird in der Stilisierung schon deutlich: So verrät der pointierte Verweis auf den Zusammenhang von Krankheit und sozialem Milieu die Vertrautheit de promovierten Romanisten mit den Kunstmitteln der traditionellen Rhetorik, ohne daß er jedoch der Gefahr eines rein rhetorischen Appells unterliegt. 51 Zrn, der auf sich immer nur mit der Abkürzung . verweist, meint, was er sagt, und unternimmt als Vivisekteur in eigener Sache nichts Gerngeres als eine Abhandlung über die karigogenen Aspekte einer Gesellschaft, deren lebensfeindliche Impulse sich im anarchischen Krankheitsbild eines unkontrollierten Zellwachstums verdichten. Jenseits aller privaten Tragik kann deshalb der Autor auch die Auffassung vertreten, „daß dieser mein persönlicher Fall nicht nur ein Einzelfall ist, sondern vermutlich ein repräsentativer und allgemeiner, der für viele andere stehen könnte. Und darum vielleicht ein politischer.“ (S.45) “
    Karl Menges
    „Das Private und das Politische“
    ISSN 0179-2482
    ISBN 3-88099-186-3

  8. zumal zwischen Motten und Maden immer noch ein gewaltiger Unterschied besteht…
    „http://news.doccheck.com/de/blog/post/7974-metoo-aerzte-unter-der-guertellinie/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-DocCheckNews18.02(Campus)-2018-01-10&user=473ba4743bf7facc9e85bc0b390849be&n=4475&d=28&chk=0a9a2f7eb58fe01c5af8393a99ecc359&nl=4475&block=30088“

  9. @1: Woran erkennt man einen minderjährigen Flüchtling? ———
    An seinem langen Bart. #Kika

    Die beunruhigende Blitzalterung von Diaa aus Syrien geht weiter…….

    »Ich mag nicht, dass andere Typen mit ihr reden. Sie gehört mir.« Diaa (gleichaltrig)

    Unbedingt anschauen: Morgen, So:
    ZDF-Kika präsentiert: „ Leben wie zu Zeiten des Propheten, Teil 1: 60-jähriger Syrer stellt seine siebenjährige Ehefrau vor.“

  10. @18: Sie sind an überzeichnendem Sarkasmus aber auch nicht zu überbieten, Georgy .
    Jetzt machen Sie aber auch mal einen Punkt.
    Es reicht!
    Zumal mal das auch auf dem kleinen Dienstweg erledigen kann.

  11. PS:
    Suche -aus gegebenem Anlass- noch Hintergrundsliteratur zum angemessenen Umgang mit Todesfällen in Zusammenhang mit Zeit und Zeitlosigkeit (in Ewigkeit)
    Aber nicht so im Rahmen der altbekannten, (trans-)religiösen und psycho-philo-sozio- Floskeln und Rituale mit dem üblichen Blabla.

    Und das Ganze bitte nur für max nen Zeitraum bis 14 Tagen bis max. drei Wochen.
    Nichts was drüber rausgeht, bitte. (Max. eine DSM V – Trauerperiode. Trigger außen vor)
    Mit der Pathologie will ich mich in diesem Zusammenhang garnicht erst befassen, Das ist ein derart unerschöpflich weites Feld, darin kann man im Zweifel nur
    tränenreich & barock absaufen.
    Wer will kann das gerne weiter beackern.
    Hab auch noch jede Menge Literatur dazu,
    die ich z.T. auch verschenken will über, FB o.a.ä.

    Ach so,
    und dann noch zu den Formaten
    Möglichst schlicht.
    Lieber was untern Tisch fallen lassen und verschweigen als auch nur annährend überhöhend lobhudeln, und das auch noch mit irgendwelchem Kitsch an Rocaille-Schnörkeln. Das geht garnicht.
    Dann eher nen groben Schwenk zu nem Schwank
    (irgendwelche Jugendsünden halt, so noch voll im Saft stehend)
    ( bitte am besten gleich: Bin über Wo-Ende durchgehend erreichbar bis Ende nächster Woche.)
    Memorial ist am Freitag.

  12. Halleluja: Die ersten (lockeren!!) Vorab-Rezensionen des neuesten Simon-Werkes sind aufgetaucht:

    „Spannend und erhellend. Eine überwältigende Bestätigung meiner jahrzehntelangen Mimesis-Forschung“ F.F. in seinem Blog nebenan

    „OMG. Wunderbar! Habe noch einen schönen Tag, Fritz. Das darf ich verwenden, gell?“
    G.P. (BWL) in: „Globalisierung aus der Badewanne“, Wendland 2038

    „Bullslit“ Georgy in „Der Pfälzer Bauer“ (seit 1885 unverändert)

  13. Weißt Du, Georgy, Du bist so etwas wie ein kleines göttliches Wunder.
    Nicht unbedingt der Fleisch gewordene Geist, aber die Fleisch gewordene narzisstische Kränkung.
    Das ist ja schon mal was. Ein erster Versuch gewissermaßen.

  14. Kultur ist Veränderung.

    Zum nach- und umdenken für alle nostalgische Illusionisten und romantischen Fiktionsgläubigen mit Restintelligenz, welche immer noch wie besessen, den Schimären kultureller Identität und den Fata-Morganas einer verklärten Heimat, die es angeblich zu bewahren gilt, hoffnungslos hinterher jagen. Nicht genug damit, mit ihrem Gejammer eigene kostbare Lebenszeit und diejenigen welche sie zum Sündenbock erwählen zu verschwenden. Am Ende scheitern sie so kläglich, wie sie begonnen haben.

    https://www.perlentaucher.de/buch/francois-jullien/es-gibt-keine-kulturelle-identitaet.html?r=print

  15. @24 Wer zu faul zum nachlesen der Leseprobe ist (gibts beim Verlag), findet hier eine Buchkritik im dlf zum hören

    https://goo.gl/NbxTRP

    @24 Tja, stimmt auch, wer in seiner „Restintelligenz“ nur im Gestern lebt, für den mag alles, was nach Morgen und Zukunft klingt, sinnlos scheinen und keine Bedeutung darin finden…

    „Wo immer man unter Intellektuellen alten Stils die Wiedererfindung des Politischen beschwört, mischt sich das Heimweh nach den Zeiten ein, in denen man glauben wollte, den Tag des Zorns dicht vor sich zu haben.“ (P.Sl…jk.)

  16. Der Tag des Zorns ist jetzt! Wenn Schizophrenie nicht ausschließlich genetisch bedingt ist und wenn die familiäre Psychopathologie – wie immer auch gesellschaftlich bedingt – dabei eine Rolle spielt, dann wirkt auch die aktuelle Verfassung der Gesellschaft schizophrenogen: die Arbeitsteilung, der Konkurrenzdruck, die Zersplitterung, das ewige Gegeneinander. Siehe auch dieses Blog!

  17. @24-26: Kultur ist Veränderung. Der Satz wirkt tatsächlich nach. Waren Sie es nicht, der letztens die Kultur der Erinnerung an den Holocaust hochgehalten hat? Der gar von „Blutzeugen“ gesprochen hat? Nun – wenn Kultur Veränderung ist, warum daran festhalten? Warum an Ehe, Partnerschaft, Bindung – alles traditioneller Kram, Schimären von im Alten verhafteten Illusionisten. Schicken Sie Ihre Frau in die Wüste, geben Sie die Kinder ins Heim oder zu Pflegeeltern – öfter mal was Neues! Oder die Töchter, so sie welche haben, auf Erlebnisurlaub nach Afghanistan oder Zentralafrika. Sie haben Sorge wegen des dortigen Umgangs mit Mädchen und Frauen? Sie Reaktionär! Woher dieses pathologische, mürrische Anklammern an Tradition und Sitte? Der Paschtune hat auch welche! Sind sie etwa schlechter als die unseren? Er hat mit 12 Jahren von seinem Vater ein Messer bekommen und ein Mann ist und bleibt er nur, wenn er seine Ehre damit und mit dem Blut des Menschen, der seine Ehre verletzt hat, wiederherstellt. Letztens zu beobachten im pfälzischen Kandel. Kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit einem zwanghaften Festhalten an mitteleuropäischen Rechtsnormen. Veränderung heißt das Zauberwort der Zeit! Schöne Neue Welt!

  18. @28) Gerade Kinder zeigen uns den täglichen Wandel sehr eindrucksvoll. Aber so einfach ist das nicht, das stimmt wohl schon.

    Wir können unsere „Kultur“ hier nicht „verlieren“. Das ist schon faktisch nicht möglich. Dazu müsste man sämtliches Schriftwerk (und die Gebäude und Lebensräume rundherum) zerstören, nachhaltig zerstören (aber gut, Sie lesen ja bekanntlich am Komposthaufen sitzend …).

    Kultur/Rituale/Bräuche werden nicht „nur“ von Mensch zu Mensch tradiert. Sie sind in die Außenwelt eingraviert, in Form von Bauwerken, gewachsenen Städten, von Generation zu Generation weitergegebenem Wissen – und dieses Wissen wird nicht nur oral vermittelt (wenn doch, ist es ein Jammer, denn stirbt der Mensch, ist es weg) -man kann es – im Idealfall – im Außen fixieren. Das machen wir dauernd. Auch hier in diesem Blog. Wobei diese virtuelle Welt viel leichter zu „zerstören“ ist, als Bibliotheken und über Generationen gewachsene Strukturen.

    Es ist nicht davon auszugehen, dass auch nur irgendetwas davon „kaputt“ geht, nur weil Menschen aus Krisenregionen ins Land kommen. Das ist einfach nur ein blanker Unsinn. Es wird dort oder da eine Moschee entstehen. Na und?

    „Es war als hätte der Himmel
    die Erde still geküsst,
    dass sie im Blütenschimmer
    von ihm nun träumen müsst.

    Die Luft ging durch die Felder,
    die Ähren wogten sacht,
    es rauschten leis‘  die Wälder,
    so sternklar war die Nacht.
    Und meine Seele spannte
    weit die Flügel aus,
    flog durch die stillen Lande,
    als flöge sie nach Haus.“

    „Mondnacht“
    Josef von Eichendorff

  19. @ 31 Georgy
    @ 28 Lothar Eder

    „Die Welt“ preist Sebastian Kurz als „DIE Alternative zu Merkel“: „Zum ersten Mal seit Eintritt in die Europäische Union ist Österreich dank dieses schlaksigen Politikers, der immer noch so wirkt, als irrte er umher wie ein Kind in den Wäldern des Mannesalters, eine außenpolitische Größe, die bei Bedarf eine Achse gegen die Berliner Flüchtlingspolitik bilden kann.“

  20. Es kommt auf den MUT an, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen, wenn sich die Welt geändert hat.

    Den hat auch Trump: Bsp.: Die Firmen holen Abermilliarden ins Land zurück (die sie vorher im Ausland versteckt hatten) und investieren (siehe Apple).

  21. Haben Sie auf Ihre Morgenmedikation vergessen? Oder haben Sie 0 – 2 – 2 ? Dann wäre es jetzt bald an der Zeit –

  22. @ 34: Für die in Ihrem Kommentar 28 beschriebenen Veränderungen, wie etwa „die Islamisierung des Abendlandes“, die „Bedrohung durch messerfuchtelnde Nafris“ und die Flüchtlings“KRISE“.

  23. Lothar, lass doch, Herr Santak ist schon in Ordnung.
    Er will doch nicht, dass die AfD noch stärker wird, und engagiert sich deshalb im SPD-Ortsverein als Nazi.

  24. @ 43 „Herr Santak […] engagiert sich […] als Nazi“

    Georgy, ich glaub‘, deine Nudelmuschine klemmt!

  25. Martenstein im ZEITmagazin:
    „Über den Geist von 1968: Vieles war gut, aber auch gute Sachen können durch Übertreibung in den Irrsinn kippen“
    ………….

  26. (Eine junge Autorin wollte im Monat Dezember genau 496-mal masturbieren……)

    „Und wer hätte den Geist von 1968 je besser auf den Begriff gebracht (als diese junge Autorin) mit ihrem Satz:

    „Wenn es sich nicht mehr gut anfühlt, hört man auf?“

    Man beachte das Fragezeichen…………

  27. @Georgy: Sie haben hier sicher schon öfter masturbiert (öffentlich)… scheint ja immer noch Spass zu machen.

  28. Wikipedia: „Godwin’s law (englisch für ‚Godwins Gesetz‘) ist ein Begriff aus der Internetkultur, der von dem Rechtsanwalt und Sachbuchautor Mike Godwin 1990 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe längerer Diskussionen, beispielsweise in Usenet-Newsgroups, mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Nazi-Vergleich einbringt, sich dem Wert Eins annähert…“

    Es wird Zeit, dass mal ein bekannterer Mensch als ich einen Satz formuliert, der dann nach ihm benannter Bestandteil der Internetkultur wird:
    „’s law ist ein Begriff aus der Internetkultur, der von 2018 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe längerer Diskussionen, beispielsweise in Kehrwochen-Kommentarabschnitten, mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit stark eingeschränktem Blickwinkel die Diskussion auf Flüchtlinge lenkt, sich dem Wert Eins annähert.“

  29. AHA,
    ich dachte immer , in dieser Runde gilt:
    Only two
    can play this gama …
    Siehste wohl,
    so kann man sich täuschen.

  30. @35 „als flöge sie nach Haus. …“
    schöner Spruch, als Epitaph.

    Genauso ist mir grad zumute, wenn ich mich hier so umschaue …
    wahlweise auch nach dem Radwechsel von Brecht.

  31. An die Traumtänzer-Schafe ganz Kurz:
    Das „Menschen“ in „bei Maischberger“ bezog sich auf Trittin……

    Der Mond, das Kalb, die Seele fleucht,
    Habeck macht auf Titanic,
    ich bin schon ganz feucht.

  32. @28 Lothar Eder am 18. Januar 2018 um 8:26

    Die Attributierungen, die Sie da vornehmen, beruhen noch mal auf welchen (Vor-)Urteilen?

    Ganz zu schweigen wie armselig es daher kommt, mit keiner Silbe auf eine einzigen Gedankengang zu Aussagen und Argumenten von Francois Jullien konstruktiv einzugehen oder ihn entkräften zu können, die seine(!) These bekräftigen (die ich durchaus plausibel finde), dass „Kulturen ihrem Wesen nach wandlungsfähig sind und einem Wandel unterliegen, d.h. in der Realität keine statischen Gebilde sind“.

    Bzgl. Erinnerungskultur: Ich spreche mich durchaus für Erinnerungskulturen aus, welche hilfreich sind künftige Ethnozide zu verhindern, was bedingt, dass klar und deutlich benannt werden muss, was Ethnozide eher fördert als sie verhindert.

    Meine Bewertung ihres polemischen Kommentars: drollig bis trollig!
    Ein weiterer Sinn (sollte es einen geben) bleibt mir leider verborgen.
    Auf weitere Kommentare, gedenke ich daher nicht mehr zu antworten.

  33. „Die Höhe der Kultur ist die einzige, zu der viele Schritte hinaufführen und nur ein einziger herunter.“

    „Kultur ist die Angewohnheit, mit dem Besten zufrieden zu sein und zu wissen – warum.“

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