Hausfrauen an die Macht

Vor einigen Jahren habe ich das Konzept der „Hausfrauenarbeit“ entwickelt (siehe „Radikale Marktwirtschaft“).

Mit dem Begriff Hausfrauenarbeit sollen Aktivitäten charakterisiert sein, die für die Aufrechterhaltung und das Überleben eines sozialen Systems notwendig sind, aber – tragischerweise – erst dann in den Fokus der Aufmerksamkeit kommen und beobachtbar werden, wenn sie nicht (!) geleistet werden (dass Geschirr gespült oder Wäsche gewaschen wird, fällt erst auf, wenn nicht mehr gespült oder gewaschen wird).

Diese Art von Tätigkeiten wird in der Familie, in Unternehmen und anderen Organisationen üblicherweise von Frauen ausgeübt. Ohne sie würde der Laden zusammen krachen, aber kein Schwein bemerkt es – und niemand erkennt es an und bezalt diese Funktionen angemessen.

Eigentlich sind diejenigen, die diese Art der Arbeit leisten, für das Überleben jeden sozialen Systems weit notwendiger als all die Wichtigtuer und Narzißten, über die dauernd in der Zeitung zu lesen ist.

Wenn gestern Hannelore Kraft in NRW erneut zur Ministerpräsidentin gewählt wurde, so scheint mir das ein Indiz, dass in der Bevölkerung das Bewußtsein dafür gewachsen ist, dass solche „Hausfrauen“ für das Land besser sind, als all die „Helden“, die sich so gern preisen (lassen).

Daher mein Motto: „Hausfrauen an die Macht!“
– ein klares Plädoyer für das Matriarchat…

6 Gedanken zu “Hausfrauen an die Macht”

  1. Bloß sind das dann keine Hausfrauen mehr, wenn sie an der Macht sind! Frau Kraft sieht zwar so aus wie eine Hausfrau, ist es aber nicht. Bei Frau von der Leyen käme man erst gar nicht auf die Idee. Das Motto ist mir zu personenorientiert.

    Soll das Motto eigentlich heißen: „Hausfrauenarbeit an die Macht“? Das wäre ein scharfer Paradigmen-Wechsel: Politik als Arbeit, die nur auffällt, wenn sie nicht gemacht wird. Das wäre immens nützlich, wenn auch weniger unterhaltsam. Aber wie geht sowas?

  2. Na, ob Matriarchat die bessere Variante wäre, wage ich zu bezweifeln. Wenn Quotenansätze dann wieder zu Zickenkriegen führen, wäre das auch keine tragfähige Lösung.

    Ich bin eher der Auffassung, wir sollten uns von den Hierarchiegedanken lösen, die Pflege von Status und Posen als herausragende Leistungen honorieren. Diese Ideologie trägt doch zur Fortsetzung von gnadenlosem Verdrängungswettbewerb und Machtkämpfen bei.

    Wesentlich fände ich, zu differenzieren, welche Dienstleistungen zum Erhalt des Gemeinwesens unverzichtbar beitragen und welche Dienstleister in selbsternannter überblähter Wichtigkeit und vorgeblicher Unverzichtbarkeit das Gemeinwohl vor die Wand fahren.

    Einen Wasserkopf an Dummschwätzern und Dampfplauderern, die lediglich ihre Pfauenräder aufschlagen, großspurige Luftschlösser entwerfen, die ohnehin nicht zu realisieren sind und ansonsten, wenn’s darauf ankäme, mal zuzupacken und sich vor Ort zu engagieren, nur lauwarme Luft bewegen bzw. sich absentieren, kann sich ein Gemeinwesen auf Dauer nicht leisten.

    Insofern brauchen wird doch eher den Abbau von hierarchischen top-down Regulierungen und gleichzeitig Aufbau heterarchischer Strukturen, die auch Freiräume für Eigenverantwortung schaffen, sodass im Einzelfall und vor Ort bedarfsorientiert entschieden werden kann. Regelung des Normalbetriebs und dazu klare Grundregeln, wie in Ausnahme- und Notfällen, auch „against the method“ und improvisierend entschieden werden kann und darf, reichen doch völlig.
    Letzteres hieße, wenn es sich um wesentliche und tragende Strukturen dreht, hat Substanzerhalt des Gesamtsystems immer Vorrang vor Einzel- und Lobbyinteressen. Prinzip der Triage.

    Natürlich bedarf dies der Schulungs- und Trainingsmaßnahmen zur Übernahme von mehr Eigenverantwortung in und für die Gemeinschaft. Wenn ich mir z.B. die große Resonanz bei jungen Leuten anschaue, die sich als „Bufdis“ engagieren wollen, wird daraus auch klar, wie gefragt freiwilliges Engagement für das Gemeinwohl ist. Gebraucht zu werden, sich aktiv einbringen, etwas bewegen und mitgestalten zu können, das sind doch die Botschaften an die Politik, die es zu unterstützen gilt. Fordern und fördern gleichermaßen.

    Wer die Praxis aus eigener Erfahrung kennt, weiß auch die Leistungen wertzuschätzen und adäquat zu honorieren, die en detail damit verbunden sind. Gute Unternehmer wissen das längst.
    Das beste Konzept, um nervtötende Besserwisser loszuwerden, ist ihnen die Brocken vor die Füße zu werfen und sie ihren Saustall an Haushalt alleine aufräumen zu lassen. Dazu braucht es aber keiner Macht als Surrogat. Es gibt schließlich Besseres und Schöneres zu tun, z.B. „agorazein“.

  3. Aus dem Kommentar by deaXmac — 14. Mai, 2012 @ 12:25 Uhr

    […]Wenn ich mir z.B. die große Resonanz bei jungen Leuten anschaue, die sich als “Bufdis” engagieren wollen, wird daraus auch klar, wie gefragt freiwilliges Engagement für das Gemeinwohl ist.[…]<<

    Was, bitte, sind “Bufdis”? Und ist im Falle der “Bufdis” grosse Resonanz etwas Positives oder Negatives?

  4. Hannelore Kraft hat sicher eine „Haushaltshilfe“, die ihr die lästige (oder erdende)Hausarbeit abnimmt, damit sie sich ihrer Politik widmen kann. Meiner Einschätzung nach ist Ihr Konzept in der Politik noch lange nicht angekommen.

  5. Das, was dazu zu sagen ist,läßt sich übersichtlich in 1 Satz kondensieren; Wenn die Frau schlauer ist, bin ich für Matriachat, wenn nicht, bin ich für Patriachat.

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