Hierarchiefreies Entscheiden in hierarchischen Organisationen

Seit einiger Zeit wird in vielen Organisationen diskutiert, wie in hierarchischen – und meist auch erstarrten – Organisationen nicht-hierarchische Formen der Kommunikation und Entscheidungsfindung genutzt werden können, um die Organisationen flexibler, schneller in ihren Reaktionen auf Umweltveränderungen und intelligenter in ihren Entscheidungen machen kann (Stichworte: Agilität, Demokratisierung der Entscheidungsfindung).

Mich erinnern die an eigene Erfahrungen aus grauer Vorzeit, als ich mit ähnlichen Zielen in einer der wohl am erstarrtesten Typen von Organisation gearbeitet habe: einem klassischen Irrenhaus (so nannte man das damals auch schon eine geraume Zeit nicht mehr, aber das war lediglich eine Änderung des Namens; die Häuser, in denen Pfleger und Schwestern wohnten, hießen aber immer noch „Wärterhäuser“). Zusammen mit zwei Kolleginnen – einer Psychologin und einer Sozialpädagogin – habe ich damals versucht ein in den Nach-68er-Jahren populäres und als revolutionär propagiertes Modell der Stations-Organisation zu etablieren: die sogenannte „Therapeutische Gemeinschaft“. Unsere Erfahrungen haben wir zu analysieren versucht und in einem Artikel zusammengefaßt, der uns nicht nur viel Ärger und Feindschaft eingebracht hat, sondern auch viel heimliche Zustimmung. Ich stelle ihn hier gern für jeden, der an solch archäologischen Schriften interessiert ist, zur Verfügung:

TherGemeinschaft