Populär vs. populistisch

In der öffentlichen Diskussion werden die beiden o.g. Begriffe häufig synonym verwandt. Das ist natürlich totaler Quatsch, ja m.E. sogar ein  ziemlich gefährlicher, weil den Populismus verharmlosender Unsinn. Denn Popularität ist nicht negativ zu bewerten. Populär sind der „Musikantenstadel“ und das „iPhone“, Popstars und viele Fußballnationalspieler – und manchmal eben auch Politiker. Wer gewählt werden will oder die Quote seiner Zusachauer im TV erhöhen will, sollte sich um Popularität bemühen. Volkstümlichkeit, Beliebtheit etc. sind durchaus Qualitäten, die man schätzen kann (wenn auch sicher nicht muss; Wissenschaftler z.B., die populär sind oder schreiben, werden von ihren Kollegen in der Regel mit Mißtrauen beobachtet).

Populismus hingegen ist eine politische Strategie, die darauf setzt, eine Innen-außen-Unterscheidung zwischen Freunden und Feinden, wobei die „Feinde“ als nicht zum „Volk“ gehörend definiert sind, verbindlich auf politischer Ebene durchzusetzen. Da ich dazu hier schon geschrieben habe und – habituell bequem – Doppelarbeiten zu vermeiden suche, hänge ich einen Artikel an, in dem ich das etwas detaillierter darzustellen versucht habe (publiziert in: Flandziu – Halbjahresblätter für Literatur der Moderne, Jg. 11, 2019). Wer interessiert ist, mag da weiter lesen…

Simon.Populismus